Wie lassen sich Wechseljahresbeschwerden an der Ursache behandeln?
Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben, in der die Bildung der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron nach und nach abnimmt. Medizinisch wird diese Zeit auch Klimakterium genannt. Sie erstreckt sich über mehrere Jahre. Viele Frauen erleben die Wechseljahre ohne größere Einschränkungen. Bei anderen stehen körperliche und seelische Veränderungen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Scheidentrockenheit im Vordergrund. Solche Wechseljahresbeschwerden haben jeweils eigene Ursachen. Wenn Sie wissen, wodurch Ihre Symptome entstehen, finden Sie leichter heraus, welche Maßnahmen und Behandlungen für Sie infrage kommen.
Was passiert in den Wechseljahren im Körper?
Wie sich Eierstöcke und Hormonproduktion verändern
Jede Frau wird mit einem begrenzten Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken geboren. In jedem Zyklus reift dort ein Eibläschen heran, das Östrogen bildet. Nach dem Eisprung entsteht daraus der Gelbkörper, der Progesteron produziert. Als Botenstoffe steuern die beiden Hormone den Monatszyklus und bereiten die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Östrogen wirkt darüber hinaus auf Knochen, Haut, Schleimhäute und Blutgefäße. Auch der Stoffwechsel wird von ihm beeinflusst.
Der Vorrat an Eizellen wird im Laufe des Lebens stetig kleiner. In den Wechseljahren kommt es deshalb seltener zum Eisprung, bis er schließlich ganz ausbleibt. Da dann auch der Gelbkörper fehlt, sinkt der Progesteronspiegel meist als Erstes. Die Östrogenwerte schwanken dagegen anfangs stark, bevor sie dauerhaft abfallen. Das erklärt, warum Beschwerden in manchen Monaten stärker sind und in anderen kaum auffallen. Weil das Hormon in so vielen Bereichen des Körpers wirkt, zeigen sich die Folgen der Umstellung an ganz unterschiedlichen Stellen.
Welche Phasen der Wechseljahre gibt es?
Die Wechseljahre umfassen die gesamte Übergangszeit rund um das Ende der fruchtbaren Jahre. Mit Menopause ist dagegen nur ein einziger Zeitpunkt gemeint, nämlich die letzte Regelblutung. Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich verwendet. Feststellen lässt sich die Menopause erst im Rückblick, und zwar wenn zwölf Monate lang keine Menstruation mehr eingesetzt hat.
Rund um diesen Zeitpunkt unterscheidet man verschiedene Phasen:
- Perimenopause: Sie beginnt oft schon Jahre vor der letzten Regelblutung und reicht bis ein Jahr danach. Der Zyklus wird in dieser Zeit zunehmend unregelmäßig. Deshalb ist es möglich, dass Sie noch Blutungen haben und gleichzeitig schon erste Symptome der Wechseljahre bemerken.
- Menopause: die letzte Regelblutung selbst.
- Postmenopause: die Zeit nach der Menopause. Das Jahr nach der letzten Monatsblutung zählt bereits zur frühen Postmenopause. Einzelne Beschwerden an Scheide und Harnröhre bleiben oft auch viele Jahre nach der Menopause bestehen.
Beginn der Wechseljahre und erste Anzeichen
Die Wechseljahre beginnen von Frau zu Frau zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Erste Veränderungen zeigen sich meist in einem Alter von Mitte 40, bei manchen früher, bei anderen erst gegen 50. Häufig macht sich zuerst ein unregelmäßiger Zyklus bemerkbar. Bei anderen Frauen stehen Symptome wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche oder Schlafstörungen am Anfang. Diese setzen mal recht plötzlich ein, mal entwickeln sie sich langsam über mehrere Jahre. Hinter solchen Anzeichen der Wechseljahre können auch andere Ursachen stecken, etwa eine Erkrankung der Schilddrüse.
Wenn die Wechseljahre früher beginnen
Wenn die Wechseljahre vor dem 40. Lebensjahr beginnen, spricht man von vorzeitigen Wechseljahren. Der Fachbegriff dafür lautet prämature Ovarialinsuffizienz. Häufig lässt sich kein Auslöser finden. Bekannte Ursachen sind erbliche Veranlagungen, Autoimmunerkrankungen sowie eine Chemo- oder Strahlentherapie. Werden beide Eierstöcke operativ entfernt, setzen die Wechseljahre schlagartig ein. Die Beschwerden fallen dann oft stärker aus als bei einem allmählichen Übergang. Ein früher Östrogenmangel erhöht außerdem das Risiko für Osteoporose sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sind Sie betroffen, besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt, ob eine Hormonersatztherapie bis zum üblichen Alter der Menopause infrage kommt.
Welche Symptome der Wechseljahre sind typisch?
Die Symptome der Wechseljahre, medizinisch klimakterische Beschwerden genannt, fallen sehr unterschiedlich aus. Manche Frauen spüren kaum etwas davon, andere haben gleich mit mehreren Veränderungen zu tun. Zu den typischen Beschwerden zählen Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen sowie Veränderungen an Scheide, Blase und Regelblutung. Auch Stärke und Dauer unterscheiden sich deutlich. Für die Frage nach einer Behandlung zählt deshalb vor allem, wie sehr die Symptome Ihren Alltag, Ihren Schlaf oder Ihre Partnerschaft beeinträchtigen.
