Wie findet man den richtigen Coach? Was ist Coaching und was genau passiert dabei?

board-784363_640„Hilfe, ich brauche einen Coach!“ Diesen Seufzer äußern nicht nur gestresste Eltern, frustrierte Ehepartner und dominierte Hundebesitzer. Nein, auch Vorstandsmitglieder, Fachkräfte und Berufseinsteiger, Existenzgründer und andere, die sich mit einem für sie unlösbaren Problem konfrontiert sehen, halten Ausschau nach professioneller Unterstützung in Form eines Coachings.

Wie findet man den richtigen Coach?

Zuerst müssen Sie sich selbst über Ihre Coachingziele und Ihre Erwartungen und Anliegen klar sein. Erst dann können Sie den passenden Coach für Sie auch erkennen. Folgende Fragen können Sie sich stellen: „Was will ich mit einem Coaching erreichen? Handelt es sich um ein berufliches oder ein privates Ziel? Geht es um Persönlichkeitsentwicklung oder Mitarbeiterführung? Um ein sportliches Ziel oder eine Ernährungsumstellung?

Die zweite Frage, die Sie sich stellen müssen ist, wie Sie sich die Zusammenarbeit mit Ihrem Coach vorstellen. Coaching basiert auf einer strategischen Partnerschaft auf Zeit, daher ist es wichtig, was Sie sich wiederum von dieser Partnerschaft erwarten und wie diese aussehen soll.

Diese Kriterien sollte Ihr Coach erfüllen:

  • Ihr Coach hat eine professionelle fundierte Coachingausbildung. Diese sollte über mehrere Monate gehen, damit gewährleistet ist, dass der Coach genügend Möglichkeiten hatte, die theoretischen Kenntnisse in die Praxis zu transferieren, zu testen, zu üben und zu reflektieren. Ein professioneller Coach kennt die verschiedensten Fragetechniken, Arbeit mit Modellen und Strategien und unterschiedlichen Mechanismen von Veränderungsprozessen. Ein abgeschlossenes Studium, eine Berufsausbildung und relevante Berufserfahrung zu Ihrem Themengebiet bilden die Basis für ein erfolgreiches Coaching.
  • Ihr Coach ist Mitglied in einem Coaching-Fachverband: Fundierte, professionelle Ausbildungen werden von Coaching-Fachverbänden anerkannt, in denen die Coaches oft auch Mitglied sind. Durch die Anerkennung der jeweiligen Ausbildung zertifiziert der Coaching-Fachverband dem Coach entsprechende Qualitätskriterien.
  • Ihr Coach bildet sich weiter. Da die Coaching-Welt immer in Bewegung ist, ist ein Mentor-Coach zur Supervision von Vorteil. Ihr Coach sollte sich so weiter bilden und auch immer wieder selbst gecoacht werden.
  • Ihr Coach bietet Ihnen ein kostenfreies Kennenlerngespräch an: Um für beide Seiten zu klären, ob eine Zusammenarbeit aus fachlicher, aber auch zwischenmenschlicher Perspektive in Frage kommt, ist ein unverbindliches Kennenlernen notwendig.  Achten Sie darauf, ob die Chemie stimmt, sie bereits Vertrauen zum Coach aufbauen und ob sie der Mittelpunkt des Gespräches sind.
  • Ihr Coach ist authentisch und lebt seine eigene Philosophie: Prüfen Sie, ob Ihr Coach seine Fachkompetenz nach außen widerspiegelt und seine eigene Philosophie auch lebt.

Diese Checkliste soll Ihnen als Orientierungshilfe und Landkarte durch die große Coachinglandschaft dienen. So können Sie Ihren passenden Coach finden, der Ihnen nachhaltige Veränderungen ermöglicht und Ihnen hilft Ihr volles Potenzial zu entfalten.

