Prämenstruelles Syndrom (PMS): Symptome erkennen, PMDS einordnen, Beschwerden lindern
Ein paar Tage im Monat fühlt sich vieles schwerer an: Die Brüste spannen, der Kopf schmerzt, und die Geduld ist schneller am Ende als sonst. Viele Frauen kennen solche Veränderungen vor ihrer Periode. Für manche werden sie jeden Monat zu einer echten Belastung. Oft ist das prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, der Grund dafür. Dieser Ratgeber erklärt, woran Sie PMS erkennen, was hinter den Beschwerden steckt und wie sich die schwerere Form PMDS davon unterscheidet. Außerdem erfahren Sie, welche Wege es gibt, mit den Beschwerden umzugehen, und wann ein ärztliches Gespräch sinnvoll ist.
Was ist das prämenstruelle Syndrom?
Das prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, bezeichnet körperliche und seelische Beschwerden, die regelmäßig in der Zeit vor der Menstruation auftreten und mit dem Beginn der Periode wieder nachlassen. In der Medizin steht das Wort „Syndrom“ für ein Bündel verschiedener Beschwerden, die gemeinsam auftreten. Bei der einen Frau stehen Brustspannen und Kopfschmerzen im Vordergrund, bei der anderen Reizbarkeit, Müdigkeit oder Heißhunger.
Der Name verrät bereits, wann die Beschwerden auftreten: „prämenstruell“ bedeutet „vor der Menstruation“. PMS gehört zur zweiten Hälfte des weiblichen Zyklus, also zur Zeit nach dem Eisprung. Manche Frauen spüren erste Veränderungen schon rund zwei Wochen vor der Regelblutung, bei anderen setzen sie erst wenige Tage vorher ein. Mit dem Beginn der Periode klingen sie wieder ab und sind spätestens am Ende der Blutung verschwunden.
Auf die Periode folgt deshalb eine Zeit, in der sich Frauen mit PMS weitgehend beschwerdefrei fühlen. Erst im nächsten Zyklus kehren die Beschwerden zurück, oft in ähnlicher Form und zu einem ähnlichen Zeitpunkt. An diesem Wechsel zwischen unbeschwerten und belasteten Tagen lässt sich PMS am zuverlässigsten erkennen.
Bei vielen Frauen bleiben die Veränderungen leicht und stören den Alltag kaum. Nur ein kleinerer Teil ist so stark betroffen, dass Beruf, Familie oder Partnerschaft spürbar darunter leiden. Stehen dabei ausgeprägte psychische Beschwerden im Vordergrund, kann eine prämenstruelle dysphorische Störung vorliegen, kurz PMDS.
Welche Symptome sind bei PMS typisch?
Die Beschwerden lassen sich grob in körperliche und psychische einteilen. Häufig treten beide zusammen auf. Ihre Zusammensetzung und Stärke unterscheiden sich dabei von Frau zu Frau erheblich.
Körperliche Beschwerden
Vor der Periode zeigt sich PMS oft durch mehrere körperliche Beschwerden gleichzeitig. Typisch sind zum Beispiel:
- Spannungsgefühle und Empfindlichkeit in den Brüsten
- Kopfschmerzen
- Wassereinlagerungen und das Gefühl, aufgeschwemmt zu sein
- Völlegefühl und ein aufgeblähter Bauch
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Schlafprobleme
- veränderter Appetit bis hin zu Heißhunger
- Veränderungen der Verdauung
- allgemeine körperliche Anspannung
Kaum eine Frau hat alle diese Beschwerden. Ihre Stärke reicht von kaum spürbar bis deutlich belastend.
Brustspannen vor der Periode
In der zweiten Zyklushälfte fühlen sich die Brüste bei vielen Frauen voller, schwerer oder berührungsempfindlich an. Manche empfinden dann schon einen engen BH oder eine feste Umarmung als unangenehm. Meist lässt das Spannungsgefühl nach, sobald die Periode einsetzt.
Tritt das Brustspannen immer im gleichen Abschnitt des Zyklus auf und verschwindet danach wieder, passt es ins typische Bild von PMS. Anders ist es bei Veränderungen, die neu oder ungewohnt sind, nur eine Seite betreffen oder unabhängig vom Zyklus bestehen bleiben. Auch tastbare Knoten, Hautveränderungen oder Absonderungen aus der Brustwarze gehören nicht zu PMS. In solchen Fällen sollten Sie die Brust ärztlich untersuchen lassen, auch wenn die Veränderungen zeitlich zum Zyklus zu passen scheinen.
Heißhunger und veränderter Appetit
Vor der Periode verändert sich bei manchen Frauen das Essverhalten spürbar. Der Appetit nimmt zu. Oft richtet sich das Verlangen auf Süßes oder besonders gehaltvolle Speisen. Manche essen in diesen Tagen mehr als gewohnt, ohne es sich vorgenommen zu haben.
Mit Beginn der Periode normalisiert sich der Appetit in der Regel wieder. Als einzelnes Symptom ist Heißhunger allerdings noch kein Hinweis auf PMS. Er gehört erst dann ins Bild, wenn er regelmäßig in derselben Zyklusphase auftritt und danach wieder verschwindet. Mit ein paar Kniffen bei der Ernährung lässt sich starkem Heißhunger etwas entgegensetzen.
Psychische Beschwerden
Für manche Frauen sind die Tage vor der Periode vor allem seelisch anstrengend. Typische psychische Beschwerden sind:
- Reizbarkeit
- Stimmungsschwankungen
- innere Unruhe und Anspannung
- erhöhte emotionale Empfindlichkeit
- Niedergeschlagenheit bis hin zu einer depressiven Verstimmung
- Antriebslosigkeit
- Konzentrationsprobleme
Betroffene erzählen oft, dass sie in dieser Zeit schneller aus der Haut fahren oder bei Kleinigkeiten in Tränen ausbrechen, obwohl ihnen der Anlass selbst gering erscheint. Häufig bleiben solche Veränderungen mild. Werden die psychischen Beschwerden jedoch so stark, dass sie Beziehungen, Arbeit oder das eigene Selbstwertgefühl erheblich belasten, kann eine PMDS dahinterstecken.