Hitzewallungen und Schweißausbrüche
Hitzewallungen gehören zu den typischen Wechseljahresbeschwerden. Dabei breitet sich plötzlich ein starkes Wärmegefühl aus, meist über Brust, Hals und Gesicht. Die Haut rötet sich, das Herz schlägt schneller und oft folgt ein Schweißausbruch. Nach wenigen Minuten ist eine solche Hitzewallung meist vorbei. Anschließend ist Ihnen womöglich kalt, weil das Schwitzen den Körper abgekühlt hat. Manche Frauen in den Wechseljahren erleben das nur gelegentlich, andere mehrmals am Tag. Nachts äußern sich die Beschwerden als Nachtschweiß, der den Schlaf immer wieder unterbricht. Auslöser ist eine veränderte Temperaturregelung im Gehirn.
Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen
Viele Frauen schlafen in den Wechseljahren schlechter als früher. Manche liegen abends lange wach, andere wachen nachts mehrmals auf und finden danach nur schwer wieder zur Ruhe. Am nächsten Tag machen sich Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsprobleme bemerkbar. Hinzu kommen bei manchen Frauen Stimmungsschwankungen. Betroffene fahren schneller aus der Haut als sonst oder sind näher am Wasser gebaut. Schlafmangel und Gereiztheit verstärken sich dabei oft gegenseitig. Manche erleben auch eine depressive Verstimmung mit Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und wenig Freude an Dingen, die ihnen sonst Spaß machen. Neben den Hormonen spielen dabei auch Stress und Belastungen im Alltag eine Rolle. Hält eine gedrückte Stimmung länger als zwei Wochen an, sprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Sex
Bei Scheidentrockenheit fühlt sich der Intimbereich trocken, wund oder gereizt an. Viele Frauen bemerken Brennen, Juckreiz oder ein Druckgefühl, oft auch im Alltag beim Sitzen oder Radfahren. Beim Geschlechtsverkehr fehlt dann häufig die nötige Feuchtigkeit. Die Reibung fühlt sich dadurch unangenehm an oder tut weh. Danach brennt es manchmal, oder es kommt zu leichten Blutungen. Schmerzen beim Sex belasten viele betroffene Frauen und oft auch die Partnerschaft. Anders als Hitzewallungen bleiben diese Beschwerden nach den Wechseljahren oft bestehen oder nehmen mit den Jahren sogar zu. Für trockene Schleimhäute gibt es jedoch eigene Behandlungsmöglichkeiten.
Beschwerden an Blase und Harnröhre
Auch Blase und Harnröhre reagieren auf die hormonelle Umstellung. Typisch sind ein häufiger oder plötzlicher Harndrang und Brennen beim Wasserlassen. Manche Frauen verlieren beim Husten, Niesen, Lachen oder Heben ungewollt ein paar Tropfen Urin, was als Belastungsinkontinenz bezeichnet wird. Zusammen mit der Scheidentrockenheit gehören diese Beschwerden zum sogenannten urogenitalen Menopausensyndrom.
Außerdem treten Harnwegsinfekte in dieser Lebensphase häufiger auf. Kommt eine Blasenentzündung immer wieder, spricht man von chronischen Blasenentzündungen. Da sich hinter Brennen und Harndrang auch eine Infektion verbergen kann, lassen Sie solche Symptome am besten untersuchen.
Veränderungen der Regelblutung
Die Regelblutung verändert sich meist schon in der Perimenopause. Anfangs werden die Zyklen oft kürzer, später liegen längere Abstände zwischen den Blutungen. Auch die Stärke schwankt, sodass die Periode mal kräftiger und mal schwächer ausfällt als gewohnt. Manchmal bleibt sie mehrere Monate aus und setzt dann doch wieder ein. Solange noch Eisprünge stattfinden, ist eine Schwangerschaft weiterhin möglich. Ungewöhnlich starke oder sehr lange Blutungen sowie jede Blutung nach der Menopause sollten Sie ärztlich abklären lassen.
Veränderungen an Haut, Gelenken und Körpergewicht
Die Haut wird in den Wechseljahren trockener, dünner und verliert an Spannkraft. Bei manchen Frauen werden auch die Haare feiner. Häufig kommen Gelenkschmerzen und eine Steifigkeit am Morgen hinzu, etwa in Händen, Knien oder Schultern. Außerdem verändert sich bei vielen die Figur. Selbst wenn Sie nicht mehr essen als früher, nehmen Sie leichter zu, vor allem am Bauch. Gleichzeitig baut der Körper Muskelmasse ab, was man an Kraft und Ausdauer merkt. Dahinter stecken ein veränderter Stoffwechsel, weniger Bewegung und das Älterwerden selbst.
Welche Ursachen haben Wechseljahresbeschwerden?
Ausgangspunkt der meisten Wechseljahresbeschwerden ist der sinkende Östrogenspiegel. Hinter den einzelnen Symptomen stecken dabei ganz unterschiedliche Abläufe im Körper, etwa in der Temperaturregelung des Gehirns, in den Schleimhäuten oder im Stoffwechsel. Zusätzlich spielen Lebensstil und Belastungen im Alltag eine Rolle. Manchmal verbirgt sich hinter ähnlichen Anzeichen auch eine ganz andere Erkrankung.
