Box-Coaching Teil 2: Erkenntnisse aus dem Box-Coaching

– ein Gastbeitrag von Christoph Teege
Meine eigenen, positiven Erfahrungen mit dem Boxsport, gepaart mit dem Wissen über Persönlichkeitsbildung, haben mich dazu bewogen, das Konzept „Bildung trifft Boxen“ zu entwickeln. Dazu gehören Vorträge und Box-Coaching, das heißt Seminare und Coaching mit Elementen des Boxsports. Das Boxen ist dabei „nur“ Mittel zum Zweck – allerdings ein außerordentlich gutes. Wir nutzen während des Box-Coachings die positiven Effekte des Boxens. Und das alles ohne das ernsthafte Risiko einer Verletzung für die Teilnehmer.
Das Boxen übernimmt die Funktion eines Katalysators im Lern- und Entwicklungsprozess. Die Klienten werden nicht K.o. geschlagen, aber sehr wohl an ihre körperlichen und mentalen Grenzen gebracht. Diese Erfahrungen führen zu neuen Erkenntnissen, die uns ganz neue Perspektiven eröffnen und sich eins zu eins in den Alltag transferieren lassen:

1. Standing und Selbstbewusstsein
Die Klienten bleiben standfest, entwickeln individuelle Lösungen im Umgang mit Rückschlägen im Alltag – das Selbstbewusstsein nimmt zu. Das Wort „Rückschläge“ können Sie beim Box-Coaching ruhig wörtlich nehmen. Wie gesagt ziehe ich selbstverständlich nicht voll durch, aber ich agiere immer so, dass sich der Klient aus der Komfortzone bewegen muss.
Meine Kunden lernen von der Wirkung des taktilen Reizes eines Rückschlags und können es beim nächsten Mal besser machen. Sie lernen dadurch, wie wichtig es ist, Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen – auch wenn es manchmal schmerzhaft ist.
Im Alltag helfen die neu gewonnenen Erkenntnisse aus dem Box-Coaching, mit Rückschlägen flexibel umzugehen. Sie lernen, einen anderen Menschen respektvoll zu behandeln, sich aber auch manchmal gegen ihn durchzusetzen, wenn es erforderlich ist.

2. Vom Wollen ins Handeln kommen
Box-CoachingIm Box-Coaching werden Sie relativ schnell begreifen, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Denn auf dem Weg zum Boxring können Sie aus irgendwelchen Gründen noch absagen. Wenn Sie aber im Ring stehen, müssen Sie sich der Herausforderung stellen und dafür kämpfen, was Ihnen wichtig ist. Das setzt enorme Energien frei. Viele spüren zum ersten Mal, was alles in ihnen schlummert. Viele wachsen dabei über sich hinaus. Diese Erfahrung stärkt und fördert die Bereitschaft, auch außerhalb des Boxrings Verantwortung zu tragen. Selbstverständlich ist in diesem Zusammenhang klar, dass Sie ordentlich austeilen müssen, um sich etwas zu holen – und auch ebenso gut einstecken können. Mindestens genauso wichtig ist es für Sie zu akzeptieren, dass Sie nicht immer gewinnen können. Niederlagen gehören dazu und sind auch überhaupt nicht schlimm. Alles hat zwei Seiten. Sicherlich schmerzt eine Niederlage, doch sie birgt auch Chancen; so zum Beispiel die Selbstüberwindung der eigenen Zweifel und Unsicherheit. Und das ist manchmal mehr wert als ein Sieg.

3. Gesundheitlichen K.o. vermeiden
Wenn ein Klient mit mir boxt, stellt er relativ schnell fest, dass eine gewisse Grundfitness erforderlich ist und dass es sehr wichtig ist, mit der eigenen Kraft haushalten zu können.
Es ist richtig, dass ein Boxer in einem echten Fight tatsächlich seine Gesundheit aufs Spiel setzt. Doch viele Laien wissen nicht, dass die Gesundheit der Boxer gerade deshalb immer oberste Priorität hat. Schwindet die Chance auf einen Sieg aufgrund zu vieler Rückschläge oder einer Gesundheitsgefährdung, ist es besser, diese Grenze zu akzeptieren und das „Handtuch zu werfen“.
Im normalen Alltag haben meine Kunden natürlich keinen echten Gegner, aber andere Kontrahenten wie Stress, Hetze, Druck, mit denen Sie sich auseinandersetzen müssen. Wer beruflich eingespannt und ständig unter Strom ist, braucht einen Ausgleich. Ansonsten droht der gesundheitliche K.o.
Ein positiver Nebeneffekt des Box-Coachings ist also die Erkenntnis, dass Sie sich regelmäßig bewegen sollten. Dabei spielt es primär keine Rolle, welche Sportart Sie sich aussuchen. Das Wichtigste ist regelmäßige Bewegung und Entspannung. Beides muss Ihnen gut tun – Stress abbauen, Ruhe und Gelassenheit aufbauen.

