Klinische Psycho-Neuro-Immunologie (kPNI): Wie Psyche, Nervensystem und Immunsystem zusammenwirken

Entspannte Frau mit geschlossenen Augen, daneben Gehirn und Immunzellen als Grafik – klinische Psycho-Neuro-Immunologie (kPNI)

Wer über längere Zeit unter Druck steht, erkältet sich leichter und fühlt sich schneller erschöpft. Solche Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche stehen im Mittelpunkt der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie, kurz kPNI. Sie geht davon aus, dass Nervensystem, Hormone, Immunsystem und Stoffwechsel ständig miteinander in Verbindung stehen und sich wechselseitig beeinflussen. Eine Belastung in einem Bereich wirkt sich deshalb auch auf die anderen aus.

Die kPNI versteht sich als ganzheitliche Form der Lebensstilmedizin und bezieht deshalb Ernährung, Bewegung, Schlaf, Atmung und den Umgang mit Stress in die Behandlung ein. Zahlreiche Themen der Frauengesundheit lassen sich aus diesem Blickwinkel betrachten, etwa häufige Infekte, Darmbeschwerden oder Beschwerden vor der Periode.

Was ist klinische PNI?

Die klinische PNI ist ein Therapieansatz, der auf der Psychoneuroimmunologie aufbaut und Wissen aus mehreren medizinischen Fächern verbindet. Im Mittelpunkt steht der einzelne Mensch mit seinen Beschwerden, seiner Vorgeschichte und seinem Alltag.

Von der Forschung zur Behandlung

Die Grundlage der kPNI bildet die Psychoneuroimmunologie, kurz PNI. Dieses Forschungsfeld untersucht, wie Psyche, Nervensystem, Hormone und Immunzellen zusammenwirken. Lange nahm man an, das Immunsystem arbeite unabhängig vom Gehirn. Mitte der 1970er-Jahre zeigten die US-Forscher Robert Ader und Nicholas Cohen in Versuchen mit Ratten, dass sich Immunreaktionen durch einen Lernvorgang dämpfen lassen. Dieser Versuch gilt als Ausgangspunkt der heutigen PNI-Forschung, weil er auf eine Verbindung zwischen Gehirn und Immunsystem hinwies. Seitdem untersuchen Fachleute aus verschiedenen Fachgebieten wie Immunologie, Neurologie, Endokrinologie und Psychologie diese Verbindungen gemeinsam.

Die klinische PNI überträgt das Wissen aus der Forschung in die Behandlung. Entwickelt hat sie der niederländische Biochemiker Leo Pruimboom. Neben den genannten Fächern fließen Erkenntnisse aus Ernährungswissenschaften, Stoffwechselforschung, Soziologie und Bewegungswissenschaften ein. Hinzu kommt der Blick der Evolutionsmedizin: Sie fragt, wie gut der heutige Alltag zu einem Körper passt, der sich über sehr lange Zeit an ein Leben mit viel Bewegung im Freien angepasst hat. Durch diesen interdisziplinären Ansatz verbindet die kPNI Wissen, das in der Medizin meist auf getrennte Fachrichtungen verteilt ist.

Was bedeutet „ganzheitlich“ in der kPNI?

Ganzheitlich heißt in der kPNI, eine Person mit ihrer Lebensgeschichte, ihrem Alltag und ihrem Stoffwechsel als Einheit zu betrachten. Hinter denselben Beschwerden können bei zwei Menschen ganz unterschiedliche Auslöser stecken. Beim einen stehen Schlafmangel und Schichtarbeit im Vordergrund, beim anderen eine langwierige Infektion oder eine belastende Lebensphase. Die kPNI geht dabei von einem fließenden Übergang zwischen Gesundheit und Krankheit aus. Dazwischen liegt ein breiter Bereich, in dem sich Menschen erschöpft oder immer wieder krank fühlen, ohne dass sich eine einzelne Ursache finden lässt.

Diese Sichtweise ergänzt die schulmedizinische Diagnostik. Ernsthafte Erkrankungen gehören in ärztliche Hände und werden dort abgeklärt und behandelt.

Zusammenhang zwischen Stress, Hormonen und Immunsystem

Unter Stress schüttet der Körper Hormone aus, die auch das Immunsystem beeinflussen. Gemeinsam mit dem Nervensystem setzen sie eine Kette von Reaktionen in Gang, die bis in den Darm reicht.

Was passiert bei Stress im Körper?

