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Präsentationstechnik

Präsentationstechnik
Präsentationstechnik (Unsplash © Austin Distel)

Hättest Du gedacht, dass die Qualität der Präsentationstechnik nachhaltig über den Erfolg des Vortrags entscheidet? Fakt ist: Eine gute Präsentation bleibt bei den Zuhörern noch lange im Kopf. Um einen Vortrag nicht nur professionell, sondern auch besonders originell zu machen, solltest Du bei einer Präsentation einige Dinge beachten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was versteht man unter Präsentationstechnik?
  2. Sinn und Zweck einer Präsentation
  3. Welche Präsentationstechniken gibt es?
  4. Welche Präsentationstechnik ist für welche Art von Vortrag geeignet?
    1. PowerPoint
    2. Flipchart
    3. Keynote
    4. Google Dias
    5. Freie Rede
  5. Häufige Fehler bei einer Präsentation
  6. Tipps für eine erfolgreiche Präsentation

Was versteht man unter Präsentationstechnik?

Definition: Präsentationstechnik umfasst alle Grundsätze und Vorbereitungen, die einen Vortrag erfolgreich machen. Damit ist nicht allein Deine Rhetorik gemeint. Präsentationstechnik bezieht sich vielmehr auf die nachhaltige Kommunikation einer Botschaft. Hierzu eignen sich visuelle oder audiovisuelle Faktoren wie Skizzen, Organigramme oder technische Hilfsmittel. Alles, was einen Vortrag „lebendig“ macht, gehört zur Präsentationstechnik.

Sinn und Zweck einer Präsentation

In erster Linie soll eine Präsentation dem Publikum bestimmte Informationen vermitteln. Komplexe Sachverhalte sollen verständlich erklärt werden. Um einen Vortrag spannend zu gestalten, bedient sich der Präsentator geeigneten Hilfsmitteln. Medien wie Bilder, kurze Video-Clips oder übersichtliche Mind-Maps und Tabellen sollen den Kern des Themas komprimiert zusammenfassen und veranschaulichen.

Welche Präsentationstechniken gibt es?

Präsentationsraum
Präsentationsraum (Pixabay: © mauriceangres)
  • PowerPoint
  • Flipchart
  • Keynote
  • Google Slides
  • Freie Rede

Zwar gibt es noch die etwas aus der Mode gekommenen Präsentationstechniken wie Whiteboard, Magnetwand oder Pinnwand, jedoch laufen neue Präsentationstechniken wie Keynote und Co. diesen den Rang ab.


Welche Präsentationstechnik ist für welche Art von Vortrag geeignet?

PowerPoint

Er wird auch die „moderne Version des Overhead-Projektors“ genannt. Eine PowerPoint Präsentation funktioniert mit am PC erstellten Folien, welche via Beamer auf eine Wand projiziert werden. Der Präsentierende hält eine kleine Fernbedienung (den PowerPoint) in der Hand und kann die Präsentation steuern. Auf Knopfdruck erscheint die nächste Folie oder ein eingebundener Clip. Es können beliebig viele Folien mit Stichpunkten, Grafiken oder Bildern verwendet werden. Die PowerPoint Präsentation eignet sich für größere Gruppen, wie etwa bei Vorträgen, Team-Meetings oder Pitches. Kein Wunder, dass sich die PowerPoint Präsentation in wissenschaftlichen und geschäftlichen Vorträgen durchgesetzt hat und die am weitesten verbreitete Präsentationstechnik ist.

Vorteile:

  • Wirkt professionell
  • Visuell sehr ansprechend
  • Elemente lassen sich einzeln einblenden → bessere Übersicht
  • Animationen, Bilder und Videos lassen sich einbinden
  • Verschiedene Dateitypen sind importier- und exportierbar: .PDF, .XPS, .MP4, .wmv, .ODP, .GIF, .jpg, .png, .GIF, .BMP, .tif, .WMF, .EMF und .RTF.