4. Masterplan für persönliche Meisterschaft
Masterplan Box-CoachingWährend meines Box-Coachings erleben die Teilnehmer das Boxen praktisch und durchaus intensiv mit dem Ergebnis, hinderliche Denk- und Verhaltensweise nach und nach „weg zu boxen“. Nun geht es darum, diese Erkenntnisse auszuwerten und in einen Masterplan für die persönliche Meisterschaft zu überführen.
Dabei gehen wir wie bei der Vorbereitung eines Boxkampfes vor. Der einzige Unterschied ist der „Gegner“. Beim Boxer ist es tatsächlich ein anderer Mensch. Im Alltag ist es eher die Herausforderung, der wir uns tagtäglich stellen müssen und die es zu überwinden gilt.
Der Boxer muss sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen:
• Warum steige ich in den Ring?
• Wie sichere ich meine Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Überlebensfähigkeit?
• Wie reagiere ich auf Rückschläge und wann erfolgt eine Reaktion darauf?
• Was kann ich im Vorfeld tun, um möglichst wenige Rückschläge einzustecken?
• Wie viele Rückschläge verkrafte ich, bevor meine Überlebensfähigkeit in Gefahr ist?

Diese Fragen lassen sich 1 : 1 auf die persönliche Situation des Klienten übertragen:
• Warum stelle ich mich der Herausforderung?
• Wie sichere ich meine Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Überlebensfähigkeit?
• Wie reagiere ich auf Rückschläge?
• Was kann ich im Vorfeld tun, um möglichst wenige Rückschläge einzustecken?
• Wie viel Rückschläge kann ich (oder das Team oder das Unternehmen) verkraften, bevor die Überlebensfähigkeit gefährdet ist?

Ein Patentrezept gibt es leider nicht, weil jede Person wie auch die jeweilige Lösung individuell sind.

Fazit
Das Berufsleben stellt an Unternehmer, Selbstständige und Führungskräfte ähnliche Anforderungen wie der Wettkampf an den Boxer. In beiden Fällen ist es auf lange Sicht erforderlich, dass die „Akteure“ körperlich fit und mental stark bleiben, um auch unter Druck gute Entscheidungen treffen zu können.
Das Box-Coaching gibt Ihnen die Chance, diese positiven Erfahrungen zu machen, ohne sich einem echten Wettkampf stellen zu müssen.

Über den Autor

Christoph TeegeChristoph Teege ist Dipl.-Ing.(FH), Autor, Redner, Coach, Quizbox-Weltmeister und WBU Semipro Box-Weltmeister. Unter dem Claim „Bildung trifft Boxen“ bietet er Vorträge, Seminare und Coachings mit Elementen des Boxsports an. Er fördert damit eine Kultur, die Menschen und Unternehmen stark, sicher und gesund macht.

Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite:
www.christoph-teege.de.

Lesen Sie den ersten Teil dieser Reihe: Was Sie vom Boxsport lernen können

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Box-Coaching Teil 1: Was Sie vom Boxsport lernen können

– ein Gastbeitrag von Christoph Teege

Box-CoachingSobald der Begriff „Boxen“ fällt, bringen viele Menschen damit vor allem blutige Nasen, aufgeplatzte Lippen und blaue Augen in Verbindung. Dabei ist Boxen nicht gleich Boxen und ausschließlich auf das beschränkt, was gerade am Wochenende beim heißen Fight  zwischen Wladimir Klitschko und Anthony Joshua zu sehen war. Boxen ist viel mehr als das, es ist viel differenzierter!

Was Sie vom Boxsport lernen können

In diesem Artikel möchte ich Ihnen drei Punkte erläutern, die Sie vom Boxsport lernen können. Der Fokus dieses ersten Artikels liegt darauf, wie Sie sich selbst mit dem Boxsport stärker machen und weiterentwickeln.