Wie stark PMS den Alltag beeinträchtigen kann
Die Spannbreite ist groß. Manche Frauen nehmen ihre prämenstruellen Tage kaum als Einschränkung wahr und fühlen sich lediglich etwas müder oder dünnhäutiger als sonst. Andere müssen ihren Alltag in dieser Zeit spürbar anpassen, sagen Verabredungen ab oder schaffen im Beruf weniger als gewohnt.
Zur Belastung trägt oft auch die Wiederholung bei. Wer weiß, dass die schwierigen Tage jeden Monat wiederkommen, beginnt sie einzuplanen und richtet Termine danach aus. Auch das Umfeld spürt die Veränderungen, etwa wenn sich Streit in der Partnerschaft vor der Periode häuft.
Ein guter Maßstab ist die Frage, ob die Beschwerden Sie regelmäßig von Dingen abhalten, die Ihnen wichtig sind. Ist das der Fall, lohnt sich ein ärztliches Gespräch.
Warum PMS nicht jeden Monat gleich verläuft
PMS folgt einem Muster, läuft aber nicht wie ein Uhrwerk ab. Auf einen Zyklus mit kaum spürbaren Beschwerden kann ein Monat folgen, in dem die Tage vor der Periode deutlich schwerer fallen. Auch die Art der Beschwerden kann wechseln: In einem Monat machen vor allem die empfindlichen Brüste zu schaffen, im nächsten eher Gereiztheit und Heißhunger.
Manche Frauen bemerken außerdem, dass besondere Belastungen, zu wenig Schlaf oder eine Erkältung die prämenstruellen Tage zusätzlich erschweren. Solche Einflussfaktoren verändern, wie deutlich die Beschwerden spürbar sind.
Ein einzelner Monat sagt deshalb wenig aus. Erst die Beobachtung über mehrere Zyklen macht das eigentliche Muster sichtbar, am einfachsten mit einem Symptomtagebuch.
Was sind die Ursachen von PMS?
Bei der Entstehung von PMS spielen die hormonellen Veränderungen des Zyklus eine zentrale Rolle. Die Forschung sucht allerdings noch nach einer vollständigen Erklärung dafür, dass manche Frauen vor ihrer Periode kaum etwas spüren und andere deutlich leiden. Frauen mit PMS haben nicht unbedingt auffällige Hormonwerte. Nach heutigem Wissensstand reagiert ihr Nervensystem vielmehr empfindlicher auf die ganz normalen Schwankungen, die jeden Monat stattfinden. Hinzu kommen weitere Einflüsse, sodass PMS auf ein Zusammenspiel mehrerer Ursachen zurückgeht.
Der weibliche Zyklus und seine Hormone
Der weibliche Zyklus wird von einem fein abgestimmten Zusammenspiel mehrerer Hormone gesteuert. In der ersten Zyklushälfte steigt vor allem der Östrogenspiegel an, während im Eierstock eine Eizelle heranreift. Nach dem Eisprung bildet sich an dieser Stelle der sogenannte Gelbkörper, der nun vermehrt Progesteron produziert. Das Hormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Bleibt sie aus, sinken Progesteron und Östrogen gegen Ende des Zyklus wieder ab. Daraufhin setzt die Periode ein.
PMS fällt in die Zeit nach dem Eisprung, in der Progesteron den Zyklus prägt und der Östrogenspiegel sich verändert. Diese Bindung an den Eisprung erklärt auch, wann PMS nicht auftritt. In der Schwangerschaft gibt es keinen monatlichen Zyklus und damit auch keine prämenstruelle Phase. Mit der letzten Regelblutung in den Wechseljahren verschwinden die Beschwerden endgültig.
Progesteron-Abbauprodukte und das Nervensystem
Der Körper baut Progesteron zu verschiedenen Stoffwechselprodukten ab. Das wichtigste davon ist Allopregnanolon, ein Stoff, der direkt im Gehirn wirkt. Dort verstärkt er normalerweise die Wirkung des Botenstoffs GABA, der im Nervensystem für Beruhigung und Entspannung sorgt.
Bei manchen Frauen scheint dieses System anders auf die monatlichen Schwankungen zu reagieren. Bei ihnen geht der Anstieg von Allopregnanolon in der zweiten Zyklushälfte offenbar mit Anspannung, Gereiztheit oder Ängstlichkeit einher, obwohl der Stoff normalerweise beruhigend wirkt. Die Forschung untersucht diesen Zusammenhang vor allem bei der PMDS, der besonders schweren Form prämenstrueller Beschwerden. Allopregnanolon ist dabei ein Baustein in einem größeren Zusammenspiel.
Serotonin und andere Botenstoffe im Gehirn
Neben dem GABA-System spielt der Botenstoff Serotonin eine wichtige Rolle. Serotonin ist an vielen Vorgängen beteiligt, die bei PMS aus dem Gleichgewicht geraten können, darunter Stimmung, Schlaf, Appetit und die Verarbeitung von Gefühlen. Östrogen und Progesteron beeinflussen, wie viel Serotonin im Gehirn zur Verfügung steht und wie es dort wirkt. Schwanken die Hormone, verändert sich deshalb auch die Arbeit dieses Botenstoffs.
Bei empfindlichen Frauen könnte dieser Zusammenhang erklären, warum vor der Periode Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit oder Heißhunger zunehmen. Er macht außerdem verständlich, warum bei starken psychischen Beschwerden Medikamente eingesetzt werden, die auf den Serotoninhaushalt wirken. Dabei greifen Hormone, ihre Abbauprodukte und mehrere Botenstoffsysteme ineinander. Die Empfindlichkeit dieses Zusammenspiels ist von Frau zu Frau verschieden.
Veranlagung und weitere Einflussfaktoren
PMS kommt in manchen Familien gehäuft vor. Das spricht dafür, dass eine erbliche Veranlagung mitbestimmt, wie empfindlich eine Frau auf die hormonellen Veränderungen ihres Zyklus reagiert. Die beteiligten Gene sind Gegenstand der Forschung.
Auch die Lebensumstände haben Einfluss. Anhaltender Stress und besondere Belastungen können verstärken, wie deutlich die Beschwerden erlebt werden. Das erklärt, warum manche Frauen ihre prämenstruellen Tage in anstrengenden Wochen oder nach unruhigen Nächten schwerer empfinden als in ruhigeren Zeiten. Die Grundlage der Beschwerden ist körperlich, Stress und Belastungen wirken lediglich darauf ein. PMS sagt deshalb nichts über die Belastbarkeit einer Frau aus.
