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Trauer

Ein geliebter Mensch wird aus dem Leben gerissen. Man hört nie wieder das herzliche Lachen, man sieht nie wieder die gütigen Augen und man spürt nie mehr diese Wärme, die den Menschen ausgemacht hat. Was zurückbleibt, sind schwere Herzen und ein lähmender Schmerz. Auch wenn es verschiedene Arten des Sterbens gibt, so hinterlässt der Tod eines Menschen immer eine große Lücke bei denen, die ihn geliebt haben. Trauer äußert sich bei jedem anders und in unterschiedlichen Ausmaßen.

Trauer
Trauer (Pixabay: © darksouls1)

Inhalte

  1. Was ist Trauer? Definition
  2. Wie lange dauert Trauer?
  3. Die vier Phasen der Trauer
  4. Wie kann man Trauer bewältigen?
  5. Ausführliche Tipps zur Trauerbewältigung
  6. Welche Methoden gibt es für die Trauerbewältigung?

Was ist Trauer? Definition

Das Gefühl der Trauer ist ein tiefer seelischer Schmerz über einen Verlust oder ein Unglück. Dieser emotionale Zustand äußert sich unter anderem durch Freudlosigkeit und Niedergeschlagenheit. Eine extreme und sehr lang anhaltende Form der Trauer kann zu Depressionen führen.

Wie lange dauert Trauer?

Der Verlust eines geliebten Menschen wirft die Hinterbliebenen meist völlig aus der Bahn. Ob jemand durch einen tragischen Unfall ums Leben kommt, durch ein Verbrechen stirbt, den Kampf gegen eine Krankheit verliert oder den Freitod wählt: Der Schock über den Verlust wird immer von einer tiefen Trauer begleitet. Das Leben wie man es bisher führte, existiert so nie wieder. Wenn Betroffene dann auch noch im Streit auseinandergingen und die Zeit zu Verzeihen nicht mehr da war, mischen sich lebenslange Schuldgefühle zur Trauer hinzu.

So unterschiedlich wie die Arten der Trauer sind, so unterschiedlich lang sind auch die Trauerzeiten. Wie lange ein Mensch trauert, kann man pauschal nicht sagen. Es hängt aber ein Stück weit davon ab, in welcher Beziehung man zum Verstorbenen stand, wie gut das Verhältnis war und wie plötzlich der Tod war. Zwischen 1-3 Jahren gelten als Richtwert. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die Trauer dann einfach in Luft auflöst. Sie bleibt immer da, nur ändert sie sich. Das Leben muss schließlich irgendwie weitergehen und der Druck vom sozialen Umfeld, „zwingt“ einen nach gewisser Zeit wieder zu funktionieren.

Jeder Mensch trauert auf seine Art. Einige ziehen sich komplett zurück und nehmen kaum noch am gesellschaftlichen Leben Teil, andere stürzen sich in die Arbeit oder fangen an zu Trinken. Der Umgang mit Trauer ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Die vier Phasen der Trauer (nach Kast)

Die Schweizer Psychologin Verena Kast entwickelte ein Modell zur Verdeutlichung der vier Trauerbewältigung Phasen nach einem Todesfall. Ihre Intensität und Dauer ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

  1. Die Phasen des Schocks

  2. Auch wenn der Tod eines geliebten Menschen nicht unerwartet kommt: Der Schock sitzt tief. In dieser Phase bricht der Tod über die Hinterbliebenen herein. Fassungslosigkeit, Verzweiflung und Hilflosigkeit übermannen die Angehörigen. Sie können wie erstarrt sein und apathisch wirken. Nicht jede Schockphase ist von Tränen gekennzeichnet. Auch völlige Emotionslosigkeit kann ein Anzeichen für tiefen Schock sein.

    In der ersten Trauerphase können Erbrechen, ein erhöhter Puls, Rastlosigkeit und Schlaflosigkeit als körperliche Symptome hinzukommen. Die Schockphase kann wenige Stunden bis Wochen anhalten. In dieser Zeit fallen vielen Trauernden die Aufgaben des Alltags, den sie ohnehin nicht wirklich wahrnehmen, schwer. Manche können ihrem Job nicht mehr nachgehen, oder vernachlässigen den Haushalt und die Körperpflege. Andere verfallen in einen regelrechten Putzwahn.

    Wer Betroffenen helfen will, sollte die Gefühle und Reaktionen der Trauernden nicht bevormunden. Auch macht es keinen Sinn viele gut gemeinte Fragen zu stellen. Die meisten Menschen, die sich in der Schock-Phase befinden, haben zunächst kein Bedürfnis zu sprechen. Zu tief sitzt der Schock und das Gehirn muss die überwältigende Situation irgendwie verarbeiten. Helfende sollten einfach da sein, zuhören wenn der Trauernde reden möchte, und im Alltag unterstützend zur Seite stehen. Dies können Besorgungen des Alltags sein, aber auch Papierarbeit und Regelungen, die den Todesfall betreffen.