Nachteile:

  • Vorbereitung beansprucht Zeit
  • Technik kann mal ausfallen
  • Technik/Software kostet Geld

Tipps zur PowerPoint Präsentation

Powerpoint ( Pixabay © mohamed_hassan)
Powerpoint ( Pixabay © mohamed_hassan)
  • Erstelle zu Beginn ein Storyboard, um ein grobes Konzept für den Aufbau zu haben
  • Verwende eine einheitliche Schriftart
  • Eine gut lesbare Schriftgröße ist wichtig und sollte immer auf die Raumgröße abgestimmt sein. 20 Punkt ist das Minimum
  • Gut sichtbare Farben sind für das menschliche Auge weniger anstrengend
  • Die Verwendung eigens erstellter Grafiken zeugt von Professionalität. Grafiken aus dem Internet können fehlerhaft sein
  • Dein Fokus sollte auf dem eigentlichen Thema liegen; meide deshalb übertriebene Animationen wie hereinfliegende Buchstaben oder das eigene Logo, das in Flammen steht
  • Eigens erstellte Bilder sind aufgrund des Urheberrechtsgesetzes besonders unproblematisch und können gefahrlos verwendet werden
  • Handouts für das Publikum sind optimal, um das im Vortrag Gehörte/Gesehene im Anschluss noch einmal in Ruhe durchzulesen.
  • Mach dir vor der Präsentation mit der Technik vertraut und überprüfe alle Kabel und die Batterien in der Fernbedienung
  • Wenn Du keinen Beamer und Leinwand zur verfügen hast, kannst die PowerPoint Präsentation über Fernseher laufen lassen

Einen ausführlichen Ratgeber-Text zum Thema PowerPoint Präsentation findest Du unter:
PowerPoint Präsentation

Flipchart

Flipchart Präsentationen eignen sich besonders für die Präsentation vor einer kleineren Gruppe. Sie sind für Workshops und Brainstorm-Runden eine beliebte Präsentationstechnik. Bei der Flipchart handelt es sich um ein Gestell, auf dem ein großer Papierblock befestigt ist. Die Papierseiten lassen sich mit Edding-Schreibern beschriften. Skizzen, Stichpunkte oder einfache Grafiken lassen schnell aufzeichnen. Ist das Papier voll, lässt sich die Seite einfach umschlagen.

Vorteile:

  • Kaum Aufwand bei der Vorbereitung
  • Ideen lassen sich schnell und einfach auf die Flipchart-Tafel übertragen
  • Die einzelnen Blätter können abgerissen und aufbewahrt oder entsorgt werden
  • Das Publikum kann interaktiv in die Präsentation mit eingebunden werden
  • Sehr kostengünstig in der Anschaffung
  • Man ist nicht von Strom und Technik abhängig
  • Sehr überschaubares Arbeiten auf kleinem Raum
  • Flipchart-Tafel ist für den mobilen Einsatz geeignet und kann in der Position beliebig variiert werden
  • Keine teure Software nötig

Nachteile:

  • Hohe Papierkosten bei regelmäßiger Anwendung
  • Hoher Papierverbrauch
  • Nur für Präsentationen in kleinen Räumen geeignet
  • Nicht für große Gruppen geeignet

Tipps zur Flipchart-Präsentation

Flipchart (pixabay ©  janjf93 )
Flipchart (pixabay © janjf93 )
  • Verwende ein Flipchart-Papier, das zu Deinem Vortrag passt: Wer einen Vortrag mit vielen Zahlen oder Daten hält, der kann zu einem Flipchart-Papier mit Hilfslinien greifen. Für eine Brainstorming-Runde, Skizzen oder für Mind-Maps eignet sich hingegen Blanco-Papier besser.
  • Je komplexer der Vortrag, desto mehr wirst Du schreiben. Um auf dem Papier nicht den Überblick zu verlieren, kannst Du es Deinen Zuhörern mit verschiedenen Farben besonders einfach machen. Rot, Schwarz, Blau und Grün eigenen sich, um Wichtiges hervorzuheben.
  • Erst sprechen, dann zeichnen! So kann das Gehörte besser verarbeitet und visualisiert werden
  • Zeichne komplexe Diagramme zuhause vor. Achte aber auch hier darauf, diese so einfach wie möglich zu illustrieren.
  • Indexiere die Seiten mit einer eigenen (Teil-) Überschrift. So bekommt Ihre Präsentation Struktur und die Zuhörer können dir leichter folgen, wenn Du die Seiten wechseln.

Keynote

IOS – und Mac-Anwendern bietet die Präsentations-Software Keynote eine gute Alternative zu PowerPoint. Keynote ist ein OSX-Programm und die Präsentation muss zuerst konvertiert werden, damit sie auf einem anderen Betriebssystem läuft. Das macht Keynote bei sehr häufiger Nutzung etwas aufwendiger, aber von der Qualität her steht es PowerPoint in nichts nach. Was für Anwender besonders attraktiv ist, sind die umfangreichen Template-Designs, Funktionen und Grafiken.