Wie der Östrogenmangel Hitzewallungen auslöst
Die Körpertemperatur wird im Hypothalamus geregelt, einem kleinen Bereich im Zwischenhirn. Er sorgt dafür, dass der Körper weder überhitzt noch auskühlt. Östrogen beeinflusst dabei bestimmte Nervenzellen in diesem Bereich. Sinkt der Spiegel, werden sie überaktiv und schütten vermehrt den Botenstoff Neurokinin B aus. Das Temperaturzentrum reagiert dadurch empfindlicher. Schon ein geringer Anstieg der Körpertemperatur genügt, damit es Hitze meldet und den Körper kühlen will. Die Blutgefäße der Haut weiten sich, das Herz schlägt schneller und die Schweißdrüsen werden aktiv. So entstehen Hitzewallungen und Schweißausbrüche. In der Perimenopause verstärken die starken Schwankungen des Hormonspiegels diesen Effekt zusätzlich. Bei den meisten Frauen werden die Hitzewallungen mit den Jahren seltener und schwächer.
Warum die Schleimhäute trockener werden
Die Schleimhäute von Scheide, Harnröhre und Blase sind besonders stark auf Östrogen angewiesen. Das Hormon sorgt dafür, dass sie gut durchblutet und elastisch bleiben und ausreichend Feuchtigkeit bilden. Fehlt es, wird das Gewebe dünner und verletzlicher. Die Folge ist Scheidentrockenheit. Beim Sex entstehen deshalb leichter kleine Risse und Schmerzen. Gleichzeitig verändert sich die natürliche Schutzflora. Die Zellen der Scheidenwand speichern weniger Zucker, von dem die nützlichen Milchsäurebakterien leben. Fehlen sie, geht das leicht saure Milieu verloren. Krankheitserreger siedeln sich dadurch leichter an, was Scheideninfektionen und Blasenentzündungen begünstigt. Auch das Bindegewebe und die Muskulatur des Beckenbodens verlieren an Spannkraft. Das erklärt, warum Harndrang und Belastungsinkontinenz nach den Wechseljahren häufiger auftreten.
Was Schlaf und Stimmung beeinflusst
Nächtliche Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind ein häufiger Grund für schlechten Schlaf. Hinzu kommt der sinkende Progesteronspiegel. Das Gelbkörperhormon wirkt im Gehirn beruhigend und schlaffördernd. Östrogen beeinflusst wiederum Botenstoffe wie Serotonin, die für das seelische Gleichgewicht wichtig sind. Schwanken die Hormonwerte stark, wie es in der Perimenopause typisch ist, treten deshalb leichter Stimmungsschwankungen oder eine depressive Verstimmung auf.
Frauen, die früher unter einem prämenstruellen Syndrom gelitten haben oder bereits eine Depression hatten, reagieren oft besonders empfindlich darauf. Dazu kommen oft Belastungen, die mit den Hormonen nichts zu tun haben. Viele Frauen in den Wechseljahren sind beruflich stark eingespannt, kümmern sich um ihre älter werdenden Eltern oder erleben, wie die Kinder ausziehen. Stress hält den Körper in Alarmbereitschaft, erschwert das Abschalten am Abend und löst zusätzlich Hitzewallungen aus.
Warum sich Haut, Gelenke und Körpergewicht verändern
Östrogen regt in der Haut die Bildung von Kollagen an, einem Eiweiß, das ihr Festigkeit gibt. Mit dem sinkenden Hormonspiegel entsteht weniger davon, sodass das Gewebe dünner und weniger straff wird. An den Gelenken wirkt Östrogen leicht entzündungshemmend und schützt den Knorpel. Fällt dieser Schutz weg, reagieren sie empfindlicher und schmerzen leichter. Mit zunehmendem Alter baut der Körper außerdem Muskelmasse ab. Da Muskeln auch in Ruhe Energie verbrauchen, sinkt dadurch der Grundumsatz. Essen Sie weiter so viel wie bisher, nehmen Sie deshalb leichter zu. Der Östrogenmangel verändert zudem die Fettverteilung. Fett lagert sich nun vermehrt am Bauch und um die inneren Organe ein. Dort ist es besonders stoffwechselaktiv und schwächt die Wirkung von Insulin. Auch Schlafmangel und weniger Bewegung im Alltag begünstigen eine Gewichtszunahme.
Was die Beschwerden verstärkt
Mehrere Einflüsse aus dem Alltag können Wechseljahresbeschwerden verstärken. Rauchen und deutliches Übergewicht gehen mit häufigeren und stärkeren Hitzewallungen einher. Als typische Auslöser einzelner Schübe gelten außerdem Alkohol, heiße Getränke, scharfes Essen, überheizte Räume oder Aufregung. Bewegungsmangel beschleunigt den Abbau von Muskeln und Knochen und wirkt sich oft auch auf die Nachtruhe aus. Dauerhafter Stress verstärkt Schlafprobleme, Gereiztheit und Hitzewallungen gleichermaßen. Rauchen lässt die Wechseljahre zudem früher beginnen und schadet den Knochen. Im Gegensatz zur Hormonumstellung lassen sich viele dieser Einflüsse im Alltag verändern.
