Graves Modell (oft auch Spiral Dynamics)


Das Graves Modell wird oft auch mit dem Begriff Spiral Dynamics bezeichnet. Den neuen Begriff hat Don Beck, ein Schüler von Clare Graves vergeben und er hat sich in vielen Bereichen eingebürgert, zumal auch Ken Wilber den Begriff oft verwendet.

Dieses Modell fasziniert das Landsiedel-Team ganz besonders. Daher haben wir zu diesem Modell einen Test selbst entwickelt. An diesem können Sie kostenfrei online teilnehmen und erhalten auch eine Auswertung. Zum Graves Modell Test.

Darüber hinaus bieten wir zum Graves Modell ein eigenes fünftägiges Spezialseminar mit Rolf Lutterbeck, einem der führenden Spiral-Dynamics-Experten im deutschen Sprachraum, an. Zum Graves Modell Seminar

Weitere Informationen finden Sie in dem E-Book, das Stephan Landsiedel zu diesem Thema geschrieben hat. Sie können das E-Book kostenfrei herunterladen. Zum kostenfreien Graves E-Book


Maslows Bedrfnispyramide

Abraham Maslows Bedrfnispyramide war in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts das berhmteste Modell fr die ontogenetische Entwicklung eines Menschen. Allerdings war seine Theorie nicht fundiert und gab Clare Graves - ein Zeitgenosse Maslows - Anlass zu Kritik.

Seiner Meinung nach war Maslows Sichtweise des selbst aktualisierenden Menschens zu unflexibel. Er akzeptierte nicht den Endpunkt der Maslowschen Pyramide als Endpunkt der Entwicklung, denn Graves war der Ansicht, dass sich bestimmte Wertesysteme (=Meme) entwickelt haben als Reaktion auf bestimmte menschliche Existenzbedingungen. Solche Meme sind zum einen psychische Versuche, auf bestimmte geschichtliche Existenzbedingungen angemessen zu reagieren und zum anderen sind diese Gegenbewegungen zum jeweils herrschenden Wertesystem (Antithetik).


Graves Levels

1. Zur Person Clare W. Graves

Clare W. Graves (1914-1986) war amerikanischer Psychologieprofessor am Union College in New York und mit seinem Meme-Modell der Vordenker der Spiral Dynamics. Den Ansto fr die Entwicklung dieses Modells gaben im zentrale Fragen seitens seiner Studenten: Warum sind Menschen unterschiedlich? Weshalb verndern sich manche? Warum verstehen manche unter dem hchsten menschlichen Entwicklungsziel der "Selbstverwirklichung" so vllig unterschiedliche Dinge?

Graves Antwort war: "Kurz zusammengefasst behaupte ich, dass die Psychologie reifer Menschen ein sich entfaltender, aus vorhergehenden Stadien hervorgehender, oszillierender, spiralfrmiger Prozess ist, gekennzeichnet durch die Unterordnung lterer Verhaltenssysteme mit geringerem Rang, der zu neueren darber liegenden hheren Systemen fortschreitet, wenn sich die existentiellen Probleme der Menschheit verndern."

Damit meint er, dass die menschliche Entwicklung kontinuierlich und nie beendet ist. Sie verndert sich mit der Vernderung der menschlichen Existenzbedingungen und bringt dadurch neue Systeme hervor, in die die alten Systeme integriert sind. Wenn ein neues System oder eine neue Stufe sich entfaltet, dann verndern wir auch unsere Psychologie und unsere Lebensgewohnheiten, um uns diesen neuen Bedingungen anzupassen. Die unterschiedlichsten Lebensformen in diesem potentiell offenen Wertesystem sind mglich. Ein Endstadium, das alle erreichen mssen, existiert nicht. Das Individuum, Firmen oder sogar ganze Gesellschaften, knnen nur auf Managementprinzipien, Motivationsanreize, Erziehungsgrundstze und erlaubte bzw. ethische Vorstellungen positiv reagieren, die der aktuellen Stufe dieser menschlichen Existenz entsprechen!


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Graves Wertemodell:

Das emergente, zyklische Doppelhelix-Modell des reifen, erwachsenen biopsychosozialen Verhaltens

Kurzbeschreibung

Jede Klasse von Problemen bzw. Herausforderungen wird mit der Erschaffung eines Wertesystems gelst. Bis jetzt hat die Menschheit acht unterschiedliche Wertesysteme hervorgebracht: Solche Wertesysteme sind Mechanismen, die die Psyche entwickelt hat, um mit bestimmten Umweltsituationen angemessen umgehen zu knnen. Verndern sich die Probleme und Herausforderungen, denen sich ein Mensch oder eine Gesellschaft gegenber sieht, dann verndert sich auch ihr Wertesystem. Wertesysteme sind daher angemessen, wenn sie ein kongruentes Problem-Lsungsverhalten ermglichen. Sie drfen aber nicht unabhngig vom Kontext miteinander verglichen werden.

emergent = entstehend
Wertesysteme entstehen durch Vernderung des Milieus immer wieder neu

Zyklische Doppelhelix
Jedes Wertessystem entsteht am Schnittpunkt zweier Krfte, nmlich dem Problem und dem jeweiligen Problemlsungsansatz

Ein Wertesystem reflektiert wie Menschen denken, d. h. ihre Werte und Glaubensstrukturen. Sie drfen aber nicht mit dem Thema oder dem jeweiligen Inhalt des Denkens verwechselt werden. Wertesysteme sind vielmehr ein Schema oder eine Art und Weise des Denkens. Hufig sind Wertesysteme, die inhaltlich diametral entgegengesetzt sind, wie z. B. eine fundamentalistische Religion und der so genannte "atheistische Kommunismus", lediglich Ausformungen ein und desselben Wertesystems.

Das Graves-Modell hat einen enormen Erklrungs- und Vorhersagewert und ist auf alle Aspekte des biologischen, psychologischen und soziologischen Verhaltens anwendbar. Es erklrt sowohl individuelles Verhalten als auch internationale politische Interaktionen: Unterschiedliches Denken bezglich der Religion, des Sinns der menschlichen Existenz, konomie, Politik, Familie, Ausbildung, Gesundheit und Freizeit als auch in Bezug auf unterschiedliche Muster bei Zielen, Ethik, Motivation, Lebensstil und Organisation. Das Eintreten bzw. das Verlassen des jeweiligen Systems wird ausgelst durch Krfte aus dem Milieu, in dem das jeweilige System existiert. Die Tiefenstrukturen des Graves-Modells entsprechen aber Arten des Denkens, nicht Typen von Menschen. Diese Muster bilden biopsychosoziale Systeme ab und sind weder eine Typologie von Menschen noch diskrete Entwicklungsstufen von Menschen. Sie reflektieren Systeme im Repertoire menschlicher Verhaltensmglichkeiten, weshalb jeder Mensch bestimmte mentale Muster besitzt, die durch unterschiedliche Kontexte und Situationen aktiviert werden knnen.

Die Eigenschaften der Ebenen

Das emergent-zyklische Doppelhelix-Modell fr die biopsychosoziale Entwicklung von Erwachsenen postuliert acht Ebenen:

  • Beige: reaktiv, autistisch, archaisch-instinktiv; das berleben bzw. der berlebenskampf stehen im Vordergrund
  • Violett animistisch, tribalistisch, sicherheitsorientiert. Die Person opfert ihre eigenen Wnsche fr den Stamm, den Huptling oder die Geister
  • Rot egozentrisch, selbstorientiert, hedonistisch, magisch. Das Selbst will sich hier und jetzt ausdrcken und schert sich nicht um andere
  • Blau absolutistisch, konformistisch, fromm. Das Selbst opfert sich fr spteren Lohn (im Himmel usw.)
  • Orange erfolgsorientiert, materialistisch, objektivistisch. Das Selbst kalkuliert die eigenen Interessen, um nicht in Konflikt mit anderen zu geraten
  • Grn Personalistisch, gruppenorientiert, humanistisch. Das Selbst ist bereit, sich fr andere aufzuopfern
  • Gelb Systemisch, existentiell, funktional. Das Selbst ist am momentanen Selbstausdruck interessiert, aber nicht auf Kosten anderer
  • Trkis erfahrungsorientiert, global denkend, synergistisch. Das Selbst ist jetzt bereit sich zu opfern, damit das Leben weitergehen kann.



