Inhaltsverzeichnis
- Was hypnosystemische Trauerbegleitung ist
- Was Trauernde ohnehin schon tun
- Die zwei Ufer des Trauerprozesses
- Ufer eins: die innere Beziehung
- Ufer zwei: Schmerz und Trauer nach außen bringen
- Klärungsarbeit: Brief und leerer Stuhl
- Wenn der Verlust traumatisiert
- Der Körper trauert mit
- Männer trauern über das Tun
- Wie lange dauert eine Trauerbegleitung?
- Wenn der Verlust lange zurückliegt
- Das Gefühl, die Liebe zu verraten
- Was Du als Hypnose-Lernender daraus mitnehmen kannst
- Roland Kachler und sein Sohn heute
- Häufige Fragen
- Was ist hypnosystemische Trauerbegleitung?
- Muss man in der Trauer loslassen?
- Wie viele Sitzungen braucht eine Trauerbegleitung?
- Ist Trauer eine Krankheit?
- Darf ich als Coach Trauernde begleiten?
- Welches Buch von Roland Kachler passt zu mir?
- Quelle
Hypnosystemische Trauerbegleitung: Die Liebe darf bleiben
Roland Kachler hat jahrelang Trauernde beraten, und zwar nach dem Modell, das damals jeder gelernt hatte: Irgendwann musst Du loslassen. Schon damals fiel ihm auf, dass sich viele Trauernde dagegen sträubten. Dann verunglückte sein eigener Sohn. Und Kachler spürte sehr schnell zweierlei: Er konnte seinen Sohn nicht loslassen. Und er wollte es auch nicht.
Ich (Marian Zefferer) habe Roland Kachler für meinen YouTube-Kanal interviewt. Er ist Psychologe, Psychotherapeut, Trauerbegleiter und Autor vieler Bücher zum Thema Verlust. Für mich ist er vor allem ein Brückenbauer zwischen Hypnotherapie, systemischer Arbeit und tiefenpsychologischem Denken. Aus seiner eigenen Trauer ist ein Ansatz entstanden, der heute unter dem Namen hypnosystemische Trauerbegleitung bekannt ist. Sein Kernsatz: Die Liebe darf bleiben, die Trauer darf gehen.
Das ganze Gespräch kannst Du Dir hier ansehen:
Was hypnosystemische Trauerbegleitung ist
„Hypno" steht laut Kachler für das hypnotherapeutische Arbeiten nach innen, „systemisch" für den Blick auf Beziehungen. Eigentlich, sagt er, ist es ein Trauer- und Beziehungsansatz. Wenn ein naher Mensch stirbt, endet die äußere Beziehung. Die innere Beziehung läuft weiter, und mit ihr lässt sich arbeiten.
Daraus entstand zuerst ein Buch für Betroffene, „Meine Trauer wird dich finden". Es war ständig ausverkauft, weil sich viele Trauernde darin zum ersten Mal verstanden fühlten. Später folgte das Fachbuch „Hypnosystemische Trauerbegleitung" für Therapeuten und Begleiter. Die Wurzeln reichen in die hypnosystemische Denkweise, wie sie Gunther Schmidt geprägt hat.
Was Trauernde ohnehin schon tun
Dieser Teil hat mich als Hypnose-Trainer am meisten begeistert: Kachler baut auf dem auf, was Trauernde spontan tun.
Die meisten Trauernden nach einem schweren Verlust haben eine Gedenkstelle in der Wohnung. Sie reden mit dem Verstorbenen, laut, leise oder in Gedanken. Manche sehen ihn vor sich. Andere riechen an seiner Kleidung, weil der Geruch ein besonders starkes Bindungsmedium ist. Und viele träumen, dass sie dem Verstorbenen begegnen.
Kachler nennt das spontane Beziehungsanbahnungen. In der Begleitung leitet er diese Versuche an und vertieft sie. Die Begegnung, die sonst nur im Traum passiert, wird in Hypnose oder Tiefenentspannung gezielt eingeladen.
Wer Hypnose lernt, erkennt hier das Utilisationsprinzip in Reinform. Du nimmst, was der Mensch mitbringt, und machst daraus den Weg.