Wenn andere Ursachen dahinterstecken
Einige Symptome der Wechseljahre ähneln den Anzeichen anderer Erkrankungen. Eine Überfunktion der Schilddrüse führt ebenfalls zu Schwitzen, Herzklopfen, Unruhe und Schlafproblemen. Bei einer Unterfunktion stehen dagegen Müdigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut und eine gedrückte Stimmung im Vordergrund. Ein Eisenmangel, etwa nach jahrelang starken Regelblutungen, macht müde, blass und kurzatmig. Hinter anhaltender Niedergeschlagenheit kann eine Depression stecken, die eine eigene Behandlung braucht. Schnarchen Sie und fühlen sich morgens wie gerädert, kommen nächtliche Atemaussetzer infrage, die nach der Menopause häufiger auftreten. Auch manche Arzneimittel, etwa bestimmte Mittel gegen Depressionen, lösen als Nebenwirkung Schwitzen oder Schlafstörungen aus. Viele dieser Ursachen lassen sich mit einer Blutuntersuchung erkennen oder ausschließen. Neue oder ungewöhnlich starke Beschwerden sollten Sie deshalb ärztlich abklären lassen, bevor Sie sie allein den Wechseljahren zuschreiben.
Welche Behandlungen setzen an der Ursache an?
Behandlungen in den Wechseljahren setzen an unterschiedlichen Stellen an. Manche gleichen den Östrogenmangel aus, andere wirken auf die Temperaturregelung im Gehirn oder direkt auf die Schleimhäute. Neben der hormonellen Behandlung gibt es auch Arzneimittel ohne Hormone sowie pflanzliche Mittel. Die passende Möglichkeit richtet sich danach, welche Beschwerden im Vordergrund stehen und welche Vorerkrankungen bestehen.
Hormontherapie: den Östrogenmangel ausgleichen
Eine Hormontherapie führt dem Körper Östrogen zu und gleicht so den Mangel aus, der hinter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen steht.
Zusätzlich erhalten Frauen in der Regel ein Gestagen. Es schützt die Gebärmutterschleimhaut, die sonst durch das Östrogen zu stark wachsen würde. Bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, wird im Rahmen einer Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden gewöhnlich Östrogen allein eingesetzt.
Die Mittel sind verschreibungspflichtig und werden ärztlich verordnet. Als Tabletten erhöhen sie das Risiko für Thrombosen, bei Pflastern und Gelen ist es geringer. Bei längerer Anwendung von Östrogen und Gestagen erkranken Frauen außerdem etwas häufiger an Brustkrebs. Häufige Nebenwirkungen sind Brustspannen, Zwischenblutungen oder Kopfschmerzen.
Die Hormone gibt es als Tablette, Pflaster, Gel oder Spray, das Gestagen auch als Hormonspirale. Welche Form passt, hängt unter anderem vom Alter und von Vorerkrankungen ab. Beginnt die Behandlung vor dem 60. Lebensjahr oder in den ersten zehn Jahren nach der Menopause, sind die Risiken geringer als bei einem späteren Start. Nach Brustkrebs, einer Thrombose, einem Schlaganfall oder Herzinfarkt kommt eine Hormontherapie meist nicht infrage, ebenso bei ungeklärten Blutungen. Vor Beginn steht deshalb ein ausführliches Gespräch über Nutzen und Risiken. Mit Ihrer Ärztin oder dem Arzt überprüfen Sie anschließend regelmäßig, ob Sie die Behandlung noch brauchen. Nach dem Absetzen kehren die Beschwerden bei manchen Frauen zurück.
Lokale Behandlung bei trockenen Schleimhäuten
Bei Beschwerden an Scheide, Harnröhre und Blase setzt die Behandlung direkt dort an, wo das Gewebe dünner geworden ist. Gleitmittel machen den Geschlechtsverkehr angenehmer, weil sie die Reibung verringern. Vaginale Feuchtigkeitspräparate werden dagegen regelmäßig angewendet, auch ohne Sex. Sie binden Wasser im Gewebe und halten es länger feucht. Beide Mittel sind rezeptfrei erhältlich und enthalten keine Hormone. Reicht das nicht aus, kommt lokal angewendetes Östrogen infrage, etwa als Creme, Zäpfchen oder Vaginalring. Es gleicht den Mangel direkt in der Schleimhaut aus und wird ärztlich verordnet. Da die Dosis sehr niedrig ist, gelangt kaum etwas davon ins Blut. Ein zusätzliches Gestagen ist deshalb meist nicht nötig. Lokale Östrogene werden auch eingesetzt, um wiederkehrenden Blasenentzündungen vorzubeugen. Zu Beginn brennt oder juckt es manchmal leicht. Nach Brustkrebs stimmen Sie die Anwendung am besten mit Ihrer Onkologin oder Ihrem Onkologen ab.
Nicht hormonelle Arzneimittel
Für Frauen, die auf eine Hormontherapie verzichten müssen oder möchten, gibt es verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Hormone. Neuere Wirkstoffe setzen dabei direkt an der Ursache der Hitzewallungen im Gehirn an. Sie blockieren die Andockstellen für den Botenstoff Neurokinin B und dämpfen so die überaktiven Nervenzellen im Temperaturzentrum. Da es in seltenen Fällen zu Leberschäden kommt, werden die Leberwerte vor und während der Behandlung kontrolliert. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Bauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder Müdigkeit. Daneben werden einige Antidepressiva in niedriger Dosis sowie ein Wirkstoff aus der Epilepsiebehandlung gegen Hitzewallungen eingesetzt. Für diesen Zweck sind sie in Deutschland nicht offiziell zugelassen, sodass die Verordnung als sogenannter Off-Label-Gebrauch erfolgt. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit oder Mundtrockenheit. Manche dieser Mittel verändern außerdem die Wirkung anderer Medikamente, etwa bei einer Brustkrebsbehandlung. Auf Scheidentrockenheit haben diese Arzneimittel keinen Einfluss.