Die Probleme der Ebenen


Jede Ebene des Graves-Modells stellt eine Lsungsstrategie und eine Antwort auf eine Klasse von Problemen dar. Daher kann jede Ebene als eine Verbindung zwischen einer Gruppe von Problemen bzw. Herausforderungen angesehen werden, die sich Menschen ausdenken, um mit den entsprechenden Problemen fertig zu werden.

Symbolik Bedeutung
Beige Aufrechterhaltung der physiologischen Stabilitt und Integritt
Violett Erreichen relativer Sicherheit
Rot Leben mit Selbst-Bewusstsein
Blau Erreichen eines dauerhaften Seelenfriedens
Orange Eroberung des physikalischen Universums
Grn Betonung der zwischenmenschlichen Werte
Gelb Wiederherstellen der Lebensqualitt in einer "kranken" Welt
Trkis Akzeptanz der existenziellen Dichotomien



Die Ebenen

Ebene Zustand der Welt Erfolgsversprechende Reaktionen
1. Ebene:
Naturzustand
(beige)
Naturzustand mit Nahrungsmangel, kein Schutz oder Sicherheit Das Verhalten ist berlebensorientiert, wie bei Tieren
2. Ebene:
Stammesleben, Magie
(violett)
Die Naturgewalten flen Angst ein und sind unvorhersehbar bzw. unerklrlich. Sie werden als bedrohlich erlebt. Menschen schlieen sich mit anderen zusammen, um Sicherheit zu gewhrleisten und die bsen Geister zu besnftigen durch magische Rituale, die die ngste reduzieren.
3. Ebene:
Ritter, Held, Einzelgnger
(rot)
Nur die Strksten berleben. Aggressionen und Feindseligkeiten gehren zum Alltag. Die Welt ist schwierig und hart, so dass nur die Strksten berleben knnen. Kmpft ums berleben auf Kosten anderer und zwar mit allen Mitteln, um der Strkere/ ein Held zu sein.
4. Ebene:
System der Loyalen Brokratie
(blau)
Das Faustrecht hat viel Leid mit sich gebracht. Die Privilegierten haben die rmeren total ausgenutzt. Die Welt wird durch Gott kontrolliert und gefhrt. Regeln, Gesetze, Vertrge, Verfassungen, an die sich jeder halten muss, stellen eine Weiterentwicklung dar. Die Menschen glauben an die Wahrheit und jeder folgt und gehorcht der hheren Autoritt.
5. Ebene:
Materialist, Kapitalist
(orange)
Fortschritt bringt die Mglichkeiten fr materiellen Wohlstand. Die Welt ist voller Mglichkeiten fr Fortschritt und materiellen Wohlstand. Verschiedene Mglichkeiten werden pragmatisch auf ihre Erfolgswahrscheinlichkeit hin getestet. Es lohnt sich, sich selbststndig zu machen bzw. gewinnbringende Geschfte abzuwickeln.
6. Ebene:
Bewegung, Beziehungen (grn)
Die materielle gesellschaftliche Entwicklung ermglicht die Sinnfrage zu stellen. Die Heimstadt wahrer Menschlichkeit. Die Menschen schlieen sich in Gemeinschaften zusammen, so dass alle gleichermaen am Wachstum teilhaben knnen und ein Gefhl von Lebenssinn erfahren knnen.
7. Ebene:
Delphin, Grenzerfahrungen (gelb)
Der Wohlstand ermglicht vllig neue Gedanken, Hoffnungen und Durchbruchserlebnisse. Es ist sinnvoll, bestehende Probleme aus neuen Perspektiven effizient und effektiv zu lsen und dabei ein Flow-Gefhl zu erleben.
8. Ebene:
Transpersonale Sichtweise (trkis)
Die Welt ist ein einziges groes Lebewesen (Gaja). Die Erde steht vor einem Kollaps. Es besteht die Gefahr, dass die Menschen sie zerstren. Das Individuum sucht nach der geheimen versteckten Ordnung hinter dem offensichtlichen Chaos. Nur ein Bewusstsein einer hheren Ordnung und eine transpersonale Suche nach globalen Lsungen wird die Zerstrungsgefahr bannen.


Ebene 1: reaktives, automatisches Meme

Kleine Gruppen und Banden, denen es vorwiegend um das biologische berleben geht. Auf diesem Entwicklungsniveau ist die ganze Energie auf das berleben ausgerichtet. Menschen dieser Stufe leben nur in der Gegenwart. In Vorstammeskulturen gab es diese tierische Lebensweise, heute findet man sie bei Kindern, Geistigbehinderten bzw. senilen Menschen, in manchen Fllen auch bei Drogenabhngigen. Dieser Zustand kann allerdings auch durch extremen Stress und lebensbedrohliche Situationen hervorgerufen werden.

"berleben um jeden Preis

Beginn:
vor 100.000 Jahren

Maxime:
Selbstausdruck mit dem Ziel des berlebens

Perspektive:
Die Welt ist unbestimmt und vage, basiert auf biologischen Imperativen. Das Leben erfolgt instinktiv und besteht darin, sich ohne Widerstand dem Willen der Natur unterzuordnen

Lebensziel:
Sofortige Befriedigung der periodisch auftretenden physiologischen Bedrfnisse (Essen, Trinken, Geborgenheit), um berleben der Art zu sichern.

Lsungsstrategien:
Reagiert auf Umweltvernderungen mit dem Ziel des berlebens. Verndert und bewegt sich schnell und automatisch in Abhniggkeit von den vernderten Ressourcen und Lebensnotwendigkeiten. Ist abhngig von lebensuntersttzenden Systemen bei minimaler Bewusstheit ber sich selbst und andere. Kleine soziale Gruppen arbeiten zusammen, um Lebensmittel zu sammeln bzw. zu jagen, um Gefahren abzuwenden und sich zu reproduzieren. Das Verhalten basiert vorwiegend auf dem Stimulus-Responsemodell mit dem Instinkt als Schlssel zum berleben.

Ausdrucksformen

  • Niedrig: Hilflos, zwischen Leben und Tod hin- und herschwankend, minimale Wahrnehmung der Realitt
  • Hoch: Auf niedriger Stufe selbstversorgend, auf eine passive Art und Weise mit der Realitt umgehend, Existenzerhaltungswerte

Organisationsstruktur:
Kleingruppen, herdenartiges Verhalten. Die Strkeren schtzen die Schwcheren und die Gruppen finden zur Paarung, zum Nahrungserwerb und zur Wanderung zusammen. Die Bewegungen richten sich nach Wetter und Nahrungsressourcen.

Lernsystem:
Genetische Programmierung, Gewohnheiten

Lernstil:
Aktivierung instinktiver Erinnerung, Beobachtungslernen, Hauptinput durch Berhren und Geschmack, kein begriffliches Lernen.

