NLP Bibliothek: Der Kommunikationsprozess

12.12 Der Kommunikationsprozess

Bei der Kommunikation spielen verschieden Bestandteile eine Rolle:

Der Körper, der sich auf eine bestimmte Art und Weise bewegt, eine bestimmte Haltung hat usw. Dieser ist die Voraussetzung für nonverbale Kommunikation.

Die Sinnesorgane, die die Aufnahme von Informationen aus der Umwelt ermöglichen. Das Gehirn, in dem die neuen Erfahrungen mit früheren Erfahrungen verglichen werden und die Informationen gespeichert werden. Auch persönliche Erwartungen und Werte fließen mit in die Vergleichsprozesse des Gehirns ein. Natürlich spielt auch die Fähigkeit zu sprechen eine zentrale Rolle bei der Kommunikation.

Der Austausch von Informationen und somit die Kommunikation ist ein komplexer und bei weitem nicht objektiver Prozess. Jede Botschaft die von einer anderen Person gesendet wird unterliegt einem Interpretationsprozess, der auf der Grundlage von Erwartungen, Werten und Erfahrungen basiert.

Mangelndes Bewusstsein bezüglich der Komplexität der Kommunikationsprozesse ist nach Virginia Satir einer der Hauptgründe für Missverständnisse. Daher versuchte sie in ihrer Therapie immer anhand realer Beispiele (z.B. Streitigkeiten zwischen Geschwistern) die Kommunikationsmuster offen zu legen und zu verbessern.

Gerade in Familien haben Missverständnisse und Fehlinterpretationen in der Kommunikation große Auswirkung, da es zu einem gewissen Grad zu Gewohnheitsbildung kommt und man sich, wenn man sich einmal eine Meinung gebildet hat, meist nicht mehr rückversichert ob diese richtig ist und sie einfach als gegeben voraussetzt.

Virginia Satir behandelte nicht die konkreten Probleme, sondern versuchte anhand von konkreten Problemen eine fortschreitende, generative Veränderung zu erzeugen, so dass es zu einer überdauernden Verbesserung der Kommunikation kommen konnte.

Die Fünf Freiheiten

  1. Die Freiheit zu sehen und zu hören, was ist, statt zu sehen und zu hören, was sein sollte oder einmal sein wird.
  2. Die Freiheit zu sagen, was du fühlst und denkst, statt zu sagen, was du darüber sagen solltest.
  3. Die Freiheit zu fühlen, was du fühlst, statt zu fühlen, was du fühlen solltest.
  4. Die Freiheit, um das zu bitten, was du möchtest, statt immer auf die Erlaubnis dazu zu warten.
  5. Die Freiheit, um der eigenen Interessen willen Risiken einzugehen, statt sich dafür zu entscheiden, "auf Nummer Sicher zu gehen" und "das Boot nicht zum Kentern zu bringen."