Pflanzliche Mittel wie Traubensilberkerze
Viele Frauen suchen nach pflanzlichen Möglichkeiten zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden. Am bekanntesten ist die Traubensilberkerze, die vor allem gegen Hitzewallungen, Schweißausbrüche und innere Unruhe angeboten wird. Ihr Wirkmechanismus ist bis heute nicht abschließend geklärt. Auch der Nutzen ist nicht für jedes Präparat gleichermaßen belegt. In seltenen Fällen kommt es unter der Einnahme zu Leberschäden. Treten Oberbauchschmerzen, dunkler Urin oder eine Gelbfärbung der Haut auf, sollten Sie das Mittel absetzen und ärztlichen Rat einholen. Bei gedrückter Stimmung wird häufig Johanniskraut eingesetzt. Es schwächt allerdings die Wirkung vieler anderer Medikamente ab, etwa der Antibabypille oder von Blutverdünnern. Außerdem macht es die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht. Rotklee und Soja enthalten sogenannte Pflanzenöstrogene, die dem körpereigenen Hormon ähneln. Nach einer Brustkrebserkrankung sollten Sie solche Präparate nur nach Rücksprache einnehmen. Gegen starkes Schwitzen wird traditionell Salbei verwendet, zur Beruhigung und für einen besseren Schlaf greifen manche Frauen zu Baldrian, Hopfen oder Melisse. Dass ein Mittel pflanzlich ist, bedeutet also nicht automatisch, dass es wirkt oder frei von Nebenwirkungen ist. Informieren Sie deshalb Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Mittel, die Sie regelmäßig einnehmen, auch wenn sie rezeptfrei sind.
Was können Sie selbst gegen die Beschwerden tun?
Bei Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Unruhe oder Gewichtszunahme haben Sie einige Ursachen selbst in der Hand. Dazu zählen Bewegungsmangel, Rauchen, Übergewicht, Stress und ungünstige Schlafgewohnheiten. Veränderungen im Alltag setzen an diesen Punkten an und stärken zugleich Muskeln, Knochen und Herz. Bei stärkeren Beschwerden ergänzen solche Maßnahmen eine ärztliche Behandlung, ersetzen diese aber nicht in jedem Fall.
Hausmittel und Alltagstipps bei Hitzewallungen
Für Hitzewallungen in den Wechseljahren gibt es einige einfache Hausmittel und Alltagstipps. Kleiden Sie sich im Zwiebellook, damit Sie bei einer Wallung schnell eine Schicht ablegen können. Atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle oder Leinen sind angenehmer als Kunstfasern, in denen man schneller schwitzt. Ein Handfächer, kühles Wasser über den Handgelenken oder ein kaltes Getränk verschaffen in solchen Momenten etwas Erleichterung. Nachts halten ein gut gelüftetes Schlafzimmer, eine leichte Bettdecke und luftige Nachtwäsche die Wärme in Grenzen. Um Ihre persönlichen Auslöser herauszufinden, notieren Sie am besten einige Wochen lang, wann die Hitzewallungen auftreten und was Sie vorher gegessen, getrunken oder erlebt haben. Erkennen Sie dabei ein Muster, können Sie gezielt darauf verzichten oder weniger davon zu sich nehmen. Da Rauchen und Übergewicht die Beschwerden verstärken, setzen ein Rauchstopp und eine langsame Gewichtsabnahme direkt an diesen Ursachen an.
Bewegung und Krafttraining für Muskeln und Stoffwechsel
Mit gezieltem Krafttraining wirken Sie dem Abbau von Muskelmasse entgegen. Mehr Muskeln verbrauchen auch in Ruhe mehr Energie und verbessern die Wirkung von Insulin. Kräftige Muskeln stützen außerdem die Gelenke. Geeignet sind zwei bis drei Einheiten pro Woche mit Übungen für Beine, Rücken, Arme und Rumpf, etwa mit Hanteln, einem Übungsband oder dem eigenen Körpergewicht. Ausdauersport wie zügiges Gehen, Nordic Walking oder Tanzen stärkt Herz und Kreislauf. Bei Gelenkschmerzen eignen sich schonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Aquafitness. Bewegung im Alltag zählt ebenfalls, etwa Treppensteigen, Gartenarbeit oder ein Spaziergang in der Mittagspause. Regelmäßige Aktivität verbessert zudem oft den Schlaf und die Stimmung.
Ausgewogene Ernährung in den Wechseljahren
Da der Grundumsatz sinkt, braucht der Körper in den Wechseljahren etwas weniger Energie als früher.
Strenge Diäten sind dennoch ungünstig, weil bei zu wenig Nahrung auch Muskeln verloren gehen.
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten sättigt gut und liefert wichtige Nährstoffe.
Eiweiß aus Milchprodukten, Fisch, Eiern, Tofu oder Nüssen liefert den Muskeln Baumaterial, vor allem in Verbindung mit Krafttraining.
Zucker, Weißmehl und stark verarbeitete Lebensmittel lassen dagegen den Blutzucker schnell ansteigen und begünstigen Fetteinlagerungen am Bauch.
Als einfache Orientierung dient ein Teller, der zur Hälfte aus Gemüse und zu je einem Viertel aus Eiweiß und Vollkorn besteht.
