1. Kriterium 1: Jahrzehnte Erfahrung - Nicht als Zahl, sondern als Sicherheit
  2. Kriterium 2: Der Hintergrund des Trainers - Die goldene Kombination
    1. A) psychologische oder psychotherapeutische Qualifikation
    2. B) Ein WHO/MHE-Zertifikat (oder international vergleichbar)
  3. Kriterium 3: Didaktische Qualität - Das "Können unterrichten"
  4. Kriterium 4: Unabhängige Zertifizierungen
  5. Kriterium 5: Der Fokus der Ausbildung - Dein Pfad ist nicht gleich mein Pfad
    1. Pfad A: Du möchtest als Coach oder Therapeut arbeiten?
    2. Pfad B: Du möchtest dich in der Entertainment-Branche als Showhypnotiseur selbstständig machen?
  6. Kriterium 6: Der Praxisanteil
  7. Kriterium 7: Kosten-Transparenz - Keine versteckten Überraschungen
  8. Kriterium 8: Nachbetreuung und Community - Die "Nach dem Kurs"-Phase
  9. Kriterium 9: Hochwertige Seminarunterlagen - Dein späteres Nachschlagewerk
  10. Kriterium 10: Das "Non-State vs. State"-Paradigma - Die theoretische Grundlage
    1. Die State-Theorie (die alte Schule):
    2. Die Non-State-Theorie (die moderne Schule):
  11. Kriterium 11: Live-Demos mit echten Themen - Das Litmustest-Kriterium
  12. Kriterium 12: Die "Echte Themen"-Regel
  13. Die falsche Fokussierung - Was Du NICHT brauchst
    1. Du brauchst NICHT: Eine "berühmte" Hypnose-Methode nach einem bekannten Namen
    2. Du brauchst NICHT: Die "schnellste" Ausbildung
  14. Der entscheidende Moment: Deine erste Kontaktaufnahme
  15. Praktisches Entscheidungs-Checkliste
  16. Häufig gestellte Fragen - Die FAQ-Sektion
    1. "Kann ich wirklich von Hypnose-Coaching/Therapie leben?"
    2. "Brauche ich einen psychotherapeutischen Hintergrund für Hypnose-Coaching?"
    3. "Was ist der Unterschied zwischen Hypnose-Coach und Hypnose-Therapeut?"
    4. "Gibt es Hypnose-Ausbildungen, die nicht seriös sind - und wie erkenne ich sie?"
    5. "Sollte ich einen Online-Kurs oder einen Präsenz-Kurs nehmen?"
    6. "Wie erkenne ich, ob ich mit meinem Trainer 'on the same page' bin?"


Gute Hypnose-Ausbildung: Der ultimative Guide zur richtigen Wahl

Wenn Du Dir gerade überlegst, eine Hypnose-Ausbildung zu buchen, befindest Du Dich wahrscheinlich an einem Wendepunkt: Du möchtest Dich selbstständig machen. Vielleicht als Coach, als Therapeut, oder Du willst Deine bestehende Praxis um Hypnose erweitern. Das ist großartig. Gleichzeitig stehen da draußen hunderte von Anbietern, viele davon mit ähnlich klingenden Namen, ähnlich großen Versprechungen - und völlig unterschiedlicher Qualität.

Wie unterscheidest Du Gold von Blech?

Kriterium 1: Jahrzehnte Erfahrung - Nicht als Zahl, sondern als Sicherheit

Das erste, auf das Du schauen solltest, ist nicht die Anzahl der Jahre, sondern die Art der Erfahrung.

Hier kommt es zu einer wichtigen Unterscheidung: Es gibt Trainer, die seit 20 Jahren Hypnose anwenden. Und es gibt Trainer, die nicht nur anwenden, sondern auch unterrichten. Das ist wie die Differenz zwischen einem großartigen Schachspieler und einem großartigen Schachtrainer. Beide spielen das Spiel, aber nur der Trainer versteht, wie man es anderen beibringt.

