Gummihand-Illusion
Die Gummihand-Illusion (auch Rubber-Hand-Illusion) ist eines der elegantesten Wahrnehmungsexperimente der modernen Neurowissenschaft. Botvinick und Cohen haben sie 1998 in *Nature* beschrieben. Sie zeigt, wie schnell das Gehirn Sinneswahrnehmung neu kalibriert, sobald die Sinneskanäle konsistent zusammenpassen.
Der Versuchsaufbau
Der Proband legt seine echte Hand hinter einen Sichtschutz. Vor ihm liegt eine Gummihand. Der Versuchsleiter streicht beide Hände gleichzeitig mit einer Feder. Nach wenigen Wiederholungen reicht das Streicheln allein an der Gummihand, damit der Proband die Berührung dort spürt. Wenn jemand die Gummihand mit einem Messer bedroht, zucken Probanden zurück - manche berichten Schmerz in einer Hand, die nicht ihre ist.
Bedeutung für Hypnose
Das Gehirn priorisiert konsistente Sinneserfahrung über Logik. Genau dieser Mechanismus wirkt auch in jeder Trance: Wer in einer Visualisierung einen Sandstrand erlebt, aktiviert dieselben Schaltkreise wie der Proband, der die Gummihand als seine erlebt. Vakog-Sprache (sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken) ist deshalb das wichtigste Werkzeug der Hypnose-Praxis.
Therapeutische Anwendung
Die wichtigste klinische Anwendung ist die Spiegeltherapie bei Phantomschmerz, entwickelt von Vilayanur Ramachandran. Multisensorische Integration löst dabei Schmerzsignale auf, die das Gehirn in einem amputierten Glied weiter produziert. Mehr dazu im Hauptartikel Die Gummihand-Illusion und was sie über Hypnose verrät.
Vertiefung: Die Gummihand-Illusion und Hypnose - der vollstaendige Artikel