Bei Stress reagiert der Körper auf zwei Wegen. Über Nervenbahnen aktiviert das Gehirn innerhalb von Sekunden den Sympathikus, den anregenden Teil des vegetativen Nervensystems. Er beschleunigt Herzschlag und Atmung, erhöht den Blutdruck und sorgt dafür, dass Adrenalin ins Blut gelangt. Etwas langsamer arbeitet das Hormonsystem: Über Hypothalamus und Hirnanhangdrüse erreicht ein Signal die Nebennierenrinde, die daraufhin Cortisol ausschüttet. Dieses Stresshormon hebt den Blutzucker an und stellt so Energie bereit. Zugleich bremst es Entzündungsreaktionen. Die Verdauung tritt in dieser Phase in den Hintergrund. Ist die Anspannung vorbei, übernimmt der Parasympathikus. Er regt die Verdauung wieder an und sorgt für Ruhe und Erholung.

Warum belastet Dauerstress den Körper?

Für eine kurze Anstrengung ist diese Anpassung sinnvoll. Hält die Belastung über Wochen oder Monate an, bleibt kaum Zeit für die Phasen, in denen der Parasympathikus den Körper zur Ruhe bringt. Die Immunzellen sprechen dann mit der Zeit schwächer auf Cortisol an. Entzündungen lassen sich so schlechter eindämmen und klingen langsamer ab. Diese Wirkmechanismen gelten als eine Erklärung dafür, dass Menschen unter Dauerstress anfälliger für Infekte sind. Was als Anpassung beginnt, wird so selbst zur Belastung. Viele Betroffene fühlen sich mit der Zeit erschöpft und haben weniger Kraft für den Alltag.

Wie wirkt das Immunsystem auf Stimmung und Antrieb?

Die Wechselwirkungen zwischen Gehirn und Immunsystem verlaufen in beide Richtungen. Bei einer Infektion bilden Immunzellen Entzündungsbotenstoffe. Diese Botenstoffe wirken auch im Gehirn und lösen ein typisches Krankheitsverhalten aus: Man wird müde, hat wenig Appetit, zieht sich zurück und fühlt sich niedergeschlagen. Fachleute verstehen diese Reaktion als sinnvoll, weil der Körper so Kraft für die Bekämpfung der Erreger spart. Normalerweise klingt sie ab, sobald die Infektion überstanden ist. Bleiben Entzündungen dagegen dauerhaft bestehen, können sich bei manchen Menschen anhaltende Müdigkeit und depressive Beschwerden entwickeln.

Welche Rolle spielt der Darm?

Auch Darm und Gehirn stehen über eine eigene Verbindung im Austausch, die Darm-Hirn-Achse. Zu ihr gehören Nervenbahnen wie der Vagusnerv, Hormone, Immunzellen der Darmschleimhaut und die Darmbakterien. Stress kann über diese Achse die Darmbewegungen und die Schmerzempfindlichkeit des Darms verändern. Umgekehrt gelangen Signale aus dem Darm zum Gehirn. Beim Reizdarmsyndrom, einer häufigen Form funktioneller Darmbeschwerden, ist nach heutigem Verständnis die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn gestört. Für die kPNI ist der Darm deshalb ein wichtiges Bindeglied zwischen den Körpersystemen.

Bei welchen Beschwerden kommt die kPNI infrage?

Die kPNI kommt vor allem bei chronischen oder immer wiederkehrenden Beschwerden infrage. An solchen Beschwerden sind oft Stressreaktionen, Hormone und das Immunsystem gleichzeitig beteiligt.

Welche Beschwerden betrachtet die kPNI?

Zu den Beschwerden, mit denen sich die kPNI befasst, gehören zum Beispiel:

  • anhaltende Erschöpfung und häufige Erkältungen, die mit Dauerstress und langwierigen Entzündungen zusammenhängen können
  • chronische Allergien, bei denen das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen reagiert
  • Darmbeschwerden ohne organischen Befund wie beim Reizdarmsyndrom, an denen die Darm-Hirn-Achse beteiligt ist
  • Beschwerden vor der Periode beim prämenstruellen Syndrom, die vermutlich mit einer erhöhten Empfindlichkeit für die Hormonschwankungen im Zyklus zusammenhängen

Weil die kPNI das Hormonsystem einbezieht, betrachtet sie auch die Folgen hormoneller Umstellungen wie in den Wechseljahren. Nach den Wechseljahren steigt zum Beispiel das Risiko für chronische Blasenentzündungen, weil sich durch den sinkenden Östrogenspiegel die Schleimhaut verändert.