Die zwei Ufer des Trauerprozesses
Kachler beschreibt Trauer als Fluss mit zwei Ufern. Beide brauchen Aufmerksamkeit.
Ufer eins: die innere Beziehung
Die innere Beziehung zum Verstorbenen soll sicher und frei werden, über Erinnerungen, innere Begegnungen, Dialoge und manchmal Klärungen.
Ufer zwei: Schmerz und Trauer nach außen bringen
Gleichzeitig realisiert der Trauernde allmählich, dass der Mensch fehlt. Schmerz und Trauer wollen gespürt und nach außen gebracht werden. Kachler arbeitet dafür mit dem Atem („abatmen"), mit der Einladung, Tränen fließen zu lassen, und mit Symbolen. Ein Trauernder lässt zum Beispiel ein Symbol für seinen Schmerz entstehen, gibt ihm einen Rahmen und stellt es außerhalb seines Körpers ab.
Das erinnert an die Externalisierung in der Hypnose: Was innen keinen Platz hat, bekommt außen einen.
Die Liebe darf bleiben, die Trauer darf gehen. Die Trauer wird nach außen begleitet, die Liebe wird im Inneren verankert. Beides läuft parallel, oft in derselben Sitzung.
Klärungsarbeit: Brief und leerer Stuhl
Viele innere Beziehungen tragen Ungeklärtes mit sich. Kachler unterscheidet hier sehr klar: Ungeklärtes bindet an den Verstorbenen, und zwar auf eine belastende Weise, über Schuld, Wut oder Enttäuschung. Sein Ziel ist eine sichere, freie Verbundenheit.
Ein Fall, den Roland Kachler erzählt: Eine Frau kommt nach dem Tod ihres Mannes zunächst gut zurecht. Dann findet sie Liebesbriefe und erfährt, dass ihr Mann über längere Zeit eine Außenbeziehung hatte. Erst jetzt wird die Trauer kompliziert. Enttäuschung und Frustration steigen auf, und es gibt niemanden mehr, mit dem sie das klären könnte.
Kachler erarbeitet mit ihr die Gefühle und lässt sie daraus einen Brief formulieren. Der Brief hat nur vier oder fünf Sätze, die das Wesentliche ihrer Enttäuschung ausdrücken. Dann liest sie ihn am Grab oder an der Gedenkstelle vor. Oder er arbeitet mit zwei Stühlen: Auf dem einen sitzt die Klientin mit ihrem Brief, auf dem anderen stellt sie sich ihren Mann vor. Sie liest den Brief ihm vor, nicht dem Begleiter. Danach fragt Kachler: Schauen Sie, wie Ihr Mann reagiert. Ist er betroffen? Ist er bereit, um Verzeihung zu bitten?
Der zweite Fall geht an die Nieren. Ein Landwirt hat eine Maschine selbst konstruiert und sie nicht vom TÜV abnehmen lassen. Sein Sohn verunglückt an dieser Maschine. Die Schuld bindet den Vater an seinen Sohn und hält ihn zugleich von Schmerz und Trauer fern, die dann im Körper stecken bleiben.
Auch hier schreibt der Vater einen Brief mit vier bis fünf rituellen Sätzen. Kachler gibt ein Beispiel, wie so etwas klingen kann: „Lukas, ich habe die Maschine konstruiert. Ich bin verantwortlich für deinen Tod. Es tut mir unendlich leid. Ich weiß nicht, ob du mir verzeihen kannst." Details wie fehlendes Geld oder ein nicht erreichbarer TÜV kommen bewusst nicht hinein. Der Brief verdichtet die Emotion auf die existenzielle Ebene.
Fachlich spricht Kachler davon, dass dieser Prozess mit dem Ego-State des Verstorbenen stattfindet, also mit dem inneren Anteil, der den Verstorbenen in uns repräsentiert. Wer mit Ego-States und Anteilen arbeitet, nutzt immer auch das Assoziationsprinzip: Der Trauernde assoziiert sich in die Begegnung hinein und erlebt sie, statt über sie zu reden.