Lernanreize:
Motiviert durch unmittelbare physiologische Bedrfnisse

Anteil an der erwachsenen Bevlkerung:
ca. 0,1%




Ebene 2: tribalistisches, animistisches Meme


Die Energie in der Selbstaufopferung wird auf das berleben des Stammes geleitet, die Aufmerksamkeit liegt auf der Gegenwart und Vergangenheit. Die Menschen sind abhngig vom Huptling bzw. vom Clan oder Stamm. Eine solche Denkweise dominierte die meisten vorschriftlichen Kulturen und kann heute noch in verwsserter Form in Clubs, engen Familieneinheiten, Sportteams vorgefunden werden. Aber auch in einigen Teilen Afrikas, Sdamerikas, Ozeaniens und in der Arktis taucht diese Stufe auf.

"Es gibt keinen Zufall".

Beginn:
vor 50.000 Jahren

Maxime:
Opfere die eigenen Wnsche zugunsten des Stammes, des Huptlings, der Geister.

Perspektive:
Die Welt ist rtselhaft, voller guter und bser Geister, die die Welt beherrschen. Der Clan und die heiligen Objekte mssen vor den Gefahren geschtzt werden.

Lebensziel:
Sicherheit und Schutz aufrechterhalten, sich an Stammestraditionen halten, bereit sich fr den Stamm zu opfern.

Lsungsstrategien:
Man verlsst sich auf Magie, Totems, Tabus oder Omen und stimmt die Geister gndig. Sicherheit und Schutz findet das Individuum nur in der Familie, im Clan oder Stamm, wobei es die ihm zugewiesene Rolle im Stamm akzeptiert und Stolz fr seinen Stamm bzw. dessen Symbole empfindet.

Ausdrucksformen

  • Niedrig: Extrem abhngig vom Huptling und/ oder einem Kult; ngstlich besorgt Tabus und Rituale einzuhalten
  • Hoch: Loyal und vertrauenswrdig; findet seine Strke und Sicherheit ber einen frsorglichen Huptling und/ oder eine hilfreiche Familie; Inspiration durch heroische Vorbilder

Organisationsstruktur:
Stamm, der durch ltestenrat (Schamane, Huptlinge) gefhrt wird. Die Rollen werden durch Geschlecht, Alter, krperliche Strke usw. bestimmt. Die Normen des Stammes sind heilig und werden rigide verteidigt bzw. verlangen unbedingten Gehorsam.

Lernsystem:
Klassische Konditionierung durch Assoziation verschiedener Dinge

Lernstil:
Reflexiv, d. h. ein paternalistischer Lehrer konditioniert die gewnschten Antworten auf bestimmte sensorische Inputs; bedrfnisorientiertes Lernen: Der Lernende kopiert Verhaltensmuster von anderen; prozedural (Schritt fr Schritt), verfahrensorientiert, lineare sequenzielle Ablufe; Rituale und Riten strukturieren den Alltag und untersttzen so das Gedchtnis als auch automatisierte Verhaltensweisen. Nutzung von Magie/ Phantasie, Symbolen, Zeichnungen, da die meisten Analphabeten sind. Repetitive Musik untersttzt das Langzeitgedchtnis, indem Gesnge und Gerche als Anker verwendet werden.

Kommunikation:
Informationen werden nur ber den Clanchef weitergeleitet, gedruckte Worte werden als unzuverlssig empfunden.

Lernanreize:
Greifbare Anerkennung fr erbrachte Lernleistung; Interesse fr alles, was die Sicherheit erhht und hilft, die biologischen Triebe zu befriedigen,

Anteil an der erwachsenen Bevlkerung:
ca. 10%




Ebene 3: egozentrisches, ausbeuterisches Meme


Stufe des Arbeiters mit Machoverhalten aus den amerikanischen Sdstaaten. Die Energie wird in den Selbstausdruck investiert, mit dem Ziel, eine sofortige Befriedigung der sinnlichen Bedrfnisse zu erreichen und ohne Rcksicht auf die anderen zu nehmen. Diese Form findet man heutzutage vorwiegend in repressiven politischen Regimen und Diktaturen. Auerdem knnen wird diese Verhaltensweise beim Ausbruch von Gewalt in Stdten, bei Kriegen und zwischen Drogenbanden gezeigt.

"Ich hole mir alles, was ich kriegen kann, und es kommt nur darauf an, sich nicht erwischen zu lassen"
"Das Recht des Strkeren"
"Ich will alles, und zwar jetzt."

Beginn:
vor 10.000 Jahren

Maxime:
Impulsiver Ausdruck des eigenen Selbst ohne Rcksichtnahme auf andere

Perspektive:
Die Welt ist voll Aggression, Feindseligkeit, Selbstsucht und wird von Macht regiert.

Lebensziel:
Macht bekommen und ausben, um so die eigenen Bedrfnisse zu befriedigen. Macht wird als die einzige Mglichkeit gesehen, die eigenen Bedrfnisse befriedigen zu knnen und sich gegen eingebildete oder reale Bevormundungen befriedigen zu knnen. Die eigene Unabhngigkeit steht ber dem Denken und Fhlen der anderen Menschen. Respekt wird gesucht, Scham sowie peinliche Situationen werden vermieden.

Lsungsstrategien:
Ist bereit alle ntigen Mittel zu verwenden, um andere auszubeuten und Macht und Kontrolle aufrecht zu erhalten. Solche Individuen haben kein schlechtes Gewissen, sie trauen nur sich selbst und sind sehr darauf bedacht, nicht ihr Gesicht zu verlieren.

Erscheinungsform:
Diese Lebensform herrschte in hedonistischen Imperien vor, heute findet man sie in Diktaturen oder in bestimmten reaktiven Entwicklungsstadien des Kindes bzw. bei Kriegen zwischen Banden mit bertriebenen Machtverhalten und in einigen Rapmusiktexten.

  • Introvertiert: Zynisch, verbittert, passiv-aggressiv und feindselig
  • Extravertiert: Glanzvolles Auftreten (Kleidung, Autos), rebellisch, risikofreudig, wollen im Mittelpunk stehen

Ausdrucksform

  • Niedrig: Selbst schdigend, rebellisch, unfhig sich innerhalb der Begrenzungen der Gesellschaft zu bewegen, extrem ausbeuterisch, oft gesetzlos und grausam
  • Hoch: Spontan, energetisch, fordernd und gewillt, Traditionen zu durchbrechen, innovativ und autonom

Organisationsstruktur:
Imperium, starke Hierarchie (von oben nach unten), Strke bestimmt das Beziehungsgefge, so lange man beaufsichtigt wird, wird gearbeitet; jeder ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht.

Kommunikation:
Logische Argumente und allgemeingltige Verhaltens- und Hflichkeitsregeln sind vllig unbedeutend, wichtig ist nur den Gegenber von den persnlichen Vorteilen zu berzeugen.

Lernsystem:
Operante Konditionierung, indem sie fr ihre Lernerfolge belohnt werden

Lernstil:
Bestrafung ist kontraproduktiv, Respekt zwischen den beiden Parteinen enorm wichtig; Versuch und Irrtum


Lernanreize:
Erfolg muss unmittelbare Besttigung bringen, sonst ist er uninteressant

Anteil an der erwachsenen Bevlkerung:
ca. 15%




Ebene 4: absolutistisches, heiliges Meme


Im Graves Modell ist diese Ebene primr konformistisch:
Die typische amerikanische Mittelklasse lebt beispielsweise in diesem Wertesystem. Gegenwrtige Bedrfnisse werden geopfert, um zuknftige Belohnungen zu erhalten: Auf dieser Stufe entsteht zum ersten Mal die Idee des Triebaufschubs fr zuknftige Belohnung. Die obersten Gebote sind Gehorsam, Strafe und Systemerhalt und stellen einen notwendigen Schritt in der Herausbildung einer geordneten und progressiven Gesellschaft unter sich entwickelnden Nationen dar. In Reinkulturen knnen wir diesen Typus in doktrinren Religionen, absolutistischen philosophischen und politischen Systemen finden. Besonders auffllig auch in militrisch und religisen Hierarchien.