Vorteile:

  • Exportiert und importiert Dateien wie Flash, PDF, PowerPoint, html…
  • Sehr übersichtlich und intuitiv bedienbar
  • Qualitativ hochwertige Effekte und Übergänge machen den Vortrag spannender
  • Für professionelle Vorträge geeignet
  • Audiovisuell ansprechend
  • IPhone als Fernbedienung verwendbar

Nachteile:

  • Vorbereitung beansprucht Zeit
  • Technik kann mal ausfallen
  • Eingeschränkte Software: nur für Mac-Notebooks
  • Nicht so kompatibel wie PowerPoint

Tipps zur Keynote-Präsentation

  • Wähle eine Vorlage, die zum thematischen Inhalt der Präsentation passt
  • Farbliche Kontraste geben der Präsentation mehr Pepp
  • Einheitliche Schriftarten wirken übersichtlicher
  • Animationen in einer gesunden Dosis einbauen → weniger ist mehr
  • Überprüfe vor der Präsentation die Technik: Mach eine Generalprobe!

Google Dias

Auch Google Dias gehört zu den beliebten Präsentationssoftware-Lösungen. Sie ist zwar noch nicht so verbreitet wie Keynote oder PowerPoint, gewinnt jedoch immer mehr Nutzer. Google Dias ist in der Google-Office-Suite enthalten und vollständig Cloud-basiert, was das Online-Sharing innerhalb eines Teams möglich macht. Es eignet sich für kollaborative Projekte und Remote-Teams.

Vorteile:

  • Intuitives, leicht zu erlernendes Programm
  • Das Programm ist kostenlos; es ist lediglich ein Google-Konto nötig
  • Anwender können von überall in Echtzeit zusammenarbeiten
  • Änderungen sind sofort sichtbar und für alle Nutzer einsehbar
  • Bilder, Videos und Grafiken können eingebunden werden
  • Präsentation kann in vielen Formaten heruntergeladen werden : ODP, Textdatei, PDF, JPEG, PNG, ...

Nachteile:

  • Weniger Effekte als PowerPoint oder Keynote
  • Begrenzte Anzahl an Templates zur Auswahl
  • Präsentation ist nur auf Google Drive speicherbar, was bei häufiger Erstellung von Google Präsentationen Speicherplatz raubt und teuer werden kann

Tipps zur Google Präsentation

  • Bei Google Dias lassen sich Kommentare hinzufügen und Aufgaben in Dateien zuweisen
  • Du kannst als Admin selbst bestimmen, wer Zugriff auf die Dateien hat und ob andere Anwender diese herunterladen oder freischalten können
  • Mit wenigen Klicks lassen sich frühere Dateiversionen wiederherstellen. Somit musst Du nicht verschiedene Versionen von ein und derselben Datei speichern
  • Gib die fertige Präsentation für alle Zuhörer als übersichtliches Handout mit

Freie Rede

Du hast es schon geahnt: Auch die freie Rede ist eine Präsentationstechnik. Sie eignet sich ideal, um das Publikum zu emotionalisieren und kommt deshalb bei Festlichkeiten oder politischen Reden zum Einsatz. Bei der freien Rede geht es weniger um das Vermitteln von Fakten. Hier steht vielmehr die persönliche Ansprache und die Unterhaltung des Publikums im Vordergrund. Lustige Anekdoten lassen sich einfach einbauen und erhöhen den Unterhaltungswert.

Vorteile:

  • Kaum Vorbereitung (außer das Redemanuskript)
  • Keine erforderliche Technik nötig (evtl. Mikrofon)
  • Interaktion mit dem Publikum ist gegeben
  • Wirkt lebendig und spontan

Nachteile:

  • Nicht auf jede Art von Präsentation anwendbar
  • Rhetorische Affinität ist ein Muss
  • Lampenfieber kann den Vortrag negativ beeinflussen

Tipps für die freie Rede

Freie Rede (pixabay © mohamed_hassan)
Flipchart Freie Rede (pixabay © mohamed_hassan)
  • Bereite Dich rhetorisch auf die Präsentation vor. Übe Körperhaltung, Sprechtempo und rhetorische Mittel, welche die Zuhörer positiv beeinflussen.
  • Ein übersichtlicher Leitfaden auf einem Notizzettel sichert Dich im Falle eines Blackouts ab und Du findest wieder schnell ins Thema
  • Starte mit einem Knall! Eine gewagte These oder eine provokante Frage rüttelt den Zuhörer direkt auf und integriert ihn schon gleich zu Beginn in Ihren Vortrag
  • Interaktion mit dem Publikum ist unterhaltend und baut Spannung auf
  • Steh an einem Redner-Pult oder auf einer großen Bühne? Nutze den Platz, der dir zur Verfügung steht. Geh zwischendurch immer ein paar Schritte – das macht die Rede dynamischer

