Suggestionen in der Hypnose

Was ist eine hypnotische Suggestion?

Mit Hilfe von Suggestionen kann eine hypnotische Trance induziert, vertieft oder wieder aufgelöst werden. Während der Hypnose reagiert das Gehirn nicht mehr auf reale Reize, sondern auf die vom Hypnotiseur erteilten verbalen Anweisungen, sog. Suggestionen, welche im Zuge der Hypnotherapie direkt auf das Unterbewusstsein wirken sollen. Auf diese Weise können Gefühle verändert werden und man kann eine nachhaltige Entspannung erreichen. Suggestionen dienen also quasi als "Werkzeug" zur Lösung der Konflikte und zur Neustrukturierung von Denkweisen. Dadurch wird nicht nur die psychologische Wirklichkeit, sondern sogar die physiologische Wirklichkeit im Gehirn verändert. Da das Gehirn im hypnotischen Trancezustand mehr auf Bilder als auf Worte reagiert, muss der Hypnotiseur seine Suggestionen dementsprechend gestalten.

Inhalte:

  1. Selbst- und Fremdsuggestion
  2. Suggestionen richtig formulieren
    1. Suggestion Formulierungsbeispiel
  3. Direkte und Indirekte Suggestion
  4. Posthypnotische Suggestion

Selbst- und Fremdsuggestion

Man unterscheidet allgemein zwischen Selbst- bzw. Autosuggestion und der Fremd- bzw. Heterosuggestion. Eine Fremdsuggestion wird z.B. von einem Therapeuten bei seinem Patienten im Verlauf der Hypnotherapie eingesetzt, die Autosuggestion wird während der Selbsthypnose verwendet, wobei Sender und Empfänger dieselbe Person sind.

Suggestionen richtig formulieren

  • Ziel ichbezogen formulieren
  • Gegenwartsbezogen / Präsens
  • Positive Formulierung
  • Beschreibung des Endresultats
  • Vermeiden Sie Negationen.
    Unser Gehirn ist verwirrt wenn wir zu etwas aufgefordert werden wie: „Denken Sie nicht an ein blaues Eichhörnchen“. Die linke Gehirnhälfte kann zwar den Satz logisch verstehen, aber unsere rechte Gehirnhälfte denkt längst an das blaue Eichhörnchen. Dadurch kommt eine Doppelbotschaft in unserem Gehirn an, und es ist dementsprechend verwirrt.

Suggestion Formulierungsbeispiel

Falsch
Ich habe keine Kopfschmerzen mehr.
Ab sofort bin ich frei von Kopfschmerzen.
Ich bin froh und dankbar keine Kopfschmerzen mehr zu haben.

Richtig
Mein Kopf ist klar und frei.
Mit jedem Atemzug spüre ich wohltuende Frische in meinem Kopf.
Ich freue mich, dass mein Kopf frisch und frei ist.
Ich fühle mich froh und gesund.

Direkte und Indirekte Suggestion

Die Suggestion kann in direkte und indirekte Suggestion unterteilt werden. Als direkte Suggestion dient ein kurzer Satz, in dem das Suggestionsziel klar ist und eindeutig formuliert ist. Will der Hypnotiseur z.B. Entspannung suggerieren, sagt er "Sie sind ganz entspannt und ruhig". Indirekte Suggestionen sind weniger eindeutig und autoritär wodurch Widerstände umgangen werden können. Indirekte Suggestionen werden in einem Kontext vermittelt, dafür eignen sich Phantasiereisen und das Erzählen von Geschichten.

Neben dem gesprochenen Wort, haben Gestik, Mimik, Tonlage, Auftreten und Augenkontakt eine zusätzliche Auswirkung auf die Suggestion. Die Sätze können für jeden Klienten eine unterschiedliche Bedeutung und Auswirkung haben. Das kommt daher, dass jeder andere Erfahrungen mit bestimmten Wörtern und Phrasen hat. Ebenso ist es abhängig von Befinden und Vorstellungen des Klienten.

Neben den genannten Faktoren haben weitere Faktoren wie: Farben, Gerüche, Klima, Temperatur, Umgebung, Lautstärkepegel, Personen die in der Umgebung leben und in direkter Umgebung sind, Tageszeit und Jahreszeiten eine Auswirkung darauf wie Worte aufgenommen und verarbeitet werden. Wenn die Suggestion nicht gesprochen, sondern gelesen wird, kann es eine unterschiedliche Auffassung je nach Medium geben.

Posthypnotische Suggestion

Eine posthypnotische Suggestion ist ein Auftrag oder Befehl, den der Klient während der hypnotischen Trance erhält und der erst nach Aufhebung der Trance von ihm ausgeführt werden soll. Man muss hierbei jedoch sehr vorsichtig und bedacht vorgehen, da das Gehirn im Zustand einer tiefen Trance den Inhalt einer Suggestion nicht nur in der vom Therapeuten gewollten Bedeutung versteht, sondern auch auf der wörtlichen Ebene. Es kann also passieren, dass wenn der Hypnotiseur die Suggestion erteilt "in einer XY Situation muss man sich an die eigene Nase fassen", dass der Klient in einer solchen Situation tatsächlich seine Nase berührt. Dieses Phänomen der wortwörtlichen Umsetzung heißt auch "Literalismus".

Häufig verknüpft man eine posthypnotische Suggestion auch mit einer künstlich erzeugten Amnesie und sorgt so dafür, dass der Klient nicht kritisch über die neuen Denkmuster reflektiert. Man will schließlich bei ihm das Gefühl auslösen, dass die positive Veränderung aus ihm selbst kommt und nicht das Ergebnis einer Fremdsuggestion ist. Allgemein kann man sagen, dass eine posthypnotische Suggestion umso wirksamer ist, je tiefer die Trance ist. Mit ihrer Hilfe können auch körperliche Vorgänge beeinflusst werden z.B. bei einem zahnärztlichen Eingriff kann eine Blutung am Ende der Behandlung gestoppt werden.

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