  3. Die Phase des Chaos

  4. Hat der Trauernde den Tod des geliebten Menschen erst einmal realisiert, tritt die zweite Trauerphase ein. Das Chaos oder: Der Ausbruch der Emotionen. Diese Phase kann mitunter sehr wild ausfallen. Je nach Gemüt des Trauernden kommen Wut, Selbstzweifel, Schuldgefühle und Aggression an die Oberfläche.

    Der Trauernde schreit seinen Schmerz in die Welt und stellt sich Fragen wie „Warum trifft es ausgerechnet mich?“ oder „Warum lässt du mich im Stich?“ Aber auch tiefreichende Schuldgefühle und Selbsthass können am Betroffenen nagen. Vor allem, wenn vor dem Tod Dinge unausgesprochen blieben. Wer mit dem Verstorbenen im Streit lag, macht sich Vorwürfe sich nicht ausgesöhnt zu haben. Wer die Gefühle des Verstorbenen zuvor verletzt hat, empfindet umso mehr Schuldgefühle, die ihn auf tiefster Ebene belasten, denn rückgängig machen, kann er das Geschehene nicht. Auch fragen sich viele Angehörige, ob sie das Unglück nicht hätten verhindern können.

    Die Flut an Gefühlen, die über den Trauernden hineinbrechen, sollten auf keinen Fall unterdrückt werden. Sie helfen bei der Verarbeitung des Schmerzes und sich wichtig für die weiteren Verarbeitungsphasen und die Heilung des Seelenlebens.

    Wer den Hinterbliebenen helfen will, sollte in dieser extremen Phase alle Gefühle des Trauernden zulassen und nicht weiter kommentieren. Man sollte nicht versuchen die Schuldgefühle auszureden, aber auch nicht zuzustimmen. Der Trauernde soll die Gelegenheit haben, seine Gedanken und Emotionen zu reflektieren, ohne, dass Außenstehende diese bewerten.

    Da sich Trauernde in der Chaos-Phase auch mit Erinnerungen und Situationen mit dem Verstorbenen auseinandersetzen, sollte der Helfende zuhören und an diesen Erinnerungen Anteil nehmen. Und auch wenn man es gut meint: Ablenkung in Form von Ausflügen oder anderen Aktivitäten sind nicht ratsam, da sie den Trauerprozess hemmen und die Phasen verzögern. Passender wären hier Vorschläge für Aktivitäten, die dem Trauernden bewusst dabei helfen, sich mit dem Verlust auseinanderzusetzen und Zeit zum Nachdenken und erinnern geben. Das kann das Führen eines Gedankenbuchs sein, ein heißes Bad, ein Spaziergang im Wald – alles, was Ruhe bringt, macht den Kopf frei und ordnet die Gedanken.

  5. Die Phase des Suchens und Trennens

  6. Diese Phase beschreibt das unbewusste oder bewusste „Suchen“ nach dem Verstorbenen. Orte, an denen sich der Verstorbene gerne aufgehalten hat, werden von den Trauernden öfters aufgesucht. Dies kann ein bestimmter Raum sein, in dem er sich zu Lebzeiten gerne aufgehalten hat, aber auch Reiseziele aus glücklichen Tagen.

    Gewohnheiten des Verstorbenen werden ebenfalls (meist unbewusst) übernommen und ab und zu führt man mit dem Verstorbenen Zwiegespräche. Er wird eine Art „innerer Begleiter“, den man im Alltag zu finden versucht. Orte, Bilder, Lieder und Gewohnheiten, die mit dem Verstorbenen verbunden werden, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die liebevollen Gesichtszüge oder die einprägsame Art zu sprechen, sucht man plötzlich auch bei Unbekannten.

    In der Phase des Suchens und sich-trennens flüchten Trauernde häufig in eine Art Phantasiewelt. Dort wird die Erinnerung an gemeinsame Erlebnisse aufgearbeitet. Es ist der Wunsch nach Begegnung mit dem Verstorbenen. Das Wesen des Vermissten scheint allgegenwertig zu sein. „Das war immer sein/ihr Lieblingsessen“ oder „Er/Sie hätte über diesen Witz herzhaft gelacht“. All diese Vorstellungen können heilend für die Seele sein und sollten unbedingt zugelassen werden. Das Suchen, Finden und Trennen kann aber auch zu Suizidgedanken führen, welche Außenstehende ernst nehmen sollten. Irgendwann in dieser Phase kommt der Punkt, an dem der Trauernde das Leben wieder selbst in die Hand nehmen will, oder aber in dieser Phase verharrt.

