Alltagstrance

Alltagstrance bezeichnet jene Trancezustände, in die wir unbewusst und ohne formale Induktion mehrfach pro Tag rutschen. Der Mechanismus ist derselbe wie bei therapeutischer Trance: Aufmerksamkeit verengt sich, ein Erleben wird intensiver, die Zeitwahrnehmung verändert sich. Der Unterschied liegt im Kontext - niemand führt uns hinein, niemand will gezielt etwas verändern.

Klassische Beispiele

Wer Auto fährt und nach 15 Kilometern bemerkt, dass er sich an die Strecke nicht erinnert, war in Alltagstrance. Wer beim Lesen aufschaut und feststellt, dass eine Stunde vergangen ist statt zehn Minuten, ebenso. Lampenfieber ist Alltagstrance, in der sich der Fokus auf alles richtet, was schiefgehen könnte. Fernsehen ist messbar Trance: der Kalorienverbrauch sinkt unter den eines reinen Sitzens, weil der Körper in einen sparsamen Modus geht.

Bedeutung im Coaching

Im hypnosystemischen Verständnis ist die Unterscheidung zwischen Problem-Alltagstrance und Lösungs-Alltagstrance praktisch wichtig. Wer den ganzen Tag an seinen Stress denkt, vertieft den Stress in einer Problemtrance. Wer den Fokus mehrfach am Tag bewusst auf gewünschte Erfahrung lenkt, nutzt denselben Mechanismus für Veränderung.

Mehr dazu findest Du im Hauptartikel Selbsthypnose im Alltag sowie in Hypnose ohne Induktion.

Vertiefung: Selbsthypnose im Alltag - der vollstaendige Artikel