Besonders viel Klärung braucht laut Kachler die Suizidtrauer. Habe ich etwas übersehen? Was bedeutet dieser Suizid? Solche Fragen werden mehrfach durchgearbeitet. Am Ende kann ein Satz stehen wie: „Es ist dein Suizid. Ich respektiere ihn als deinen." So wird aus der Gebundenheit eine freie Verbundenheit.
Brief, Ort und wenige feste Sätze sind ein Ritual, und ein klarer Rahmen trägt Gefühle, die sonst überfluten würden. Mehr dazu im Artikel über therapeutische Rituale im Coaching.
Wenn der Verlust traumatisiert
Viele Trauernde kommen laut Kachler auch als Verlusttraumatisierte. Das passiert etwa, wenn jemand einen Suizid auffindet, den Tod eines nahen Menschen miterlebt oder sich die Umstände immer wieder ausmalt. Auch nicht selbst Erlebtes kann traumatisieren: Etwa ein Elternteil, vor dessen innerem Auge immer wieder das Bild auftaucht, wie der eigene Sohn auf dem Gleis steht.
Kachler geht in Schritten vor. Zuerst werden Reaktionen wie das Gefühl, neben sich zu stehen, einzufrieren oder nichts mehr fühlen zu können, benannt und als Schutzreaktion gewürdigt. Erst danach werden die Bilder bearbeitet, und zwar in einer doppelten Traumatherapie. Der Verstorbene bekommt in der Imagination einen heilsamen Ort, an dem sein Trauma abheilen darf, zum Beispiel ein Partner, der bei einem Autounfall verbrannt ist. Und der Trauernde bekommt Unterstützung, über das Zulassen von Liebe und Trauer sein eigenes Trauma zu lösen.
Die klassische Trauerpsychologie hat das laut Kachler lange übersehen. Mehr dazu im Artikel Traumabehandlung mit Hypnose.
Der Körper trauert mit
Kachler arbeitet auf beiden Ufern ständig über den Körper. Auf der Seite von Schmerz und Trauer fragt er sofort nach: Wo im Körper spüren Sie den Schmerz? Wie fühlt er sich an, eng, schwer, stechend, pulsierend? Dann lädt er ein, den Atem dorthin fließen zu lassen und den Schmerz beim Ausatmen mitzunehmen oder in die Augen aufsteigen zu lassen.
Auf der Seite der Liebe geht es in die andere Richtung. Wenn eine Mutter ein Foto ihrer verstorbenen Tochter zeigt, lässt Kachler zuerst die Tränen fließen. Dann fragt er, wo sie die Verbundenheit zu ihrer Tochter im Körper spürt. Für die Liebe entsteht eine Farbe. Die Farbe breitet sich im ganzen Körper aus, bis die Trauernde ganz davon erfüllt ist. Danach fließt sie an die Ausgangsstelle zurück und wird dort unter der Hand gespeichert. Die Trauer fließt ab, die Liebe wird verankert.
Hier arbeitet die Sinnesaktivierung: Atem, Berührung, Farbe, Körperempfindung.
Kachler betont auch die Grenze: In der Stabilisierungsphase braucht es Vorsicht, sonst kann Körperarbeit zu heftig werden. Dann geht es eher darum, dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun und in Bewegung zu kommen.
Männer trauern über das Tun
Kachler warnt vor Vereinfachungen, es gibt auch Frauen, die eher männlich trauern, und umgekehrt. Trotzdem sitzen in Trauergruppen oft zehn verwaiste Mütter und drei oder vier Väter.
Viele Männer erleben einen Verlust wie eine Niederlage und reagieren darauf mit Kampf, also mit den Muskeln. Schmerz bedeutet Ohnmacht und Kontrollverlust. Männer kommen deshalb meist anlassbezogen: Der Arzt sagt, die Herz- oder Muskelbeschwerden hätten wohl mit dem Tod der Frau zu tun. Oder ein Mann muss 500 Kilometer wegziehen und fragt sich, was mit dem Grab seiner Frau wird.
Kachlers Konsequenz ist sehr praktisch: Männern bietet er keine Gesprächsgruppe an. Er macht mit ihnen ein Trauer-Wanderwochenende. Oder trauernde Väter besuchen einen Computerkurs und bauen dabei eine Homepage für ihr verstorbenes Kind. Männer kommen über das Tun ins Spüren und danach auch ins Reden.
