NLP Bibliothek: Physiologien

3.2 Physiologien

Unsere körperlichen Vorgänge spielen einen entscheidende Rolle für unsere Gefühlzustände. Sie zeigen unsere inneren Zustände an. Durch eine Veränderung der Physiologie können wir aber unsere Zustände auch verändern.

Physiologie bezeichnet alles, was mit dem physischen Körper (im Unterschied zum psychischen Geschehen) zu tun hat. Die Physiologie einer Person umfasst alles, was durch genaues Wahrnehmen von außen beobachtet werden kann, vor allem die gesamte Körpersprache. NLP geht von einer engen Verbindung von Körper und Geist aus. Die Physiologie eines Menschen hat einen direkten Einfluss auf seine kognitiven Prozesse und auf seinen inneren Zustand. Kleine Veränderungen in der Physiologie können einen großen Einfluss auf die innere Befindlichkeit ausüben.

NLP-Podcast 5: Physiologie und Gefühlszustände

Was gehört alles zu einer Physiologie?

  • Atmung
  • Lippengröße
  • Gesichtsfarbe
  • Muskelspannung
  • Haltung
  • ideomotorische, d.h. unbewusste Bewegungen
  • Augen: Blickrichtung, Lidreflex, Größe, Feuchtigkeit
  • Stimme: Tonlage, Lautstärke
  • Schweißproduktion
  • und noch vieles mehr ....

Thies Stahl unterscheidet zwischen Problem-Physiologie, Ziel-Physiologie, Ressourcen-Physiologie und Versöhnungs-Physiologie sowie zwischen diversen Misch-Physiologien.

Problem-Physiologie

Sie ist definiert als der Zustand, aus dem heraus der Klient benennt, was er problematisch findet, und auf welche Weise er dies im einzelnen tut. Eine Person zeigt ihre Problem-Physiologie, wenn sie von ihrem Problem spricht, sich an eine Situation erinnert (oder sich eine Situation in der Zukunft vorstellt), die nicht zu ihrer Zufriedenheit abgelaufen ist (ablaufen wird). Problem-Physiologien können genau wahrgenommen werden, sind jedoch bei jedem Menschen unterschiedlich.

Ziel-Physiologie

Sie ist definiert als die Physiologie, die mein Klient mir in den meisten Veränderungs-Techniken des NLP am Anfang einmal zeigen muss, damit ich als Therapeut weiß, woran ich erkennen werde, wann die Veränderungsarbeit abgeschlossen ist.

Ressource-Physiologie

Die Ressourcen-Physiologie ist sehr ähnlich der Ziel-Physiologie. Sie wird definiert als die Physiologie der Fähigkeiten, mit Hilfe derer mein Klient in die Ziel-Physiologie kommen kann. Atmung, Haltung, Muskeltonus und ideomotorische Bewegungen werden in beiden Zuständen ähnlich sein. Am Ende der Veränderungsarbeit sollte er gelernt haben, die Ressourcen-Physiologie selbst einzusetzen.

Versöhnungsphysiologie

Die Versöhnungs-Physiologie ist definiert als die Physiologie, die zu dem häufig als sehr intensiv wahrgenommenen Erlebnis des Klienten dazugehört, wenn er plötzlich weiß, dass das Verhalten, das er loswerden will, für etwas Bestimmtes in seinem Leben absolut sinnvoll und unverzichtbar ist. In dem Moment, in dem er irgendwie würdigen kann, welche Funktion das Verhalten in bestimmten Kontexten hat, zeigt er diesen physiologischen Wechsel.