Erickson und Rossi, Hypnose, Leben Lernen Band 35, auf einem Tisch
Induktion, therapeutische Anwendung, Beispiele

Erickson & Rossi "Hypnose" - Induktion, therapeutische Anwendung, Beispiele (Buchrezension)

Wie versetzt man einen Menschen eigentlich in Trance? Dieser Band aus der Erickson-Rossi-Trilogie nähert sich der Frage von der praktischsten Seite, die es gibt: über wörtlich protokollierte Sitzungen, in denen man Erickson bei der Arbeit zusehen kann.

Ich (Marian Zefferer) schätze dieses Buch sehr, weil es die Induktion nicht nur beschreibt, sondern vorführt.

Meine Gesamtbewertung in einem Satz

Ein sehr gutes Buch über die Induktion, das Ericksons Sprachkunst an echten Transkripten erlebbar macht - am stärksten für Leser, die schon etwas Hypnose-Erfahrung mitbringen.

Was das Buch ist

Es ist der Induktions-Band der bekannten Erickson-Rossi-Trilogie, in der deutschen Ausgabe herausgegeben von Karl Herbert Mandel. Im Zentrum steht die Frage, wie Erickson Menschen mit Sprache in Trance führte - kommentiert von Ernest Rossi und unterlegt mit zahlreichen wörtlichen Sitzungsprotokollen.

Ein schöner Grundgedanke zieht sich durch: Trance ist etwas, das man lernen kann, ähnlich wie Fahrradfahren. Genau diese Haltung macht das Buch so ermutigend.

Was mich besonders anspricht

Mehrere Kapitel sind mir im Gedächtnis geblieben:

  • Die gesprächsweise Induktion. Das ist der Kern dessen, was ich liebe: wie Erickson allein über Sprache und Sprachmuster Menschen in Trance begleitet. Eine direkte Brücke zur Konversationshypnose.
  • Die Ja-Haltung. Nicht zu verwechseln mit der Ja-Straße aus dem Verkauf. Hier geht es darum, einen Menschen innerlich zu sich selbst und in die Veränderung zu führen - und genau das wirkt nachhaltiger.
  • Die Händedruck-Induktion. Heute oft als Verwirrungs-Induktion bekannt: Man beginnt einen Handschlag, führt ihn aber anders zu Ende als erwartet. Der Reiz liegt darin, wie schnell sich damit eine Induktion einleiten lässt. Es war eine von Ericksons Spielereien, und es gibt natürlich viele weitere Wege.

Dazu kommen zahlreiche, teils herrlich absurde und komische Beispiele, wie Erickson Menschen in Trance brachte. Diese Lebendigkeit ist eine der großen Stärken des Buches.

Was ich aus dem Buch mitnehme

Vor allem das Lernen am Transkript. Es ist etwas anderes, eine Methode beschrieben zu bekommen, als Erickson Satz für Satz folgen zu können. Man entwickelt ein Gefühl für Timing, für die Utilisation des Augenblicks und für die feinen sprachlichen Übergänge. Genau das nehme ich für meine eigene Praxis mit.

Was nicht ideal ist

Das Buch setzt einiges voraus. Ohne ein wenig Grundwissen über Hypnose können die Transkripte und Kommentare stellenweise voraussetzungsvoll wirken. Mit etwas Vorerfahrung dagegen wird es richtig wertvoll. Wer ganz am Anfang steht, legt also am besten zuerst eine Grundlage und kommt dann zurück - der Gewinn ist dann umso größer.

Für wen das Buch passt

  • Praktiker mit etwas Hypnose-Erfahrung, die ihre Induktionskunst über Originaltranskripte vertiefen wollen.
  • Alle, die konversationelle und sprachbasierte Induktion lieben und an der Quelle lernen möchten.
  • Leser, die Erickson nicht nur erklärt, sondern in Aktion erleben wollen.

Für wen es nicht der richtige Einstieg ist

Wer noch ganz am Anfang steht, beginnt besser mit einem strukturierten Grundlagenwerk wie meinem Hypnose-Komplettkurs oder dem kostenlosen Hypnose-Workbook und kommt anschließend zu diesem Band zurück.

Wie ich das Buch nutze

Ich schlage es auf, wenn ich Lust habe, von Erickson selbst zu lernen - eine Sitzung lesen, den Kommentar dazu, und dann beobachten, was sich in meiner eigenen Sprache verändert. Zusammen mit den beiden anderen Bänden der Reihe, Hypnose erleben und Hypnotherapie, ergibt das eine wunderbare Lern-Spur.

Häufige Fragen

Worum geht es in dem Buch?

Um die Induktion: wie Erickson Menschen mit Sprache in Trance führte. Das Buch zeigt das anhand wörtlich protokollierter Sitzungen mit Kommentaren von Ernest Rossi.

Brauche ich Vorerfahrung?

Etwas Grundwissen hilft sehr. Mit Hypnose-Erfahrung wird das Buch zu einer reichen Lernquelle, ganz ohne Vorkenntnisse kann es anfangs voraussetzungsvoll wirken.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, es ist Teil der Erickson-Rossi-Trilogie. Die anderen Bände behandeln das Erleben von Trance und die Hypnotherapie - zusammen ergeben sie eine runde Lern-Spur.

Quelle

  • Mandel, K. H., Erickson, M. H., Rossi, E. L., & Rossi, S. L. (2009). Hypnose (Leben Lernen, Bd. 35): Induktion - Therapeutische Anwendung - Beispiele. Klett-Cotta.

Siehe auch

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Marian Zefferer, MSc

Über den Autor: Marian Zefferer, MSc

Marian Zefferer ist Hypnose- (WHO) und NLP-Trainer (IN, DVNLP, ÖDVNLP) bei Landsiedel NLP Training und Experte für die 8 hypnotischen Prinzipien. Er bildet Coaches, Therapeuten und Trainer aus, die Hypnose wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig alltagstauglich einsetzen wollen.

Sein Markenzeichen: Er schlägt die Brücke zwischen Hirnforschung und Alltagsrealität, getragen von drei Pfeilern — wissenschaftlicher Tiefe, didaktischer Präzision und gelungenem Praxistransfer mit einer Prise Humor.

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