Die kPNI betrachtet auch Schmerzen am Bewegungsapparat, etwa anhaltende Rückenschmerzen. Klassische orthopädische Krankheitsbilder wie Arthrose oder ein Bandscheibenvorfall gehören zuerst in fachärztliche Hände. Bei Rückenbeschwerden ohne erkennbare körperliche Ursache gelten Stress, Niedergeschlagenheit und ein ausgeprägtes Schonverhalten als Risikofaktoren dafür, dass sie chronisch werden. Hier setzt die kPNI mit der Frage an, welche Belastungen im Alltag die Schmerzen verstärken.

Warum betrachtet die kPNI mehr als das Symptom?

Ein bekannter Grundsatz der kPNI lautet: „Das Symptom ist nicht das Problem.“ Ein Symptom gilt danach als Zeichen dafür, dass sich der Körper an eine Belastung angepasst hat, etwa an Dauerstress, Schlafmangel oder eine anhaltende Entzündung. Solange diese Belastung bestehen bleibt, können Beschwerden nach einer Behandlung der Symptome wiederkehren. Die kPNI fragt deshalb zusätzlich, welche Gewohnheiten und Lebensumstände zu den Beschwerden beitragen.

Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Wer sie im Zusammenhang mit Schlaf, Stress, Ernährung und Vorerkrankungen betrachtet, kann Symptome besser einordnen.

Wie läuft eine kPNI-Therapie ab?

Eine kPNI-Therapie beginnt mit einer ausführlichen Bestandsaufnahme und entwickelt sich dann Schritt für Schritt. Welche Untersuchungen und Maßnahmen dazukommen, hängt von den Beschwerden und vom Grundberuf der Therapeutin oder des Therapeuten ab.

Was passiert im Erstgespräch?

Am Anfang steht eine ausführliche Anamnese, also ein Gespräch über Ihre Beschwerden und Ihre Vorgeschichte. Manche Therapeutinnen und Therapeuten schicken vorab einen Fragebogen, damit Sie sich in Ruhe darauf vorbereiten können. Zunächst geht es um die Beschwerden selbst: seit wann sie bestehen, wann sie stärker werden und was sie lindert. Danach folgen Fragen zu Vorerkrankungen, Medikamenten und bisherigen Befunden. Ein großer Teil des Termins betrifft den Alltag, also Schlaf, Ernährung, Bewegung, berufliche und private Belastungen sowie Phasen der Erholung. Aus diesen Angaben lässt sich ablesen, welche Belastungen mit den Beschwerden zusammenhängen könnten. Vorhandene ärztliche Befunde und Laborwerte bringen Sie am besten zum ersten Termin mit.

Welche Laboruntersuchungen sind sinnvoll?

Laboruntersuchungen können die Angaben aus dem Erstgespräch ergänzen, zum Beispiel Blutwerte zu Entzündungen, zur Schilddrüse oder zum Eisenhaushalt. Welche Werte bestimmt werden, richtet sich nach den Beschwerden und nach der Qualifikation der behandelnden Person. Ein einzelner Laborwert sagt für sich genommen wenig aus. Er wird deshalb immer zusammen mit den Beschwerden und der Vorgeschichte bewertet. Zeigt die Labordiagnostik einen Mangel, etwa an Eisen, ist seine Behebung Teil der Behandlung.

Wie geht es nach dem Erstgespräch weiter?

Aus Gespräch und Befunden entsteht ein Plan, der festlegt, welche Bereiche zuerst angegangen werden. Die Behandlung beginnt mit wenigen Veränderungen, die sich gut in den Alltag einbauen lassen. Wie viel jemand verändern kann, hängt von der aktuellen Belastbarkeit ab. Sie schwankt mit Schlaf, Stress und Gesundheitszustand. Wer erschöpft ist und schlecht schläft, beginnt deshalb eher mit Schlaf und Erholung als mit intensivem Training. In Folgeterminen werden Fortschritte besprochen und die Maßnahmen angepasst. Durch diese Anpassungen lässt sich die Begleitung gezielter auf die einzelne Person abstimmen. Je nach Grundberuf der Therapeutin oder des Therapeuten gehören dazu Empfehlungen zu Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressbewältigung sowie weitere Verfahren wie Physiotherapie.

Welche Bereiche des Alltags gehören zu einer kPNI-Therapie?

Die kPNI setzt vor allem bei Gewohnheiten an, die im Alltag auf Stressreaktionen, Hormone und das Immunsystem wirken. Welche davon im Vordergrund stehen, ergibt sich aus dem Erstgespräch.

