Eine Reihe warmer orangeroter Wellenbögen, die nach rechts hin niedriger werden, darunter eine zweite Reihe kühler blaugrauer Bögen im selben Verlauf

Hitzewallungen: 74 Prozent weniger, auch gemessen

Sieben Hitzewallungen am Tag, mindestens. So kommen die Frauen in diese Studie. Jede von ihnen trägt ein Messgerät am Brustbein, das jede Hitzewallung über den Hautleitwert aufzeichnet, ganz unabhängig davon, was sie abends ins Tagebuch schreibt. Fünf Wochen später sind in der Hypnosegruppe 74 Prozent der Hitzewallungen verschwunden. In der Vergleichsgruppe, die genauso viele Termine und genauso viel Zuwendung bekam, 17 Prozent. Und das Gerät am Brustbein bestätigt die Richtung.

Diese Zahl steht 2013 im Fachjournal Menopause. Gary Elkins von der Baylor University hat sie erhoben, mit 187 Frauen und über drei Jahre Rekrutierung. Ich (Marian Zefferer) halte diese Arbeit für die wichtigste der ganzen Reihe, weil sie die zwei Fragen beantwortet, die bei Hypnose immer zuerst kommen: Liegt es an der Zuwendung? Und bildet sich die Wirkung nur im Bericht ab? Diese Studie ist eine von über 300 auf meiner Seite Hypnose-Forschung: Studien im Überblick.

Was untersucht wurde

187 postmenopausale Frauen mit mindestens sieben Hitzewallungen am Tag, also 50 pro Woche und mehr. Rekrutiert zwischen Dezember 2008 und April 2012. Eine randomisierte, einfach verblindete kontrollierte Studie.

Die eine Gruppe bekam fünf wöchentliche Sitzungen klinische Hypnose. Die andere bekam eine strukturierte Aufmerksamkeitskontrolle: gleich viele Termine, gleich lange, gleich freundlich, nur ohne Suggestionen. Das ist der entscheidende Unterschied zur Vorgängerstudie von 2008, in der die Vergleichsgruppe gar keine Behandlung erhielt.

Gemessen wurde doppelt. Erstens die Häufigkeit der Hitzewallungen und der Hitzewallungs-Score, beides über Tagebücher in den Wochen 2 bis 6 und in Woche 12. Zweitens die Hitzewallungen physiologisch, über ein Gerät am Brustbein, das den Hautleitwert aufzeichnet. Dazu kamen Schlafqualität, Alltagsbeeinträchtigung und Behandlungszufriedenheit.

Was herauskam

Vom Start bis Woche 12 fiel die berichtete Zahl der Hitzewallungen in der Hypnosegruppe um 55,8 Fälle, das sind 74,2 Prozent. In der Aufmerksamkeitsgruppe um 12,9 Fälle oder 17,1 Prozent. p kleiner 0,001.

Der Hitzewallungs-Score, also Häufigkeit mal Schwere, sank um 80,3 gegenüber 15,4 Prozent.

Und jetzt der Wert, der diese Studie trägt: Die apparativ aufgezeichneten Hitzewallungen gingen um 56,9 Prozent zurück, in der Vergleichsgruppe um 9,9 Prozent. p kleiner 0,001. Das Gerät weiß nicht, in welcher Gruppe die Frau ist, und es registriert trotzdem den Unterschied.

Rechne die Hauptzahl in Alltag um. Eine Frau mit sieben Hitzewallungen am Tag landet bei knapp zwei. Aus einem Arbeitstag, der fünfmal unterbrochen wird, wird einer mit einer Unterbrechung. Dazu besserten sich Schlafqualität und Alltagsbeeinträchtigung deutlich, jeweils mit p kleiner 0,001. Wie Hypnose beim Schlaf ansetzt, steht in Schlafstörungen.

Was das für Deine Praxis heißt

Eine Hitzewallung beginnt mit einer Fehleinschätzung der Körpertemperatur. Der Körper glaubt, ihm sei zu heiß, und fährt sein ganzes Kühlprogramm hoch. Elkins arbeitet genau an dieser Stelle, mit Bildern von Kühle: ein Spaziergang im Schnee, ein kalter Bergsee, ein Windzug. Das ist Sinnesaktivierung, eines meiner 8 hypnotischen Prinzipien, und der Hautleitwert zeigt, dass der Körper mitgeht.

Ein Satz, mit dem Du morgen anfangen kannst, wenn jemand vor Dir sitzt, dem zu heiß ist:

"Erinnere Dich an einen Moment, in dem Dir angenehm kühl war. Wo an Deinem Körper hast Du die Kühle zuerst gespürt?"

