Die Chinesische Truhe von Tianjun Liu und Bernhard Trenkle auf einem Tisch
Symptome symbolisieren und unbewusst auflösen

Tianjun Liu & Bernhard Trenkle "Die Chinesische Truhe" (Buchrezension)

Es gibt Methoden, die mit Sprache arbeiten, und Methoden, die mit Bildern arbeiten. Die Chinesische Truhe gehört klar zur zweiten Familie: Sie nutzt ein kraftvolles inneres Symbol, in das ein Mensch seine Anliegen legt, damit sie sich verwandeln können.

Ich (Marian Zefferer) habe das Buch mit Interesse gelesen. Es beschreibt eine eigenständige, sehr sauber dargestellte Methode der klassischen Trancearbeit.

Meine Gesamtbewertung in einem Satz

Eine klar und Schritt für Schritt beschriebene, symbolstarke Trancemethode - ein gutes Buch für alle, die sich für klassische, bildhafte Trancearbeit interessieren.

Was das Buch ist

Die Methode ist aus einer schönen Begegnung entstanden. Tianjun Liu, Qigong-Lehrer und Leiter eines Qigong-Forschungslabors an der Universität Peking, hat bei Bernhard Trenkle gelernt - und beide haben festgestellt, wie nah sich ihre Traditionen in manchem sind. Liu hat seine Praxis daraufhin weiterentwickelt, und gemeinsam ist daraus die Arbeit mit der Chinesischen Truhe geworden.

Im Kern steht ein inneres Bild: eine Truhe, in die ein Mensch in Trance seine Symptome, Belastungen oder Themen hineinlegt - und in der sich diese Inhalte verwandeln dürfen. Das Buch beschreibt diesen Ablauf ausführlich. Die Wurzeln der Methode liegen dabei stark auf Lius Seite, mit seinem reichen Erfahrungsschatz aus der chinesischen Entspannungs- und Übungstradition.

Was mir an dem Buch gefällt

Die größte Stärke ist die Klarheit der Darstellung. Alle Schritte sind sauber und nachvollziehbar beschrieben, sodass man die Methode gut verstehen und nachvollziehen kann. Schön ist außerdem, dass man keinen besonderen Vorlauf oder kulturellen Hintergrund braucht - die Technik selbst ist klar und gut zugänglich.

Wer mit Symptomen als Botschaften und mit einer geführten Trance-Situation arbeiten möchte, lernt hier eine durchdachte, in sich geschlossene Variante kennen. Liu und Trenkle haben da etwas Eigenständiges geschaffen, das seinen festen Platz verdient.

Wo das Buch seinen Schwerpunkt hat

Es ist bewusst ein Buch der klassischen Trancearbeit. Wenn Dein Interesse vor allem der Konversationshypnose gilt, findest Du hier weniger Anknüpfungspunkte. Und wer gezielt nach den 8 hypnotischen Prinzipien der modernen, alltagsnahen Hypnose sucht, wird sie in dieser symbolzentrierten Methode nicht im Vordergrund finden. Das ist kein Mangel des Buches, sondern einfach sein Fokus.

Für mich persönlich ist es deshalb kein Pflichtwerk - schlicht, weil mein eigener Schwerpunkt woanders liegt. Für die Zielgruppe, die genau diese Art der Arbeit sucht, ist es aber ein wertvolles Buch.

Für wen das Buch passt

  • Praktiker, die sich für klassische, bildhafte Trancearbeit und Symbolmethoden interessieren.
  • Alle, die eine klar beschriebene, gut nachvollziehbare neue Methode zur Arbeit mit Themen kennenlernen wollen.
  • Leser mit Affinität zu chinesischen Übungstraditionen und ihrer Verbindung mit Hypnotherapie.

Für wen es nicht der richtige Einstieg ist

Wer vor allem moderne, alltagsnahe und konversationelle Hypnose lernen möchte, beginnt besser mit einem breiter angelegten Grundlagenwerk wie meinem Hypnose-Komplettkurs oder dem kostenlosen Hypnose-Workbook. Die Chinesische Truhe ist eine Spezialmethode - hervorragend für ihren Zweck, aber kein allgemeiner Einstieg.

Wie ich das Buch einordne

Ich sehe es als wertvolle Ergänzung im Regal: eine durchdachte Methode, die ich kenne und schätze, auch wenn ich selbst eher konversationell und non-state-orientiert arbeite. Wenn ein Mensch gut auf bildhafte Symbolarbeit anspricht, ist es schön, eine so klar beschriebene Variante zur Hand zu haben.

Häufige Fragen

Was ist die Chinesische Truhe?

Eine Trancemethode, bei der ein Mensch ein inneres Bild einer Truhe nutzt, um Symptome und Anliegen darin zu symbolisieren und sie sich verwandeln zu lassen. Sie entstand aus der Zusammenarbeit von Tianjun Liu und Bernhard Trenkle.

Brauche ich Vorkenntnisse in chinesischen Übungstraditionen?

Nein. Die Technik ist klar und zugänglich beschrieben, einen besonderen kulturellen Hintergrund braucht es nicht. Lius Erfahrung gibt der Methode aber ihre Tiefe.

Ist das Buch für moderne Konversationshypnose geeignet?

Es liegt eher in der klassischen Trancearbeit. Wer vor allem konversationell arbeiten möchte, findet hier weniger Anknüpfungspunkte - dafür eine sehr saubere, symbolstarke Methode.

Quelle

  • Liu, T., & Trenkle, B. (2021). Die Chinesische Truhe: Symptome symbolisieren und unbewusst auflösen. Carl-Auer.

Siehe auch

Hypnose wirklich beherrschen.

Im Hypnose-Practitioner lernst Du die 8 hypnotischen Prinzipien strukturiert anzuwenden - Schritt für Schritt, praxisnah und mit viel Lebendigkeit im Online-Raum. Der Einstieg für alle, die Hypnose wirklich im Alltag anwenden wollen.

Hypnose-Practitioner ansehen →
Marian Zefferer, MSc

Über den Autor: Marian Zefferer, MSc

Marian Zefferer ist Hypnose- (WHO) und NLP-Trainer (IN, DVNLP, ÖDVNLP) bei Landsiedel NLP Training und Experte für die 8 hypnotischen Prinzipien. Er bildet Coaches, Therapeuten und Trainer aus, die Hypnose wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig alltagstauglich einsetzen wollen.

Sein Markenzeichen: Er schlägt die Brücke zwischen Hirnforschung und Alltagsrealität, getragen von drei Pfeilern — wissenschaftlicher Tiefe, didaktischer Präzision und gelungenem Praxistransfer mit einer Prise Humor.

→ Hypnose-Practitioner · → Hypnose-Master