1. Boxen formt den Charakter
Der Charakter ist formbar und kann durch Boxen positiv beeinflusst werden. Boxen lehrt uns eine Reihe von Eigenschaften, um auf lange Sicht erfolgreich zu sein. Dazu gehören Konsequenz, Selbstbewusstsein, Mut ohne Selbstüberschätzung, der Wille zum Sieg und Durchhaltevermögen. In „Krisenzeiten“ dranzubleiben, aufrecht zu stehen und Rückschläge zu verkraften ist genauso wichtig wie Konzentration, Respekt und Fairplay. Vor allem Führungskräfte können viel vom Boxsport lernen: Denn Führungskräfte, die boxen, werden zu Leistungsträgern. Leistungsträger werden zu Top-Teams und diese wiederum werden zu Top-Unternehmen, die zum Marktführer aufsteigen.

2. Boxen schützt vor dem gesundheitlichen K.o.
Wenn Sie das nächste Mal einen Boxkampf anschauen, dann achten Sie doch einmal auf Folgendes: Die meisten Knockouts finden am Anfang oder am Ende einer Runde statt.
Boxsport K.O. Die Erklärung ist relativ simpel: Zum Beginn einer Runde ist der Boxer noch nicht „da“, die volle Konzentration fehlt noch. Er ist einfach noch nicht präsent. Und am Ende der Runde sind Kraft, Kondition und Konzentration schon wieder weg. Ziel des Boxers ist es also, seine Kräfte gut einzuteilen und die Konzentration möglichst lang aufrecht zu erhalten, um nicht K.o. zu gehen. Erkennen Sie Parallelen zu Ihrem Berufsalltag? Für Ihren Job ist es ebenfalls erforderlich, Kräfte gut einzuteilen und Ihre Konzentration hochzuhalten. Egal, ob Sie körperliche oder mentale Rückschläge verkraften müssen, Rückschläge jeglicher Art erzeugen Stress und bringen Sie an die Grenzen Ihrer Leistungsfähigkeit. Kurzfristig über die Leistungsgrenze zu gehen, ist absolut notwendig und lässt sich manchmal nicht vermeiden. Aber langfristig führt das zu einem gesundheitlichen K.o., den es auf jeden Fall zu vermeiden gilt.

3. Boxen fördert den Teamgeist
Teamgeist und Boxen scheinen sich auf den ersten Blick zu widersprechen. Im Wettkampf sieht man immer nur den auf sich alleine gestellten kämpfenden Boxer. Wenn Sie sich jedoch näher mit der Thematik befassen und einmal hinter die Kulissen schauen, werden Sie feststellen, dass weder der Athlet noch Sie alleine gewinnen können. Athleten brauchen Trainer und Sparringspartner, um sich weiterzuentwickeln. Im Wettkampf ist der Trainer die wichtigste Bezugsperson. Er gibt Tipps, entwickelt die Strategie, damit der Akteur möglichst kräfteschonend und unbeschadet zum Sieg kommen kann. Außerdem braucht er ein Umfeld, das ihn unterstützt und eine Familie, die hinter ihm steht. Und wie sieht das bei Ihnen im Berufsalltag aus? Haben Sie auch einen „Trainer“, der hinter Ihnen steht? Haben Sie „Sparringspartner“, mit denen Sie bestimmte Dinge trainieren können? Und haben Sie ein berufliches wie auch privates Umfeld, das Sie unterstützt?

Fazit und Ausblick
Der Boxsport bietet viele Möglichkeiten, Menschen in ihrem Berufsalltag zu unterstützen. Vor allem Führungskräfte können in Ihrer Führungstätigkeit und auf dem Weg zur Erreichung der Unternehmensziele vom Boxsport profitieren. Im zweiten Teil der Box-Coaching-Reihe liegt der Fokus darauf, wie Coaches das Boxen in ihren Coaching-Sitzungen nutzen können, um den Klienten in seiner Persönlichkeitsentwicklung voran zu bringen. Sind Sie bereits gespannt auf den zweiten Teil? Dann schauen Sie auch nächste Woche in unserem Coaching-Blog vorbei.

Über den Autor

Christoph TeegeChristoph Teege ist Dipl.-Ing.(FH), Autor, Redner, Coach, Quizbox-Weltmeister und WBU Semipro Box-Weltmeister. Unter dem Claim „Bildung trifft Boxen“ bietet er Vorträge, Seminare und Coachings mit Elementen des Boxsports an. Er fördert damit eine Kultur, die Menschen und Unternehmen stark, sicher und gesund macht.

Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite: www.christoph-teege.de.

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Buchvorstellung: Das Coaching Handbuch für Ausbildung und Praxis

Das Coaching HandbuchDieses praxisorientierte Grundlagenwerk von Babak Kaweh bietet Orientierung angesichts der Vielfalt der Coaching-Konzepte. Der erfahrene Autor liefert eine griffige Darstellung aller Aspekte des Coaching-Prozesses. Er gibt einen aktuellen Überblick über die relevanten Coaching-Ansätze und integriert sie zu einem eigenen Coaching-Modell, das auf der Höhe der Zeit ist. Das didaktisch durchdacht strukturierte Handbuch dient den Coachs in ihrer Ausbildung als Lehr- und Übungsbuch und den Coachs in der Praxis als Nachschlagewerk. Es ist abgestimmt auf die Curricula der wichtigsten Coaching-Verbände und damit ein richtungweisender Beitrag zur Qualitätssicherung in Coaching-Ausbildung und -Praxis. Darüber hinaus vermittelt es auch Beratern, Moderatoren und Mediatoren, Trainern, Supervisoren und Therapeuten viele praktische Impulse. Ein kompetentes Handbuch für die berufliche Praxis!

 

Aufbau des Buches:
Der Aufbau dieses Buches führt vom Globalen zum Detail und folgt damit dem empfohlenen Coaching-Ablauf – zuerst verschafft sich der Coach einen Überblick und erst dann geht er ins Detail.
Teil I gibt Ihnen eine Definition des Begriffs Coaching und die Abgrenzung zu Supervision und Mediation sowie einen Überblick über den Ablauf des Coaching- Prozesses und seine wesentlichen Elemente – sowohl für Einzel-Coaching wie
auch für Team- oder Gruppen-Coaching.
Teil II geht ins Detail – hier finden Sie viele der im ersten Teil erwähnten Modelle und Methoden ausführlich beschrieben. Dieser Teil wird Ihnen unabhängig von den anderen Teilen des Buches auch als Nachschlagewerk dienen.
Teil III stellt nützliche Instrumente und Hilfsmittel zur Verfügung. Das sind einerseits Checklisten, die Sie bei Ihrer Arbeit als Coach frei verwenden dürfen. Andererseits finden Sie hier ein Verzeichnis aller in Teil I erwähnten Akronyme
und ein Fragenregister.
Teil IV schließt das Buch mit den Anmerkungen (Endnoten), dem Literaturverzeichnis, dem Adressen-, dem Stichwort- und dem Namensverzeichnis ab.

 
In unserer NLP-Buchhandlung ist das Buch „Das Coaching Handbuch für Ausbildung und Praxis“ erhältlich.
 

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Coaching zwischen Tür und Angel

– ein Gastbeitrag von Christoph Schalk

Wer viel Verantwortung hat, hat in der Regel auch viel zu tun. Da bleibt Führungskräften für das Coaching ihrer Mitarbeiter oft keine Zeit mehr. Coaching ist zwar wichtig, aber eben meistens nicht dringlich. Es lässt sich leicht auf die lange Bank schieben.

Dahinter steht der Gedanke, dass Coaching immer mit einem festen Termin verbunden ist, der auch noch eine gewisse Länge hat und idealerweise das Label „wiederkehrend“ trägt. Aber es geht auch anders. Es ist ohne großen Aufwand möglich, Coaching in den alltäglichen Umgang mit Ihren Mitarbeitern einzubauen. Es muss nicht immer das formelle und im Voraus geplante Gespräch sein.

Coaching zwischen Tür und AngelStellen Sie sich zum Beispiel vor, ein Mitarbeiter kommt mit einem Problem auf Sie zu und fragt Sie: „Was soll ich nur machen? Was empfehlen Sie mir?“

Ihre typische Reaktion ist vermutlich, dass Sie sich über weitere Details informieren lassen und dann selbst – möglicherweise sogar alleine und ohne den Mitarbeiter – das Problem lösen. Oder Sie sagen dem Mitarbeiter zumindest sehr genau, was er jetzt tun soll. Danach hat er ja schließlich auch gefragt, oder?