Zwei Dinge passieren in diesem Satz. Du fragst nach einer Erinnerung, und Du fragst nach einem Ort am Körper. Die Antwort baut ein Bild auf, das Deine Klientin selbst herstellt, und sie verankert es körperlich. Danach kannst Du damit arbeiten. Fünf Termine haben in dieser Studie gereicht. Wie diese Logik im medizinischen Alltag aussieht, steht in Hypnose in der Medizin.

Grenzen der Studie

Die subjektiven 74 Prozent und die gemessenen 57 Prozent gehen auseinander. Ein Teil des berichteten Rückgangs steckt also in der Wahrnehmung und im Berichten, keine Kleinigkeit bei einem Symptom, das die Frauen selbst protokollieren.

Die Aufmerksamkeitskontrolle ist eine starke Vergleichsbedingung. Sie ist noch keine Schein-Hypnose. Elkins hat auch das nachgeholt: 2025 verglich er selbst angewendete Hypnose-Audios mit weißem Rauschen, das als Hypnose verpackt war, und kam auf 53 gegen 41 Prozent. Der Abstand schrumpft, je ähnlicher die Kontrolle aussieht. Er bleibt.

Die Studie lief überwiegend an einem Zentrum, mit Elkins eigenem Protokoll, erhoben von seiner eigenen Gruppe. Und sie sagt nichts über Frauen vor der Menopause, über Männer unter Hormontherapie oder über die Zeit nach Woche 12.

Die Vorgängerstudie mit ihrer schwächeren Kontrollgruppe findest Du unter Hitzewallungen nach Brustkrebs: 68 Prozent weniger, die ganze Entwicklung im Block Wechseljahre meiner Übersicht zu den Hypnose-Studien.

Häufige Fragen

Wie stark senkt Hypnose Hitzewallungen? In der randomisierten Studie von Elkins und Kollegen aus dem Jahr 2013 mit 187 postmenopausalen Frauen sank die berichtete Zahl der Hitzewallungen nach fünf wöchentlichen Sitzungen bis Woche 12 um 74,2 Prozent, in der Vergleichsgruppe mit gleich viel Zuwendung um 17,1 Prozent, mit p kleiner 0,001.

Lässt sich die Wirkung objektiv messen? Ja. Die Hitzewallungen wurden zusätzlich über ein Gerät am Brustbein aufgezeichnet, das den Hautleitwert misst. Dort lag der Rückgang bei 56,9 Prozent gegenüber 9,9 Prozent in der Vergleichsgruppe. Der gemessene Rückgang ist kleiner als der berichtete, und er geht in dieselbe Richtung.

Liegt die Wirkung nur an der Zuwendung? Die Vergleichsgruppe bekam fünf gleich lange Termine ohne Suggestionen. Sie erreichte 17,1 Prozent. Der Abstand zu den 74,2 Prozent der Hypnosegruppe lässt sich mit Zuwendung allein nicht erklären. In der Elkins-Studie von 2025 mit einer Schein-Hypnose als Kontrolle fiel der Abstand kleiner aus, 53 gegen 41 Prozent.

Fazit

187 Frauen, fünf Termine, 74 Prozent weniger Hitzewallungen gegen 17 Prozent bei gleicher Zuwendung. Dazu ein Messgerät, das die Richtung bestätigt, ohne zu wissen, wer was bekommen hat. Für ein Symptom, das viele Frauen jahrelang aussitzen, ist das eine ziemlich klare Auskunft.

Angenommen, Du fragst den nächsten Menschen, dem zu heiß ist, nach seiner kühlsten Erinnerung. Was würde er Dir erzählen?

Die sprachlichen Bausteine dafür findest Du im kostenlosen Hypnose-Workbook. Wie Du sie im Gespräch aufbaust, lernst Du im Hypnose-Practitioner.

Quelle

  • Elkins, G., Fisher, W., Johnson, A. K., Carpenter, J. S., & Keith, T. Z. (2013). Clinical hypnosis in the treatment of postmenopausal hot flashes: a randomized controlled trial. Menopause, 20(3), 291-298. https://doi.org/10.1097/gme.0b013e31826ce3ed

Siehe auch

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Marian Zefferer, MSc

Über den Autor: Marian Zefferer, MSc

Marian Zefferer ist Hypnose- (WHO) und NLP-Trainer (IN, DVNLP, ÖDVNLP) bei Landsiedel NLP Training und Experte für die 8 hypnotischen Prinzipien. Er bildet Coaches, Therapeuten und Trainer aus, die Hypnose wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig alltagstauglich einsetzen wollen.

Sein Markenzeichen: Er schlägt die Brücke zwischen Hirnforschung und Alltagsrealität, getragen von drei Pfeilern — wissenschaftlicher Tiefe, didaktischer Präzision und gelungenem Praxistransfer mit einer Prise Humor.

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