Wahrnehmungspositionen 1-2-3

NLP Podcast 69: Konflikte lösen mit 1-2-3 Meta

Position 1

In dieser Position ist man ganz in seinem eigenen Körper und sieht sozusagen aus seinen eigenen Augen heraus und hört durch seine eigenen Ohren. In dieser Position kann man nicht zwischen Beschreibung und Bewertung unterscheiden.

Position 2

Diese Position wird im NLP auch als 'referential index shift' beschrieben. Bei diesem Prozess identifiziert man sich mit jemand anderem. Man könnte sagen, dass man hier die Welt mit den Sinnen des anderen wahrnimmt. Man hat hier die Wahrnehmungsfilter des anderen übernommen und beginnt auch die Körpergefühle des anderen zu bekommen. Dies ist einer der Wege, um hinter dem Verhalten des anderen seine Absicht wahrzunehmen. In dem Maße, wie man dazu in der Lage ist, kann man seine kommunikative Kompetenz dramatisch verbessern. Dies ermöglicht es, den anderen auf tieferen Ebenen zu verstehen und anzusprechen. Dies ist auch der grundlegende Prozess beim Modelling.

Position 3

NLP Wahrnehmungspositionen

Hierbei handelt es sich um eine höhere logische Ebene. Manchmal wird diese Position auch mit der eines Regisseurs verglichen, der sich die Situation von außen mit Gelassenheit betrachtet, seine Sinneskanäle ganz geöffnet hat und äußerst flexibel ist. Ein externer Beobachter oder Zeuge. Ohne Bewertungen, rein beschreibend. Die dritte Position ist definiert als ein Ressource-State, indem uns die Sinne maximal zur Verfügung stehen, wir ein Optimum an Flexibilität haben, um die Informationen aus der 1. und 2. Position verarbeiten zu können. Diese Position ist gut geeignet, sich einen Film von einer schwierigen Situation nochmals anzusehen und das eigene Verhalten zu verbessern und/oder für zukünftige Situationen einen neuen Verhaltensautomatismus zu installieren.

Für unsere Verhaltens- und Erlebensflexibilität ist es von großer Wichtigkeit, dass wir in der Lage sind, alle drei Wahrnehmungspositionen leicht und angemessen einnehmen zu können.

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Übung zur Position 1-2-3




  1. Erinnere Dich an eine schwierige Situation mit einem Zeitgenossen, mit dem es Dir schon häufiger schwer gefallen ist, so zu kommunizieren, wie Du es Dir eigentlich vorstellst.
  2. Gehe in Position 1 und erinnere Dich voll assoziiert, was Du gedacht, gesagt, gesehen,gehörtund gefühlt hast.
  3. Dann gehe in Position 2 und sehe Dich von außen mit den Augen des anderen, höre, was Du eben gesagt hast von außen und sieh Dich wie Du von außen aussiehst. Dann sage, was B gesagt hat und bewege Dich so, wie B sich bewegt hat. Bekomme ein Gefühl dafür, wie es ist, B zu SEIN!
  4. Dann gehe in die 3. Position und sieh das Ganze in einer dissoziierten Körperhaltung von außen an und beschreibe die Situation wie ein Verhaltensforscher oder Marsmensch o.ä. Mit den neuen Einsichten über B und über die Situation als Ganzes gehe dann in Position 1. zurück und verändere Dein Verhalten entsprechend. Dann weiter in die 2. Position usw. bis Du mit der Situation zufrieden bist.
  5. Dann TESTE das Ergebnis in der Realität!
  6. Die drei Positionen sollten auf dem Boden als Kreis markiert sein!

Manchmal kann es nötig sein, zusätzlich zur 3. Position noch verschiedene Ressource-Zustände einzuführen und erst von da aus in die Position 1 zurückzukehren. Der Programmierer kann den Ressource-Zustand, der außerhalb der 3. Position eingenommen wird, zusätzlich ankern.

