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Systemisch-Integraler-Coach Modulübersicht

Grundlage des Moduls sind systemische Struktur-Aufstellungsarbeit und der integrale Ansatz des Philosophen Ken Wilber. Dieser beschreibt sehr umfassend eine völlig neue Bewusstseinsstufe, die gerade weltweit bei Millionen von Menschen im Denken, Fühlen und Handeln entsteht. In einer Art Meta-Landkarte lassen sich nun alle bisherigen "Landkarten" und Methoden mit ihren teilweise widersprechenden Perspektiven sinnvoll einordnen. Jeder Ansatz ist aus einer bestimmten Perspektive "richtig". Eine neue Welt wird sichtbar - mit neuen Einsichten und damit auch neuen (Lösungs-)Möglichkeiten. Ein meta-systemisches, höchst wirkungsvolles Coaching wird dadurch möglich.






Kernfragen in diesem Modul:
Was bedeutet integral und was ändert sich dadurch im Coachingablauf? Wie erkenne ich, wo der Klient steht und wie er sich evtl. sein Problem macht? Wie kann ich als integraler Coach verschiedene Methoden passend zum Anliegen und der "Welt" des Klienten lösungsorientiert und geordnet einsetzen (z.B. NLP, Aufstellungsarbeit, Systemische Ansätze, energetische Methoden, Hypnose, Meditation, usw.)? Wie arbeite ich "systemisch" und warum ist das wichtig? Wann und warum muss ein Coach weiter als sein Coachee sein? Der praktische Teil besteht aus integralen Analysen, Strukturaufstellungen (inkl. Einübung von symbolischen Aufstellungen) und Coaching-Übungen in Kleingruppen. Aktuelle, eigene Themen können eingebracht werden. Die TeilnehmerInnen sind nach dem Seminar in der Lage, neue (Coaching-) Perspektiven einzunehmen, ihren "Methodenkoffer" zu ordnen und den Klienten in seiner (Problem-)Welt besser zu verstehen.

Inhalte:

  • Kurze Einführung in den Integralen Ansatz (inkl. Spiral Dynamics)
  • "Kosmische Adressen" von Theorien, Methoden, Problemen und Lösungen
  • Systemisch arbeiten: Integrale Strukturaufstellungen (Demos & Übungen)
  • Kurze Einführung in Strukturaufstellungsarbeit (2er-Positionsbedeutung)
  • Mit Blitzlicht-Aufstellungen erste Aufstellungserfahrung sammeln
  • Einübung von Problem- & Ziel-Aufstellungen mit Symbolen und vereinfachte Tetralemma-Aufstellungen
  • Ausblick: Aufstellungen des ausgeblendeten Themas
  • Integrale Analyse des Klienten mit Integrammen (Live-Demos und Übungen)
  • Systemdynamische (Problem-)Analyse: Genogramm, bildliche Darstellung der Systeme und Anliegenfaktoren, ...
  • Integraler Coaching-Ablauf
  • Integrales Pacing
  • Die Bedeutung der "systemischen Quadranten"
  • Vom Systemischen (Kontexte, Loyalitäten) zum Individuellen (Mentalität, Verhalten).


Was ist Integrales Coaching?

Dies lässt sich schwer in ein paar Zeilen ausdrücken. In aller (vermutlich eher unverständlicher) Kürze: Integrales Coaching (IC) ist ein allparteilicher, trans-systemischer Coachingprozess, der modernes Expertencoaching (Ebene orange im Spiral Dynamics-Modell) und postmodern-systemische (grüne) Coaching-Ansätze transzendiert und integriert. Integral ist im Sinne des Integralen Ansatzes (AQAL) nach Ken Wilber gemeint, d.h. es „müssen“ – wenn ich keine wichtigen Perspektiven übersehen möchte - alle fünf Aspekte des AQAL-Modells beachtet werden. Das sind:

  • Nutzung des Quadrantenmodells: Betrachtung der vier Quadranten (das individuelle und das systemische Innen und Außen) des Coachees und der vier Quadranten-Anteile seines Coaching-Anliegens; Nutzung entsprechender Methoden je Quadrant; Betrachtung des sozialen Holons Coach-Coachee. (Anmerkung: die neurologischen Ebenen nach Dilts decken hier viel ab, differenzieren aber das Systemische noch nicht ausreichend).


  • Betrachtung von Entwicklungsebenen und deren Anteil am Sein (wo steht der Klient in seiner Entwicklung, wer IST er/sie?) und Anliegen (jede Entwicklungsebene hat ihre eigenen Themenausprägungen).


  • für unterschiedliche Linien in den vier Quadranten:
    - Kognitionsfähigkeit (konkret, abstrakt, systemisch, visionslogisch,…), - Perspektivfähigkeit (1.-6. Wahrnehmungs-Perspektive – ab der 5. kommt auch das IC an seine Grenzen), - Werteweltsicht (im Sinne von Spiral Dynamics beige bis gelb), siehe hierzu auch den Coaching-Modul Graves Value-System, - Ich-Entwicklung (Modelle von Cook-Greuter, O’Fallon, Kegan, Laske), - Verhaltensfähigkeiten, Skills, körperliche Entwicklung, - private und berufliche Kontexte (Strukturen, Abläufe, Denkkulturen), - Herkunftsprägungen (inkl. Familienloyalitäten), - u.v.m.


  • Nutzung von grobstofflichen (Ratio, Bewegung, …), feinstofflichen (Kreativität, Trance, Traum, repräsentierende Wahrnehmung, …) und leeren, spirituellen Zuständen (Big Mind, tiefe Meditation, Zeugenbewusstsein).


