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Trenkle "Die Löwen-Geschichte" (Buchrezension)
Bernhard Trenkles "Die Löwen-Geschichte" ist für mich (Marian Zefferer) ein sehr gutes Hypnose-Buch, aber kein Einsteigerbuch. Es geht um die hohe Kunst der hypnotisch-metaphorischen Kommunikation: um Loops, um Storytelling und um eingebettete Suggestionen. Wer schon etwas Erfahrung mitbringt und die Sprache der Hypnose kennt, findet hier ein kleines Juwel.
Worum es geht
Das Buch zeigt, wie man mit Geschichten und Metaphern hypnotisch kommuniziert und wie man diese Kunst auch für die eigene Selbsthypnose nutzt. Im Zentrum stehen die verschachtelten Loops, also ineinander verschachtelte Geschichten, sowie der Einsatz von eingebetteten Suggestionen innerhalb einer Erzählung.
Bernhard Trenkle ist einer der bekanntesten Vertreter der modernen Hypnose im deutschsprachigen Raum, Mitbegründer des Carl-Auer-Verlags und international ausgezeichnet. Wer seinen erzählerischen Stil aus "Dazu fällt mir eine Geschichte ein" kennt, trifft ihn hier in einer fokussierteren, technischeren Form wieder.
Was das Buch besonders macht
Ein komplettes Trance-Transkript
Das Wertvollste am Buch ist für mich, dass eine echte Trance vollständig im Wortlaut abgedruckt ist. Trenkle baut dabei einen verschachtelten Loop auf: Er öffnet nacheinander vier bis fünf Geschichten, ohne sie gleich zu Ende zu erzählen. Die Löwen-Geschichte sitzt als innerster Block in der Mitte, sie ist die letzte Geschichte, die geöffnet wird. Danach schließt Trenkle alle zuvor begonnenen Geschichten wieder, eine nach der anderen. Genau dieses verschachtelte Bauen kannst Du hier von Anfang bis Ende im echten Transkript mitlesen. So etwas ist selten. Meist liest man über Hypnose, hier liest man eine echte Trance im Wortlaut mit. Das ist Gold wert, wenn Du verstehen willst, wie sich Aufbau, Tempo und Sprachmuster im echten Verlauf anfühlen.
Meine ehrliche Lese-Erfahrung
"Die Löwen-Geschichte" belohnt Vorwissen. Wenn Du die Bausteine schon kennst, also Suggestion, Metapher, Trance-Aufbau, dann liest Du das Transkript wie eine Partitur und erkennst, was Trenkle in jedem Moment tut. Kommst Du dagegen ohne Vorkenntnisse, kann das Buch schnell zu dicht wirken, weil viel im Hintergrund mitschwingt, das nicht eigens erklärt wird. Es ist bewusst ein Buch für Fortgeschrittene, kein erstes Lehrbuch, und das ist völlig in Ordnung, man sollte es nur wissen, bevor man es aufschlägt.
Für wen ist das Buch geeignet
- Fortgeschrittene, die schon etwas Hypnose-Know-how haben und die Sprache der Hypnose kennen
- Alle, die Geschichten und Metaphern gezielt einsetzen und am echten Transkript lernen wollen, wie ein Profi eine Trance aufbaut
- Wer sich für Hypnose über Metaphern interessiert und einen anspruchsvollen, lebendigen Zugang sucht
Für wen ist es nicht der richtige Start? Für absolute Anfänger und für alle, die klassische Induktionen Schritt für Schritt erklärt haben wollen. Wenn Du erst einsteigst, lies vorher etwas, das die Grundlagen aufbaut. Gut geeignet als Vorbereitung sind Trenkles erzählerisches "Dazu fällt mir eine Geschichte ein", ein kompaktes Konversationshypnose-Buch wie Priors "MiniMax-Interventionen" oder Gunther Schmidts "Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung". Danach entfaltet die Löwen-Geschichte ihre volle Wirkung.
