NLP-Bibliothek: 2.6 Entwicklung von Glaubenssätzen

2.6 Entwicklung von Glaubenssätzen


In unserer Entwicklung machen wir drei verschiedene Phasen durch. Von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr durchleben wir die Periode der Prägung, in der wir alle Ereignisse, Bilder, Geräusche, Gefühle, Geschmack und Gerüche in uns aufnehmen. In der sich daran anschließenden Modellierperiode ahmen wir unsere Eltern und andere von uns bewunderte Menschen nach. Diese Periode dauert etwa vom achten bis zum dreizehnten Lebensjahr. Danach befinden wir uns in der Sozialisationsperiode, in der wir als Heranwachsende aus der Familie herausgehen und neue Leute kennen lernen. In dieser Zeit werden unsere sozialen Wertvorstellungen und Glaubenssysteme ausgebildet.

Eine wichtige Quelle bei der Entwicklung von Glaubenssystemen und Überzeugungen sind die unmittelbaren persönlichen Erfahrungen, die wir als Folgerungen und Einschätzungen über unsere Umgebung, über die Menschen in ihr und über unsere vergangenen Erlebnisse gewonnen haben. Viele der erhaltenen Informationen über die Welt, über menschliche Beziehungen oder über uns selbst werden auch durch Sprache (Medien, Bücher etc.) und in der Kommunikation mit anderen Personen gewonnen.

Gewonnene Informationen durch direkt gemachte Erfahrungen oder durch verbale Kommunikation mit anderen Menschen stellen die Basis für Folgerungen und Verallgemeinerungen aus diesen Erlebnissen und Botschaften dar und prägen unsere Glaubenssysteme und persönlichen Überzeugungen. In der Folge spielt eine Rolle, welche Elemente gegenwärtiger individueller Erfahrungen wir verzerren oder tilgen, um unsere Überzeugungen als eine Verallgemeinerung aus der Vergangenheit aufrechterhalten zu können.

Während der kindlichen Entwicklung spielen in erster Linie die Eltern eine erhebliche Rolle bei diesen Generalisierungsprozessen. Das persönliche "Modell der Welt" wird durch verbale wie non-verbale Botschaften und Meta-Botschaften an das Kind vermittelt. Diese Resultate werden für das Kind zu Voraussetzungen, denn Botschaften der Eltern über das Kind z.B. können zu Botschaften des Kindes über sich selbst werden. Aus der Aussage der Eltern über ihre Tochter "Du bist so ungeschickt" wird eine Glaubenshaltung des Mädchens, "Ich bin so ungeschickt, ich kann nicht."



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