Für Hypnose-Lernende ist das ein schönes Beispiel für das Kontextprinzip. Derselbe Prozess braucht für verschiedene Menschen einen anderen Rahmen.
Wie lange dauert eine Trauerbegleitung?
Kachler arbeitet mit Trauernden meist im Abstand von etwa drei Wochen, in der Regel 20 bis 25 Sitzungen. Viele kommen drei bis vier Monate nach dem Verlust, und die Begleitung reicht meist bis etwa ein halbes Jahr über den zweiten Todestag hinaus. Todestage sind wesentliche Einschnitte.
Wichtig ist ihm ein Satz: Trauer ist keine Erkrankung. Sie ist eine Reaktion der Liebe, neurobiologisch gesprochen des Bindungssystems. Begleitung ist dafür da, dass der Prozess im Fluss bleibt. Wenn Trauer dauerhaft stillsteht, können körperliche Symptome entstehen, etwa massive Herz- oder Muskelschmerzen. Bei schwersten Verlusten kann es in Richtung Depression gehen, bei Männern häufiger in Richtung Sucht, manchmal auch in Richtung Verbitterung.
Wenn der Verlust lange zurückliegt
Manche Menschen kommen erst zehn Jahre nach dem Verlust. Dann spricht Kachler von nachholender Trauerarbeit. Besonders wird es, wenn der Verlust in der Kindheit passiert ist. Kachlers Beispiel: Ein zehnjähriger Junge erlebt mit, wie seine kleine Schwester im Gartenteich ertrinkt. Daraus entsteht ein Skript, also eine unbewusste Lebensregel: „Jede Beziehung endet in einer Katastrophe." Später als Erwachsener vermeidet er Beziehungen oder beendet sie unbewusst.
Kachler arbeitet dann mit dem inneren trauernden Kind. In der Imagination wird der Junge getröstet und an einen Trauerort geführt, an dem die Trauer sein darf. Er darf eine innere Beziehung zu seiner Schwester weiterleben, als Engel oder in Gestalt eines Tieres. Und er lernt zu unterscheiden: Damals war es eine Katastrophe. Heute kann ein erwachsener Mann sich auf Beziehungen einlassen, die schön sein können, schwierig und manchmal auch zu Ende gehen, ohne dass es wieder eine Katastrophe ist.
Das Gefühl, die Liebe zu verraten
Was passiert, wenn die Trauer geht? Laut Kachler tauchen dann zwei Gedanken sehr häufig auf.
Der erste: Die Beziehung fühlt sich weniger intensiv an, weil sie nicht mehr über die Trauer läuft. Kachler bietet dann eine Alternative an, eine innere Beziehung, die vielleicht weniger intensiv ist und sich dafür freundlich und frei anfühlt. Und er sagt dazu: Sie behalten die Trauer, solange Sie sie noch brauchen.
Der zweite: das Gefühl von Verrat. Wenn ich nicht mehr so trauere, lasse ich mein Kind im Stich. Manche Trauernde verweigern deshalb das Leben: Wie kann ich tanzen gehen, wenn meine Tochter nie mehr tanzen kann? Hier klärt Kachler die Loyalität, wieder im Brief oder in einer inneren Begegnung. Eine Mutter sagt zum Beispiel ihrem verstorbenen Sohn, dass sie nicht mehr jeden Tag ans Grab gehen wird, und fragt, ob das für ihn in Ordnung ist. In aller Regel kommt vom inneren Anteil des Verstorbenen eine Zustimmung, oft sogar der ausdrückliche Wunsch: Geh wieder tanzen.
Dazu gehört die Frage nach dem sicheren Ort für den Verstorbenen. Kinder sagen: Papa ist jetzt ein Stern. Viele Eltern sprechen vom Regenbogen. Christlich ist es das Haus Gottes, andere wünschen sich einen Lichtraum oder einen Treffpunkt für ein Wiedersehen. Kachler ist vorsichtig: Glaube kann in dieser Extremsituation zerbrechen oder neu entstehen. Die Begleitung folgt dem Bild des Trauernden.