Welche Rolle spielen Ernährung und Genussmittel?

Die Ernährung wirkt über die Darmbakterien auf die Darm-Hirn-Achse. Ballaststoffe aus Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorn dienen diesen Bakterien als Nahrung. In der kPNI wird deshalb meist eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fisch empfohlen, die Entzündungen im Körper nicht zusätzlich fördern soll. Orthomolekulare Ansätze ergänzen die Ernährung gezielt mit Vitaminen, Mineralstoffen oder anderen Nährstoffen. Sinnvoll ist das vor allem bei einem nachgewiesenen Mangel.

Unter den Genussmitteln enthalten vor allem Tabak und Alkohol Schadstoffe, die sich im Alltag leicht verringern lassen. Tabakrauch enthält zahlreiche giftige und krebserregende Stoffe, auch beim Passivrauchen. Für Alkohol gibt es keine Menge, die als gesundheitlich unbedenklich gilt. Wer Medikamente einnimmt, sollte wegen möglicher Wechselwirkungen ganz darauf verzichten.

Warum ist regelmäßige Bewegung wichtig?

Muskeln, Knochen, Sehnen und Gelenke des Bewegungsapparats brauchen regelmäßige Belastung, um kräftig und belastbar zu bleiben. Bei Bewegungsmangel bauen Muskeln ab. Bewegung wirkt zudem auf den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System. Wer lange wenig aktiv war, beginnt am besten mit kurzen Einheiten wie Spaziergängen und steigert sich langsam.

Wie lassen sich Stress und Anspannung abbauen?

Stressmanagement beginnt damit, Belastungen persönlich wie beruflich zu erkennen und feste Pausen einzuplanen. Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Achtsamkeitsübungen trainieren, bewusst zur Ruhe zu kommen. Krankenkassen bezuschussen solche Kurse häufig.

Auch über die Atmung lässt sich das vegetative Nervensystem direkt beeinflussen. Langsames Atmen mit weniger als zehn Atemzügen pro Minute regt den Parasympathikus an, also den Teil des Nervensystems, der für Ruhe und Erholung zuständig ist. Eine einfache Übung besteht darin, einige Minuten lang ruhig und gleichmäßig durch die Nase ein- und auszuatmen. Bei anhaltender Überlastung, Ängsten oder gedrückter Stimmung kommt eine psychotherapeutische Behandlung wie eine Verhaltenstherapie infrage, die von entsprechend qualifizierten Fachleuten durchgeführt wird.

Warum ist guter Schlaf für das Immunsystem wichtig?

Im Schlaf bildet das Immunsystem sein Gedächtnis für Erreger aus. Nach einer Impfung fällt die Immunantwort deshalb stärker aus, wenn in den Nächten danach ausreichend geschlafen wird. Anhaltender Schlafmangel schwächt diese Reaktion. Feste Schlafenszeiten und Tageslicht am Morgen helfen der inneren Uhr, den Wechsel von Wachsein und Schlaf zu steuern.

Was sollen Kältereize und Essenspausen bewirken?

Die kPNI geht davon aus, dass der menschliche Körper auf wechselnde Herausforderungen wie Kälte, Hitze, Hunger oder Durst eingestellt ist, die im heutigen Alltag kaum noch vorkommen. Kurze, gezielt eingesetzte Reize wie kalte Duschen, Saunagänge oder längere Essenspausen sollen den Körper anregen, sich an solche Belastungen anzupassen. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder in der Schwangerschaft sollten Sie solche Reize vorher ärztlich abklären lassen.

Wer bietet kPNI an?

Eine kPNI-Therapie bieten Fachleute aus verschiedenen Gesundheitsberufen an, die eine zusätzliche Ausbildung in klinischer PNI abgeschlossen haben. Was sie in der Behandlung tun dürfen, richtet sich nach ihrem Grundberuf.

Welche Grundberufe haben kPNI-Therapeuten?

Zu den kPNI-Therapeuten gehören zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte, Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker, Physiotherapeuten, Osteopathen, Ernährungsberater und Psychologen. In ihrer täglichen therapeutischen Arbeit verbinden sie das Wissen aus der kPNI mit den Methoden ihres Grundberufs. Eine Physiotherapeutin achtet dabei besonders auf Bewegung und Belastbarkeit, ein Osteopath ergänzt seine Behandlung um den Blick auf Stress, Schlaf und Ernährung. Krankheiten eigenständig feststellen und behandeln dürfen in Deutschland Ärzte und Heilpraktiker. Bei psychischen Erkrankungen kommen approbierte Psychotherapeuten und Heilpraktiker mit einer Erlaubnis für Psychotherapie hinzu.