Mein Fazit
"Die Löwen-Geschichte" ist ein sehr gutes Buch für alle, die bereit für den nächsten Schritt sind. Das vollständige Trance-Transkript und der meisterhafte Umgang mit Störungen machen es zu einer kleinen Schule des metaphorischen Arbeitens. Bring etwas Vorwissen mit, dann ist es eine echte Bereicherung.
Die Grundlagen, die Du dafür brauchst, findest Du in meinem kostenlosen Hypnose-Workbook. Und wenn Du hypnotische Sprache und Trance-Aufbau systematisch und mit Feedback üben willst, ist mein Hypnose-Practitioner-Online-Training der passende Rahmen.
Was Du davor lesen kannst
- Trenkle, B. Dazu fällt mir eine Geschichte ein. Carl-Auer. Der leichtere, erzählerische Einstieg in Trenkles Welt. Meine Rezension dazu.
- Mein Artikel zu den 8 hypnotischen Prinzipien - die Basis, auf der Loops und Metaphern erst wirken.
- Mein Artikel zur Storykaskade - wenn Du verschachteltes Erzählen vertiefen willst.
Häufige Fragen
Ist "Die Löwen-Geschichte" für Anfänger geeignet?
Eher nicht. Das Buch setzt etwas Hypnose-Vorwissen und Vertrautheit mit hypnotischer Sprache voraus. Anfängern empfehle ich, zuerst ein Einführungs- oder Konversationshypnose-Buch zu lesen und dann zur Löwen-Geschichte zu greifen.
Was ist das Besondere an dem Buch?
Es enthält ein vollständiges, echtes Trance-Transkript, an dem Du Schritt für Schritt mitlesen kannst, wie Trenkle mit verschachtelten Loops eine Trance aufbaut, öffnet und wieder schließt.
Worum geht es inhaltlich?
Um hypnotisch-metaphorische Kommunikation: verschachtelte Loops, Storytelling, eingebettete Suggestionen und den Einsatz dieser Mittel auch für die eigene Selbsthypnose.
Was sollte ich vorher lesen?
Gut geeignet als Vorbereitung sind Trenkles "Dazu fällt mir eine Geschichte ein", ein kompaktes Konversationshypnose-Buch wie Priors "MiniMax-Interventionen" oder Schmidts "Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung".
Quelle
- Trenkle, B. (2016). Die Löwen-Geschichte: Hypnotisch-metaphorische Kommunikation und Selbsthypnosetraining. Carl-Auer Verlag.
Siehe auch
- Bernhard Trenkle "Dazu fällt mir eine Geschichte ein" (Buchrezension) — Marians meistempfohlenes Buch in Hypnose- und Storytelling-Ausbildungen. Trenkles Fallvignetten in der Erickson-Tradi...
- Bernhard Trenkle: Der Mann, der die moderne Hypnose formte - und noch immer formt — Bernhard Trenkle: Der Mann, der die moderne Hypnose formte - und noch immer...
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- Selbsthypnose im Alltag - Du tust es schon — Sechs Alltagsbeispiele für Selbsthypnose, Problemtrance vs. Lösungstrance, drei Hebel zum Fokuswechsel.
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Über den Autor: Marian Zefferer, MSc
Marian Zefferer ist Hypnose- (WHO) und NLP-Trainer (IN, DVNLP, ÖDVNLP) bei Landsiedel NLP Training und Experte für die 8 hypnotischen Prinzipien. Er bildet Coaches, Therapeuten und Trainer aus, die Hypnose wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig alltagstauglich einsetzen wollen.
Sein Markenzeichen: Er schlägt die Brücke zwischen Hirnforschung und Alltagsrealität, getragen von drei Pfeilern — wissenschaftlicher Tiefe, didaktischer Präzision und gelungenem Praxistransfer mit einer Prise Humor.