Box-Coaching Teil 2: Erkenntnisse aus dem Box-Coaching

– ein Gastbeitrag von Christoph Teege
Meine eigenen, positiven Erfahrungen mit dem Boxsport, gepaart mit dem Wissen über Persönlichkeitsbildung, haben mich dazu bewogen, das Konzept „Bildung trifft Boxen“ zu entwickeln. Dazu gehören Vorträge und Box-Coaching, das heißt Seminare und Coaching mit Elementen des Boxsports. Das Boxen ist dabei „nur“ Mittel zum Zweck – allerdings ein außerordentlich gutes. Wir nutzen während des Box-Coachings die positiven Effekte des Boxens. Und das alles ohne das ernsthafte Risiko einer Verletzung für die Teilnehmer.
Das Boxen übernimmt die Funktion eines Katalysators im Lern- und Entwicklungsprozess. Die Klienten werden nicht K.o. geschlagen, aber sehr wohl an ihre körperlichen und mentalen Grenzen gebracht. Diese Erfahrungen führen zu neuen Erkenntnissen, die uns ganz neue Perspektiven eröffnen und sich eins zu eins in den Alltag transferieren lassen:

1. Standing und Selbstbewusstsein
Die Klienten bleiben standfest, entwickeln individuelle Lösungen im Umgang mit Rückschlägen im Alltag – das Selbstbewusstsein nimmt zu. Das Wort „Rückschläge“ können Sie beim Box-Coaching ruhig wörtlich nehmen. Wie gesagt ziehe ich selbstverständlich nicht voll durch, aber ich agiere immer so, dass sich der Klient aus der Komfortzone bewegen muss.
Meine Kunden lernen von der Wirkung des taktilen Reizes eines Rückschlags und können es beim nächsten Mal besser machen. Sie lernen dadurch, wie wichtig es ist, Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen – auch wenn es manchmal schmerzhaft ist.
Im Alltag helfen die neu gewonnenen Erkenntnisse aus dem Box-Coaching, mit Rückschlägen flexibel umzugehen. Sie lernen, einen anderen Menschen respektvoll zu behandeln, sich aber auch manchmal gegen ihn durchzusetzen, wenn es erforderlich ist.

2. Vom Wollen ins Handeln kommen
Box-CoachingIm Box-Coaching werden Sie relativ schnell begreifen, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Denn auf dem Weg zum Boxring können Sie aus irgendwelchen Gründen noch absagen. Wenn Sie aber im Ring stehen, müssen Sie sich der Herausforderung stellen und dafür kämpfen, was Ihnen wichtig ist. Das setzt enorme Energien frei. Viele spüren zum ersten Mal, was alles in ihnen schlummert. Viele wachsen dabei über sich hinaus. Diese Erfahrung stärkt und fördert die Bereitschaft, auch außerhalb des Boxrings Verantwortung zu tragen. Selbstverständlich ist in diesem Zusammenhang klar, dass Sie ordentlich austeilen müssen, um sich etwas zu holen – und auch ebenso gut einstecken können. Mindestens genauso wichtig ist es für Sie zu akzeptieren, dass Sie nicht immer gewinnen können. Niederlagen gehören dazu und sind auch überhaupt nicht schlimm. Alles hat zwei Seiten. Sicherlich schmerzt eine Niederlage, doch sie birgt auch Chancen; so zum Beispiel die Selbstüberwindung der eigenen Zweifel und Unsicherheit. Und das ist manchmal mehr wert als ein Sieg.