Was bedeutet das konkret für Dich?

Suche nach Trainern, die:

  • Seit mindestens 10+ Jahren Hypnose praktizieren
  • Diese Erfahrung auch in Ausbildungskontexten gesammelt haben (nicht nur als Einzeltherapie/Einzelcoaching)
  • Ihre Lernkurve transparent machen (welche Fehler haben sie gemacht? Was haben sie gelernt?)

Ein seriöser Trainer wird nicht sagen: "Ich bin der beste." Ein seriöser Trainer sagt: "Hier sind die Fehler, die ich gemacht habe, und darum baue ich meine Ausbildung so auf, dass Du sie nicht machst."

Kriterium 2: Der Hintergrund des Trainers - Die goldene Kombination

Folgende Qualifikationen sind relevant

A) psychologische oder psychotherapeutische Qualifikation

Abgesehen von einem soliden Hypnose-Hintergrund ist ein Psychotherapeutischer oder Psychologische Background Gold wert. Such Dir also jemanden mit einem echten Psychologie-Abschluss oder einer anerkannten Psychotherapie-Ausbildung.

Warum? Weil die Schnittmenge zwischen "technisch gute Hypnose" und "kann mit psychologischen Komplexitäten umgehen" klein ist. Wenn Du einen Klienten hast, der Trauma-Symptome zeigt, brauchst Du nicht nur jemanden, der eine Induktion kann. Du brauchst jemanden, der versteht, was in einem traumatisierten Nervensystem vor sich geht. (Auch als Coach, nicht um zu heilen, sondern, um mit der Situation kompetent umzugehen und weiterzuverweisen.) Geheimtipp: Psychologen und Psychotherapeuten sprechen in der Regel vom Unbewussten, Laien vom Unterbewusstsein. Natürlich ist das keine Garantie (allein schon, weil manche für die Suchmaschine optimieren und deswegen den Begriff Unterbewusstsein unterbringen wollen), aber es ist ein starker Hinweis.

B) Ein WHO/MHE-Zertifikat (oder international vergleichbar)

Die World Hypnosis Organization (WHO), die Milton H. Erickson Gesellschaft, haben Standards für Hypnose-Ausbildungen etabliert. Dort geht es nicht nur ums Curriculum, sondern auch um ethische Richtlinien die eingehalten werden müssen, sowie didaktische Standards. Ein Trainer mit WHO/MHE-Zertifikat hat sich davon überzeugt, dass er weiß, worüber er spricht. Es gibt natürlich noch weitere gute Zertifikate, wobei Du darauf achten solltest, dass nicht der Institutsleiter derselbe ist wie der Leiter der Hypnose-Vereinigung - so im Sinne von: Ich bin ganz seriös, weil ich ein "fremdes" Siegel zertifiziere. Ein Kriterium hierfür ist die Anzahl der Mitglieder, wenn es nur wenige hundert Leute im Verband sind, dann ist das wahrscheinlich der Institutsleiter und die Teilnehmer (die gratis reinkommen), echte Verbände sind deutlich größer (1000 bis 10.000), so wie bei der WHO.

Kriterium 3: Didaktische Qualität - Das "Können unterrichten"

Es gibt großartige Hypnosetherapeuten, die unterrichten versuchen - und es ist ein Desaster. Warum? Weil "jemanden hypnotisieren" und "anderen beibringen, jemanden zu hypnotisieren" zwei völlig verschiedene Fähigkeiten sind.

Stell Dir das so vor: Ein Handwerker kann ein perfektes Haus bauen. Das bedeutet nicht, dass er andere unterrichten kann, wie man ein Haus baut. Gute Handwerks-Meister verstehen die Psychologie des Lernens. Sie zerlegen komplexe Prozesse in kleinere Schritte. Sie verstehen, wo Anfänger steckenbleiben. Sie kennen auch die allermeisten Fragen der Teilnehmer bereits, weil sie, sie schon 1000-Fach gehört haben. Daher ist die Qualität ihrer Antworten viel besser - da sie oft die Frage hinter der Frage beantworten.