PMDS: Wenn die Psyche besonders stark leidet
Das Wort „dysphorisch“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „schwer zu ertragen“. In der Medizin beschreibt es eine gereizte, niedergedrückte und angespannte Grundstimmung. Bei manchen Frauen bestimmt diese Stimmung die Tage vor der Periode so stark, dass sie weit über gewöhnliches PMS hinausgeht.
Was ist die prämenstruelle dysphorische Störung?
Die prämenstruelle dysphorische Störung, kurz PMDS, gilt als besonders schwere Form des prämenstruellen Syndroms. Im Mittelpunkt stehen ausgeprägte psychische Symptome, die Beruf, Familie und Beziehungen deutlich beeinträchtigen. Die PMDS ist als eigenständiges Krankheitsbild mit festgelegten Diagnosekriterien beschrieben.
Typische Beschwerden einer PMDS sind:
- starke Reizbarkeit, Wut oder häufige Konflikte mit anderen
- ausgeprägte Stimmungsschwankungen und plötzliche Traurigkeit
- gedrückte Stimmung, Hoffnungslosigkeit oder das Gefühl, wertlos zu sein
- Angst und starke innere Anspannung
- deutlich weniger Interesse an Dingen, die sonst Freude machen
- Konzentrationsprobleme
- Erschöpfung und Antriebslosigkeit
- veränderter Schlaf und Appetit
- das Gefühl, überfordert zu sein und den Alltag nicht mehr bewältigen zu können
Körperliche Beschwerden wie Brustspannen oder ein aufgeblähter Bauch können hinzukommen, prägen das Bild aber weniger als die seelische Belastung. Wie beim PMS setzen die Symptome in der zweiten Zyklushälfte ein und klingen mit der Periode wieder ab.
PMS oder PMDS? Die Unterschiede im Überblick
PMS und PMDS folgen demselben zeitlichen Muster. Sie unterscheiden sich aber darin, welche Beschwerden überwiegen, wie stark sie sind und wie sehr sie das Leben einschränken.
| Merkmal | PMS | PMDS |
|---|---|---|
| Zeitlicher Verlauf | zweite Zyklushälfte, Abklingen mit der Periode | wie beim PMS |
| Im Vordergrund | körperliche und psychische Beschwerden in unterschiedlicher Mischung | ausgeprägte psychische Beschwerden |
| Stärke | meist leicht bis mäßig | schwer |
| Auswirkungen | Alltag oft nur wenig eingeschränkt | Beruf, Familie und Beziehungen deutlich beeinträchtigt |
| Diagnose | anhand des typischen zeitlichen Musters | anhand festgelegter Kriterien, dokumentiert über mehrere Zyklen |
| Ärztliche Abklärung | bei belastenden Beschwerden sinnvoll | immer sinnvoll |
Eine heftige Stimmungsschwankung vor der Periode allein bedeutet noch keine PMDS. Die Grenze zwischen einem stark ausgeprägten PMS und einer PMDS verläuft fließend und lässt sich nur durch eine sorgfältige Beobachtung über mehrere Monate und eine fachliche Beurteilung ziehen.
Warum PMDS ernst genommen werden sollte
Frauen mit PMDS hören oft, sie seien eben „hormongesteuert“ oder sollten sich zusammenreißen. Dabei ist die PMDS eine ernstzunehmende Erkrankung, die das Leben erheblich beeinträchtigen kann. Trotzdem bleibt sie oft lange unerkannt.
Hinzu kommt der monatliche Rhythmus. Wer immer wieder erlebt, wie die eigene Stimmung kippt, beginnt oft schon Tage vorher, die nächste schwierige Phase zu fürchten. Beziehungen leiden unter wiederkehrenden Konflikten. Im Beruf fällt es schwer, gleichbleibend leistungsfähig zu sein.
Wenn Sie solche Veränderungen bei sich bemerken, suchen Sie sich professionelle Unterstützung, etwa bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt, in der Hausarztpraxis oder bei einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten. Für die PMDS stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, von Medikamenten bis zur Psychotherapie.
Bei einer PMDS können in den Tagen vor der Periode auch Gedanken auftreten, nicht mehr leben zu wollen. Solche Gedanken sind immer ernst zu nehmen, auch wenn sie mit der Blutung wieder vergehen. Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, holen Sie sich sofort Hilfe, zum Beispiel bei der TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111, die rund um die Uhr kostenlos erreichbar ist, oder in akuter Gefahr über den Notruf 112.
Wie werden PMS und PMDS diagnostiziert?
Die Diagnose von PMS stützt sich vor allem auf Ihre Beobachtungen: welche Beschwerden auftreten und wann im Zyklus sie kommen und gehen. Ein Laborwert oder eine einzelne Untersuchung kann diese Beobachtung nicht ersetzen. Die Diagnose entsteht deshalb im Gespräch und durch eine sorgfältige Beobachtung über mehrere Monate.
Was beim Arzttermin passiert
Im Mittelpunkt des ersten Termins steht ein ausführliches Gespräch. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird wissen wollen, welche Beschwerden Sie haben, wann im Zyklus sie auftreten, wie stark sie sind und seit wann sie bestehen. Auch Fragen nach Vorerkrankungen, Medikamenten und Verhütung gehören dazu, ebenso nach den Auswirkungen auf Ihren Alltag, Ihre Arbeit und Ihre Beziehungen.
Ein Ziel des Gesprächs ist, andere Ursachen auszuschließen. Depressionen, Schilddrüsenerkrankungen oder ein Reizdarmsyndrom können ähnliche Beschwerden hervorrufen. Eine Blutuntersuchung kann PMS zwar weder beweisen noch ausschließen, sie kann aber sinnvoll sein, um zum Beispiel die Schilddrüse zu prüfen. Stehen psychische Beschwerden im Vordergrund, setzen manche Ärztinnen einen Fragebogen ein oder empfehlen eine weitere Abklärung bei einer Psychotherapeutin, einem Psychotherapeuten oder in einer psychiatrischen Praxis.