Ballaststoffe aus Vollkorn, Gemüse und Hülsenfrüchten halten außerdem die Verdauung in Gang, die bei manchen Frauen in den Wechseljahren empfindlicher wird.
Bestehen Blähungen, Bauchschmerzen oder ein veränderter Stuhlgang über längere Zeit, ohne dass sich eine organische Ursache findet,
spricht man von funktionellen Darmbeschwerden
Beckenbodentraining
Der Beckenboden ist eine Schicht aus Muskeln und Bindegewebe, die Blase, Gebärmutter und Darm von unten stützt. Er verschließt zudem Harnröhre und After, etwa beim Husten oder Niesen. Gezieltes Training kräftigt diese Muskulatur und gilt als erste Maßnahme bei Belastungsinkontinenz. Zu Beginn ist es hilfreich, die Übungen unter Anleitung zu lernen, etwa bei einer Physiotherapeutin oder in einem Kurs. Viele davon lassen sich anschließend unauffällig in den Alltag einbauen, zum Beispiel beim Zähneputzen oder an der Ampel. Erste Veränderungen spüren Sie meist nach einigen Wochen regelmäßigen Übens. Tragen Sie schwere Lasten, spannen Sie den Beckenboden vorher an und atmen Sie beim Anheben aus.
Atmung, Entspannung und Schlaf
Spüren Sie eine Hitzewallung kommen oder sind abends unruhig, atmen Sie langsam und tief in den Bauch, etwa sechs Atemzüge pro Minute. Das lange Ausatmen aktiviert den Teil des Nervensystems, der für Ruhe und Erholung zuständig ist. Regelmäßig geübt, eignen sich auch Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Yoga oder Achtsamkeitsübungen.
Anhaltender Stress beeinflusst über Stresshormone wie Cortisol das Nerven-, Hormon- und Immunsystem zugleich, ein Zusammenspiel, das die Psychoneuroimmunologie untersucht. Feste Zeiten zum Schlafengehen und Aufstehen stabilisieren die innere Uhr. Das Schlafzimmer sollte kühl, dunkel und ruhig sein. Alkohol, Koffein und schwere Mahlzeiten am Abend sowie Bildschirmlicht kurz vor dem Zubettgehen stören die Nachtruhe. Liegen Sie nachts länger als etwa 20 Minuten wach, stehen Sie besser kurz auf und gehen erst wieder ins Bett, wenn Sie müde sind. Halten Schlafstörungen über Wochen an, kommt eine kognitive Verhaltenstherapie infrage, die gezielt an ungünstigen Gewohnheiten und Gedanken rund um den Schlaf ansetzt. Sie wird auch bei belastenden Hitzewallungen eingesetzt und ist teilweise als digitale Anwendung auf Rezept erhältlich.
Wie können Sie nach der Menopause Osteoporose vorbeugen?
Östrogen bremst im Körper den Abbau von Knochensubstanz. Mit dem sinkenden Hormonspiegel verliert der Knochen deshalb in den ersten Jahren nach der Menopause besonders schnell an Masse. Wird er zu porös, spricht man von Osteoporose. Die Knochen brechen dann schon bei leichten Stürzen, typischerweise am Handgelenk, an der Hüfte oder an den Wirbelkörpern. Da Osteoporose lange keine Schmerzen verursacht, fällt sie oft erst durch einen solchen Bruch auf. Neben dem Östrogenmangel erhöhen weitere Faktoren das Risiko: höheres Alter, Knochenbrüche in der Familie, frühe Wechseljahre, ein niedriges Körpergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel sowie bestimmte Erkrankungen und Medikamente wie Kortison.
Vorbeugen können Sie in jedem Alter, auch viele Jahre nach der Menopause. Knochen bauen sich dort auf, wo sie belastet werden. Bewegungen mit leichten Stößen und Gewichtsbelastung wie zügiges Gehen, Treppensteigen, Wandern oder Hüpfen setzen daher gezielte Reize für das Skelett. Krafttraining stärkt über den Zug der Muskeln zusätzlich die Knochen. Übungen für Gleichgewicht und Koordination, etwa Tai-Chi oder das Stehen auf einem Bein, beugen Stürzen vor. Zu Hause lassen sich Stolperfallen wie lose Teppiche oder schlecht beleuchtete Treppen leicht beseitigen.
Für stabile Knochen braucht der Körper ausreichend Kalzium. Es steckt vor allem in Milchprodukten, grünem Gemüse wie Grünkohl oder Brokkoli, Nüssen und manchen Mineralwässern. Vitamin D sorgt dafür, dass der Darm das Kalzium aufnimmt und in die Knochen einbaut. Der Körper bildet es mithilfe von Sonnenlicht in der Haut. In den Wintermonaten reicht die Sonne in Deutschland dafür oft nicht aus. Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D oder Kalzium nehmen Sie am besten nur nach ärztlicher Rücksprache ein, da auch eine Überdosierung schadet. Wenig Alkohol und ein Rauchstopp entlasten die Knochen zusätzlich.
Bei erhöhtem Risiko gibt eine Knochendichtemessung Aufschluss darüber, wie stabil Ihre Knochen sind. Die Untersuchung arbeitet mit einer sehr geringen Strahlendosis und dauert nur wenige Minuten. Welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind, besprechen Sie anschließend mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Eine Hormontherapie wirkt dem Knochenabbau ebenfalls entgegen, wird allein zur Vorbeugung aber meist nur eingesetzt, wenn gleichzeitig Wechseljahresbeschwerden bestehen. Liegt bereits eine Osteoporose vor, gibt es verschreibungspflichtige Arzneimittel, die den Abbau hemmen oder den Aufbau fördern. Je nach Wirkstoff gehören Magenprobleme, grippeähnliche Symptome oder in seltenen Fällen Schäden am Kieferknochen zu den möglichen Nebenwirkungen. Vor Zahnbehandlungen sollten Sie deshalb in der Praxis Bescheid geben, dass Sie ein solches Mittel einnehmen.