Was ist Coaching und was genau passiert dabei?

personal-1277392_640Beim Coaching handelt es sich um eine zielfokussierte und prozessorientierte Beratung. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Reflexion, Erweiterung und Flexibilisierung des persönlichen individuellen Verhaltensrepertoires. Gemeinsam werden Inhalte, Ablauf und Ziele der Coaching-Sequenzen festgelegt. Mitunter spielen neben Themen aus dem beruflichen Umfeld auch persönliche Lebensfragen oft eine große Rolle. Die Lösungen für die thematisierten Probleme des Coachees (Kunde/Klient) werden zusammen entwickelt und persönlich auf ihn abgestimmt. Der Coach gibt dem Coachee auf dem Weg zur Lösungsfindung die entsprechenden Impulse, um selbstständig letztendlich die Lösung für sein Problem mit seinen eigenen Ressourcen entdecken und beheben zu können. Klarheit und Struktur bei komplexen Fragestellungen und die Mobilisierung der Stärken zum Lösen der Anliegen liegen im Aufgabenbereich des Coaches.  Oft sieht der Coachee lediglich den „Wald vor lauter Bäumen nicht“ oder er möchte radikal neue und unbekannte Wege einschlagen und die Richtung wechseln. Der Coach hilft dabei, die Navigation alter Denkmuster über Bord zu werden und als Experte für Perspektivwechsel die richtigen Fragen zu stellen, Analysen zu strukturieren und zu ermutigen, neu und anders zu handeln als zuvor. Dadurch zeigt sich oft der AHA-Effekt, die Lösung, die oft eigentlich schon da war. Durch den Coach wird der Transfer in den Alltag gesichert und die erfolgreiche Umsetzung begleitet, damit das Coaching nachaltig wirken kann.

 

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3 Kommentare zu Wie findet man den richtigen Coach? Was ist Coaching und was genau passiert dabei?

  1. Dem Artikel stimme ich in den meisten Punkten zu. In zweien habe ich jedoch eine abweichende Meinung.

    Die Mitgliedschaft in einem Coachingfachverband garantiert nicht, dass der Coach qualitativ hochwertig ausgebildet wurde (auch nicht, wenn die Ausbildung von einem Verband zertifiziert wurde), und auch nicht, dass der Coach sein Handwerk versteht.
    Hier ist es tatsächlich sinnvoller hinzuschauen, welchen sonstigen beruflichen Hintergrund der Coach hat, und was seine sonstigen Ausbildungen sind. Ein Coach sollte wenigstens eine 300 Stunden umfassende Ausbildung in einem Zeitraum von mindestens 12 Monaten (besser länger) durchlaufen haben. Außerdem halte ich es für sinnvoll wenn der Coach in mindestens einer Methodik umfassend ausgebildet ist, z. B. NLP (DVNLP, IN, INLPTA), Gestaltarbeit, Transaktionsanalyse (DGTA), systemische Beratung (anerkannt von der SG oder DGSF).

    Die Coachingforschung belegt, dass die Beziehung zwischen Coach und Coachee für den Erfolg des Coachings am wichtigsten ist.
    Dafür ist es jedoch nicht notwendig, ein kostenloses Kennenlerngespräch anzubieten. Kein Handwerker, kein Anwalt, kein Steuerberater und kein psychologischer Psychotherapeut, Arzt oder Zahnarzt bietet ein kostenloses Kennenlerngespräch an. Die meisten Coaches haben in ihre Ausbildung viel Zeit investiert, so dass es aus meiner Sicht nicht notwendig ist, kostbare Arbeitszeit für kein Honorar einzusetzen.
    Ich arbeite selbst seit vielen Jahren als Coach, und habe noch nie ein kostenloses Erstgespräch angeboten. Ich biete eine professionelle Dienstleistung, und erwarte dafür ein entsprechendes Honorar. In vielen Köpfen geistert noch immer umher, dass eine Leistung die nichts kostet auch nichts wert ist.

    Als Coach bin ich mir mein Honorar wert.