Wie erkennst Du didaktische Qualität?

  1. Struktur: Gibt es einen logischen Aufbau vom Einfachen zum Komplexen? Oder werden Dir am ersten Tag bereits fortgeschrittene Techniken vorgestellt?

  2. Didaktische Transparenz: Wird die Methodik überhaupt erwähnt? (z.B. Gruppenarbeiten, Live-Demos, Gruppentrancen, Schreibimpulse, Impact-Techniken, Storytelling, usw.)

  3. Praxisdemos mit echten Themen: Der Trainer arbeitet live mit echten Klienten/Kursteilnehmern, nicht mit vorgefilmten Videos. (Videos sind okay als Zusatz, aber der Kurs braucht Live-Elemente.)

  4. Feedback-Mechanismen: Können Teilnehmer ihre eigenen Versuche mit dem Trainer durchspielen und erhalten Feedback? Oder werden sie nur als Zuschauer positioniert?

  5. Seminarunterlagen von hoher Qualität: Handouts, Skripte, Vorlagen - sind diese didaktisch aufbereitet oder wirken sie zusammengeklebt aus Wikipedia-Artikeln?

  6. Storytelling: Jeder gute Ausbildner hat einen Fundus an Geschichten, um seine Inhalte wirksamer und klarer zu präsentieren.

  7. YouTube-Kanal? Es ist zwar kein Qualitätskriterium, einen YouTube-Kanal zu haben, aber wenn ein Anbieter einen hat, kannst Du Dir mal anschauen, ob er Dir gefällt.

Kriterium 4: Unabhängige Zertifizierungen

Jetzt kommt etwas sehr Praktisches: Externe Kontrolle.

Es ist easy, sich selbst zu zertifizieren. "Hier ist Dein Diplom - von mir." Das bedeutet nichts.

Was bedeutet etwas? Wenn unabhängige Organisationen die Ausbildung überprüft und zertifiziert haben.

Im deutschsprachigen Raum sind das:

  • AZAV-Zertifizierung (Deutschland) - für Arbeitsagenturen anerkannte Ausbildungsqualität-
  • Ö-CERT (Österreich) - die offizielle Qualitätszertifizierung für Weiterbildungsanbieter
  • eduQua (Schweiz) - Schweizerische Verband für Weiterbildung SVEB

Diese Zertifizierungen sind kein Garant für Qualität. Aber sie sind ein Filter: Sie bedeuten, dass jemand extern überprüft hat, ob dieser Anbieter seine Versprechen einhält.

Die Hypnose-Ausbildung von Landsiedel NLP-Training GmbH in Österreich ist zum Beispiel Ö-Cert zertifiziert. Dies solltest Du mit der Suchfunktion (auf Google oder intern auf der Webseite) immer finden können, da die Anbieter auch verpflichtet sind, das öffentlich zu machen.

Kriterium 5: Der Fokus der Ausbildung - Dein Pfad ist nicht gleich mein Pfad

Manche Menschen buchen eine Ausbildung, die überhaupt nicht auf ihren Weg passt.

Hier kommt die wichtige Differenzierung:

Pfad A: Du möchtest als Coach oder Therapeut arbeiten?

Dann brauchst Du eine Ausbildung, die sich auf echte therapeutische Veränderung konzentriert. Das bedeutet:

  • Verstehen von Psychologie und Verhaltensveränderung
  • Langfristige Strategien, nicht Schnellschüsse
  • Auftragsklärung
  • Ethische Rahmenbedingungen und Grenzen
  • ...

In diesem Fall sollte Deine Ausbildung NICHT fokussieren auf:

  • Show-Hypnose
  • Blitzhypnose (1-Satz-Induktionen für Partys)
  • Schnellhypnose-Tricks
  • Induktionsrituale ohne therapeutischen Hintergrund

Wenn ein Anbieter viel Zeit auf "coole Tricks" verbringt, ist das ein rotes Flag. Das bedeutet: Diese Ausbildung ist für Entertainment, nicht für therapeutische Arbeit.