Ein einzelner Termin reicht für eine sichere Diagnose meist nicht aus. Hilfreich ist es, wenn Sie bereits Aufzeichnungen über Ihre Beschwerden mitbringen. Haben Sie noch keine, wird man Sie in der Regel bitten, für einige Zyklen ein Symptomtagebuch zu führen.
Das Symptomtagebuch: So dokumentieren Sie Ihre Beschwerden
Im Nachhinein lassen sich Beschwerden oft nur ungenau einordnen. Man erinnert sich an schlechte Tage, weiß aber oft nicht mehr, wann genau sie waren und wie sie zur Periode lagen. Ein Symptomtagebuch schafft hier Klarheit, weil es die Beschwerden Tag für Tag festhält, solange die Erinnerung noch frisch ist.
Tragen Sie am besten jeden Abend kurz ein:
- ob Ihre Periode an diesem Tag begonnen hat oder noch andauert
- welche körperlichen und seelischen Beschwerden Sie bemerkt haben
- wie stark die einzelnen Beschwerden waren, etwa in den Stufen leicht, mittel und stark
- wie sehr sie Alltag, Arbeit, Schlaf oder Beziehungen beeinträchtigt haben
- besondere Umstände wie eine Erkrankung, eine Reise oder ungewöhnlich viel Stress
Führen Sie das Tagebuch mindestens zwei bis drei Monate lang. Es kann auf Papier, in einer Tabelle oder in einer Zyklus-App entstehen, für den Nutzen macht das keinen Unterschied. Eine kostenlose Vorlage zum Ausdrucken bietet zum Beispiel das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen auf gesundheitsinformation.de.
Nach einigen Monaten zeigt sich meist ein klares Bild. Häufen sich die Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte, klingen mit der Periode ab und bleiben in der Woche danach weitgehend aus, spricht das für PMS. Bestehen sie dagegen den ganzen Monat über, liegt die Ursache wahrscheinlich woanders. Später hat das Tagebuch übrigens noch einen weiteren Nutzen: Es zeigt, ob eine Maßnahme gegen die Beschwerden etwas bewirkt.
Diagnosekriterien für PMDS
Um eine PMDS von einem stark ausgeprägten PMS zu unterscheiden, orientieren sich Fachleute an bestimmten Diagnosekriterien, die in Forschung und Praxis weltweit verwendet werden. Sie greifen die typischen Beschwerden einer PMDS auf und geben an, wie ausgeprägt diese sein sollten und wann sie auftreten. Vereinfacht gesagt, kommt eine PMDS infrage, wenn:
- in der Woche vor der Periode mindestens fünf der typischen Beschwerden bestehen
- mindestens eine davon zu den vier Kernbeschwerden gehört, also deutliche Stimmungsschwankungen, ausgeprägte Reizbarkeit oder Wut, eine gedrückte Stimmung mit Hoffnungslosigkeit oder starke Angst und Anspannung
- sich die Beschwerden nach Beginn der Periode bessern und in der Woche danach gering sind oder ganz fehlen
- dieses Muster in den meisten Zyklen des vergangenen Jahres auftrat
- die Beschwerden Alltag, Arbeit oder Beziehungen deutlich beeinträchtigen
- es sich nicht lediglich um die Verstärkung einer anderen Erkrankung handelt
Bestätigt wird die Diagnose durch tägliche Aufzeichnungen über mindestens zwei Zyklen. Die Kriterien dienen als Grundlage für die fachliche Beurteilung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Psychotherapeutin. Sie können Ihnen außerdem helfen, die eigenen Beobachtungen einzuordnen und gezielt ins Gespräch mitzubringen.
PMS von anderen Beschwerden unterscheiden
Viele Beschwerden, die bei PMS auftreten, sind wenig spezifisch. Müdigkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen oder eine gedrückte Stimmung können zahlreiche Ursachen haben. Nicht alles, was sich vor der Periode bemerkbar macht, ist tatsächlich PMS. Der wichtigste Anhaltspunkt bleibt der zeitliche Verlauf: PMS kommt in der zweiten Zyklushälfte und geht mit der Blutung.
Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen
Einige Erkrankungen rufen Beschwerden hervor, die denen des PMS sehr ähneln:
- Depressionen und Angststörungen gehen ebenfalls mit Niedergeschlagenheit, innerer Anspannung, Erschöpfung und Konzentrationsproblemen einher.
- Erkrankungen mit wechselnden Stimmungsphasen, etwa eine bipolare Störung, werden manchmal mit PMS oder PMDS verwechselt.
- Eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse kann Müdigkeit, innere Unruhe, Stimmungsschwankungen und Gewichtsveränderungen verursachen.
- Ein Reizdarmsyndrom führt zu Blähbauch, Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden, die an körperliche PMS-Symptome erinnern.
Der Unterschied liegt meist im Verlauf. Bei diesen Erkrankungen bestehen die Beschwerden in der Regel den ganzen Monat über, eine weitgehend unbeschwerte Zeit nach der Periode gibt es nicht. Ein Symptomtagebuch macht diesen Unterschied gut sichtbar. Manchmal liegen allerdings auch beide Probleme gleichzeitig vor, etwa eine PMDS und eine Angststörung. Deshalb gehört die Abgrenzung in fachliche Hände.
Wenn sich bestehende Erkrankungen vor der Periode verstärken
Bei manchen Frauen verschlechtert sich eine bereits bestehende Erkrankung regelmäßig in den Tagen vor der Periode. Das kann zum Beispiel betreffen:
- Migräne
- Epilepsie, bei der es dann häufiger zu Anfällen kommen kann
- Depressionen und Angststörungen
- Hauterkrankungen wie Akne oder Neurodermitis
- Allergien und Erkrankungen der Atemwege
- entzündlich-rheumatische Erkrankungen, die in Schüben verlaufen
- Schlafstörungen
Auch das Reizdarmsyndrom oder eine Schilddrüsenunterfunktion können sich in dieser Zeit stärker bemerkbar machen. In solchen Fällen sind die Beschwerden grundsätzlich vorhanden und werden vor der Periode lediglich stärker. Fachlich wird das deshalb von PMS unterschieden. Auch die Diagnosekriterien für eine PMDS schließen eine bloße Verstärkung anderer Erkrankungen aus.