"Ich opfere mich fr die Sache/ Organisation"
"Verzichte jetzt, ernte spter"

Beginn:
vor 5.000 Jahren

Maxime:
Das Leben hat einen Sinn. Mach was du willst - ohne jede Rcksichtnahme

Perspektive:
Die Welt ist deterministisch und rational geordnet. Menschen, Dinge werden in starren Kategorien klassifiziert

Lebensziel/ -anreize:
Sich dem Weisungszusammenhang anzupassen - gut und bse, Kontrolle; Schuldgefhl, Bestrafung vermeiden

Lsungsstrategien:
Regeln befolgen, ordentliche Existenz, untersttzt das System durch Opfer und Disziplin

Organisationsstruktur:
Passive Hierarchie, rigide Regeln fr Strukturen und Rang

Lernsystem/- stil:
Vermeidungslernen "weg von", Indoktrination durch mehr wissende Autoritt


Beispiel I:
Du glaubst an Gott (bibeltreuer Christ) und all die Regeln der Katholiken. Du bist bibelfest und hltst diese fr die Wahrheit. Es gibt nur diesen richtigen Weg. Du bist bereit, dich an alle Regeln zu halten. Du lebst in Stabilitt und in geordneten Verhltnissen

Beispiel II:
Du bist ein potentieller Selbstmordattentter. Dein ganzes Leben hast du dich konzentriert und diszipliniert auf diese Aufgabe vorbereitet. Du kennst den Koran auswendig und weit, dass dieser und der Wunsch deines Fhrers die Heilige Wahrheit ist. Das gibt deinem Leben Sinn und wird dir spter nach deinem Tod eine Belohnung bescheren.


Anteil an der erwachsenen Bevlkerung:
zu ca. 30%




Ebene 5: multiplistisches, materialistisches Meme


Das Selbst mchte seine eigenen Ziele setzen und erreichen, es geht um materielle Belohnung, aber auf eine Art und Weise, dass nicht der Neid und die Missgunst der anderen geweckt werden. Auf dieser Stufe findet man den Kapitalist und Materialist. Hier geht es um kalkulierten Selbstausdruck, ohne andere aufzubringen, doch mit der Absicht, die Belohnung sofort einzustreifen, so dass es spter zu keinen Vergeltungsmanahmen kommt. Der Materialist glaubt, dass er Erfolg durch geschickte Manipulation des Systems haben kann. Diese Stufe ist der Grundpfeiler des Denkens der modernen industrialisierten Nationen. Zeigt sich in einer hoch technisierten Gesellschaft, ebenso bei Verkauf, Marketing und Werbung.

"Ich will meinen Gewinn maximieren "

Beginn:
vor 300 Jahren

Maxime:
Kalkuliertes Verhalten, um nicht den rger und die Missgunst der anderen zu erregen.

Perspektive:
Die Welt ist voll Reichtum, der ungeahnte Mglichkeiten fr jeden Einzelnen und ganze Kulturen bietet.

Lebensziel:

  • Individuell: Ziele erreichen, Popularitt, Prestige

  • Kulturell: Erobern der Natur, Entlocken ihrer Geheimnisse, geschickte Nutzung der Ressourcen, um ein besseres Leben fr alle zu gewhrleisten; das fatalistische Dogma wird durch Wissenschaft und Technologie ersetzt, Vorhersehung und Bestimmung durch Kontrolle des Schicksals durch den Menschen

Lsungsstrategien:

  • Individuell: Erfolg ist das Ergebnis von Wettbewerbsfhigkeit, Investition von Zeit/ Energie, Risikofreudigkeit, freier Markt

  • Kulturell: Fortschritt als Resultat pragmatischer Erfindungsstrategien; Realpolitik, die ideologisch und erfolgsorientiert agiert; freies Unternehmertum, fortschrittliches Denken und Wettbewerb werden gefrdert

Erscheinungsform:
Materialistisches Weltbild der westlichen Industrienationen; abhngig von der stndigen Weiterentwicklung im High-Tech-Bereich; der berwiegende Teil der Bevlkerung ist sehr statusbewusst und versucht sich in der sozialen Rangfolge stndig aufzusteigen.

Ausdrucksform

  • Niedrig: Betrgerisch, extrem selbstschtig, skrupellos; Menschen ohne "Rckgrat"
  • Hoch: hohes Energielevel

Organisationsstruktur:
Hierarchie, brokratisch - Status orientiert, funktionale Autoritt ist eine wichtige Eigenschaft fr Entscheidungstrger

Kommunikation:
verluft von oben nach unten und seitwrts; Menschen interessieren sich ganz pragmatisch nur fr das, was am Ende fr sie herausspringt (Karriere, Geld, Ansehen)

Lernsystem:
Erwartungslernen, indem das Ziel des Lernens ihre Bedrfnisse befriedigt; Sie brauchen Belohnung, um motiviert zu sein und sie lernen am besten durch eigene Anstrengung und wechselnde Lernumgebungen.

Lernstil:
Versuch und Irrtum - Experimentieren, Wettbewerbsbeispiele mit Hightech; Nutzung von Technologien wirkt motivierend; Freude am Analysieren und Auseinander nehmen von Gegenstnden bzw. dem Wiederzusammensetzen zu etwas Besserem; fast zwanghafter Antrieb der Beste zu sein, was hufig zu Dauerstress und kardiovaskulren Erkrankungen fhrt. Daher werden die Regeln eines Spiels zu meistern nicht als Selbstzweck erlebt, sondern als Mittel, um zu siegen; Risiko erhht das Abenteuer, verlieren solche Menschen, erleben sie sich als Versager und am Ende ihrer Mglichkeiten angelangt.

Lernanreize:
Zeugnisse, verbesserter Status

Beispiel:
Du bist ein sehr erfolgreicher Jungunternehmer. Du bist auf dem Markt, um zu gewinnen und du bist sehr erfolgreich. Du arbeitest viel und verdienst viel Geld. Du bist optimistisch, gehst Risiken ein. Du nutzt die Ressourcen, die die Erde dir bietet, um ein Leben im berfluss zu fhren. Du hast viele Trainingsprogramme besucht und kennst viele der Erfolgsgesetze. Du suchst deine Autonomie und Unabhngigkeit. Du magst Wettbewerb (Menschen wie J. R. Ewing aus Dallas).

Anteil an der erwachsenen Bevlkerung:
ca. 30%




Ebene 6: personalistisches, relativistisches Meme


Die eigenen Bedrfnisse werden zugunsten der anderen zurckgestellt, so dass es allen gemeinsam gut geht. Auf dieser personalistischen, humanistischen Stufe wird die Energie in Selbstaufopferung gelenkt, mit dem Ziel Wohlstand fr alle zu schaffen. Entsteht als Folge des Wohlstandes und als eine Reaktion auf technisierte, entfremdete und unpersnliche Gesellschaft; Primre Sorge um Gleichberechtigung, Sozialleistungen und humanitre Programme.

"Teammensch"
"Gemeinsam wir wird strker"
"Gemeinsam schaffen wir es"

Beginn:
vor 150 Jahren

Maxime:
Bereitschaft zur Selbstaufopferung, um die Lebenssituation fr sich und andere zu verbessern.

Perspektive:
Wiederentdeckung der grundlegenden menschlichen Werte, die Welt wird als endpersonalisiert, materialistisch erlebt; der Mensch wird von der Technologie beherrscht und erzeugt auf diese Weise eine spirituelle Leere, die nur dadurch ausgefllt werden kann, dass man sich auf die humanistischen Grundwerte zurckgreift.