  2. Alexander Almstetter sagt:

    Dem Beitrag stimme ich grundsätzlich zu. Ich habe dazu zwei Anmerkungen.
    Ob Ihr Coach eine professionelle, fundierte Coachingausbildung durchlaufen hat, ist in der Regel für einen Coachee ohne die entsprechende Feldkompetenz nicht erkennbar.
    Die Mitgliedschaft in einem Coachingverband garantiert nicht in jedem Fall, dass der Coach eine fundierte, professionelle Ausbildung absolviert hat. Auch die Anerkennung einer Ausbildung durch einen Fachverband kann nicht sicherstellen, dass ein Coachausbilder eine qualitativ hochwertige Ausbildung bietet, und dass der angehende Coach diese Ausbildungszeit entsprechend sinnvoll nutzt. Die Anerkennung garantiert allenfalls, dass der Coachausbilder ein Curriculum seines Verbandes einhält. Wie das in der Ausbildung mit Leben gefüllt wird, kann das Curriculum nicht abbilden. Außerdem sind die Qualitätskriterien der Verbände sehr unterschiedlich. In einem Verband genügt eine 60 Stunden Ausbildung, in einem anderen ein Fernkurs und in anderen Verbänden sind die Anforderungen teilweise (wesentlich) höher. Im Mittel werden von den meisten Verbänden Ausbildungen in einem Umfang von ca. 130 – 150 Stunden anerkannt, manchmal nur vom Verband anerkannten Ausbildern. Andere Coaches können nur Mitglied werden, wenn sie von Verbandmitgliedern empfohlen werden und sich zusätzlich einer „Prüfung“ unterziehen, die hohe Gebühren kostet. Die Anforderungen des Deutschen Verbandes für Neurolinguistisches Programmieren (DVNLP), der Systemischen Gesellschaft (SG), der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF), Deutsche Gesellschaft für Supervision (DGSv), Deutsche Gesellschaft für Transaktionsanalyse (DGTA) sind wesentlich höher als die anderer Coachverbände. Hier lohnt sich also ein genaues Hinschauen. Ein Qualitätsmerkmal kann auch sein, dass die Kriterien erfüllt werden, die die Stiftung Warentest für Coachausbildungen definiert hat. Ab ca. 200 Stunden Ausbildungszeit aufwärts in einem Zeitraum von mindestens 12 Monaten, besser länger. Die Ausbildungszeiten der vorher genannten Verbände übererfüllen diese Kriterien.
    Ein weiterer Hinweis auf die Qualität eines Coaches können seine sonstigen Ausbildungen (Berufsausbildung, Weiterbildung, Studium) und seine erworbenen Berufserfahrungen sein.
    Die Coachingforschung belegt, dass die Beziehung zwischen Coach und Coachee entscheidend für den Erfolg eines Coachings ist. Die Beziehungsgestaltung entscheidet mehr über den Erfolg eines Coachings, als die eingesetzte Methodik. Ein kostenloses Kennenlerngespräch ist kein Hinweis auf ein qualitativ hochwertiges Coaching, bzw. die Fähigkeit des Coaches eine tragfähige Beziehung zum Coachee herzustellen. Kein Handwerker, kein Architekt, kein Anwalt, kein Steuerberater, kein ärztlicher oder psychologischer Psychotherapeut, kein Arzt und auch kein Zahnarzt bietet ein kostenloses Kennenlerngespräch, eine Kennenlernberatung, eine Kennenlernbehandlung oder Kennlernreparatur an. Vielmehr ist die Denke der meisten Menschen, dass eine Leistung die nichts kostet auch nicht wert ist. Die meisten Coaches haben in ihre Ausbildung viel Geld und Zeit investiert, so dass es nach Meinung des Verfassers nicht notwendig ist Arbeitszeit und Know-how für kein Geld in die Akquisition eines Coachee zu investieren.
    Der Verfasser arbeitet seit 20 Jahren als Coach und vertritt die Auffassung „ich bin mir mein Honorar wert“. Und zwar von der ersten Sekunde eines Coachingprozesses an.

  3. Bertha sagt:

    Ein erfolgreiches Coaching hängt davon ab, ob das Verhältnis der Kunden zu Coach wirklich freizügig ist.

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