Kirschblütenduft und Shiatsu-Massage


Rolf, 42, Kfz-Mechaniker




Eigentlich hat mich der Esoterik-Schuppen in meiner Straße nie interessiert. Beim Vorbeigehen wird man immer mit einer Wolke aus Räucherstäbchen-Duft und meditativer Dudelmusik einlullt. Aber eines Tages ging ich auf dem Weg zum Einkaufen dran vorbei und blieb auf einmal wie elektrisiert stehen. Durch das Schaufenster sah ich eine umwerfende Frau: langes, lockiges Haar, markante Gesichtszüge und ein wunderschönes Lächeln. Sie kramte gerade in einem Kasten mit Perlen und steckte sich eine Kette zusammen, die sie sich ab und zu um den Hals an ihr verführerisches Dekolletee hielt.

Überwältigt von diesem Eindruck, folgte ich meiner inneren Stimme, die mir sagte: "Sprich sie an! Sprich sie an!" Ich betrat den Laden, in dem es herrlich nach Kirschblüte duftete und stellte mich auch an einen Perlenkasten neben sie. Verstohlen sah ich ihr über die Schulter. Der Duft und die Musik benebelten mich. Aus der Nähe sah sie noch besser aus. Ich sah ihr markantes Profil. Ganz beiläufig kramte auch ich nach Perlen, bis ich eine wunderschöne, große, bunt glänzende Perle entdeckte, durch die man eine dicke Schnur stecken konnte. Ich drehte mich weg, kramte ein Stück Papier und einen Stift aus der Innentasche meiner Jacke und schrieb meine Telefonnummer darauf. Danach rollte ich das Papier zusammen und steckte es durch die Perle.

Ich nahm nun all meinen Mut zusammen, ging zu meiner neu entdeckten Traumfrau, reichte ihr die Perle und sagte mit meinem fröhlichsten Gesicht: "Schauen Sie mal, die würde Ihnen um Ihren Hals bestimmt ganz gut stehen!"

Zwei Tage später gab mir Claudia eine Shiatsu-Massage.


Zurück zum Seitenanfang