Was Du als Hypnose-Lernender daraus mitnehmen kannst
Wenn ich das Interview durch die Brille meiner 8 hypnotischen Prinzipien anschaue, sehe ich vor allem vier davon am Werk:
- Utilisation: Kachler baut auf dem auf, was Trauernde spontan tun, vom Gespräch mit dem Verstorbenen bis zum Begegnungstraum.
- Assoziation: Der Brief geht direkt an den imaginierten Verstorbenen. So wird aus einem Bericht ein Erleben.
- Sinnesaktivierung: Atem, Hand, Farbe, Geruch der Kleidung. Die innere Beziehung bekommt einen Ort im Körper.
- Kooperation: Der Trauernde bestimmt das Tempo. Die Trauer darf bleiben, solange sie gebraucht wird.
Vieles davon passiert im wachen Gespräch mit offenen Augen. Ein einziger Satz wie „Wo im Körper spüren Sie die Verbundenheit zu Ihrer Tochter?" lenkt die Aufmerksamkeit und öffnet eine innere Erfahrung. Genau diese Art von Hypnose im Gespräch ist für mich der Kern wirksamer Kommunikation. Wenn Du die Grundlagen dafür üben willst, findest Du einen Einstieg im kostenlosen Hypnose-Workbook. Wer die Prinzipien systematisch lernen möchte, für den gibt es den Hypnose-Practitioner.
Roland Kachler und sein Sohn heute
Am Ende des Gesprächs habe ich Roland Kachler gefragt, wie seine Beziehung zu seinem Sohn heute aussieht. Die ersten zweieinhalb bis drei Jahre, erzählt er, war es eine verzweifelte, suchende Beziehung. Danach wurde sie freier und gelassener. Sie darf in den Hintergrund treten, ohne dass er Angst hat, seinen Sohn zu verlieren.
Wenige Tage nach unserem Gespräch stand der Todestag an. Mit seiner Frau hatte er besprochen, das Grab neu zu bepflanzen. Die Unfallstelle pflegt er seit über 20 Jahren. Manchmal schaut er sich Fotos an. Manchmal kommt der Schmerz unerwartet zurück. Wenn das Wetter herbstlich wird, spürt er Wehmut, eine leichte Form von Trauer und den Wunsch, seinem Sohn nahe zu sein.
Seine Bitte an Trauernde: Lasst euch auf die Liebe ein und pflegt die innere Beziehung.
Angenommen, ein Mensch, der Dir nahe war, hätte in Dir einen sicheren Ort: Wie würde er aussehen?
Häufige Fragen
Was ist hypnosystemische Trauerbegleitung?
Sie verbindet hypnotherapeutisches Arbeiten nach innen mit einem systemischen Blick auf Beziehungen, entwickelt von Roland Kachler. Im Zentrum steht die innere Beziehung zum Verstorbenen: Schmerz und Trauer dürfen gehen, die Liebe darf bleiben.
Muss man in der Trauer loslassen?
Nach Roland Kachler geht es um eine Veränderung der Beziehung. Die äußere Beziehung endet mit dem Tod, die innere kann weiterbestehen und mit der Zeit freier und leichter werden. Was gehen darf, sind Schmerz und Trauer.
Wie viele Sitzungen braucht eine Trauerbegleitung?
Kachler arbeitet bei schweren Verlusten meist mit 20 bis 25 Sitzungen im Abstand von etwa drei Wochen. Sie reicht meist bis ein halbes Jahr über den zweiten Todestag hinaus.
Ist Trauer eine Krankheit?
Trauer ist laut Kachler eine Reaktion der Liebe beziehungsweise des Bindungssystems und keine Erkrankung. Steht der Prozess dauerhaft still, können Beschwerden, Depression oder Sucht folgen, und dann gehört die Begleitung in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Wenn Du gerade selbst an Suizid denkst, wende Dich bitte sofort an die Telefonseelsorge: in Deutschland 0800 111 0 111, in Österreich 142, in der Schweiz 143.
Darf ich als Coach Trauernde begleiten?