3. Gesundheitlichen K.o. vermeiden
Wenn ein Klient mit mir boxt, stellt er relativ schnell fest, dass eine gewisse Grundfitness erforderlich ist und dass es sehr wichtig ist, mit der eigenen Kraft haushalten zu können.
Es ist richtig, dass ein Boxer in einem echten Fight tatsächlich seine Gesundheit aufs Spiel setzt. Doch viele Laien wissen nicht, dass die Gesundheit der Boxer gerade deshalb immer oberste Priorität hat. Schwindet die Chance auf einen Sieg aufgrund zu vieler Rückschläge oder einer Gesundheitsgefährdung, ist es besser, diese Grenze zu akzeptieren und das „Handtuch zu werfen“.
Im normalen Alltag haben meine Kunden natürlich keinen echten Gegner, aber andere Kontrahenten wie Stress, Hetze, Druck, mit denen Sie sich auseinandersetzen müssen. Wer beruflich eingespannt und ständig unter Strom ist, braucht einen Ausgleich. Ansonsten droht der gesundheitliche K.o.
Ein positiver Nebeneffekt des Box-Coachings ist also die Erkenntnis, dass Sie sich regelmäßig bewegen sollten. Dabei spielt es primär keine Rolle, welche Sportart Sie sich aussuchen. Das Wichtigste ist regelmäßige Bewegung und Entspannung. Beides muss Ihnen gut tun – Stress abbauen, Ruhe und Gelassenheit aufbauen.

4. Masterplan für persönliche Meisterschaft
Masterplan Box-CoachingWährend meines Box-Coachings erleben die Teilnehmer das Boxen praktisch und durchaus intensiv mit dem Ergebnis, hinderliche Denk- und Verhaltensweise nach und nach „weg zu boxen“. Nun geht es darum, diese Erkenntnisse auszuwerten und in einen Masterplan für die persönliche Meisterschaft zu überführen.
Dabei gehen wir wie bei der Vorbereitung eines Boxkampfes vor. Der einzige Unterschied ist der „Gegner“. Beim Boxer ist es tatsächlich ein anderer Mensch. Im Alltag ist es eher die Herausforderung, der wir uns tagtäglich stellen müssen und die es zu überwinden gilt.
Der Boxer muss sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen:
• Warum steige ich in den Ring?
• Wie sichere ich meine Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Überlebensfähigkeit?
• Wie reagiere ich auf Rückschläge und wann erfolgt eine Reaktion darauf?
• Was kann ich im Vorfeld tun, um möglichst wenige Rückschläge einzustecken?
• Wie viele Rückschläge verkrafte ich, bevor meine Überlebensfähigkeit in Gefahr ist?

Diese Fragen lassen sich 1 : 1 auf die persönliche Situation des Klienten übertragen:
• Warum stelle ich mich der Herausforderung?
• Wie sichere ich meine Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Überlebensfähigkeit?
• Wie reagiere ich auf Rückschläge?
• Was kann ich im Vorfeld tun, um möglichst wenige Rückschläge einzustecken?
• Wie viel Rückschläge kann ich (oder das Team oder das Unternehmen) verkraften, bevor die Überlebensfähigkeit gefährdet ist?

Ein Patentrezept gibt es leider nicht, weil jede Person wie auch die jeweilige Lösung individuell sind.

Fazit
Das Berufsleben stellt an Unternehmer, Selbstständige und Führungskräfte ähnliche Anforderungen wie der Wettkampf an den Boxer. In beiden Fällen ist es auf lange Sicht erforderlich, dass die „Akteure“ körperlich fit und mental stark bleiben, um auch unter Druck gute Entscheidungen treffen zu können.
Das Box-Coaching gibt Ihnen die Chance, diese positiven Erfahrungen zu machen, ohne sich einem echten Wettkampf stellen zu müssen.

Über den Autor

Christoph TeegeChristoph Teege ist Dipl.-Ing.(FH), Autor, Redner, Coach, Quizbox-Weltmeister und WBU Semipro Box-Weltmeister. Unter dem Claim „Bildung trifft Boxen“ bietet er Vorträge, Seminare und Coachings mit Elementen des Boxsports an. Er fördert damit eine Kultur, die Menschen und Unternehmen stark, sicher und gesund macht.

Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite:
www.christoph-teege.de.

Lesen Sie den ersten Teil dieser Reihe: Was Sie vom Boxsport lernen können

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Ein Kommentar zu Box-Coaching Teil 2: Erkenntnisse aus dem Box-Coaching

  1. Schöne Querverbindung vom Boxen zur Persönlichkeitsentwicklung. In der Tag viele Parallelen 🙂

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