Wenn Sie eine solche Verstärkung bei sich beobachten, sprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt, die oder der Ihre Grunderkrankung behandelt. Manchmal lässt sich die Behandlung an den Zyklus anpassen. Ein Tagebuch, in dem Sie Beschwerden und Periode festhalten, ist für dieses Gespräch eine große Hilfe.
PMS oder schwanger?
Die Tage vor der Periode und die ersten Tage einer Schwangerschaft können sich überraschend ähnlich anfühlen. Brustspannen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder ein Ziehen im Unterleib kommen in beiden Situationen vor. Anhand dieser Beschwerden allein lässt sich deshalb nicht sagen, was dahintersteckt.
Mehr Klarheit bringt die Periode selbst. Setzt sie zum erwarteten Zeitpunkt ein und klingen die Beschwerden danach ab, passt das zu PMS. Bleibt sie aus, kann eine Schwangerschaft der Grund sein. Gewissheit gibt nur ein Schwangerschaftstest. Ein normaler Urintest aus der Apotheke oder Drogerie liefert ab dem Tag ein sicheres Ergebnis, an dem die Periode eigentlich hätte kommen sollen. Frühtests, die schon vorher eingesetzt werden, sind oft noch nicht zuverlässig. Ein positives Ergebnis sollte anschließend in der frauenärztlichen Praxis bestätigt werden.
Starke Regelschmerzen sind kein typisches PMS-Symptom
PMS beschreibt vor allem Beschwerden vor der Blutung. Ein leichtes Ziehen im Unterleib in diesen Tagen kann dazugehören. Starke Schmerzen während der Periode selbst sind dagegen etwas anderes: Sie werden als Regelschmerzen bezeichnet. Manche Frauen haben sowohl PMS als auch Regelschmerzen.
Regelschmerzen sind häufig harmlos, können aber auch auf eine Erkrankung wie eine Endometriose hinweisen. Lassen Sie Ihre Beschwerden deshalb gynäkologisch abklären, wenn die Schmerzen
- Ihren Alltag regelmäßig deutlich einschränken,
- neu auftreten oder mit der Zeit stärker werden,
- sich mit den üblichen Maßnahmen kaum lindern lassen.
Was hilft bei PMS?
Viele Frauen finden ihren eigenen Weg über eine Kombination mehrerer Ansätze und etwas Ausprobieren. Jede Frau reagiert anders auf die einzelnen Maßnahmen. Für manche ist zudem noch nicht gut untersucht, wie sehr sie die Symptome lindern. Bei leichteren Beschwerden stehen meist Veränderungen im Alltag im Vordergrund, bei stärkeren kommt ärztliche oder therapeutische Unterstützung hinzu.
Bewegung und Entspannung
Regelmäßige Bewegung tut dem allgemeinen Wohlbefinden gut und kann Schlaf, Stimmung und den Umgang mit Stress positiv beeinflussen. Dafür braucht es kein intensives Training. Geeignet sind zum Beispiel:
- Spaziergänge, Radfahren oder Schwimmen
- moderates Ausdauer- oder Krafttraining
- Yoga
Ebenso wertvoll sind Zeiten, in denen Körper und Kopf zur Ruhe kommen. Manche Frauen nutzen dafür Atemübungen, progressive Muskelentspannung oder Meditation, anderen hilft schon ein warmes Bad oder ein ruhiger Abend mit einem Buch. Am besten wählen Sie etwas, das sich auf Dauer in Ihren Alltag einfügt und Ihnen den ganzen Monat über guttut. Bei starken Beschwerden ersetzen Bewegung und Entspannung allerdings keine medizinische Behandlung.
Schlaf und Tagesrhythmus
Wer schlecht schläft oder dauerhaft unter Druck steht, erlebt die Tage vor der Periode oft als besonders anstrengend. Ein möglichst gleichmäßiger Rhythmus kann dem entgegenwirken. Dazu gehören feste Zeiten zum Schlafengehen und Aufstehen, ausreichend Schlaf und bewusst eingeplante Ruhepausen. Gerade in der zweiten Zyklushälfte lohnt es sich, den Terminkalender nicht zu voll werden zu lassen und abends früher zur Ruhe zu kommen.
Ernährung
Für viele Frauen ist ein ausgewogenes und regelmäßiges Essverhalten hilfreicher als eine spezielle PMS-Diät. Dazu gehören:
- regelmäßige Mahlzeiten, lieber mehrere kleinere als wenige große
- reichlich Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und eiweißhaltige Lebensmittel
- weniger stark gezuckerte und stark verarbeitete Lebensmittel
- ausreichend trinken
Manche Frauen schränken in den Tagen vor der Periode außerdem Alkohol, Kaffee oder sehr salzige Speisen ein und beobachten, ob sich das auf ihr Befinden auswirkt.
Bei starkem Heißhunger hilft es, lange Pausen zwischen den Mahlzeiten zu vermeiden, denn großer Hunger verstärkt das Verlangen nach Süßem oft zusätzlich. Wer in dieser Zeit sättigende Kleinigkeiten wie Obst, Nüsse oder Joghurt zur Hand hat, greift seltener zu Süßigkeiten. Von strengen Verboten oder Diäten wegen PMS allein ist abzuraten.
Den eigenen Zyklus kennenlernen
Wer weiß, wann die schwierigen Tage kommen, kann sich darauf einstellen. Ein Symptomtagebuch oder eine Zyklus-App zeigt nach einigen Monaten recht zuverlässig, wann sich die Beschwerden ankündigen. Mit diesem Wissen lässt sich einiges planen:
- anstrengende Termine nach Möglichkeit in die erste Zyklushälfte legen
- in den Tagen vor der Periode bewusst mehr Pausen und freie Abende einplanen
- erste Anzeichen früh wahrnehmen und rechtzeitig einen Gang zurückschalten
Manche Frauen sprechen außerdem mit ihrem Partner, ihrer Partnerin, der Familie oder Freundinnen über ihre Beschwerden, um in dieser Zeit mehr Verständnis und Unterstützung zu bekommen. Andere zögern, weil sie befürchten, dass ihre Gefühle dann vorschnell dem PMS zugeschrieben werden. Die Entscheidung, mit wem Sie darüber sprechen, liegt ganz bei Ihnen.