Pfad B: Du möchtest dich in der Entertainment-Branche als Showhypnotiseur selbstständig machen?

Dann ist genau das Gegenteil richtig. Du brauchst:

  • Schnelle, zuverlässige Induktionen
  • Bühnenpräsenz und Performanz
  • Kurzzeiteffekte, nicht Tiefenwirkung
  • Entertainment-Fähigkeiten

In diesem Fall brauchst Du einen Trainer, der exakt Blitzhypnose und Show-Hypnose unterrichtet. Die Sünde: Menschen, die Therapeut werden wollen, eine Show-Hypnose-Ausbildung zu verkaufen. Selbst wenn nur 2 Tage mit Blitzhypnose und Co verbracht werden, sind das 2 verschwendete Tage Deines Lebens, wo Du etwas über die Psychologie von Verhaltensänderung oder hypnotische Prinzipien hättest lernen können.

Deine Aufgabe: Kläre genau, welcher Pfad Du gehen möchtest. Dann frag den Anbieter: "Euer Fokus ist Therapie/Coaching Richtig?"

Kriterium 6: Der Praxisanteil

Hier trenne ich die Profis von den Amateuren.

Es gibt Ausbildungen, die 80% aus Theorie bestehen und 20% aus Praxis. Das ist wie eine Schwimmausbildung, bei der Du 12 Stunden über Wasserdynamik lernst und 3 Stunden ins Wasser gehen darfst.

Gute Ausbildungen haben es umgekehrt:

  • Mindestens 40-60% praktische Arbeit
  • Live-Demos mit echten Themen (nicht Schauspiel-Szenarios)
  • Du selbst übst aktiviert an echten Klienten/Partnern/Peergroupteilnehmern
  • Du erhältst Feedback auf Deine Arbeit

Was bedeutet das konkret?

Wenn Du in einen Hypnose-Kurs gehst und am ersten Tag bereits selbst mit einem echten Menschen arbeitest (mit Support des Trainers oder einfacheren Vorübungen), brauchst Du nicht lange nachzudenken: Das ist ein guter Kurs.

Wenn Du dagegen eine ganze Woche "Induktionstheorie" und "Suggestionsformulierung" machst, bevor die praktischen Übungen beginnen, dann sollten die Alarmglocken läuten.

Kriterium 7: Kosten-Transparenz - Keine versteckten Überraschungen

Das ist ein Punkt, bei dem viele fallen gelassen werden.

Du buchst einen Kurs für 2.500€ und stellst nach zwei Tagen fest: "Ach ja, für die Supervisions-Sessions zahlen Sie extra. Das Zertifikat auch. Die Seminarunterlagen auch."

Ein seriöser Anbieter:

  • Schreibt deutlich hin, was im Preis enthalten ist
  • Nennt alle Zusatzkosten VORHER
  • Hat keine versteckten "Upsells"
  • Erklärt, wofür das Geld ausgegeben wird

Kriterium 8: Nachbetreuung und Community - Die "Nach dem Kurs"-Phase

Hier unterscheiden sich Profis von Hobby-Trainern deutlich.

Gute Ausbildungen enden nicht mit dem letzten Tag des Kurses. Sie schaffen Strukturen für danach:

  • Supervisions-Gruppen oder Übungsgruppen (monatlich oder quartalsweise)
  • Q&A-Sessions mit dem Trainer oder via Forum
  • Community-Zugang (Forum, Telegram-Gruppe, etc.)
  • Weiterbildungs-Angebote für Absolventen
  • Lifespan Learning: Zugang zu aktualisierten Skripten, neue Videos, etc.

Ein guter Trainer schafft einen Raum, wo Du das klären kannst. Ein schlechter Trainer sagt: "Kurs vorbei. Viel Erfolg!"

