Suggestion in der Hypnose

Was ist eine hypnotische Suggestion?

Mit Hilfe von Suggestionen kann eine hypnotische Trance induziert, vertieft oder wieder aufgelöst werden. Während der Hypnose reagiert das Gehirn nicht mehr auf reale Reize, sondern auf die vom Hypnotiseur erteilten verbalen Anweisungen, sog. Suggestionen, welche im Zuge der Hypnotherapie direkt auf das Unterbewusstsein wirken sollen. Auf diese Weise können Gefühle verändert werden und man kann eine nachhaltige Entspannung erreichen. Suggestionen dienen also quasi als "Werkzeug" zur Lösung der Konflikte und zur Neustrukturierung von Denkweisen. Dadurch wird nicht nur die psychologische Wirklichkeit, sondern sogar die physiologische Wirklichkeit im Gehirn verändert. Da das Gehirn im hypnotischen Trancezustand mehr auf Bilder als auf Worte reagiert, muss der Hypnotiseur seine Suggestionen dementsprechend gestalten.

Man unterscheidet allgemein zwischen Selbst- bzw. Autosuggestion und der Fremd- bzw. Heterosuggestion. Eine Fremdsuggestion wird z.B. von einem Therapeuten bei seinem Patienten im Verlauf der Hypnotherapie eingesetzt, die Autosuggestion wird während der Selbsthypnose verwendet, wobei Sender und Empfänger dieselbe Person sind.

Außerdem kann man eine Unterteilung in direkte und indirekte Suggestionen vornehmen. Als direkte Suggestion dient ein kurzer Satz, in dem das Suggestionsziel klar ist und eindeutig formuliert ist. Will der Hypnotiseur z.B. Entspannung suggerieren, sagt er "Sie sind ganz entspannt und ruhig". Indirekte Suggestionen sind weniger eindeutig und autoritär wodurch Widerstände umgangen werden können. Sie werden in einem Kontext vermittelt, beispielsweise durch das Erzählen einer Geschichte.


Posthypnotische Suggestion

Eine posthypnotische Suggestion ist ein Auftrag oder Befehl, den der Klient während der hypnotischen Trance erhält und der erst nach Aufhebung der Trance von ihm ausgeführt werden soll. Man muss hierbei jedoch sehr vorsichtig und bedacht vorgehen, da das Gehirn im Zustand einer tiefen Trance den Inhalt einer Suggestion nicht nur in der vom Therapeuten gewollten Bedeutung versteht, sondern auch auf der wörtlichen Ebene. Es kann also passieren, dass wenn der Hypnotiseur die Suggestion erteilt "in einer XY Situation muss man sich an die eigene Nase fassen", dass der Klient in einer solchen Situation tatsächlich seine Nase berührt. Dieses Phänomen der wortwörtlichen Umsetzung heißt auch "Literalismus".

Häufig verknüpft man eine posthypnotische Suggestion auch mit einer künstlich erzeugten Amnesie und sorgt so dafür, dass der Klient nicht kritisch über die neuen Denkmuster reflektiert. Man will schließlich bei ihm das Gefühl auslösen, dass die positive Veränderung aus ihm selbst kommt und nicht das Ergebnis einer Fremdsuggestion ist. Allgemein kann man sagen, dass eine posthypnotische Suggestion umso wirksamer ist, je tiefer die Trance ist. Mit ihrer Hilfe können auch körperliche Vorgänge beeinflusst werden z.B. bei einem zahnärztlichen Eingriff kann eine Blutung am Ende der Behandlung gestoppt werden.

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