NLP Bibliothek: Das Teilemodell im NLP

5.6 Das Teilemodell im NLP

In vielen Kontexten ist es sinnvoll anzunehmen, dass wir aus mehreren Teilpersönlichkeiten zusammengesetzt sind. Unsere Teile leben jedoch nicht immer im Einklang miteinander. Manchmal gibt es Unstimmigkeiten und es müssen Kompromisse ausgehandelt werden. Wir erleben uns als hin- und hergerissen.

Im NLP gibt es die nützliche Annahme, dass wir aus vielen Teilpersönlichkeiten bestehen, die in erzwungener Verwandtschaft unter derselben Haut miteinander leben. Jeder Teil versucht, sein eigenes Ziel zu erreichen. Je mehr diese Teile miteinander verbunden werden können und in Harmonie zusammenarbeiten, um so glücklicher wird der Mensch sein. Oft gibt es aber Konflikte zwischen den Teilen, obwohl jeder Teil eine positive Absicht hat.

Beispiel:

Rauchen ist schlecht für den Körper, aber es entspannt dich, beschäftigt deine Hände und erhält Freundschaften mit anderen. Das Rauchen aufzugeben, ohne diese anderen Bedürfnisse zu berücksichtigen, hinterlässt ein Vakuum. Um Mark Twain zu zitieren: "Das Rauchen aufzugeben ist leicht. Ich tue es jeden Tag." Anstatt mit Willenskraft Gewohnheiten aufzugeben, wollen wir hier einen Weg der Würdigung des teilweise unangemessenen Verhaltens gehen.

Die Vorstellung von Teilen ist natürlich auch nur ein Modell. Es gibt nicht diese Teile wie beispielsweise Gehirnareale. Teile sind funktionale Einheiten, deren Aufgabe darin besteht, einen bestimmten Bereich unseres Lebens zu organisieren, z.B. einen Geldteil, einen Teil für unsere Gesundheit, einen kreativen Teil usw. Diese Teile können beliebig definiert werden.

In unserer Sprache finden wir Hinweise auf eine innere Aufteilung:

  • einerseits - andererseits
  • etwas in mir zwingt (bremst) mich
  • In dem Moment war ich nicht ich selbst
  • zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust
  • ja, aber .... usw.

Bei der Arbeit mit Teilen wird die positive Absicht des Teils, der die unerwünschte Verhaltensweise/Reaktion/Emotion hervorbringt, herausgefunden und gewürdigt, so dass eine Aussöhnung mit dem Verhalten (und dem Teil, der dieses Verhalten auslöst) möglich wird. Danach werden neue Möglichkeiten zur verhaltensgemäßen Verwirklichung dieser positiven Absicht gefunden.