Häufige Fehler bei einer Präsentation

  • Nervosität

    Wer vor mehreren Menschen sprechen muss, der ist meist etwas aufgeregt. Man kommt ins Stottern, verliert den Faden oder schaut konstant zu Boden. Das macht keinen guten Eindruck und ist auch für dein Publikum weniger spannend. Nervosität kann abtrainiert werden. Je häufiger Du vor Menschen sprechen, desto besser wirst Du. Übe zuhause vor dem Spiegel oder vor der Familie und trainiere selbstsicher zu präsentieren. Worüber Du redest ist bei der Übung zweitrangig.

  • Zu kleine Schrift

    Ob auf der PowerPoint-Folie oder auf dem Flipchart: Stelle sicher, dass die Schrift groß genug ist, sodass dein Publikum alles erkennen kann. Entwerfe einfach ein Papier oder eine Folie mit Schriftproben und stelle sich beim Beamer-Test in unterschiedliche Winkel und Entfernungen. Schnell wirst Du sehen welche Schriftgröße optimal ist.

  • Du sprichst zu leise und zu schnell

    Bei jeder Art von Präsentation ist es wichtig, dass die Zuhörer Dich verstehen. Sprech laut und deutlich, sodass auch die Personen in den hintersten Reihen Dich verstehen können. Bei größeren Veranstaltungen mit mehreren hundert Zuhörern solltest Du ein Mikrofon oder Headset verwenden.

  • Technikfehler

    Das A und O einer guten Präsentation ist einwandfrei funktionierende Technik. Beamer und Notebook-Präsentationen sind auf Strom angewiesen. Stell sicher, dass Du am Tag des Vortrags Strom hast, alle Geräte korrekt verkabelt sind und die Technik einwandfrei funktioniert. Plane etwas Vorlaufzeit ein, um alles in Ruhe zu überprüfen und eine reibungslose Präsentation zu gewährleisten.

  • Dem Publikum abgewandt

    Der wohl fatalste und auch häufigste Fehler bei Präsentationen ist, dass der Sprecher sich vom Publikum abwendet. Vermeide es von Folien oder Notizzetteln abzulesen – dies kann schnell unvorbereitet und passiv wirken. Du bisr der Fokus des Vortrags und musst Präsenz zeigen. Halte immer wieder Blickkontakt mit den Zuhörern, lächel und nimm eine dem Publikum zugewandte Körperhaltung ein.

Tipps für eine erfolgreiche Präsentation

'Vortrag
Vortrag (Pixabay: © kherrmann)
  • Verfolge Deinen roten Faden

    Wenn Du komplexe Sachverhalte erklären möchtest, ist es wichtig, dass Deine die Zuhörer dir gedanklich folgen können. Dies gelingt nur, wenn Du selbst eine gute Struktur im Vortrag haben. Meist ist die „vom Allgemeinen aufs Wesentliche“ – Strategie sehr geeignet, um das Publikum abzuholen und komplizierte Sachverhalte klar und verständlich zu erklären.

  • Einfache Sprache

    Bedenke immer: Je einfacher etwas zu formulieren ist , desto besser wird es verstanden. Vermeide verschachtelte Sätze, bring die Dinge ohne große Umschweife auf den Punkt und erkläre es – je nach Publikum – Fachbegriffe. Das macht es den Zuhörern einfach dir zu folgen und sie werden dir gespannt zuhören

  • Locker bleiben

    Nur weil Du einen Fachvortrag über ein wissenschaftliches Thema hälst, heißt es noch lange nicht, dass Du steif auftreten musst. Seriös wirkst Du auch, wenn Du mit ein paar witzigen Einwürfen die Stimmung lockerst und das Publikum zum Lachen bringen – die Aufmerksamkeit ist dir gewiss.

  • Sprechpausen

    Wer wie ein Wasserfall quasselt, wird schnell überhört. Gebe den Zuhörern Zeit, Gesagtes zu verarbeiten. Nutze hierfür wohldosierte und gezielte Sprechpausen von wenigen Sekunden. Stell dem Publikum eine Frage und gebe die Antwort nach einer kurzen Pause selbst – auch das schafft Spannung und Du gewinnst die Aufmerksamkeit der Zuhörer.