Aber nicht immer machen wir unsere Mitarbeiter damit glücklich, wenn wir Ihnen Lösungen vorgeben und ihnen die Lösungsfindung abnehmen. Alternativ können Sie nämlich auf die Frage des Mitarbeiters mit einer Gegenfrage reagieren: „Das ist wirklich schwierig. Aber stellen Sie sich mal vor, ich wäre heute aus irgendeinem Grund nicht da. Was hätten Sie selbst unternommen? Wie wären Sie mit dieser Situation umgegangen?“

Mit dieser Gegenfrage – so ungewöhnlich sie erst einmal klingen mag – sind Sie schon mitten in einem Coaching-Gespräch. Dies hat mehrere Vorteile:

  • In der Natur eines Coachinggesprächs liegt es, dass Sie die Fähigkeiten Ihres Mitarbeiters aktivieren. Sie fordern ihn heraus, seine Möglichkeiten voll zu nutzen.
  • Sie fördern das Selbstvertrauen Ihres Mitarbeiters. Sie werden staunen, was Ihr Mitarbeiter sich alles zutraut, wenn Sie ihm etwas zutrauen.
  • Sie drücken Wertschätzung aus. Ihr Mitarbeiter fühlt sich in seinen Fähigkeiten ernst genommen.
  • Sie schaffen langfristige Veränderung. Wenn Sie Ihrem Mitarbeiter vermitteln, dass Sie seinen Fähigkeiten vertrauen und davon überzeugt sind, dass er sein Anliegen selbst lösen kann, wird er beim nächsten Problem vielleicht selbstständig auf seine Ressourcen zurückgreifen – ohne zuerst zu Ihnen zu kommen.
  • Sie sparen Zeit: Statt künftig Probleme für Ihre Mitarbeiter zu lösen, können Sie die gewonnene Zeit darin investieren, Termine für „echte“ Coaching-Gespräche einzuplanen.

Auf dem Feld entscheiden die Spieler, nicht der Coach
Wenn ich in meinen Schulungen Führungskräften verdeutlichen will, wie sie ihre Rolle als Vorgesetzte mit einer Rolle als Coach verbinden können, verwende ich gerne die Skizze von einem Fußballfeld am Flipchart. Die Spieler befinden sich auf dem Spielfeld, der Coach am Spielfeldrand, also außerhalb des Spielfelds. Vor dem Spiel hat der Trainer klar abgesprochen, wer wie auf welcher Position spielt und was das Ziel ist (der Ball muss ins gegnerische Tor und nach Möglichkeit keine Bälle ins eigene Tor).

Der Schlüssel liegt darin, mit jedem Mitarbeiter klar abzusprechen, was sein „Spielfeld“ ist. Wo er also selbst entscheiden, eigene Ziele formulieren und selbständig Schritte zum Ziel gehen kann. Während eines Fußballspiels hat der Coach nichts auf dem Feld verloren. Er spielt nicht für seine Spieler. Er lässt Sie machen. Aber nach dem Spiel hilft er ihnen beim Auswerten und Reflektieren, damit sie beim nächsten Mal noch besser sind.

Mit CoaCoaching zwischen Tür und Angelching zwischen Tür und Angel können Sie Ihren Mitarbeitern immer wieder den Ball zurückgeben und ihnen deutlich machen, dass sie auf dem Spielfeld Verantwortung haben und selbst agieren können. Sie geben nur kleine Impulse, Ihre Mitarbeiter entscheiden und handeln.

Sie werden staunen, wie viel in Ihren Mitarbeitern steckt. Ihre Mitarbeiter werden ebenfalls staunen, wie viel in ihnen steckt, wenn man es ihnen zutraut. Manchmal müssen Sie als Coach etwas nachdrücklich sein und sich nicht dazu hinreißen lassen, schnell eine Lösung anzubieten. Auf lange Sicht werden Sie dafür mit selbstständigen Mitarbeitern belohnt werden.

Über den Autor
Coaching zwischen Tür und AngelChristoph Schalk ist Diplom-Psychologe, Senior Coach BDP und Master Coach EASC. Vom Magazin Focus als „Top Coach 2016“ ausgezeichnet. Zusammen mit einem Kollegen leitet er die Würzburger Business Coach Akademie und hat sich auch einen Namen als Fachbuchautor gemacht (u. a. „Mitarbeiter coachen – Gemeinsam Ziele erreichen“.