Integration der Wahmehmungspositionen

Viele Limitationen und Schwierigkeiten, in die Menschen geraten, haben ihre Ursache nicht im Steckenbleiben in einer der drei Wahrnehmungspositionen, sondern eher darin, dass unsere Repräsentationssysteme auf verschiedene Wahrnehmungspositionen verteilt sind. Dieser 'Split' ist das Resultat eines Versuchs, ein Problem zu lösen und wird manchmal zu einem dauerhaften persönlichen Stil. Die Integration unserer Wahrnehmungspositionen resultiert in einer erhöhten persönlichen Kongruenz und erlaubt uns, alle drei Positionen wirklich vollständig einzunehmen und dadurch die Vorteile jeder Position voll nutzen zu können, was zu größerer Einsicht und Weisheit führt.

Teil I

  • 1. Identifiziere eine schwierige Situation, in die eine andere Person involviert ist.
  • 2. Elizitiere die gegenwärtige Wahrnehmungsposition und skizziere diese.

Visuell: Was genau siehst Du? Siehst Du Dich selbst und die andere Person oder nur die andere Person? Wo genau siehst Du diese Szene? Von wo aus siehst Du die Szene? Siehst Du direkt aus Deinen Augen oder ist Dein Blickwinkel leicht verschoben? Wenn der Klient sich selbst und den anderen sieht, dann kannst Du fragen, ob der Blickwinkel dichter beim Selbst oder beim Anderen ist. Siehst Du Dich und den anderen aus Augenhöhe oder tiefer oder höher?

Auditiv: Was hörst Du? Wessen Stimmen hörst Du und wo kommen sie her? Von wo genau hörst Du? Gibt es innere oder äußere Kommentarstimmen? Von wo genau hörst Du diese Stimme(n)? Was genau sagt die Kommentar-Stimme? Achte auf Personalpronomen: Er, Sie, sie, Ich, Du, Wir, Ihr.

Kinästhetisch: Was genau fühlst Du? Wessen Gefühle sind das? Wo sind die Gefühle lokalisiert? Sind sie neutral oder ressourcevolle Beobachtergefühle oder gehören sie in Position 1 (Selbst) oder in Position 2 (Anderer)?

Teil II: Beobachter-Position

  • 3. Integration der Beobachter-Position
    Wenn der Klient vorwiegend in Position 1 ist, dann kann auch die Selbst-Position zuerst integriert werden. Achte darauf, wie sich durch jede Anweisung in Richtung Integration der Zustand verändert und/oder spontane Submodalitätsshifts auftreten und wie sich diese auf die Wahrnehmung der Situation auswirken. Außerdem kann man auch auf Veränderungen von Glaubenssätzen achten. Wie verändert sich Deine Erfahrung dieser Situation, wenn Du diese Veränderung Deiner Wahrnehmungsposition vorgenommen hast?

Visuell: Nimm jetzt eine Position ein, von der aus Du Dich selbst und den anderen sehen kannst und zwar so, dass beide auf Augenhöhe und gleichweit entfernt sind und schau direkt aus Deinen Augen heraus.

Auditiv: Höre jetzt die Stimmen von Dir und dem Anderen direkt von dem Platz, von denen sie kommen und höre die Stimmen direkt durch Deine Ohren als Beobachter. Lass Deine Kommentarstimme von Deinen Stimmbändern aus kommen. Benutze bei Deinem Kommentar die Personalpronomen ER, SIE. Die Kommentare sollen sich auf das Selbst und den Anderen beziehen.

Kinästhetisch: Lass alle Gefühle, die nicht Beobachtergefühle sind dorthin fließen, wo sie hingehören. Und jetzt bitte Dein Unbewusstes, alle Gefühle, die nicht zum Beobachter gehören, zum Selbst oder zum Anderen fließen zu lassen. Unterstütze dabei den Klienten mit auditiven und visuellen Ankern.

Und jetzt kannst Du bemerken, wie an die Stelle der alten Gefühle neue ressourcevolle Beobachtergefühle treten. Haben sich Selbst und Anderer auch in Richtung mehr Ressourcen verändert? Was hat sich sonst noch alles in Deiner Wahrnehmung verändert?