Wann sollten Sie Beschwerden ärztlich abklären lassen?
Viele Veränderungen in den Wechseljahren gehören zum natürlichen Übergang. Einige Anzeichen sollten Sie trotzdem zeitnah ärztlich untersuchen lassen, weil sie auf eine andere Erkrankung hinweisen können:
- jede Blutung nach der Menopause, auch eine schwache Schmierblutung
- sehr starke Blutungen oder Blutungen, die länger als eine Woche dauern
- Zwischenblutungen oder Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
- Brennen beim Wasserlassen zusammen mit Fieber, Flankenschmerzen oder Blut im Urin
- anhaltende Schmerzen beim Sex oder im Unterbauch
- Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder Freudlosigkeit, die über zwei Wochen bestehen bleibt
- Schlafstörungen oder Erschöpfung, die Ihren Alltag über längere Zeit einschränken
- Herzrasen, Zittern, starkes Schwitzen oder ungewollte Gewichtsveränderungen, die neu auftreten
- Beschwerden, die Sie so stark belasten, dass Sie sich eine Behandlung wünschen
Hinter einer Blutung nach der Menopause steckt meist eine harmlose Ursache, etwa eine dünne, empfindliche Schleimhaut oder ein Polyp. Da sie in seltenen Fällen auf eine Krebserkrankung der Gebärmutter hinweist, gehört sie immer in ärztliche Hände.
Bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt steht zunächst ein ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden, Ihren Zyklus und Ihre Vorerkrankungen, danach folgt meist eine gynäkologische Untersuchung. Je nach Situation kommen ein Ultraschall der Gebärmutter oder eine Blutabnahme hinzu, etwa um Schilddrüsenwerte oder Eisenspiegel zu prüfen. Die Hormonwerte selbst werden dagegen nur in bestimmten Fällen bestimmt. Da sie in der Perimenopause stark schwanken, sagt ein einzelner Wert wenig darüber aus, in welcher Phase Sie sich befinden oder welche Behandlung passt. Gemessen wird etwa bei Verdacht auf vorzeitige Wechseljahre vor dem 40. Lebensjahr. Über eine Behandlung entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder dem Arzt, wobei Art und Stärke der Beschwerden, persönliche Risiken und Ihre eigenen Wünsche den Ausschlag geben. Auch langfristige Themen wie Knochengesundheit, Blutdruck und Blutfettwerte gehören in dieses Gespräch. Die Wechseljahre selbst sind dabei keine Krankheit, die behandelt werden muss. Ziel ist es, belastende Symptome zu erkennen und bei Bedarf an ihrer Ursache anzusetzen.
Häufige Fragen zu den Wechseljahren
Kann man die Ursachen von Wechseljahresbeschwerden behandeln?
Ja, bei vielen Beschwerden lässt sich an der Ursache ansetzen, auch wenn die Hormonumstellung selbst zum Leben gehört. Eine Hormontherapie gleicht den Östrogenmangel aus, lokale Östrogene wirken direkt an der Schleimhaut und neuere Wirkstoffe setzen an der Temperaturregelung im Gehirn an. Verstärkende Faktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel oder Stress können Sie zusätzlich selbst beeinflussen.
Was sind die Wechseljahre?
Die Wechseljahre sind die mehrjährige Übergangszeit, in der die Eierstöcke ihre Hormonbildung allmählich einstellen und die fruchtbare Phase endet. Sie sind ein natürlicher Abschnitt im Leben jeder Frau. Belastende Beschwerden lassen sich trotzdem behandeln, sobald Sie wissen, woher sie kommen.
Was ist der Unterschied zwischen Wechseljahren und Menopause?
Mit Wechseljahren ist der gesamte Übergang über mehrere Jahre gemeint, mit Menopause nur der Zeitpunkt der letzten Regelblutung. Sicher sagen lässt sich das erst rückblickend, wenn ein Jahr lang keine Blutung mehr eingesetzt hat. Bis dahin ist eine Schwangerschaft noch möglich, danach sollte jede Blutung ärztlich abgeklärt werden.
Welche Beschwerden können in den Wechseljahren auftreten?
Am bekanntesten sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche, häufig kommen Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Scheidentrockenheit und Veränderungen der Regelblutung hinzu. Auch Beschwerden an Blase und Harnröhre, Gelenkschmerzen, trockene Haut und eine Gewichtszunahme am Bauch gehören dazu. Art und Stärke unterscheiden sich von Frau zu Frau deutlich.
Wann beginnen die Wechseljahre?
Bei den meisten Frauen setzen die ersten Veränderungen um Mitte 40 ein, der genaue Zeitpunkt ist aber individuell. Häufig ist ein unregelmäßiger Zyklus das erste Zeichen. Beginnen die Wechseljahre schon vor dem 40. Lebensjahr, sollten Sie das frauenärztlich abklären lassen, weil ein früher Hormonmangel Knochen und Herz belastet.
Was hilft bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen?