Woran erkennen Sie eine fundierte Ausbildung?

Die Bezeichnung kPNI-Therapeut steht für eine Zusatzqualifikation, die über Weiterbildungen im Gesundheitsbereich erworben wird. Eine Ausbildung in klinischer Psycho-Neuro-Immunologie bieten private Einrichtungen wie eine kPNI-Akademie an. Eine staatlich geregelte Berufsausbildung gibt es dafür nicht. Fragen Sie deshalb nach dem Grundberuf der Therapeutin oder des Therapeuten und danach, wo und in welchem Umfang die kPNI-Ausbildung stattgefunden hat. Gut ausgebildete Therapeuten kennen die Grenzen ihres Fachgebiets und arbeiten bei Bedarf mit Ärzten, Psychotherapeuten oder anderen Fachleuten zusammen.

Was kann die kPNI leisten und wo liegen ihre Grenzen?

Die kPNI bietet einen Rahmen, um Zusammenhänge zwischen Beschwerden, Alltag und Belastungen zu erkennen und Veränderungen Schritt für Schritt umzusetzen. Gleichzeitig hat sie Grenzen, die Sie vor Beginn einer Behandlung kennen sollten.

Was können Sie realistisch erwarten?

Beschwerden, die über lange Zeit entstanden sind, brauchen meist auch Zeit, um sich zu verändern. Neue Gewohnheiten bei Schlaf, Ernährung oder Bewegung festigen sich erst nach einigen Wochen bis Monaten im Alltag. Die Grundlagen der kPNI, also die Verbindungen zwischen Psyche, Nervensystem, Hormonen und Immunsystem, sind gut erforscht. Wie gut die kPNI als Gesamtkonzept bei einzelnen Beschwerden hilft, wurde bisher in wenigen Studien untersucht.

Wer übernimmt die Kosten?

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Behandlungen bei Heilpraktikern in der Regel nicht. Einzelne Kassen zahlen freiwillige Zuschüsse zu naturheilkundlichen Leistungen. Private Krankenversicherungen und private Zusatzversicherungen erstatten Heilpraktikerleistungen je nach Tarif ganz oder teilweise. Bei Ärztinnen, Ärzten oder Physiotherapeuten zahlt die gesetzliche Krankenkasse nur Leistungen aus ihrem Leistungskatalog, zu dem eine kPNI-Beratung in der Regel nicht gehört. Klären Sie die Kostenübernahme am besten vor Beginn der Behandlung mit Ihrer Versicherung.

Wann sollten Sie zuerst zum Arzt gehen?

Neue, starke oder sich rasch verschlechternde Beschwerden gehören zuerst in ärztliche Hände. Das gilt besonders bei hohem Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust, Blut im Stuhl oder Urin, starken Schmerzen oder Atemnot. Auch anhaltende Erschöpfung sollte ärztlich abgeklärt werden, weil ihr Erkrankungen wie eine Blutarmut oder eine Schilddrüsenunterfunktion zugrunde liegen können. Ärztlich verordnete Medikamente sollten Sie nur in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt verändern.

Häufige Fragen zur klinischen PNI

Was ist klinische PNI?

Die klinische Psycho-Neuro-Immunologie ist ein Therapieansatz, der untersucht, wie Psyche, Nervensystem, Hormone und Immunsystem bei Beschwerden zusammenwirken. In der Behandlung wird deshalb neben dem Symptom auch Ihr Alltag mit Schlaf, Stress und Ernährung einbezogen.

Welche Fachgebiete verbindet die kPNI?

Die klinische Psycho-Neuro-Immunologie verbindet vor allem Immunologie, Neurologie, Endokrinologie und Psychologie mit Ernährungs- und Bewegungswissenschaften. Bei anhaltender Erschöpfung werden dadurch zum Beispiel Hormone und Entzündungen ebenso in den Blick genommen wie Schlaf und Belastungen im Beruf.

Wie kann die kPNI bei Beschwerden helfen?

Die klinische Psycho-Neuro-Immunologie hilft dabei, Belastungen zu erkennen, die zu Ihren Beschwerden beitragen, und daraus einen Plan mit wenigen, umsetzbaren Schritten zu entwickeln. Viele dieser Schritte, etwa bei Schlaf oder Bewegung, können Sie selbst in Ihren Alltag einbauen.