Lebensziel:
Friede mit seinem Inneren schlieen und der Glaube, dass Menschen einander brauchen; die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen soll beendet werden, der Konsumterror und die Reglementierung des Menschen soll berwunden werden. Ferner soll der Hunger auf der Welt beendet werden, Rassismus, Unterdrckung der Frauen, soziale Entfremdung usw. gilt es zu berwinden.

Lsungsstrategien

  • Individuell: Ich + Du-Beziehungen stehen im Mittelpunkt, Streben nach einer Gesellschaft durch Gleichheit und Humanitt, statt materielle Bedrfnisse stehen die emotionalen und spirituellen im Vordergrund.
  • Kulturell: Die Gesellschaft soll egalitr werden, um jedem Menschen die Chance zu geben, sein volles menschliches Potential entwickeln zu knnen. Die Bedrfnisse aller Menschen mssen gleichwertig behandelt werden (moralischer Imperativ). Um dies zu erreichen, sind berzeugungsarbeit und dort womglich auch legale Schritte sowie einvernehmliche Entscheidungen, Gruppenanstrengung, Harmonie und Friedenserhaltung vonnten.

Erscheinungsform:
Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre (Anti-Vietnambewegung, Hippibewegung) ist die Brgerrechtsbewegung sowie das human-potential-movement entstanden. Eine derartige Einstellung tritt besonders in helfenden Berufen (Sozialarbeiter, Lehrer) vor allem in Skandinavien auf und gewinnt zunehmend an Bedeutung in Japan, Deutschland und der Schweiz. Die Brgerrechtsbewegung ist eine Reaktion auf die stetig wachsende Entfremdung und Technisierung in den hoch industrialisierten Gesellschaften mit dem Ziel der Sozialstaatlichkeit, Gleichheit vor dem Gesetz und humanitrem Fortschritt.

Ausdrucksform

  • Niedrig: bermig nachgiebig und unrealistisch, idealistisch; Empfindungen, Gefhle sind berbetont, whrend materielle Resultate und Erzeugung von Produkten an Bedeutung verlieren
  • Hoch: Kongruente Orientierung an den Interessen der Mitmenschen; Individuen strahlen innere Ruhe aus und sind gut in der materiellen Realitt verankert; Betonung warmer, verantwortungsbewusster zwischenmenschlicher Beziehungen sowie soziale Verantwortung

Organisationsstruktur:
Soziales Netzwerk, an dem alle Beteiligten mit gleichen Rechten und Pflichten zum gegenseitigen Nutzen beteiligt sind; wenig Interesse an Status und Privilegien, sondern Herausheben des menschlichen Faktors fr den Fortschritt.

Kommunikation:
Hufige Kommunikation in alle Richtungen, Streben nach Konsens sind neben der Frage, was der einzelne Mitarbeiter/ Teilnehmer davon hat die zentralen Themen.

Lernsystem:
Lernen durch nachempfundene Erfahrung

Lernstil:
Gefhle erforschen, beobachten und bercksichtigen sind die ersten Schritte, um diesen Menschen etwas beizubringen. Aber auch Modelling, Feedbackrunden und Unterricht erfahrbarer Wahrheiten sollten vom Lehrer vermittelt werden. Autorittsfiguren - auer sie knnen sich integrieren - werden abgelehnt, Kooperation und Akzeptanz sind Schlssel fr produktives Lernen, whrend Kongruenz und Wettkampf die Motivation abblockt. Eine mgliche Gefahr ist bertriebene Toleranz.

Lernanreize:
Gegenseitige Ermutigung und Untersttzung in der Gruppe

Beispiel:
Du suchst deinen inneren Frieden. Deine Gefhle und Kommunikation zu anderen sind dir viel wichtiger als kalte Rationalitt. Du sorgst dich um andere Menschen und baust tiefe Beziehungen zu ihnen auf. Du kannst sehr gut zuhren. Du bringst Harmonie in das Leben vieler Menschen (Carl Rogers).

Anteil an der erwachsenen Bevlkerung:
ca. 15%




Ebene 7: systematisches, existenzielles Meme


Das Selbst drckt sich aus, um frei zu sein, aber nicht auf Kosten anderer oder der Umwelt. Verbesserung der Dinge ohne ehrgeizig zu sein, ist ein Ziel dieses Meme. Es reagiert auf Kompetenz, Grnde und Notwendigkeiten, aber nicht auf Status, ltersein, Gruppen- oder Untertanenpflicht. Frei von inneren Zwngen liegt der Fokus auf Flexibilitt, individueller Kompetenz, Selbstmotivation und Verstndnis fr Gespaltenheit; Menschen arbeiten fr systemische, frei flieende, vernderliche Organisationsformen, die sowohl mit komplexen Vorgngen als auch Unsicherheit und schnellen Vernderungen umgehen knnen.

"Flexibilitt, Spontaneitt und Funktionalitt haben hchste Prioritt"
"Mglichkeiten gibt es viele."

Beginn:
vor 50 Jahren

Selbstausdruck:
aber nicht auf Kosten anderer

Perspektive:
Die Welt ist in Gefahr unterzugehen, durch Ausbeutung der Natur und der Menschen. Diese Gesellschaft sieht das Leben als etwas vielgestaltiges, paradoxes, mehrdeutig polykontextuales, in dem die Balance zwischen Mensch und Natur wieder gefunden werden muss.

Lebensziel:
Menschen sollen wieder mit der Natur vertraut gemacht werden und sich der Weltprobleme annehmen. Trotz einer vom raschen Wandel geprgten Welt soll so funktional wie irgend mglich gelebt und gehandelt werden.

Lsungsstrategien:
Die Beziehung des Menschen mit der Welt muss hinterfragt werden, um das berleben zu sichern. Die Theorie autopoetischer Systeme, Selbstregulation usw. bildet den theoretischen Hintergrund fr Lsungsstrategien.

Charakteristische Merkmale:
Menschen auf diesem Entwicklungsniveau streben nach Verbesserung ihrer Leistungsfhigkeit ohne dabei ambitioniert zu sein. Sie vergleichen sich mit sich selbst als Person in der Vergangenheit oder in der Zukunft (Ich-Ideal). Kompetenz, Grnde, Vernunft und Notwendigkeit zhlen fr solche Individuen, Autoritt wird hingegen genauso wie Alter, Status, Dogmen oder Gruppenzugehrigkeit abgelehnt.
Die Ergebnisse ihrer Arbeit befriedigen sie, sie mgen allerdings nicht bertrieben gelobt oder hervorgehoben zu werden. Sie kmpfen fr ihre Rechte ohne in ihrer Umgebung stndig nach Anfeindungen Ausschau zu halten. Diese Menschen sind frei von inneren Zwngen und knnen das Leben genieen, ihr Fokus liegt hierbei auf Flexibilitt, individueller Kompetenz, Selbstmotivation und Toleranz fr Paradoxa. Traditionelle Werte und Verantwortung werden nicht akzeptiert.

Organisationsstruktur:
Systemischer Fluss: Fr jede Aufgabe gibt es eine passende Struktur in den Organisationen, die sowohl mit Komplexitt als auch mit Unsicherheit und schnellem Wandel umgehen knnen.

Erscheinungsform:
Taucht allmhlich in den westlichen Kulturen auf in Form einer intellektuellen Haltung bzw. eines Denksystems (Theorie autopoetischer Systeme, second-order-cybernetics).

Lernstil:
Informierendes Lernen - Selbst gesteuerter Zugang zu Wissen und Materialien

Ausdrucksformen

  • Niedrig: Primres Ziel ist die Sicherung der eigenen Lebensbedingungen. Das Lsen zweitrangiger Probleme wird gemieden.
  • Hoch: Akzeptanz unterschiedlichster Erfahrungen und die Betonung der Funktionalitt und die Qualitt des "Seins" stehen an erster Stelle.