Trauerbegleitung bei einer normalen Trauerreaktion ist in vielen Fällen auch außerhalb der Psychotherapie möglich, die Grenzen hängen aber vom Land ab. In Österreich arbeitest Du als Coach im Rahmen der Lebens- und Sozialberatung, in Deutschland gilt das Heilpraktikergesetz. Verlusttraumatisierung, Depression oder Suizidgedanken gehören in therapeutische Hände.
Welches Buch von Roland Kachler passt zu mir?
Für Trauernde empfiehlt Kachler sein erstes Buch „Meine Trauer wird dich finden". Für Therapeuten und Begleiter ist „Hypnosystemische Trauerbegleitung" die fachliche Grundlage.
Quelle
- Kachler, R. (2025). Hypnosystemische Trauerbegleitung: Ein Leitfaden für die Praxis. Carl-Auer.
- Kachler, R. (2017). Meine Trauer wird dich finden: Ein neuer Ansatz in der Trauerarbeit. Herder.
- Schmidt, G. (2022). Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung. Carl-Auer.
Siehe auch
- Schmidt "Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung" (Buchrezension) - Schmidts kompaktes hypnosystemisches Standardwerk. Problemtrance/Lösungstrance, Symptome als kompetente Lösungsversuc...
- Ego-State-Therapie - Wie Hypnose mit inneren Anteilen arbeitet, auch mit dem inneren Anteil eines Verstorbenen.
- Utilisationsprinzip in der Hypnose - alles wird zum Werkzeug
- Ambivalenz im Coaching auflösen: Schmidts Methode praktisch - Ambivalenz als Patt zweier kompetenter Anteile. Sechs-Schritte-Workflow: beide Seiten würdigen, dritte Position einne...
- Hypnose für Psychologen und Psychotherapeuten: Was die Forschung zeigt und wie Du sie integrierst - Studienlage (Vlieger 2020, Moser/Peter 2017, Vanhaudenhuyse 2015, Kirsch 1995 ...), drei Integrations-Schulen (Cognit...
Hypnose wirklich beherrschen.
Im Hypnose-Practitioner lernst Du die 8 hypnotischen Prinzipien strukturiert anzuwenden - Schritt für Schritt, praxisnah und mit viel Lebendigkeit im Online-Raum. Der Einstieg für alle, die Hypnose wirklich im Alltag anwenden wollen.
Hypnose-Practitioner ansehen →Lieber live erleben? Die nächsten kostenlosen Webinare mit Marian
Online, live und kostenlos. Komm vorbei, probier aus und stell Deine Fragen direkt.
-
Dienstag, 20.10.2026, 20:15-21:15 Uhr · kostenlos
Mit dem Unbewussten arbeiten: Eine praktische Einführung in die Hypnose
Dein Unbewusstes trifft etwa 95% Deiner Entscheidungen - warum also nicht direkt mit ihm sprechen? Hypnose ist kein Hokuspokus und hat nichts mit Showhypnose …
-
Sonntag, 25.10.2026, 09:00-16:00 Uhr · kostenlos
NLP-Basis-Tag
Der ideale Einstieg für alle, die NLP gerne intensiv kennenlernen möchten. Unsere Vision ist es, allen wirklich Interessierten die Möglichkeit zu bieten, NLP …
-
Sonntag, 13.12.2026, 09:00-16:00 Uhr · kostenlos
NLP-Basis-Tag
Der ideale Einstieg für alle, die NLP gerne intensiv kennenlernen möchten. Unsere Vision ist es, allen wirklich Interessierten die Möglichkeit zu bieten, NLP …
Über den Autor: Marian Zefferer, MSc
Marian Zefferer ist Hypnose- (WHO) und NLP-Trainer (IN, DVNLP, ÖDVNLP) bei Landsiedel NLP Training und Experte für die 8 hypnotischen Prinzipien. Er bildet Coaches, Therapeuten und Trainer aus, die Hypnose wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig alltagstauglich einsetzen wollen.
Sein Markenzeichen: Er schlägt die Brücke zwischen Hirnforschung und Alltagsrealität, getragen von drei Pfeilern — wissenschaftlicher Tiefe, didaktischer Präzision und gelungenem Praxistransfer mit einer Prise Humor.
→ Mehr über Marian · → Hypnose-Practitioner · → Hypnose-Master · → Hypnose-Studien