  • Beachtung von typologischen Perspektiven, wie männlich/weiblich, intro-/extrovertiert, NLP-Metaprogramme, Ayurveda-Doshas, u.v.m.


  • Wie ist ein möglicher Ablauf?

    Jeder Klient, jede Klientin ist anders und braucht ein für ihn/sie „passendes“ Coaching. Wenn ich hier einen Ablauf beschreibe, dann skizziere ich damit nur eine häufig von mir verwendete „grobe“ Ablaufstruktur. Ein integrales Coaching kann abhängig vom Coachee und Auftrag auch ganz anders ablaufen.

    Da mir in meinem Coaching wichtig ist, Bewusstsein zu schaffen, erkläre ich häufig zu Beginn in wenigen Minuten das aller wichtigste des integralen Ansatzes (Quadranten, Bewusstseinsebenen) und damit die Grundlage meines weiteren Vorgehens.

    Um den Coachee in seinem Anliegen (Sortierung, „Problem“, Entwicklungswunsch, …) zu verstehen, ist eine mehr oder weniger intensive integrale Analyse erforderlich. Eine umfassende Analyse macht aus meiner Sicht nur bei längerer Begleitung Sinn, da sie zeit- und damit kostenaufwändig ist. In vielen Fällen reicht eine grobe, intuitive Einschätzung von wenigen Minuten bis zu einer Stunde aus. Oft geschieht diese Analyse während der Klient sein Anliegen schildert und was seine Kontexte (beruflich, privat, Herkunft) sind.

    Wichtig ist eine Hypothese über die Weltsicht des Klienten (prämodern-traditionell, modern, postmodern und weitere) zu haben, da diese Denkwelten sehr unterschiedliche Vorgehensweisen und Methoden „brauchen“: ein sehr konkret-operational Vorgehen für traditionell-denkende Klienten, viel Rationalisierung und dissoziierte Metaperspektive für „Moderne“, und erst für die Postmodernen kann ich alle systemischen, energetischen, mentalen und spirituellen Möglichkeiten des Coachings (inkl. aller NLP-Tools) nutzen. In jeder „Welt“ gibt es auch unterschiedliche Arten, sich ein Problem zu machen, wobei die Probleme durchaus die gleiche Bezeichnung haben können. Beispiel: Die Angst eines sehr konservativen, traditionell-denkenden Klienten hat häufig mit seinem Zugehörigkeits-Bedürfnis und seiner Rollenidentifikation zu tun. Der modern-rational denkende Klient hat eher Angst vor Unerklärlichem (Kontrollverlust) und Besitzverlust, während der Postmoderne sich häufig mit existenziellen (Sinn-)Ängsten plagt.

    Aus meiner Sicht ist es im Normalfall sinnvoll, im rechten unteren Quadranten anzufangen (systemische Kontexte) und die Quadranten im Uhrzeigersinn zu durchlaufen, da meist das Systemische große Auswirkungen auf das Individuelle hat. Meine Erfahrung ist, wenn in den Systemen – und hier besonders das Herkunftssystem - etwas „nicht in Ordnung“ ist, dann bringen Coaching-Maßnahmen in den oberen, individuellen Quadranten (hier liegt der Schwerpunkt der meisten NLP-Methoden) keine nachhaltige und allparteiliche Lösung.

    Daher lasse ich mir vom Klienten nach der Schilderung seines Anliegens sein berufliches und privates Umfeld schildern und erfrage, wenn es für ihn nicht zu indiskret ist (siehe Weltsicht des Klienten), sein Genogramm (sein genaues Herkunftssystem).

    Diese Systeme lasse ich dann symbolisch aufstellen und analysiere mit dem Klienten gemeinsam das Bild. Durch die Blickrichtungen, Entfernungen, und Beziehungswinkel der Symbole ergeben sich neue Fragen, auf die man ohne das Bild nicht gekommen wäre. Durch Wissen über die Bildsprache und deren Grammatik lassen sich systemische Bilder genau untersuchen, wo Beziehungen nicht „in Ordnung“ sind, wo die Aufmerksamkeit hingeht, u.v.m.

    Wird durch diesen Analyse deutlich, dass eine Strukturaufstellung für das Coaching sinnvoll wäre, und der Klient dafür auch offen ist, dann ist der nächste Schritt eine Einzel-Aufstellung oder die Aufstellung findet bei einem offenen Aufstellungstag statt. Nach einer Aufstellung endet fast immer eine Coaching-Session, da der Klient das Lösungsbild erst einmal verarbeiten muss, bevor die nächsten Coaching-Schritte stattfinden.

    Sind alle für die Klärung (Lösung) des Anliegens erforderlichen Aufstellungen erfolgt, sind nun die oberen Quadranten an der Reihe, das Innere (Identität, Teilepersönlichkeiten, Werte, Glaubenssätze, Emotionalarbeit, Spiritualität, ...) und Äußere (Verhalten, Skills) des Individuums. Hier entfaltet (das klassische) NLP seine Stärken.



    Das Integramm

    Das folgende Bild zeigt das Ergebnis einer integralen Analyse, sofern diese für den Coaching-Auftrag erforderlich war:

    Integram - Integrales Coaching

    Das obige von mir entworfene Integramm einer Klientin zeigt:

Kontakt:
Landsiedel Coaching Akademie
Friedrich-Ebert Straße 4
D-97318 Kitzingen
Tel.: +49 (0)9321 9266140
info@landsiedel-seminare.de

Rolf Lutterbeck

NLP-Trainer
Rolf Lutterbeck


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