Lernstil:
Informationales Lernen in allen Reprsentationssystemen ist mglich. Der Zugang zu Lernmaterialien und Wissen soll selbstbestimmt und dem eigenen Lerntempo angepasst sein. Die Lernziele sind hufig unspezifisch und die Entwicklung des Individuums verluft ohne Zwnge und ohne Angst. Wettbewerb und Gefallsucht sind nicht vorhanden, Lernende nutzen stattdessen das, was vorhanden ist und arbeiten in nicht vorstrukturierten Umgebungen mit mglichst viel Kontrolle ber die eigene Zeit.

Lernanreize:
Lernziele werden selbst gesetzt, ebenso werden Belohnungen vom Lerner selbst generiert und nicht von auen.

Beispiel:
Du siehst, dass die Welt in Gefahr ist, in einem riesigen kologischen oder militrischen Kollaps unterzugehen. Grund dafr ist, dass menschliche und natrliche Ressourcen missbraucht werden. Du mchtest die Menschen wieder mehr mit der Natur in Kontakt bringen. Du mchtest diene eigene Leistungsfhigkeit stndig verbessern. Wissen und Kompetenz sollten Rang, Macht und Status berlegen sein. Die Groartigkeit der Existenz ist dir viel wichtiger als materielle Besitztmer. Du bist flexibel und fhig unterschiedliche Erfahrungen gleichzeitig zu akzeptieren. Fr dich zhlen nur interne Motivatoren. Du schreibst Bcher, um die Welt vor dem Kollaps zu retten. Du erkennst systemische Zusammenhnge und weist darauf hin.

Anteil an der erwachsenen Bevlkerung:
ca. 1%




Ebene 8: transpersonales, globales Meme


Das Selbst ist bereit, sich und andere zu opfern, sofern das fr das globale berleben notwendig ist. Diese Graves Modell Ebene ist die Antwort auf die wachsenden Probleme globaler Koordination und globalen berlebens. Hier steht das berleben des Lebens auf dem Globus im Mittelpunkt. Diesem Ziel mssen sich das Selbst und auch die anderen unterordnen.

"Alles hngt zusammen und muss gemeinsam betrachtet werden."

Beginn:
vor 30 Jahren

Maxime:
Bereitschaft, sich selbst und andere zu opfern, wenn es fr das globale berleben notwendig ist.

Perspektive:
Eine Welt, die einem geopolitischen Zusammenbruch entgegensteuert, indem kurzsichtige Lsungen die kosphre als Ganzes bedrohen.

Lebensziel:
Metalsungen sollen jenseits geopolitischer und konomischer Grenzen eingefhrt werden. Krieg soll vermieden, der Hunger, Krankheiten, politische Unterdrckung sollen berwunden werden.

Lsungsstrategien:
Traditionelle menschliche Grenzen berwinden und weltweite Netzwerke aufbauen. Neue Lebensformen werden entdeckt, die jedem Individuum ermglichen, sich zu entfalten ohne die Interessen des Ganzen in Frage zu stellen. Deshalb mssen die menschlichen Bedrfnisse mit den begrenzten Ressourcen des Planeten in Einklang gebracht werden. Allerdings opfert man sich hierfr selbst oder andere, um die Qualitt des Lebens als Ganzes bzw. die Ordnung der Dinge wieder herzustellen bzw. nicht zu stren.

Erscheinungsform:
Gedankengut der Post-New-Age-Spiritualitt als Basis fr dieses Meme.

Ausdrucksformen

  • Niedrig: "The space cadet."
  • Hoch: Prophet

Organisationsstruktur:
Ganzheitlicher Organismus, in dem jedes Teil das Ganze in sich enthlt. Das Meta-Management soll Kompetenz, Konsens in den Eigen- bzw. Gemeinschaftsinteressen so verbinden, dass das Wohl des bergeordneten Ganzen nie aus dem Auge verloren wird. Komplexe Modelle werden entwickelt, in denen Physik und Meta-Physik an einem globalen Informationsprozess zusammenarbeiten (Theorie des holistischen Universums, Theorie der morphologischen Felder). Informationen aus allen Ecken der Erde werden integriert, um die Welt als Ganzes geopolitische und kologisch angemessen zu verstehen und beeinflussen zu knnen.

Kommunikation:
Zur Verfgung stehende Informationen werden genutzt, wenn sie nicht als oktroyiert erlebt werden.

Lernstil:
Erfahrungslernen. Diese Lernform kann auf jede Weise stattfinden, allerdings werden hier nicht neue "Lernspielzeuge" eingefhrt, sondern andere wichtige Aspekte des Lernsystems werden verbessert wie z. B. die relative Auflsung der Angst im Lernprozess, die es ermglicht, schneller und effektiver zu lernen. Der Austausch mit Menschen, die in anderen Bewusstseinzustnden leben, wird angestrebt. Das Lernen ist vorwiegend eine Interaktion mit weltumspannenden Netzwerken, durch die die Wahrnehmung und das Bewusstsein der Menschen sich ausdehnen knnen. Dabei werden die verschiedene Denkmethoden und Vorgehensweisen ausprobiert, das Lernen wird zu einer neuen Form des Seins im Zusammenhang mit einer kollegialen Gruppen von Mitdenkern, die auf der ganzen Welt verstreut sein knnen. Das Denken ist intuitiv und transrational bzw. wird ermglicht durch holistisch-synergetische Verarbeitung des sensorischen Inputs, durch affektives Feedback und Meta-Processing

Lernanreize:
Leben ist Lernen

Beispiel:
Du bist einer der fhrenden Kpfe auf diesem Planeten, was die Entwicklung des Bewusstseins angeht. Du erfhrst die Ganzheit alles Existierenden. Die Welt ist fr dich ein einzelner, dynamischer Organismus mit seinem eigenen kollektiven Geist. Alles ist mit allem verbunden. Energie und Information bestimmen das Geschehen auf der Erde. Du denkst holistisch und intuitiv. Du bist bereit, dich selbst und andere zu opfern, wen es fr das globale berleben notwendig ist. Du bist ein Vordenker, der Meta-Lsungen findet und implementiert, um jenseits von konventionellen geopolitischen und konomischen Grenzen das berleben der Art sicherzustellen. Darber hinaus geht es darum, Krieg zu vermeiden und die Armut, den Hunger, Krankheit als solche, politische Unterdrckung zu berwinden (Dalai Lama, Ken Wilber, Rupert Sheldrake).

Anteil an der erwachsenen Bevlkerung:
ca. 0,1%




Die Memes im Modell von Spiral Dynamics


Einfhrung

Die Schler von Clare Graves haben sein Modell erweitert und die Spiral Dynamics geschaffen - eines der przisesten Modelle kultureller Entfaltung. Doch Spiral Dynamics hat keine eindimensionale Perspektive und betrachtet die Menschen auch nicht mit einer kalten analytischen Distanz, sondern liefert ein klare, tiefe Einsicht in die flieenden Muster der menschlichen Psyche. berzeugungen und Werte leiten oft unbewusst unsere Entscheidungen bzw. formen unsere Identitt.

Die persnlichen Erfahrungen werden in einen gesamtgeschichtlichen Zusammenhang unserer menschlichen Entwicklung gestellt, was zu einer befreienden Objektivitt fhrt. Diese Entwicklung ist Teil eines jeden Menschen und reicht vom primitivsten berlebensinstinkt (beige) bis hin zu spirituellen Bestrebungen (trkis).