Medizinische und therapeutische Unterstützung
Reichen Veränderungen im Alltag nicht aus oder schränken die Beschwerden Sie deutlich ein, ist ein Gespräch mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt sinnvoll. Je nach Beschwerdebild kommen unter anderem infrage:
- Schmerzmittel bei Kopf- oder Unterleibsschmerzen
- hormonelle Behandlungen, zum Beispiel mit bestimmten Verhütungspillen oder Hormonpflastern
- Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, kurz SSRI, vor allem bei starken psychischen Beschwerden und bei einer PMDS
- entwässernde Medikamente bei ausgeprägten Wassereinlagerungen
- eine Psychotherapie, etwa eine kognitive Verhaltenstherapie
Schmerzmittel sollten Sie nach den Hinweisen im Beipackzettel einnehmen. Brauchen Sie sie regelmäßig oder sehr häufig, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber. Neue oder ungewöhnlich starke Schmerzen sollten ohnehin abgeklärt und nicht nur mit Schmerzmitteln behandelt werden.
Hormonelle Mittel, Antidepressiva und entwässernde Medikamente sind verschreibungspflichtig und werden ärztlich verordnet. Viele dieser Medikamente sind nicht speziell für die Behandlung von PMS zugelassen. Wie alle Arzneimittel können sie Nebenwirkungen haben. Bei der Auswahl spielen unter anderem Ihr Alter, Ihr Verhütungswunsch und Ihre gesundheitliche Vorgeschichte eine Rolle. SSRI werden je nach Situation dauerhaft oder nur in der zweiten Zyklushälfte eingenommen.
In einer Psychotherapie geht es darum, belastende Gedanken und Reaktionen in den prämenstruellen Tagen zu erkennen und gemeinsam Strategien für den Umgang damit zu entwickeln. Das kann besonders für Frauen interessant sein, bei denen die seelische Belastung im Vordergrund steht.
Pflanzliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel
Viele Frauen probieren bei PMS pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel aus, zum Beispiel Mönchspfeffer, Vitamin B6, Kalzium oder Johanniskraut. Pflanzlich oder frei verkäuflich heißt dabei nicht automatisch harmlos.
Mönchspfeffer gehört zu den pflanzlichen Wirkstoffen, die bei prämenstruellen Beschwerden eingesetzt werden, etwa bei zyklusabhängigem Brustspannen. Als Arzneimittel kann er Nebenwirkungen haben und mit anderen Medikamenten zusammenwirken. Besprechen Sie die Einnahme deshalb vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke, besonders wenn Sie schwanger werden möchten, schwanger sind, stillen, hormonell verhüten oder andere Medikamente nehmen.
Vitamin B6 steckt in vielen Nahrungsergänzungsmitteln, oft auch in Kombinationsprodukten mit Magnesium oder in Multivitaminpräparaten. Werden über längere Zeit hohe Mengen eingenommen, kann das die Nerven schädigen. Mögliche Folgen sind Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Händen und Füßen, die nicht immer vollständig verschwinden. Nehmen Sie hoch dosierte Präparate deshalb nicht auf eigene Faust ein. Achten Sie außerdem darauf, ob mehrere Ihrer Produkte gleichzeitig Vitamin B6 enthalten.
Auch Johanniskraut kann mit zahlreichen Medikamenten in Wechselwirkung treten, unter anderem möglicherweise mit der Pille. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt deshalb immer über alle pflanzlichen Mittel und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen. Mit etwas Systematik lässt sich bei sich selbst überprüfen, was ein Mittel tatsächlich bewirkt.
So finden Sie heraus, welche Maßnahme Ihnen hilft
Mit etwas Geduld und einem systematischen Vorgehen lässt sich gut herausfinden, was bei Ihnen persönlich etwas bewirkt. Was der einen Frau spürbar Erleichterung verschafft, bringt der anderen manchmal wenig.
Die beste Grundlage dafür ist das Symptomtagebuch. Führen Sie es am besten schon einige Zyklen lang, bevor Sie etwas verändern. So haben Sie einen Ausgangspunkt, mit dem Sie spätere Monate vergleichen können. Sobald Sie eine neue Maßnahme beginnen, setzen Sie die Aufzeichnungen fort, egal ob es sich um mehr Bewegung, eine Umstellung der Ernährung, ein pflanzliches Mittel oder ein Medikament handelt.
Für einen aussagekräftigen Vergleich helfen einige Grundsätze:
- Verändern Sie möglichst immer nur eine Sache auf einmal, damit Sie eine Veränderung der Beschwerden eindeutig zuordnen können.
- Geben Sie jeder Maßnahme mehrere Zyklen Zeit, denn die Beschwerden schwanken ohnehin von Monat zu Monat.
- Achten Sie beim Vergleich darauf, ob sich Häufigkeit, Stärke oder Dauer der Beschwerden verändert haben und wie gut Sie Ihren Alltag in diesen Tagen bewältigen.
- Halten Sie auch unerwünschte Wirkungen fest, zum Beispiel Magenbeschwerden, Schlafprobleme oder Zwischenblutungen.
Bei ärztlich verordneten Medikamenten besprechen Sie Ihre Beobachtungen am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie etwas absetzen oder anders einnehmen. Treten deutliche Nebenwirkungen auf, melden Sie sich zeitnah in der Praxis.
Bei pflanzlichen Mitteln und Nahrungsergänzungsmitteln lohnt zusätzlich ein Blick darauf, wie gut ihre Wirksamkeit bei PMS untersucht ist. Ärztinnen, Ärzte und Apotheken können Ihnen helfen, Angebote und Werbeversprechen realistisch einzuordnen.
Bringen die Maßnahmen im Alltag nach einigen Monaten keine spürbare Erleichterung, ist das ein guter Anlass für ein ärztliches Gespräch. Ihre Aufzeichnungen zeigen dann auf einen Blick, was Sie bereits ausprobiert haben und mit welchem Ergebnis.
Wann sollten Sie PMS ärztlich abklären lassen?