Kriterium 9: Hochwertige Seminarunterlagen - Dein späteres Nachschlagewerk

Das ist der Punkt, den viele unterschätzen.

Nach einem Monat werden die besten Seminarunterlagen zu Deinem Nachschlagewerk. Du wirst mit Fragen kommen - "Wie formuliere ich diese Suggestion?" oder "Welche Technik passt zu diesem Klienten-Thema?" - und es ist verdammt hilfreich, wenn Du dann in Deine Unterlagen schaust und dort eine klare, didaktisch aufbereitete Antwort findest.

Das unterscheidet professionelle Anbieter von dilettantischen: Profis investieren Monate in die Aufbereitung ihrer Seminarunterlagen und verbessern sie dann immer wieder von Jahr zu Jahr. Sie strukturieren sie so, dass Du schnell das findest, was Du brauchst. Sie verwenden Grafiken, Flowcharts, Videos, konkrete Beispiele und Anekdoten. Sie erklären nicht nur das "Was", sondern auch das "Warum" und das "Wie".

Schlecht strukturierte Unterlagen sehen anders aus: Wilde Ansammlungen von Kopien, fehlende Inhaltsverzeichnisse, Widersprüche zwischen Kapitel 3 und Kapitel 7. Das ist wie ein IKEA-Möbel ohne Anleitung - technisch möglich, praktisch frustrierend.

Kriterium 10: Das "Non-State vs. State"-Paradigma - Die theoretische Grundlage

Okay, jetzt wird's wissenschaftlich. Aber keine Sorge, ich mache es verständlich.

Es gibt zwei große Schulen, wie Hypnose funktioniert:

Die State-Theorie (die alte Schule):

"Hypnose ist ein besonderer Bewusstseinszustand. Der Klient muss in einen speziellen Trancezustand gehen, und dann funktionieren die Suggestionen."

Das klingt logisch. Und viele Show-Hypnotiseure schwören drauf: "Wenn der Klient tief genug in Trance ist, kann ich ihm alles suggerieren."

Das Problem? Die Forschung zeigt, dass das nur die halbe Geschichte ist.

Die Non-State-Theorie (die moderne Schule):

"Hypnose ist nicht primär ein Zustand, sondern eine Form der Kommunikation und des Fokus. Du kannst therapeutische Effekte auch ohne tiefe Trance erreichen - durch das richtige Gespräch, die richtige Rahmung, die richtige Beziehung."

Das ist subtiler. Weniger spektakulär - von außen sogar vergleichsweise langweilig. Aber deutlich wirksamer in der therapeutischen oder Coaching-Praxis.

Warum ist das für Dich relevant?

Weil die meisten Entertainment-Hypnotiseure nach State-Theorie arbeiten. Sie "brauchen" schnelle, tiefe Trance, um spektakuläre Effekte zu zeigen.

Aber therapeutische Hypnose funktioniert oft besser nach Non-State-Theorie. Du brauchst keinen tiefen Zustand. Du brauchst einen fokussierten, vertrauensvollen Klienten, mit dem Du auf der richtigen Wellenlänge sprichst.

Was bedeutet das für Deine Wahl?

Wenn Du Coach, Trainer oder Therapeut werden möchtest, such einen Trainer, der Non-State-Theorie unterrichtet. Der wird Dir nicht beibringen: "Je tiefer die Trance, desto besser." Der wird Dir beibringen: "Je besser die Beziehung, desto wirksamer die Intervention."

Kriterium 11: Live-Demos mit echten Themen - Das Litmustest-Kriterium

Stell Dir einen Kurs vor: Der Trainer sitzt vorne, und immer wieder holt er sich einen Kursteilnehmer nach vorne: "Du möchtest mit Prüfungsangst arbeiten? Okay, lass uns das live zusammen machen." Dann arbeitet der Trainer mit diesem Menschen, und die ganze Gruppe sieht, wie echtes Hypnose-Coaching aussieht.