Spiral Dynamics ist als eine Spirale konstruiert, da sie Ausdruck natrlicher und kosmischer Krfte ist, die in allem nachweisbar sind: Die Spiralenform findet sich in unserer DNA, in unseren Galaxien usw...
Die Spirale mit ihrer sich nach oben ausdehnenden Struktur beschreibt die Evolution des menschlichen Bewusstseins am besten, da sie der sich entfaltenden Denkweise und der stetig wachsenden Komplexitt entspricht. Doch diese Entwicklung beginnt erst vor 100.000 Jahren als "First-Tier-Ebene" (=erste(r) Stufe/ Rang ? Memes 1-6) mit dem Bedrfnis zu berleben. Die "Second-Tier-Ebene" (Memes 7-8) stellt die "Seinsebene" dar.






Don Beck und seine Theorie


Der "Spiral-Zauberer" Don Beck verwendet sein Modell zur Vernderung von groen Systemen innerhalb und zwischen den verschiedenen Sektoren bzw. Kulturen der Weltgemeinschaft. Fr solch gro angelegte Interventionen und Transformationen schuf er eine neue Initiative, welche "Spiral Dynamics integral" (SDi) genannt wird. Mit dieser soll eine menschliche Transformation und weltweite Vershnung ermglicht werden. Bis dahin ist allerdings noch ein weiter Weg, denn nach dem Konzept der Spiral Dynamics ist die Natur des Menschen nicht unvernderlich:

Menschen knnen neue Welten schaffen, d. h. sie knnen sich an Situationen anpassen, indem sie eine komplexere Art zu denken kreieren, um Probleme lsen zu knnen. Hierzu ist eine anpassungsfhige, kontext-abhngige Intelligenz notwendig, die auf unterschiedliche Lebensbedingungen reagieren kann. Fr Don Beck et al. stehen immer die urschlichen dynamischen Krfte, die von den Lebensbedingungen hervorgebracht werden, im Fokus der Aufmerksamkeit genauso wie die Copingmechanismen und kollektive Intelligenzen.

Im Konzept der Spiral Dynamics werden diese kollektiven Intelligenzen Memes genannt: Memes (Wertesysteme) reagieren wie Gene, Viren und Bakterien auf dasselbe elementare Prinzip des Universums, das Konzept der Regenerationsfhigkeit. Jedes nachfolgende Meme erhlt ein weiteres komplexeres Organisationsprinzip mit eigens dafr geeichten Prioritten, Mentalitten und spezifischen Grundlinien. Dies ist eine Methode der Problemlsung, ber der man den Schwerpunkt auf das setzt, was - abhngig von der Reaktion auf die Lebensbedingungen - das Wichtigste ist.

hnlich dem sich replizierenden DNA-Code ist ein Meme-Code bio-psycho-soziale und spirituelle Blaupause, die sich in der gesamten Kultur ausbreitet und sich in allen Bereichen kulturellen Ausdrucks zeigt. Dabei formt sie den berlebenscode, die Ursprungsmythen, knstlerische Gestaltungsformen, Lebensstile und Gemeinschaftssinn. Durch Krisen und Konflikte wird die Verschiebung auf die nchste hhere Ebene der menschlichen Entwicklung ausgelst, jedoch wird die Spirale nie ein Endstadium erreichen, sondern schraubt sich kontinuierlich und dynamisch expansiv nach oben. Nach Ken Wilber transzendiert jede neue soziale Stufe alle vorherigen, schliet sie aber auch ein. Daher weisen die komplexeren Denksysteme auch einen hheren Grad an Freiheit auf.

Bis allerdings der gelbe und der trkise Code erreicht werden, vergeht noch viel Zeit, da Memes keine Typen von Menschen sind, sondern adaptive Intelligenzen im Menschen. Verschiedene Fragmente oder Komponenten existieren jedoch bereits jetzt, weshalb der Austausch und die Bildung eines "Syndikats der kreativen Kpfe" wichtig sind.



Don Beck: Grafische Darstellung

1. Ebene
berleben, Nahrungssuche, Fortpflanzung, Instinkt, Bauchladen-mentalitt
2. Ebene
Bilden von Stmmen (tribalistisch), Magie, Familienrituale
Vorkommen
Ahnen(-Geister), Stammes-mitglieder, Medizinmnner
3. Ebene
Macht, Egozentrik, Mythik, Impulse, Emotionen, Rache
Vorkommen
Helden, Machtgtter, Oktoberfest, Mafia, Cowboy, Lucky Luke
4. Ebene
Herdenmentalitt,allmchtige Ordnung, Recht, Regeln
Vorkommen
Pfadfinder, Fundamentalist, Beamtentum, sozio-/ ethnozentrisch
5. Ebene
Rational, wissenschaftlicher Gewinn, Leistung, weltzentrisch, Marktwirtschaft, Introspektion
Vorkommen
Materialisten, Kapitalisten, Gewinner
6. Ebene
Menschliche Bindung, kologie, Gleichstellung, Vermittlung relativistisch, multikulturell
Vorkommen
Humanistische Psychologen, Konstruktivisten, 68er Bewegung, antiautoritr
7. Ebene
Integral, aperspektivisch, holarchisch, Wachstum der ganzen Spirale, Integration der Systeme in Systemen, Win-Win-Beziehung
Vorkommen
Chaostheoretiker
8. Ebene
Holonisch, Selbstaufgabe fr die Welt
Vorkommen
Propheten, kologen, Green Peace-Aktivisten
9. Ebene
astral-psychisch, transpersonal
10 subtil
11 kausal
12 non-dual
Vorkommen
Natur-Mystiker






Die Entwicklung von NLP nach Graves


Innerhalb von 30 Jahren hat sich NLP von der Gravesstufe 4 auf Stufe 7 weiterentwickelt. Die erste NLP-Generation (1972) stand ganz im Zeichen der Entwicklung einfacher Schrittfolgen und Techniken.

Das blaue Wertesystem "Ordnung schaffen" (Stufe 4 im Graves Modell) beschreibt am ehesten diese Phase. Seit 1980 entwickelte sich die orange Meme, deren Erfolgsgedanke riesige Seminare mit Feuerlauf, starke Medienprsens und Persuasion nach sich zog. Parallel zur 5. Meme entstand die 6. Gravesstufe (grn) in Form einer sensitiven Gemeinschaft mit Seminaren, in denen der Schwerpunkt auf dem Wir-Gefhl, der Gruppendynamik und dem Spiel liegt.

Anfang der 90er Jahre entwickelte sich dann die vierte Generation auf dem gelben 7. Wertesystem "Integral und Seinsmotivation": Professionelle NLP-Ausbildungen mit neuer Seriositt, Ethik und transformierenden Themen. Hierunter fallen visionre Fhrungskunst, Tools of the Spirit und Core-Transformation. Ziel dieser Stufe sind eine gute Integration aller davor liegenden Stufen, Erhhen der Wahlfreiheit und Flexibilitt von Menschen, Entfalten des eigenen Potentials auf der Seinsmotivationsebene und Raum geben fr Fragen nach dem Lebenssinn und Schaffen fr die Entwicklung von Weisheit.

Die Entwicklungsstufen der Menschheit finden sich also in unterschiedlichen Entwicklungsstufen bei den Anbietern von NLP wieder:

5. Stufe:

Fortschritt bringt die Mglichkeiten fr materiellen Wohlstand.

"Erfolg ist alles!"

Es lohnt sich als Selbststndiger gewinnbringende Geschfte zu machen: Kapitalismus, beherrschen, besitzen, manipulieren, sich Wissen aneignen, eigenverantwortlich handeln Riesige Seminare mit Feuerlauf und Medienrumme

6. Stufe:

Die materielle gesellschaftliche Entwicklung ermglicht es die Sinnfrage zu stellen.