Ersetzt die kPNI eine medizinische Diagnostik?

Nein, die klinische Psycho-Neuro-Immunologie ergänzt die ärztliche Diagnostik und Behandlung. Lassen Sie neue oder starke Beschwerden deshalb zuerst ärztlich abklären. Eine laufende ärztliche Behandlung können Sie während der Therapie fortsetzen.

Welche Rolle spielen Stress und Schlaf in der kPNI?

Stress und Schlaf gehören in der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie zu den wichtigsten Bereichen, weil beide das Immunsystem beeinflussen. Es lohnt sich, vor dem ersten Termin einige Tage lang zu notieren, wie Sie schlafen und wann Sie sich besonders angespannt fühlen.

Was macht ein kPNI-Therapeut?

Ein Therapeut für klinische Psycho-Neuro-Immunologie betrachtet Ihre Beschwerden zusammen mit Ihrem Alltag und begleitet Sie dabei, einzelne Gewohnheiten gezielt zu verändern. Welche Untersuchungen und Behandlungen er selbst anbieten darf, hängt von seinem Grundberuf ab. Fragen Sie deshalb vor Beginn danach.

Wie läuft eine kPNI-Therapie ab?

Eine Therapie nach der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie beginnt mit einem ausführlichen Erstgespräch, für das Sie Ihre Befunde und eine Liste Ihrer Medikamente bereithalten sollten. In den Folgeterminen werden die vereinbarten Schritte überprüft und bei Bedarf angepasst.

Für wen kann eine Weiterbildung in klinischer PNI interessant sein?

Eine Weiterbildung in klinischer Psycho-Neuro-Immunologie richtet sich an Fachleute aus Gesundheitsberufen wie Ärzte, Heilpraktiker oder Physiotherapeuten. Für Patientinnen und Patienten ist die Frage nach dieser Weiterbildung hilfreich, um die Qualifikation einer Therapeutin oder eines Therapeuten einzuschätzen.

Weitere Fragen zur kPNI

Welche Rolle spielt die Labordiagnostik in der kPNI?

Laboruntersuchungen ergänzen in der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie das Erstgespräch, wenn bestimmte Werte für Ihre Beschwerden aufschlussreich sind, etwa bei Verdacht auf einen Eisenmangel. Ihre Therapeutin oder Ihr Therapeut bespricht mit Ihnen, was ein Ergebnis für die weitere Behandlung bedeutet.

Kann kPNI mit Osteopathie kombiniert werden?

Ja, Osteopathen können eine Zusatzausbildung in klinischer Psycho-Neuro-Immunologie erwerben und beides in ihrer Behandlung verbinden. Wenn Sie bereits osteopathisch behandelt werden, können Sie nachfragen, ob Ihre Behandlerin oder Ihr Behandler diese Zusatzqualifikation hat.

Gehören Bewegung und Verhaltenstherapie zur kPNI?

Bewegung ist ein fester Bestandteil der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie, Verhaltenstherapie kann bei starker psychischer Belastung hinzukommen. Art und Umfang der Bewegung werden an Ihre aktuelle Belastbarkeit angepasst. Eine Verhaltenstherapie führen approbierte Psychotherapeuten, entsprechend qualifizierte Ärzte oder Heilpraktiker für Psychotherapie durch.

Was bedeutet ganzheitlich in der klinischen PNI?

Ganzheitlich bedeutet in der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie, dass Ihre Beschwerden zusammen mit Ihrer Lebensgeschichte und Ihrem Alltag betrachtet werden. Im Erstgespräch geht es deshalb auch um Beruf, Familie, Schlaf und Ernährung, selbst wenn Sie wegen Darmbeschwerden oder einer Allergie kommen.

Gibt es ein festes Therapieschema in der kPNI?

Nein, in der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie wird der Behandlungsplan für jede Person einzeln erstellt. Zwei Menschen mit denselben Beschwerden können deshalb ganz unterschiedliche Empfehlungen erhalten.

Welche Grundberufe können kPNI-Therapeuten haben?

Therapeutinnen und Therapeuten für klinische Psycho-Neuro-Immunologie sind zum Beispiel Ärzte, Heilpraktiker, Physiotherapeuten, Osteopathen, Ernährungsberater oder Psychologen. Der Grundberuf bestimmt, ob jemand Krankheiten selbst feststellen und behandeln darf oder ergänzend zu einer ärztlichen Behandlung arbeitet.



Siehe auch