Mehr unter www.christophschalk.com

 

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Coaching für angehende Lehrtrainer

Ein GastbEvi Anderson-Krugeitrag von Evi Anderson-Krug, NLP-Lehrtrainerin, DVNLP,  und Landsiedel-Trainerin für Augsburg und Kitzingen.

Viele frischgebackene NLP-Trainer, die den Wunsch haben, selbst DVNLP-zertifizierte NLP-Ausbildungen durchzuführen, brauchen dafür erst einmal eine Anerkennung zum Lehrtrainer. Die bekommen sie nicht durch den Besuch einer weiteren Fortbildung. Es sind vielmehr ein paar zusätzliche Auflagen zu erfüllen, um die begehrte Lizenz zu erhalten. Schließlich soll gewährleistet sein, dass die neuen Ausbilder auch über eine hohe fachliche und persönliche Kompetenz verfügen.

Eine der Voraussetzungen ist zum Beispiel der Nachweis über 20 Einzelcoaching-Stunden, die bei einem „NLP-Anwender, der mindestens Lehrtrainer, DVNLP, und Master Coach, DVNLP, oder mindestens Lehrtrainer, DVNLP, und NLP-Berater, DVNLP, ist“, in Anspruch genommen werden (Quelle: DVNLP). Es wird also ganz klar die erforderliche fachliche Mindestqualifikation des Coaches festgelegt, der diese Stunden leisten und bescheinigen kann. Dies ist eine Kombination, die in der Praxis nicht immer so leicht zu finden ist.

Als Master-Coach (seit 2009) und Lehrtrainerin (seit 2011) bin ich berechtigt, diese Coachings durchzuführen und biete das auch seit vielen Jahren an.

Die meisten Klienten, die ein „normales“ Coaching bei mir buchen, tun dies aus einem akuten oder schon länger anhaltenden Veränderungswunsch heraus. Etwa, um aus einer privaten oder beruflichen Krise herauszukommen, einen Neubeginn zu wagen oder endlich gemäß ihrer Berufung leben zu können. Meine Klienten entscheiden sich also häufig aus einem gewissen Leidensdruck heraus für die professionelle Begleitung – und natürlich aus freien Stücken.

Doch ist diese Freiwilligkeit auch bei Klienten vorhanden, die „Pflicht“-Coachingstunden absolvieren, um eine Lizenz zu erwerben? Das kläre ich sehr offen, sobald die erste Anfrage kommt. Ich hake gezielt nach, welche Bereiche er oder sie optimieren möchte und an welchen Stellen Entwicklungspotenzial schlummert.

Was sind klassische Themen, mit denen die angehenden Lehrtrainer /-innen zu mir kommen? Wie bei jedem Klienten ist auch das natürlich sehr individuell. Ich möchte hier einen möglichen Ablauf skizzieren und habe ein paar „typische“ Anliegen herausgegriffen. Aus Respekt vor der Privatsphäre meiner Klienten habe ich mich bewusst allgemein ausgedrückt oder manches leicht abgewandelt, um keine Rückschlüsse auf konkrete Personen zuzulassen.

Ein Fallbeispiel
Beim ersten Gespräch lasse ich meine Klientin erst einmal allgemein berichten, wo sie steht, was sie bewegt und was ihre Coachingthemen und Ziele für unsere Treffen sind. Das darf natürlich alle Lebensbereiche betreffen, nicht nur ihre Trainer-Laufbahn. Gemeinsam besprechen wir die nächsten Schritte und Prioritäten: Was ist akut besonders wichtig und/oder dringend?

In diesem Fall steht ein Umzug an, sie ist beruflich stark eingespannt und weiß gar nicht, wie sie die Coachings zeitlich organisieren soll. Außerdem hat sie gerade einen Kunden, bei dem die Auftragsklärung nicht so optimal gelaufen ist. Das Seminar läuft nicht so, wie sie es erhofft hat und sie sieht sich als Trainerin in der Rolle, versäumte Führungsaufgaben des Vorgesetzten an die Teilnehmer weitergeben zu müssen. Als ich nach ihren Ressourcen frage, nennt sie die Natur und jede Form von Bewegung draußen als ihre große Kraftquelle. Nur kommt sie leider grad zu wenig dazu. Wir verabreden einige Coaching-Blöcke von mehreren Stunden am Stück. Das erspart ihr Fahrzeit und wir können länger an ihren Themen arbeiten.

