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Milzner "Ericksons Söhne" (Buchrezension)
"Ericksons Söhne" von Georg Milzner ist für mich (Marian Zefferer) ein nettes, kleines Büchlein für Insider. Es porträtiert drei große Namen, die Milton Ericksons Erbe weitergetragen haben: Ernest Rossi, Stephen Gilligan und Michael Yapko. Anekdoten, ein paar Ideen, ein paar Fallbeispiele, und verschiedene Seiten dieser drei.
Worum es geht
Milzner nimmt sich die "Söhne" von Erickson vor, also jene Schüler und Weiterentwickler, die seine hypnotherapeutischen Konzepte auf ihre eigene Weise fortgeführt haben. Im Zentrum stehen Rossi, Gilligan und Yapko. Du erfährst, wie sie sich entwickelt haben und was sie ausmacht, aufgelockert mit Anekdoten und Beispielen.
Es ist ein kurzes Buch, sehr locker und leicht zu lesen. Kein dichtes Lehrwerk, sondern eine Sammlung von Einblicken in drei prägende Figuren der modernen Hypnotherapie.
Was das Buch besonders macht
Eine Anekdote, die hängen bleibt
Es gibt eine Stelle, die ich einfach wunderschön finde. Stephen Gilligan durfte in sehr jungen Jahren praktisch kostenfrei bei Erickson lernen. Irgendwann fragte er Erickson, wie er ihm die Mentorenschaft je vergelten könne. Ericksons Antwort: indem er weitergibt, was er als wirksame Reise ansieht. Dieser Gedanke, dass man Gelerntes nicht zurückzahlt, sondern weitergibt, trägt für mich weit über das Buch hinaus.
Drei Schulen auf einen Blick
Weil das Buch Rossi, Gilligan und Yapko nebeneinanderstellt, bekommst Du ein Gefühl für die Vielfalt, die aus Ericksons Arbeit erwachsen ist. Jeder der drei hat einen eigenen Zugang, und Milzner zeigt verschiedene Seiten davon. Für alle, die diese Namen kennen, ist das ein reizvoller Vergleich.
Meine ehrliche Lese-Erfahrung
Man muss ehrlich sagen, für wen dieses Buch gedacht ist. Es entfaltet seinen Reiz vor allem dann, wenn Du Erickson kennst und im besten Fall auch Rossi, Gilligan und Yapko schon ein Begriff sind. Dann liest Du die Anekdoten und Ideen mit ganz anderen Augen. Wenn Dir diese Personen und ihre Schulen bisher nichts sagen, wird das Buch dünner bleiben, als es eigentlich ist, weil der Kontext fehlt.
Für wen ist das Buch geeignet
- Insider der Erickson-Schule, die Rossi, Gilligan und Yapko kennen und mehr über ihre Entwicklung erfahren wollen
- Leser mit Erickson-Vorwissen, die Freude an Anekdoten und persönlichen Einblicken haben
- Alle, die ein kurzes, leicht lesbares Buch einem umfangreichen Lehrwerk vorziehen
Für wen ist es weniger geeignet? Es ist nicht für jeden. Wer diese Personen und Schulen nicht kennt, holt wenig heraus. Als Einstieg in die Hypnose oder in Ericksons Werk ist es nicht gedacht.
Mein Fazit
"Ericksons Söhne" ist ein feines kleines Buch für Kenner. Wenn Du in der Erickson-Welt zu Hause bist und Rossi, Gilligan und Yapko ein Begriff sind, ist es eine leichte, angenehme Lektüre mit der einen oder anderen Anekdote, die im Kopf bleibt, allen voran die Geschichte von Gilligan und Erickson über das Weitergeben. Für Neueinsteiger ist es dagegen nicht der richtige Startpunkt.
Wenn Du in die Erickson-Linie erst einsteigen willst, findest Du die Grundlagen in meinem kostenlosen Hypnose-Workbook und praktisch, mit Feedback, in meinem Hypnose-Practitioner-Online-Training. Dort lernst Du die Konversationshypnose, mit der Du Ericksons Erbe in Deinen eigenen Gesprächen weiterträgst.
Dazu passt
- Alle meine Buchempfehlungen findest Du gebündelt in meiner Übersicht der besten Hypnose-Bücher - dort ordne ich jedes Buch nach Einstieg, Vertiefung und Zielgruppe.
- Erickson, M. H. & Rossi, E. L. Hypnotherapie. Aufbau, Beispiele, Forschungen. Rossis systematische Aufarbeitung der gemeinsamen Arbeit mit Erickson. Meine Rezension.
- Schmidt, G. Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung. Carl-Auer. Die zeitgenössische, deutsche Weiterentwicklung der Erickson-Linie. Meine Rezension.
Häufige Fragen
Wer sind "Ericksons Söhne"?
Gemeint sind drei prägende Weiterentwickler von Milton Ericksons Arbeit: Ernest Rossi, Stephen Gilligan und Michael Yapko. Milzner porträtiert sie mit Anekdoten, Ideen und Fallbeispielen.
Ist das Buch für Anfänger geeignet?
Eher nicht. Es lohnt sich vor allem, wenn Du Erickson und idealerweise auch Rossi, Gilligan und Yapko schon kennst. Ohne dieses Vorwissen fehlt der Kontext, und das Buch wirkt dünner, als es ist.
Wie liest sich das Buch?
Kurz, sehr locker und leicht. Es ist ein kleines Büchlein mit Anekdoten, ein paar Ideen und Fallbeispielen, kein dichtes Lehrwerk.
Quelle
- Milzner, G. (2005). Ericksons Söhne. Hypnotherapeutische Konzepte von Rossi, Gilligan und Yapko. Carl-Auer.
Siehe auch
- Alle Hypnose-Bücher: meine Empfehlungen im Überblick — Du willst mehr Empfehlungen? Hier findest Du alle Bücher, die ich empfehle, sortiert nach Lernstufe und Thema.
- Ericksons "Gesammelte Schriften" (Buchrezension) — Ericksons gesammeltes Werk in sechs Bänden: vom experimentellen Forscher über die berühmte Huxley-Studie und Technike...
- Gilligan "Liebe dich selbst wie deinen Nächsten" (Buchrezension) — Philosophisches Buch über die Psychotherapie der Selbstbeziehung. Liebe als Haltung und Fähigkeit: einen Standpunkt...
- Bernhard Trenkle "Dazu fällt mir eine Geschichte ein" (Buchrezension) — Marians meistempfohlenes Buch in Hypnose- und Storytelling-Ausbildungen. Trenkles Fallvignetten in der Erickson-Tradi...
- Erickson & Rossi "Hypnose erleben" (Buchrezension) — Erickson live bei der Arbeit: wörtlich transkribierte Sitzungen mit Rossis Zeile-für-Zeile-Kommentar. Highlight: ein ...
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Über den Autor: Marian Zefferer, MSc
Marian Zefferer ist Hypnose- (WHO) und NLP-Trainer (IN, DVNLP, ÖDVNLP) bei Landsiedel NLP Training und Experte für die 8 hypnotischen Prinzipien. Er bildet Coaches, Therapeuten und Trainer aus, die Hypnose wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig alltagstauglich einsetzen wollen.
Sein Markenzeichen: Er schlägt die Brücke zwischen Hirnforschung und Alltagsrealität, getragen von drei Pfeilern — wissenschaftlicher Tiefe, didaktischer Präzision und gelungenem Praxistransfer mit einer Prise Humor.
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