    Wer Beistand leisten will, der sollte die Phantasien und Erinnerungen zulassen. Auch, wenn die Geschichten und Anekdoten bereits bekannt sind: Zuhören und die Begegnung zulassen ist wichtig für Heilungsprozess bedeutend. Auch sollte man den Trauernden nicht drängen oder ihm das Gefühl geben lästig zu sein. Das Teilen von Erinnerungen und Geschehnissen sollte offen angesprochen werden. Die Aufarbeitung von Konflikten aus der Vergangenheit sollte ebenfalls angesprochen werden. Wenn der Hinterbliebe bereits neue Wünsche und Pläne für seine Zukunft äußert, tut es ihm gut, wenn er Zuspruch erhält.

  7. Die Phase der Neuorientierung

  8. In der letzten Trauerphase ist das Gefühlschaos vorbei. Nachdem der Trauernde seine Wut und Angst hinausschreien durfte, findet seine Seele allmählich Ruhe. Der Alltag nimmt nun wieder geregelte Bahnen an, die soziale Isolation findet ein Ende. Man möchte wieder Teil des Alltags werden, leben, lachen und neue Ideen verwirklichen. Auch, wenn der Tod des Verstorbenen nun ein Stück weit verarbeitet wurde, hat dieser nach wie vor einen festen Platz im Herzen.

    Der Tod eines Nahestehenden hinterlässt immer Spuren und kann die Weltanschauung der Hinterbliebenen radikal ändern. Sinnfragen werden meist in den Phasen der Trauer selbst beantwortet. Ziele und Wünsche werden komplett neu ausgelegt.

    Die Phase der Neuorientierung ist der Abschnitt, bei dem konkrete Pläne für die Zukunft geschmiedet werden. Meist sind dies neue Lebensstile, neue Rollenverteilungen und neue Beziehungen, die sich ergeben. Mit dem Bewusstsein, dass jede zwischenmenschliche Beziehung mit dem Tod endet, der Schmerz jedoch überwindbar ist, gelingt es den meisten Menschen sich auf Neues einzulassen.

    Der Helfende hat in dieser letzten Phase der Trauer lediglich die Aufgabe, im Falle eines Rückfalls da zu sein und zu trösten. Für den Trauernden ergeben sich nun neue Beziehungen und Lebensgefüge, in die er sich einordnen wird. Neue Ziele und Lebensaufgaben können die Freude am Leben zurückbringen.

Wie kann man Trauer bewältigen?

Abschied nehmen ist nie leicht. Wenn ein Leben endet, bleibt nur die Erinnerung an den Menschen zurück. Die Art und Weise wie er sich bewegt hat, sein Duft, sein Humor, seine Sicht auf die Welt. Die Gewohnheiten und Charakterzüge. Der warme Händedruck, das Leuchten in den Augen – man vermisst das Wesen und die Lebensenergie des Verstorbenen so sehr, dass man glaubt, verrückt zu werden - und oftmals bekommt man das Gefühl, dass man niemals mehr so unbefangen und glücklich sein wird, wie davor.

Ausführliche Tipps zur Trauerbewältigung

Was versteht man unter „richtig trauern“ und wie kann man Trauer Phasen bewältigen? Verschiedene Methoden sollen bei der Bewältigung von Trauer helfen. Natürlich hängt es von der jeweiligen Person ab, ob sie die Trauer mit anderen teilen, oder mit sich selbst ausmachen will.

Trauer
Loss (Unsplash: ©Toimetaja tõlkebüroo )

Trauer verarbeiten Tipps:

  1. Die Lebensgeschichte aufarbeiten

  2. Das Auseinandersetzen mit dem Leben und dem Tod des Verstorbenen ist ein entscheidender Schritt zur Verarbeitung. Es kann helfen, sich mit Angehörigen über das Wesen des Verstorbenen zu unterhalten. Anekdoten und besondere Ereignisse werden aufgearbeitet und geben ein klares Bild über das Leben des Menschen. Über den Austausch werden Erinnerungen und Emotionen geweckt, die schön, aber auch schmerzhaft sind.

    Im besten Fall lernen Trauernde die Beweggründe für bestimmte Verhaltensweisen und Ansichten des Verstorbenen kennen und können seine Handlungen und Ansichten noch besser verstehen. Die Persönlichkeit des Menschen, der so schmerzlich vermisst wird, wird durch Gespräche und Erinnerungen wieder präsent. Man fühlt, wen man da verloren hat. Auch Konflikte zu Lebzeiten dürfen aufgearbeitet und offen angesprochen werden. Es hilft sehr beim Ordnen der Empfindungen.