"Sensitive Gemeinschaft"

Gemeinschaften ermglichen das Gefhl von Lebenssinn und das Erleben persnlichen Wachstums: sensitiv, konsensual, harmonisch, Gleichberechtigung, Teamentwicklung Spielerische Seminare mit Gruppendynamik

Paradigmenwechsel von Mangelmotivation zu Seinsmotivation

7. Stufe:

Der Wohlstand ermglicht vllig neue Gedanken, Hoffnungen und Durchbruchserlebnisse. Internetzeitalter.

"integral, Weisheit, Ethik, Seinsmotivation"

Es ist sinnvoll, bestehende Probleme aus neuen Perspektiven effizient und effektiv zu lsen und dabei ein Flow-Gefhl zu erleben: delphinisch, Integration professioneller NLP-Ausbildungen mit transformierenden Themen

8. Stufe:

Die Erde steht vor einem Kollaps. Es besteht die Gefahr, dass die Menschen sie zerstren.

Nur ein Bewusstsein einer hheren Ordnung und eine transpersonale Suche nach globalen Lsungen wird die Zerstrungsgefahr bannen: Transpersonal




Anwendung des Graves Wertemodells


1. Bei der Klrung von Konflikten (zitiert nach O.p.a.l.)

Da in groen Unternehmen normalerweise eine Mischung aus den Stufen blau, orange und grn zu finden ist, sind Konflikte vorprogrammiert.

Beispiel:
Die "Orangen" lehnen die "Blauen" ab, da diese aus ihrer Sicht Vernderungen blockieren und sie lehnen die "Grnen" ab, da diese immer alle Meinungen integrieren wollen und daher endlos diskutieren. Die "Grnen" mgen die herzlosen, geldorientieren "Orangen" nicht und misstrauen den "Blauen" mit ihren Hierarchien und festgelegten Strukturen.

Fllen wir das Beispiel aber noch mit ein bisschen mehr Leben:

Personalabteilungen sind hufig "grn" und setzen sich fr das Wohlergehen der MitarbeiterInnen (z.B. durch Personalentwicklung, Mitarbeiteranreize) ein. Das Management ist oftmals "orange". Fr sie steht die Leistung der MitarbeiterInnen an erster Stelle. Aus diesem Grund wird von einigen Fhrungskrften Personalentwicklung als Zeitverschwendung betrachtet. Die "Grnen" werten die "Orangen" ab und die "Orangen" verstehen die "Grnen" gar nicht.

Lassen sich so auch Konflikte in Deinem Unternehmen erklren?
Was sind Deine Hypothesen?
Das Problem ist, dass jeder Mensch und jedes Unternehmen seine eigene Stufe fr die einzig richtige hlt und die anderen attackiert. Auf unserer aktuellen Stufe werten wir auch unsere alten Entwicklungsstufen ab, die wir bereits hinter uns gelassen haben. Wir haben uns weiterentwickelt und fhlen uns nun Menschen der unteren Stufen erhaben. Die Denkweise von Menschen der oberen Entwicklungsstufen knnen wir noch nicht verstehen.
Erst ab der Stufe gelb (7 im Graves Modell) haben wir eine integrale Sichtweise. Ab dieser Ebene schtzen wir Menschen auf allen Stufen wert.

2. Beim Einsatz zur Mitarbeiterfhrung

2.1 Problematik in Unternehmen

Ein Mensch, ein Unternehmen oder auch eine ganze Nation kann nur positiv auf die Managementprinzipien, Motivationsanreize, Erziehungsgrundstze sowie ethische Wertvorstellungen reagieren, die der eigenen Entwicklungsstufe entsprechen.
Das bedeutet, dass die einzelnen Entwicklungsstufen unterschiedliche Fhrungs- und Kommunikationsstile sowie Vorgehensweisen erfordern. "Blaue" MitarbeiterInnen knnen Sie beispielsweise gut mit einem Titel oder Statussymbol motivieren. Whrenddessen sind "orange" MitarbeiterInnen mit einer leistungsorientierten Prmie zu begeistern. Diese Anreize wrden bei "grnen" MitarbeiterInnen wirkungslos im Sande verlaufen. Hier ist Teamarbeit in einem "wertvollen" Projekt Erfolg versprechender.

Allerdings ist unsere Entwicklungsstufe nicht statisch, sondern sie verndert sich. Jeder Mensch / jedes System entwickelt sich bei steigender Komplexitt der Umwelt langfristig nach oben. Wenn wir eine neue Entwicklungsstufe eingenommen haben, so ndern wir unsere Sicht der Welt, unsere Denkweise und Lebensgewohnheiten, um uns den neuen Bedingungen anzupassen. Die durchlaufenen Entwicklungsstufen tragen wir dann knftig in uns. Fr ein sich entwickelndes System trifft das genauso zu.

Jedoch kann ein Mensch / ein System in Krisen wieder auf eine niedrigere Stufe zurckfallen. So kann beispielsweise bei Rezession und Arbeitslosigkeit zuerst das soziale Denken (Stufe grn) zurckgehen und harter Konkurrenzkampf (Stufe orange oder rot) entstehen. Wenn wir die Krise erfolgreich gemeistert haben, nehmen wir relativ schnell wieder den Platz auf unserer "alten" Entwicklungsstufe ein.
Welche Konsequenz zieht man aus dem Wissen ber die verschiedenen Entwicklungsstufen fr den beruflichen Arbeitsalltag?




bungen zum Graves Modell


Rufe Dir doch mal eine Situation mit einem Mitarbeiter, einer Kollegin oder einem / einer Vorgesetzen ins Gedchtnis, die etwas angespannt und konfliktgeladen war. Whle dabei eine Person aus, von der Du vermutest, dass sie sich auf einer anderen Entwicklungsstufe befindet.

Beachte dabei folgende Punkte:

Jeder Mensch bewertet Dinge anders, weil er anders denkt. Menschen denken deshalb anders, weil sie andere Gehirne haben!

Unterschiedliche Organisationen nehmen unterschiedliche Positionen auf der "Psychologischen Landkarte" ein, und es ist daher fr sie wichtig, unterschiedliche Management-Strategien zu entwickeln, die zu ihren Mitarbeitern und deren Ttigkeitsbereichen passen. Manager sollten einen konsistenten und systematischen Ansatz durchhalten, so dass alle Teile miteinander "zusammenhngen".

Auf diese Weise wird die Personalsuche richtig gestartet, die Auswahl als auch die Platzierung bzw. das Training der Mitarbeiter bis hin zur Personalfhrung und dem Marketing bilden eine Einheit. Ferner sollten Organisationen ihr Managementsystem von unten nach oben organisieren, um auf die Mitarbeiter adquat eingehen zu knnen. Diese verndern sich aber, bewegen sich auf der "Psychologischen Landkarte" weiter fort!

Marketing-Strategien versagen hufig, da diese ein Spiegelbild des Designers sind. Sie entsprechen zwar seinem eigenem Wertesystem, aber nicht unbedingt dem des Publikums, welches erreicht werden soll.

Deshalb steht nicht die Frage im Vordergrund, wie ich Menschen motivieren kann, sondern wie ich mein Handeln zu ihrem natrlichen Motivationsfluss in Beziehung setzen kann.

Das gegenwrtige Produktivittsproblem ist ein Zeichen fr Wachstum und Kultur und nicht ein Zeichen fr ihren Verfall. Somit muss man neue Wege finden, mit Menschen umzugehen und zwar auf der Grundlage dessen, was wir nun geworden sind. Lernende, Trainer und deren Unterrichtsstrategien mssen aufeinander abgestimmt werden.





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06.11.17 mit Clemens Gro