Alex macht Claudia ein süßes Angebot


Alexander, 33, pharmazeutisch-technischer Assistent




Letzten Herbst, als ich eines Tages in die Mittagspause ging, fiel mit auf dem Platz vor unserer Apotheke eine junge Frau auf, die anscheinend auf jemanden wartete. Als ich meinen Mittagssnack am asiatischen Steh-Imbiss eingenommen hatte und nach etwa 20 Minuten wieder zurück zur Apotheke ging, stand sie immer noch da. Sichtlich genervt und mit einem bösen Gesicht schaute sie andauernd auf ihre Armbanduhr. Als ich 10 Minuten später aus dem Fenster blickte sah ich sie immer noch auf und ab gehen, während sie auf ihrem Handy herumtippte.

In einem Anfall von Spontaneität griff ich mir eine Rolle Traubenzucker und ging zu ihr hinaus. "Entschuldigen Sie, ich beobachte Sie schon eine halbe Stunde und kann es einfach nicht fassen, dass eine so schöne Frau wie Sie so lange warten muss - auf wen auch immer." Irritiert sah sie mich an und wusste erst mal nicht, was sie sagen sollte. Dann stotterte sie: "Äh, ja, das ist ja nett von Ihnen. Ich warte die ganze Zeit auf meinen Bruder, mit dem ich ein Geburtstagsgeschenk für meine Mutter kaufen wollte, aber er hat unsere Verabredung einfach vergessen. Das ist typisch mein Bruder, echt!!! In zwei Stunden kann er da sein, hat er mir jetzt geschrieben!" - "Nun, wenn Sie noch ein Stündchen warten, mache ich Feierabend. Dort hinten ist ein Café, das ich sehr empfehlen kann. Setzen Sie sich doch einfach hinein, bestellen Sie sich einen Kaffee und sagen dem Kellner einen schönen Gruß vom Alex. Und um Ihnen die Wartezeit noch ein bisschen zur versüßen, habe ich hier etwas für Sie." Mit diesen Worten gab ich ihr das Röllchen Traubenzucker. "Oh, Kirsche - meine Lieblingssorte!", lächelte sie und meinte: "Einem so süßen Angebot kann ich ja fast nicht widerstehen!"

Tatsächlich trafen wir uns eine knappe Stunde später im besagten Café und unterhielten uns prächtig. Sie hieß Claudia und war - was für eine Überraschung! - Apothekerin. Natürlich ging uns so der Gesprächsstoff nicht aus. Wir ließen sogar ihren Bruder noch eine halbe Stunde warten. Dieses Jahr bin ich auch auf den Geburtstag ihrer Mutter eingeladen.


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