Viele Frauen kommen mit leichten prämenstruellen Beschwerden im Alltag gut zurecht. Eine ärztliche Behandlung brauchen sie dafür in der Regel nicht. Es gibt aber Situationen, in denen ein Gespräch in der frauenärztlichen oder hausärztlichen Praxis sinnvoll ist, nämlich wenn:
- die Beschwerden regelmäßig sehr stark sind
- sie Ihren Alltag, Ihre Arbeit oder Ihre Beziehungen deutlich beeinträchtigen
- psychische Beschwerden wie Niedergeschlagenheit, Angst oder Reizbarkeit stark ausgeprägt sind oder Sie eine PMDS vermuten
- Sie in den Tagen vor der Periode depressive Gedanken haben
- die Beschwerden nicht eindeutig an die zweite Zyklushälfte gebunden sind und auch zu anderen Zeiten bestehen
- neue, ungewohnte oder sich plötzlich stark verändernde Symptome auftreten, etwa Veränderungen an der Brust
- Sie unter starken Regelschmerzen leiden
- Sie regelmäßig Schmerzmittel brauchen, um durch diese Tage zu kommen
- Veränderungen im Alltag auch nach einigen Monaten keine spürbare Erleichterung bringen
Wenn vor allem die seelische Belastung groß ist, finden Sie auch bei einer Psychotherapeutin, einem Psychotherapeuten oder in einer psychiatrischen Praxis kompetente Unterstützung.
Besonders bei einer PMDS kann die Stimmung vor der Periode so tief sinken, dass Gedanken auftauchen, nicht mehr leben zu wollen. Auch das kann zu den Beschwerden gehören. Es ist ein Zeichen, dass Sie dringend Unterstützung brauchen. Wenn Sie solche Gedanken bei sich bemerken, holen Sie sich sofort Hilfe. Die TelefonSeelsorge erreichen Sie rund um die Uhr und kostenlos unter 0800 111 0 111. In akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112.
Für das Gespräch in der Praxis lohnt es sich, gut vorbereitet zu sein. Bringen Sie, wenn vorhanden, Ihr Symptomtagebuch mit, außerdem eine Liste aller Medikamente, pflanzlichen Mittel und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen. So lässt sich schneller einordnen, was hinter Ihren Beschwerden steckt und welche Unterstützung zu Ihnen passt.
PMS im Laufe des Lebens
PMS kann Mädchen und Frauen über viele Jahre begleiten, vom Jugendalter bis zu den Wechseljahren. In dieser langen Zeit bleibt das Beschwerdebild selten ganz gleich.
Warum sich Beschwerden über die Jahre verändern
Bei vielen Frauen verändert sich PMS im Laufe der Zeit. Manche haben über längere Phasen kaum Beschwerden und erleben dann wieder Zyklen, in denen sie deutlich spüren, dass die Periode naht. Auch Stärke und Art der Symptome können sich über die Jahre verschieben. Eine sichere Vorhersage, wie sich PMS bei einer bestimmten Frau entwickelt, ist kaum möglich.
Einfluss darauf haben hormonelle Umbruchphasen, etwa die Jahre vor den Wechseljahren, aber auch die Lebensumstände. Dauerhafte Belastungen, Schlafmangel oder Erkrankungen können das Befinden in der zweiten Zyklushälfte über längere Zeit prägen.
Deshalb lohnt es sich, die eigenen Beschwerden auch nach einer Diagnose ab und zu wieder genauer zu beobachten, zum Beispiel indem Sie in größeren Abständen für einige Monate ein Symptomtagebuch führen. So fallen Veränderungen früh auf. Sie können dann besser einschätzen, ob Ihre bisherigen Maßnahmen noch passen oder ein erneutes ärztliches Gespräch sinnvoll ist.
PMS in der Perimenopause
Als Perimenopause bezeichnet man die Jahre vor der letzten Regelblutung, in denen die Eierstöcke allmählich weniger Östrogen und Progesteron bilden. Die Hormone schwanken in dieser Zeit oft stärker und unregelmäßiger als zuvor. Die Zyklen werden kürzer, länger oder unvorhersehbar.
Bei manchen Frauen verstärken sich die PMS-Beschwerden in dieser Phase. Teilweise halten sie dann auch über den Beginn der Periode hinaus an. Gleichzeitig können erste Wechseljahresbeschwerden auftreten, etwa Hitzewallungen, Schlafprobleme oder Stimmungsschwankungen. Da sich manche davon mit PMS-Symptomen überschneiden und der Zyklus unregelmäßiger wird, fällt die Zuordnung schwerer.
Ein Tagebuch hilft auch hier, Muster zu erkennen. Bei stärkeren oder ungewohnten Beschwerden ist eine gynäkologische Beratung sinnvoll, um PMS, Wechseljahresbeschwerden und andere Ursachen voneinander abzugrenzen. Mit der letzten Regelblutung endet schließlich auch PMS, da dann der monatliche Zyklus aufhört, an den die Beschwerden gebunden sind.
Das Wichtigste zu PMS in Kürze
PMS zeigt sich bei jeder Frau etwas anders. Typisch sind körperliche und seelische Beschwerden, die in der zweiten Zyklushälfte auftreten und mit Beginn der Periode wieder abklingen. Dieses wiederkehrende Muster ist der wichtigste Hinweis auf PMS. Ein Symptomtagebuch über mehrere Zyklen macht es sichtbar.
Stehen starke psychische Beschwerden im Vordergrund und beeinträchtigen sie das Leben deutlich, kann eine PMDS vorliegen, die ärztlich abgeklärt werden sollte. Hinter beiden Formen steht nach heutigem Wissen vor allem eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber den normalen hormonellen Schwankungen des Zyklus, die mit weiteren Einflüssen zusammenwirkt.
Bei leichteren Beschwerden helfen vielen Frauen Bewegung, Entspannung, ein ausgeglichener Tagesrhythmus und das bewusste Planen der schwierigen Tage. Bei stärkeren Beschwerden kommen ärztliche und therapeutische Unterstützung hinzu, pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel sollten mit Bedacht eingesetzt werden. Wer seinen Zyklus gut kennt und bei Bedarf das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt sucht, kann viel dazu beitragen, die Beschwerden besser einzuordnen und die Symptome zu lindern.
Häufige Fragen zu PMS und PMDS
Was ist PMS?
Hinter der Abkürzung PMS steht das prämenstruelle Syndrom, also wiederkehrende Beschwerden in den Tagen vor der Periode. Sie können den Körper betreffen, etwa als Brustspannen oder Kopfschmerzen, oder die Stimmung, zum Beispiel als Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit. Kennzeichnend ist der Rhythmus: Mit der Blutung lassen die Beschwerden nach, bis sie sich im nächsten Zyklus wieder melden.
