Alman und Lambrous Selbsthypnose-Buch, aufgeschlagen
Das umfangreiche Selbsthypnose-Handbuch von Alman und Lambrou

Alman & Lambrou "Selbsthypnose" (Buchrezension)

Es gibt Bücher, die haben mich als Jugendlicher überfordert und sind heute mein Freund. Brian Almans und Peter Lambrous Selbsthypnose gehört dazu. Ich habe es zum ersten Mal mit 14 oder 15 Jahren in der Hand gehabt und damals nur die Hälfte verstanden - heute lese ich es locker und finde es ein sehr gutes Buch zur Selbsthypnose.

Meine Gesamtbewertung in einem Satz

Ein umfangreiches, vielseitiges Handbuch zur Selbsthypnose mit zahlreichen Methoden und sehr konkreten Themen-Anwendungen - heute leicht lesbar, eine starke Inspirations-Quelle, besonders auch für Therapeuten, die ihren Klienten ein begleitendes Buch mitgeben wollen.

Was das Buch ist

Alman und Lambrou stellen nicht nur Selbsthypnose-Techniken vor, sondern arbeiten zusätzlich konkrete Themen durch: Bruxismus (Zähneknirschen), chronische Schmerzen, Einschlafprobleme, Stress, Gewohnheiten, Selbstbild. Das Buch ist Ratgeber und Methoden-Sammlung zugleich.

Drei Stärken, die ich bis heute mitnehme

Erstens: Themen-Tiefe statt nur Technik-Übersicht. Viele Selbsthypnose-Bücher zeigen Dir eine Handvoll Induktionen und überlassen Dir die Anwendung. Alman und Lambrou gehen weiter: sie arbeiten konkrete Lebens-Themen durch und zeigen, wie Du die jeweilige Technik genau auf dieses Thema zuschneidest. Das macht das Buch sehr praktisch.

Zweitens: Idealer Begleiter für Klienten. Genau das macht es wertvoll für Therapeuten, Coaches und Berater. Ein Klient kommt mit chronischem Stress, mit Einschlafproblemen oder mit Bruxismus - Du arbeitest in der Sitzung, und das Buch begleitet zwischen den Sitzungen. Eine super Inspirations-Quelle für die Eigenarbeit Deiner Klienten.

Drittens: Methoden-Breite als Inspirations-Pool. Wer regelmäßig in der Selbsthypnose im Alltag arbeitet, kennt die Falle: derselbe innere Ablauf, immer wieder, irgendwann zu routiniert. Almans und Lambrous Buch ist ein Reservoir, aus dem Du immer wieder neue Anregungen ziehen kannst.

Was nicht ideal ist

Das Buch enthält viele klassische Induktionen - lange, geführte Tieferungs-Skripte, wie sie aus den 80er und 90er Jahren typisch sind. Ich persönlich finde diese langen klassischen Induktionen heute nicht mehr besonders spannend, weil Du dieselbe Wirkung oft mit deutlich kürzeren, konversationellen Wegen erreichst (siehe auch Drei Wege zu Suggestionen in der Selbsthypnose). Wer mit modernen Ansätzen wie hypothetischen Fragen oder Konversationshypnose vertraut ist, wird einige Skripte überspringen.

Für wen das Buch passt

  • Menschen, die Selbsthypnose strukturiert und mit vielen Themen-Anwendungen lernen wollen.
  • Therapeuten, Coaches und Berater, die ihren Klienten ein gutes Begleitbuch in die Hand geben wollen.
  • Praktiker, die ihre eigene Selbsthypnose-Praxis ausweiten und neue Methoden ausprobieren wollen.
  • Klienten mit konkreten Themen wie Bruxismus, Einschlafproblemen, chronischem Stress, die ein systematisches Eigenarbeits-Tool suchen.

Für wen es nicht der richtige Einstieg ist

Wer Selbsthypnose schnell und konversationell lernen will, ohne sich durch lange Induktionen zu arbeiten, fängt besser woanders an. Mein Hypnose-Komplettkurs und das kostenlose Hypnose-Workbook bieten einen schlankeren, moderneren Einstieg - und der Hypnose-Practitioner liefert das Live-Training dazu.

Wie ich das Buch konkret nutze

Ich blättere immer wieder rein, wenn ich an einem spezifischen Klienten-Thema arbeite und neue Anregungen suche. Vor allem die Themen-Kapitel sind eine Fundgrube. Komplette Induktions-Skripte lese ich kursorisch und ziehe einzelne Elemente heraus, die ich in meinen Suggestionsdesign-Werkzeugkasten übernehme. So bleibt das Buch lebendig, ohne dass ich seine 80er-Jahre-DNA übernehme.

Häufige Fragen

Eignet sich das Buch für Selbsthypnose-Anfänger?

Ja, mit Einschränkung. Es ist sehr umfangreich und kann beim ersten Lesen überfordern - mir ging es als 14-Jähriger so. Heute lese ich es locker und sehr gerne. Wer am Anfang einen leichteren Einstieg sucht, findet ihn im Hypnose-Workbook und nutzt Alman/Lambrou danach als Vertiefung.

Welche Themen behandelt das Buch konkret?

Unter anderem Bruxismus, Schmerzen, Einschlafprobleme, Stress, Gewohnheiten, Selbstbild. Jedes Thema bekommt eine eigene Bearbeitung mit zugeschnittenen Techniken - das macht das Buch zu mehr als einer reinen Methoden-Sammlung.

Ist das Buch auch für Therapeuten interessant?

Ja, sehr. Therapeuten, Coaches und Berater können es als begleitendes Buch für ihre Klienten einsetzen - die Klienten arbeiten zwischen den Sitzungen mit konkreten Übungen, was den therapeutischen Prozess sinnvoll erweitert.

Wirken die klassischen Induktionen heute noch?

Wirksam sind sie, ja. Aber sie sind länger und formaler als das, was viele Praktiker heute bevorzugen. Wer sich mit modernen, konversationellen Zugängen wohlfühlt, wird einige Skripte überspringen oder stark abkürzen.

Quelle

  • Alman, B. M. & Lambrou, P. T. (2022). Selbsthypnose: Ein Handbuch zur Selbsttherapie (8. Aufl.). Carl-Auer.

Siehe auch

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Marian Zefferer, MSc

Über den Autor: Marian Zefferer, MSc

Marian Zefferer ist Hypnose- (WHO) und NLP-Trainer (IN, DVNLP, ÖDVNLP) bei Landsiedel NLP Training und Experte für die 8 hypnotischen Prinzipien. Er bildet Coaches, Therapeuten und Trainer aus, die Hypnose wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig alltagstauglich einsetzen wollen.

Sein Markenzeichen: Er schlägt die Brücke zwischen Hirnforschung und Alltagsrealität, getragen von drei Pfeilern — wissenschaftlicher Tiefe, didaktischer Präzision und gelungenem Praxistransfer mit einer Prise Humor.

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