Hier kommt der Knackpunkt: Live-Demos sind unperfekt. Der Klient antwortet unerwartet. Der Trainer muss improvisieren. Es gibt Stille. Es ist unbequem zu beobachten. Und darum ist es wertvoll.

Darum lernst Du echte (Therapeutische) Hypnose am besten durch Live-Demos. Nicht (nur) durch Videos.

Deine Aufgabe: Frag bei Anbieter-Gesprächen: "Wie viel des Kurses besteht aus Live-Demos?" Ein guter Kurs hat mindestens 3-4 Live-Demos (pro zwei Tage). Ein hervorragender Kurs hat noch mehr.

Kriterium 12: Die "Echte Themen"-Regel

Dies ist noch ein Schritt über den Live-Demos hinaus.

Es reicht nicht, dass Live-Demos stattfinden. Sie müssen mit echten Themen arbeiten. Nicht mit Schauspiel-Szenarien. Nicht mit ausgedachten Fällen.

Hier ist der Unterschied:

Schlechte Demo: "So, Peter, stell Dir vor, Du hast Flugangst. Okay? Dann führe ich Dich jetzt in eine Induktion..." (Peter hat keine Flugangst, er spielt eine Rolle.)

Gute Demo: "Also, Maria, Du hast gesagt, Du kämpfst mit Selbstzweifel bei Präsentationen. Okay, lass uns das jetzt zusammen bearbeiten." (Maria hat ein echtes Thema.)

Der Unterschied mag klein wirken. Aber in der Realität ist er gigantisch.

Mit echten Themen siehst Du:

  • Wie der Mensch wirklich reagiert, nicht wie er Angst darstellt
  • Welche emotionalen Nuancen auftauchen
  • Wo der Therapeut improvisieren muss
  • Was Widerstände sind und wie man damit umgeht

Das ist die Welt, in der Du später arbeiten wirst. Darum musst Du sie im Kurs bereits sehen.

Die falsche Fokussierung - Was Du NICHT brauchst

Jetzt möchte ich Dir auch sagen, worauf Du NICHT zu viel achten solltest, weil viele Anfänger das missverstehen.

Du brauchst NICHT: Eine "berühmte" Hypnose-Methode nach einem bekannten Namen

Viele Anbieter werben damit: "Ericksonian Hypnosis!" oder "Neurolinguistic Programming Hypnosis!" oder "Rapid Transformational Therapy!"

Das sind alles Marketingnamen. Was zählt, ist nicht der Name, sondern das System dahinter. Ein Trainer, der gute Hypnose unterrichtet, kann sie unter verschiedenen Namen verkaufen. Ein Trainer mit schlechten Konzepten wird versuchen, einen berühmten Namen zu nutzen, um Credibility zu "leihen".

Du brauchst NICHT: Die "schnellste" Ausbildung

"Hypnose-Zertifikat in 3 Tagen!" Klingt verlockend. Ist es nicht.

Es ist, als würde Dir jemand sagen: "Wir unterrichten Chirurgie in einem Wochenende. Danach darfst Du operieren." Nein, danach kannst Du eine bestimmte Technik zeigen. Das ist nicht gleich, sie sicher anzuwenden.

Gute Ausbildungen brauchen Zeit. Nicht weil die Trainer langsam sind, sondern weil Lernen Zeit braucht. Dein Nervensystem muss sich an neue Fähigkeiten gewöhnen. Du musst durchlaufen, scheitern, verstehen, neu versuchen.

Der entscheidende Moment: Deine erste Kontaktaufnahme

Okay, sagen wir, Du hast einen Anbieter gefunden, der auf dem Papier großartig aussieht. Jetzt kannst Du noch einen Schritt weiter gehen, wenn Du noch nicht vollends überzeugt bist: Durch ein Gespräch

Hier merkst Du schnell, ob dieser Trainer sein Handwerk beherrscht oder nicht.