Gegen leichte Hitzewallungen können Sie selbst einiges tun, etwa Kleidung im Zwiebellook tragen, das Schlafzimmer kühl halten und mit dem Rauchen aufhören. Ein Notizbuch über einige Wochen zeigt Ihnen, ob Alkohol, heiße Getränke, scharfes Essen oder Stress bei Ihnen die Auslöser sind. Sind die Beschwerden stark, kommen eine Hormontherapie oder neuere Arzneimittel ohne Hormone infrage, die an der Temperaturregelung im Gehirn ansetzen.
Wann kann eine Hormontherapie sinnvoll sein?
Eine Hormontherapie kommt vor allem infrage, wenn Hitzewallungen und Schweißausbrüche Ihren Alltag oder Ihren Schlaf deutlich beeinträchtigen. Je früher nach der Menopause Sie beginnen, desto geringer sind in der Regel die Risiken. Nach Brustkrebs, Thrombosen, Schlaganfall oder Herzinfarkt ist sie meist ungeeignet. Bringen Sie zum Beratungsgespräch am besten eine Liste Ihrer Beschwerden und Vorerkrankungen mit.
Welche Rolle spielt Östrogen in den Wechseljahren?
Östrogen ist das Hormon, dessen Rückgang hinter den meisten Wechseljahresbeschwerden steckt. Es regelt unter anderem die Körpertemperatur mit, hält Schleimhäute feucht und elastisch und schützt die Knochen. Entsprechend setzen Behandlungen je nach Beschwerde an unterschiedlichen Stellen an, etwa im ganzen Körper oder nur lokal an der Scheide.
Wann sollten Beschwerden in den Wechseljahren ärztlich abgeklärt werden?
Ärztlich abklären lassen sollten Sie vor allem jede Blutung nach der Menopause, ungewöhnlich starke oder lange Blutungen und eine gedrückte Stimmung, die über zwei Wochen anhält. Auch Brennen beim Wasserlassen mit Fieber, anhaltende Schmerzen beim Sex und neu auftretendes Herzrasen sind ein Grund für einen Termin. Eine frühe Untersuchung klärt, ob andere Ursachen wie eine Schilddrüsenerkrankung oder eine Infektion dahinterstecken.
Weitere Fragen zu Wechseljahresbeschwerden
Was passiert in der Perimenopause?
In der Perimenopause wird der Zyklus unregelmäßig, weil die Eisprünge seltener werden und die Hormonspiegel stark schwanken. Viele Frauen bemerken in dieser Phase die ersten Hitzewallungen, Schlafprobleme oder Stimmungsschwankungen. Da sich die Hormonwerte ständig ändern, sagt eine einzelne Blutmessung wenig über Ihren Stand aus. Verhüten sollten Sie weiterhin, denn eine Schwangerschaft ist in dieser Zeit noch möglich.
Warum verändert sich die Regelblutung in den Wechseljahren?
Die Regelblutung verändert sich, weil es seltener zum Eisprung kommt und die Hormone nicht mehr im gewohnten Rhythmus gebildet werden. Die Zyklen werden dadurch erst kürzer, später länger. Auch die Stärke der Blutung schwankt. Sehr starke oder lange Blutungen sowie jede Blutung nach einer zwölfmonatigen Pause sollten Sie ärztlich abklären lassen.
Was kann bei Scheidentrockenheit helfen?
Bei Scheidentrockenheit kommen rezeptfreie Gleitmittel und vaginale Feuchtigkeitspräparate infrage, bei stärkeren Beschwerden auch eine ärztlich verordnete lokale Östrogenbehandlung. Gleitmittel verwenden Sie beim Sex, Feuchtigkeitspräparate dagegen regelmäßig im Alltag. Da bei der lokalen Behandlung nur wenig Hormon ins Blut gelangt, ist meist kein zusätzliches Gestagen nötig.
Welche Rolle spielt die Knochengesundheit nach der Menopause?
Nach der Menopause verlieren die Knochen schneller an Masse, wodurch das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche steigt. Gegensteuern können Sie mit Krafttraining, Treppensteigen oder Wandern, kalziumreicher Ernährung, genug Vitamin D und einem Rauchstopp. Bei Risikofaktoren wie frühen Wechseljahren, Knochenbrüchen in der Familie oder einer Kortisonbehandlung ist eine Knochendichtemessung sinnvoll.
Sind pflanzliche Mittel bei Wechseljahresbeschwerden sinnvoll?
Pflanzliche Mittel sind eine Möglichkeit, deren Nutzen je nach Pflanze und Präparat unterschiedlich gut untersucht ist. Auch sie haben Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, etwa seltene Leberschäden bei Traubensilberkerze oder eine abgeschwächte Wirkung der Pille bei Johanniskraut. Sprechen Sie deshalb vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke, besonders wenn Sie weitere Medikamente nehmen oder Brustkrebs hatten.
Warum ist die Behandlung in den Wechseljahren individuell?
Die Behandlung richtet sich nach Ihnen, weil jede Beschwerde eine eigene Ursache hat und sich Vorerkrankungen und Risiken von Frau zu Frau unterscheiden. Eine Frau mit starken Hitzewallungen braucht etwas anderes als eine Frau, die vor allem unter Scheidentrockenheit oder Schlafproblemen leidet. Auch Ihre persönlichen Wünsche, etwa ob Sie Hormone nehmen möchten, fließen in die Entscheidung ein.
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