Welche Beschwerden können bei PMS auftreten?
Die Palette ist breit und reicht von körperlichen bis zu seelischen Beschwerden. Zu den typischen Symptomen gehören Brustspannen, Kopfschmerzen, Wassereinlagerungen, Müdigkeit, Heißhunger, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen. Die meisten Frauen erleben ihre eigene Auswahl davon. Diese kann von Zyklus zu Zyklus wechseln.
Was ist der Unterschied zwischen PMS und PMDS?
Der Unterschied liegt vor allem in der Stärke der psychischen Beschwerden. Bei einer PMDS, der prämenstruellen dysphorischen Störung, sind Stimmungstiefs, Reizbarkeit oder Angst so ausgeprägt, dass Beziehungen, Familie und Beruf deutlich darunter leiden. Der zeitliche Verlauf ist bei beiden gleich.
Wie wird PMS diagnostiziert?
Die Diagnose beruht vor allem auf Ihren eigenen Beobachtungen. Im ärztlichen Gespräch geht es darum, welche Beschwerden Sie haben und wann sie im Zyklus auftreten, außerdem werden andere Ursachen ausgeschlossen. Am schnellsten kommen Sie weiter, wenn Sie bereits Aufzeichnungen aus einigen Monaten zum ersten Termin mitbringen.
Warum ist ein Symptomtagebuch bei PMS hilfreich?
Weil ein Symptomtagebuch aus einem vagen Gefühl ein sichtbares Muster macht. Oft zeigt sich schon nach zwei, drei Monaten recht deutlich, an welchen Tagen es Ihnen schlechter geht und wie diese Tage zur Periode liegen. Später hilft Ihnen dasselbe Tagebuch, die Wirkung einer Maßnahme einzuschätzen.
Welche Möglichkeiten gibt es zur Linderung von PMS-Beschwerden?
Bei leichteren Beschwerden setzen viele Frauen zuerst im Alltag an, mit Bewegung, Entspannung, ausreichend Schlaf, regelmäßigen Mahlzeiten und etwas mehr Rücksicht auf sich selbst in den schwierigen Tagen. Reicht das nicht aus, kommen ärztlich begleitete Behandlungen infrage, von Schmerzmitteln über hormonelle Mittel bis zu Antidepressiva oder Psychotherapie. Meist lohnt es sich, verschiedene Ansätze nacheinander auszuprobieren und die Veränderungen festzuhalten.
Wie wird PMDS behandelt?
Bei einer PMDS kommen vor allem Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI, hormonelle Behandlungen und eine Psychotherapie infrage. Die Behandlung wird gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt ausgewählt und auf Ihre Situation abgestimmt, etwa auf Ihren Verhütungswunsch oder bestehende Erkrankungen. Maßnahmen im Alltag können die Behandlung ergänzen.
Wann sollte PMS ärztlich abgeklärt werden?
Sobald die Beschwerden Sie regelmäßig stark belasten oder Ihren Alltag spürbar einschränken. Das gilt besonders bei ausgeprägten psychischen Beschwerden, bei Symptomen, die auch außerhalb der Tage vor der Periode bestehen, und bei allem, was neu oder ungewohnt ist. Bei Gedanken, nicht mehr leben zu wollen, holen Sie sich bitte sofort Hilfe.
Weitere Fragen zu PMS
Welche Rolle spielen Hormone bei PMS?
Eine zentrale, allerdings auf eine überraschende Weise. Die Hormonwerte selbst sind bei Frauen mit PMS oft unauffällig. Ihr Nervensystem reagiert aber empfindlicher auf die normalen monatlichen Schwankungen von Östrogen und Progesteron und auf deren Abbauprodukte. Das erklärt auch, warum ein Bluttest PMS nicht nachweisen kann.
Sind starke Regelschmerzen automatisch PMS?
Starke Regelschmerzen gehören meist zu einem anderen Beschwerdebild als PMS. PMS betrifft vor allem die Tage vor der Blutung, Regelschmerzen dagegen die Blutung selbst. Beides kann auch zusammen auftreten. Sind die Schmerzen stark, neu oder nehmen sie mit der Zeit zu, lassen Sie sie gynäkologisch abklären.
Kann Heißhunger ein PMS-Symptom sein?
Ja, Heißhunger kann zu PMS gehören. Typisch ist, dass er sich in der zweiten Zyklushälfte meldet und mit der Periode wieder nachlässt. Wer diesen Zusammenhang kennt, kann gegensteuern, zum Beispiel mit regelmäßigen Mahlzeiten und sättigenden Kleinigkeiten für zwischendurch. Tritt Heißhunger unabhängig vom Zyklus auf, hat er vermutlich andere Gründe.
Kann Mönchspfeffer bei PMS eingesetzt werden?
Ja, Mönchspfeffer gehört zu den pflanzlichen Mitteln, die bei prämenstruellen Beschwerden verwendet werden. Auch als Pflanzenmittel kann er Nebenwirkungen haben und mit anderen Medikamenten zusammenwirken. Lassen Sie sich deshalb vor der Einnahme in der Apotheke oder ärztlich beraten, vor allem bei Kinderwunsch, in der Schwangerschaft oder wenn Sie hormonell verhüten.
Welche Rolle spielt Vitamin B6 bei PMS?
Vitamin B6 wird häufig mit PMS in Verbindung gebracht und steckt in vielen Nahrungsergänzungsmitteln. Vorsicht ist bei hoch dosierten Präparaten geboten, denn eine dauerhaft zu hohe Zufuhr kann die Nerven schädigen. Werfen Sie deshalb einen Blick auf die Zutatenliste, besonders wenn Sie mehrere Präparate gleichzeitig nehmen.
Warum kann PMS von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich sein?
Weil viele Einflüsse mitspielen, die sich von Monat zu Monat ändern. Stress, unruhige Nächte, eine Erkältung oder besondere Belastungen können die Tage vor der Periode spürbar schwerer machen. Ein einzelner schwieriger Monat sagt deshalb wenig aus, aussagekräftiger ist der Blick auf mehrere Zyklen.