  3. Die Bestattung – der letzte Abschied

  4. Die Trauerfeier findet mit der Beerdigung des Verstorbenen statt. Es ist noch lange kein Abschluss des Trauerns, aber es ist die „letzte Reise“, auf der man den Verstorbenen begleiten darf.

    Die Trauerzeremonie ist ein willkommener Anlass, um an gemeinsame und schöne Lebenssituationen zu erinnern und dem Verstorbenen einen letzten Gruß auszusprechen. Viele Menschen finden erst nach der Bestattung ihren Seelenfrieden, weil die Verhältnisse „geklärt“ scheinen. Zudem ist die Grabstätte ein Ort, den Trauernde immer dann aufsuchen können, wenn sie es wünschen. Es ist aber auch nicht ungewöhnlich, dass Hinterbliebene keine Kraft für diesen letzten Weg haben und der Trauerzeremonie fernbleiben.

  5. Professionelle Trauerarbeit

  6. Wer sich nach dem Verlust eines Menschen allein fühlt und Hilfe sucht, der kann sich an speziell ausgebildete Trauerpsychologen wenden. In besonders schweren Fällen der Trauer ist der letzte Ausweg häufig eine Psychotherapie. Hierfür sollten sich Betroffene nicht schämen, denn jeder trauert anders. Beispiele für Trauerhilfe bieten unter anderem:

  • Bundesverband Trauerbegleitung e.V.
  • Unter www.gute-trauer.de finden Betroffene Hilfe bei der Trauerbegleitung
  • Bundesweite Telefonseelsorge Tel: 0800 -111-0-111 oder 0800 -111 – 0- 222
  • Unter www.telefonseelsorge.de finden Betroffene Rat und Hilfe bei Trauer und Suizidgedanken

Welche Methoden gibt es für die Trauerbewältigung?

Trauer
Trauer (Pixabay: ©pixel2013 )

Von Gesprächen mit Angehörigen und Freunden bis hin zu professioneller Trauerbegleitung kann die Hilfestellung in der Trauerbewältigung individuell auf den Hinterbliebenen angepasst werden.

  • Trauerreisen

  • Wer Trost in der Ferne sucht, der kann sich für eine Trauerreise entscheiden. Diese holen einen für eine gewisse Zeit aus der Alltagssituation heraus, geben einen neuen Blick auf die Dinge und können eine Bereicherung für das Seelenleben sein.

    Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich eine Hütte in den Bergen mietet oder einen Segelturn macht. Vielmehr geht es darum, das Leben zu spüren, Abstand zu gewinnen und zu reflektieren – Trauerreisen können ein sehr wertvoller Schritt zurück in den Alltag sein. Seele und Kopf kommen zur Ruhe.

    Trauerexperten empfehlen die Trauerreise erst ein halbes Jahr nach dem Tod des Verstorbenen zu machen, da man in der Regel erst nach dieser Zeit in der Lage ist, sich auf Neues einzulassen.

  • Rituale

  • Auch können Rituale, wie das abendliche Anzünden einer Kerze für den Verstorbenen helfen, die Trauer zu bewältigen. Die Grabpflege gibt Angehörigen ebenfalls das Gefühl, dass sie den Verstorbenen in ihr Leben integrieren und noch etwas Gutes für ihn tun können.

  • Gedenkenwand

  • Eine Bilderwand mit Fotos aus gemeinsamen Tagen hält die Erinnerung wach. Fotos zeigen das Leben, wie es vorher war und halten den Hinterbliebenen vor Augen, dass der Verstorbene eine glückliche Zeit erleben durfte und ein erfülltes Leben hatte. Auch das kann trösten.

  • Gefühle niederschreiben

  • Das Schreiben von Briefen und Gedichten an den Verstorbenen kann eine wahre Befreiung für die Seele sein. Wer Gefühle zu Papier bringt, verarbeitet seine Trauer nachweislich besser und lernt mit dem Verlust umzugehen. Eine besonders schöne Geste ist es, die lieben Worte an einem Luftballon in den Himmel zu schicken oder als Flaschenpost ins Meer zu lassen.

  • Andachtsfeier

  • Bei dieser Gelegenheit finden Freunde und Verwandte zusammen und gedenken dem Verstorbenen. Jeder hat die Möglichkeit den Menschen durch kurze Geschichten oder Lieder in Erinnerung zu rufen und Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit zu zeigen. Das Gemeinschaftsgefühl gibt Betroffenen besonders viel Kraft.

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