Das erste Folgetreffen findet draußen statt, ein ausgiebiger Spaziergang in der Natur – Ressourcen-Aktivierung pur. Sie berichtet vom letzten Seminar, vom Verhalten der Teilnehmer, von ihren zwiespältigen Gefühlen. Einerseits sei der Auftrag gut bezahlt, andererseits wären die Teilnehmer auch zum Großteil in die Schulung geschickt worden und daher nicht von vornherein motiviert. Das Thema „Werte“ steht an. Welche Werte hat sie persönlich, welche kann sie in ihrem Trainerberuf leben? Welche möchte sie gern stärker integrieren? Das Coaching im Gehen gibt ihr ausreichend Zeit zum Überlegen.  Sie ist im Umbruch, das weiß sie auch, und ihr wird klar, dass sie künftig andere Zielgruppen erreichen möchte. Daher auch der starke Wunsch, NLP-Lehrtrainerin zu werden. Finanzen sind ihr wichtig, doch sie möchte einen Sinn in ihrem Beruf sehen. Und ihr wird klar, dass sie gerade auf dem besten Weg dahin ist.

Ein paar Bäume werden utilisiert und symbolisieren ihren Auftraggeber, sowie den ein oder anderen herausfordernden Teilnehmer. Wahrnehmungspositionen-Wechsel, Meta-Positionen auf einem Baumstumpf und einem Hochsitz finden hier am Waldrand eine passende Umgebung.  Auch die ein oder andere Übung zur Körpersprache und Status  bringen wir hier unter. Als ein Spaziergänger mit einem großen Hund vorbeikommt, kann sie ihre Wirkung gleich testen. Vor großen Hunden hat sie normalerweise etwas Angst, doch sie sie aktiviert ihren „Circle of Excellence“, bleibt innerlich stark und ruhig. Und der Hund? Läuft in angemessenem Abstand an ihr vorbei, ohne ihr zu nahe zu kommen. Test bestanden.

Wir verabschieden uns nach diesem  Outdoor-Nachmittag  und sie fühlt sich „gut durchgelüftet und wunderbar neu sortiert“.

Das nächste Treffen hat den Schwerpunkt „Trainer-Identität“. Ein paar alte Glaubenssätze dürfen sich verabschieden. Vor allem der, ob sie das Recht hat, zu führen und als Alphatier auch deutlich älteren und männlichen Teilnehmern  Anweisungen zu geben.  Führen dürfen und trotzdem weiblich sein – ist das ein Widerspruch? Es ist ein erneut intensiver, spannender Vormittag.

Innere Antreiber werden in der Folge entlarvt, zum Beispiel der, „perfekt“ sein  zu müssen oder es immer allen recht machen zu müssen. Die ganze Bandbreite wundervoller NLP-Formate und kreativen Abweichungen kann ich hier nutzen.

Der Weg zum LehrtrainerDoch auch ganz pragmatische Themen finden in einem solchen Coaching ihren Raum. Das nächste Treffen ist recht kurzfristig eingeschoben und dauert auch nicht so lange. Sie hat ein paar akute Fragen und ich habe in ihrem neuen Wohnort beruflich zu tun. Wir treffen uns auf einen Kaffee. Strategieplanung, neue Prioritäten setzen. Sie hat einen neuen Auftrag ergattert und will nicht mehr so viel mit PowerPoint arbeiten. Zeichnen kann sie aber nicht, ihrer Meinung nach. Ich zeige ihr auf ein paar Blättern Papier die ein oder andere leicht umsetzbare Idee, ihren Stoff auf Flipcharts zu zeichnen. Sie übt ein wenig und kann es gar nicht fassen, wie gut sie das kann.  Manche Glaubenssätze („ich kann das nicht“) lassen sich auch einfach wegzeichnen.

Und so wechseln sich die Themen ab  – ob es nun um neue Strategien und Fähigkeiten geht oder um die ganz wichtige Frage nach der eigenen Vision im Trainerdasein. Es ist ein spannendes Feld und sehr individuell.

Über die Autorin
Evi Anderson-Krug lebt im Raum München und begleitet Menschen in Umbruchsituationen und beim Finden neuer Lebensziele. Sie ist Master-Coach und Lehrtrainerin (DVNLP), und somit berechtigt, die Coachings für angehende Lehrtrainer durchzuführen. Evi ist darüber hinaus unsere Trainerin in Augsburg und in Kitzingen.  Weitere Infos findet ihr unter www.anderson-krug.de

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