Ein guter Trainer wird:

  • Dir Fragen stellen (nicht nur über sich selbst reden)
  • Verstehen wollen, wo Du gerade stehst
  • Ehrlich mit Dir über Erwartungen sprechen
  • Dir nicht alles verkaufen wollen, was er hat
  • Alle Deine Frage mit Klarheit beantworten

Ein schlechter Trainer wird:

  • Versuchen, Dir etwas zu "verkaufen"
  • Hauptsächlich über seine Erfolge sprechen
  • Dir ein Gefühl geben, dass Du schnell entscheiden musst ("Den Preis bekommst Du nur in diesem Telefon-Gespräch, danach steigt der Pries!")
  • Deine Fragen mit Jargon beantworten, nicht mit Klarheit

Das Verrückte daran? Dieses erste Gespräch ist selbst schon ein Hypnose-Test. Du erlebst Live, wie dieser Mensch kommuniziert, wie er Rapport aufbaut, wie er zuhört. Das ist die Qualität, die Du später von ihm als Trainer erwarten kannst.

Praktisches Entscheidungs-Checkliste

Hier ist eine konkrete Checkliste, die Du beim Recherchieren verwenden kannst:

Der Trainer selbst:

  • Hat der Trainer einen Psychologie- oder Psychotherapie-Abschluss?
  • Hat der Trainer ein WHO/MHE oder ein vergleichbares Zertifikat?
  • Hat der Trainer mindestens 10 Jahre Hypnose-Praxis?
  • Kann der Trainer nachweisen, dass er seit 5+ Jahren unterrichtet?


Die Ausbildung selbst:

  • Ist die Ausbildung Ö-CERT, AZAV oder ähnlich zertifiziert?
  • Ist der Fokus klar definiert (Coaching vs. Entertainment)?
  • Sind mindestens 40% des Kurses Praxis?
  • Gibt es Live-Demos mit echten Themen?
  • Sind die Seminarunterlagen hochwertig (multisensorisch: Video, Grafiken, Text)?


Die Kosten:

  • Sind alle Kosten transparent aufgelistet?
  • Gibt es versteckte Zusatzkosten?
  • Ist das Preis-Leistungs-Verhältnis fair?


Die Nachbetreuung:

  • Gibt es Community-Zugang oder die Möglichkeit Fragen zu stellen?
  • Gibt es Zugang zu aktualisierten Materialien?


Das erste Gespräch (nur wenn Du Dir noch nicht sicher bist):

  • Stellt der Trainer Fragen oder nur Aussagen?
  • Fühlt sich das Gespräch echt an?
  • Werden Deine Fragen klar beantwortet?


All diese Kriterien werden zum Beispiel im Hypnose-Practitioner von Landsiedel NLP Training (Österreich) erfüllt.

Häufig gestellte Fragen - Die FAQ-Sektion

Okay, lass mich hier die Fragen beantworten, die ich in meiner Praxis ständig höre. Diese sind real, von echten Menschen, die gerade dort stehen, wo Du vielleicht auch stehst.

"Kann ich wirklich von Hypnose-Coaching/Therapie leben?"

Kurze Antwort: Ja. Aber nicht sofort, und nicht ohne Geschick.

Lange Antwort: Ich kenne Hypnose-Coaches, die 80.000€+ pro Jahr verdienen. Ich kenne aber auch Coaching, die nach einem Kurs anfangen, 2 Jahre lang keine Klienten haben und dann wieder aufgeben.

Der Unterschied liegt nicht (nur) an der Hypnose-Qualität. Der Unterschied liegt an Marketing, Positionierung und Geschäftssinn.

Ein guter Kurs bringt Dir bei, wie man Hypnose macht. Ein großartiger Kurs bringt Dir auch bei, wie man eine Praxis aufbaut. Schau, ob der Kurs Business-Module hat. Schau, ob der Trainer selbst eine erfolgreiche Praxis führt (nicht nur unterrichtet).

"Brauche ich einen psychotherapeutischen Hintergrund für Hypnose-Coaching?"

Nein, für Coaching nicht. Nur wenn Du Hypnose-Psychotherapie anbieten willst (sprich mit ICD-10 bzw. ICD-11 Diagnosen arbeiten möchtest). In Deutschland gibt es auch noch die Möglichkeit Dich zusätzlich zum Heilpraktiker für Psychotherapie auszubilden.

"Was ist der Unterschied zwischen Hypnose-Coach und Hypnose-Therapeut?"

Das ist eine wichtige Unterscheidung, und sie ist oft verschwommen.

Hypnose-Coach: Arbeitet mit funktionierenden Menschen an Zielen. "Ich möchte selbstbewusster sein." "Ich möchte bessere Präsentationen halten." Das sind Entwicklungs-Ziele, nicht therapeutische Ziele.

Hypnose-Therapeut: Arbeitet mit Menschen, die unter etwas leiden (konkret eine ICD-10 bzw. ICD-11 Diagnose). Angststörungen, Phobien, Trauma, Depressionen. Das erfordert psychologisches Verständnis und Diagnostik-Kenntnisse.

"Gibt es Hypnose-Ausbildungen, die nicht seriös sind - und wie erkenne ich sie?"

Red Flag 1: "Hypnose-Master in 3 Tagen" Das ist technisch möglich (Basics lernen), aber nicht realistisch (Meisterschaft braucht Zeit).

Red Flag 2: "Garantierte Erfolgsquoten von 90%+" Das ist ein Versprechen, das niemand machen kann. Ethische Trainer versprechen Prozesse, nicht Ergebnisse.

Red Flag 3: "Der Trainer hat keine eigene Praxis" Wenn der Trainer nur unterrichtet, aber nicht praktiziert, wie kann er wissen, wie es sich anfühlt, echte Klienten zu behandeln?

Red Flag 4: "Keine transparenten Kosten" Wenn die Kosten nicht klar aufgelistet sind (Kurs, Material, Zertifikat, Extras), erwarte versteckte Gebühren.

Red Flag 5: "Fokus auf Theorie anstatt Praxis": Um ein guter Hypnotiseur zu werden, musst Du vor allem eines tun: hypnotisieren.

Red Flag 6: "Der Trainer hat keine Zertifizierungen" Nicht jeder großartige Trainer hat WHO oder Ö-CERT. Aber wenn er gar keine hat und nicht erklären kann, warum - Vorsicht.

"Sollte ich einen Online-Kurs oder einen Präsenz-Kurs nehmen?"

Beide sind möglich. Aber mit Unterschieden.

Online-Vorteile: Flexibilität, oft günstiger, keine Anfahrt, meist mehr Übungszeit (wenn der Trainer etwas von Didaktik versteht) und dadurch höhere Qualität.

Präsenz-Vorteile: Intensive Erfahrung, Networking vor Ort

Wer Online hypnotisieren kann, kann es auch Offline, umgekehrt tun sich manche schwer mit der "Übersetzung".

"Wie erkenne ich, ob ich mit meinem Trainer 'auf einer Welle' bin?"

Ein guter Trainer:

  • Stellt Fragen, bevor er Antworten gibt
  • Kann auch sagen "Ich weiß es (noch) nicht" statt Pseudo-Antworten zu geben
  • Ändert seine Meinung, wenn neue Evidenz kommt
  • Behandelt Dich mit Respekt, nicht als Schüler, sondern als zukünftigen Kollegen
  • Hat Humor und Leichtigkeit (nicht alles ist ernst)

Ein schlechter Trainer:

  • Hat alle Antworten (immer)
  • Behandelt Dich als untergeordnet
  • Verkauft Dir immer mehr Kurse
  • redet andere Anbieter schlecht
  • Hat niemals Zweifel

Das erste Gespräch mit dem Trainer ist bereits eine Art hypnotische Erfahrung. Achte auf Dein Gefühl: Fühle ich mich verstanden? Fühle ich mich respektiert? Vertraue ich diesem Menschen?
Mehr Infos zu unserer Hypnose-Ausbildung findest Du hier: Hypnose-Practitioner