Coaching

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Lehrtrainer, DVNLP werden
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Coaching Ausbildung nach DVNLP
In dieser Coaching-Ausbildung bilden wir in mindestens 20 Tagen zum Coach, DVNLP aus. Voraussetzung ist mindestens eine abgeschlossene NLP-Practitioner-Ausbildung, DVNLP. Zum Abschluss Master-Coach, DVNLP braucht es als Voraussetzung eine abgeschlossene NLP-Master-Ausbildung.


1. Was ist Coaching berhaupt? Eine Definition.

Der Begriif Coaching ist heutzutage in aller Munde. Ist Coaching ein Personalentwicklungskonzept oder eine spezielle Form des Case Managements? Was macht Coaching so populr?

2. Wie ist Coaching entstanden? Was sind die ersten vier Entwicklungsstufen?

Wann wurde Coaching erstmals eingesetzt? Ein geschichtliche Hinführung zum Begriff Coaching.

3. Wer kann alles an einem Coaching teilnehmen?

Die Zielgruppe des Coachings wird beleuchtet.

4. Was für andere Beratungsformen gibt es neben dem Coaching?

Was sind die Unterschiede zwischen Mentoring, Supervision usw. und dem Coaching?

5. Welche thematischen Schwerpunkte können mit dem Coaching behandelt werden?

Mit welcher Thematik kann man ein Coaching aufsuchen?

6. Die Rolle des Coaches - und welche Kompetenzen sollte ein Coach vorweisen?

Welche Kompetenzen brauche ich als Coach? Was möchte ich erreichen?

7. Voraussetzungen - Welche Kompetenzen sollte ein Coach mitbringen?

Brauche ich bestimmte Kenntnisse, Qualifikationen und Zertifikate, um als Coach ttig werden zu drfen?

8. Welche Hürden hat der Coach während des Coachings zu meistern?

Was kann alles im Coaching auf mich zu kommen?

9. Was ist das NLP-Coaching-Struktur-Modell?

Erläuterung des NLP-Coaching-Struktur-Modells.




1. Was ist Coaching berhaupt? Eine Definition.

Der Begriff "Coaching" ist heutzutage in "aller" Munde und wird in den verschiedensten Bereichen benutzt, doch was verbirgt sich hinter dem Wort Coaching?

Ursprünglich kommt das Wort "Coach" aus dem Englischen und bedeutet Kutsche, später wurde es mit dem Kutscher in Verbindung gebracht, der die Pferde zu leiten, zu bewegen, zu betreuen und ihnen den Weg zu weisen hat. Erstmals bekannt wurde das Coaching allerdings durch den Leistungssport. Die einen assoziieren mit dem Begriff Management-, Karrierecoaching oder Business-Coaching, die anderen verbinden es mit Life-Coaching, Personal-Coaching, Lebensberatung oder mit Rhetorik- oder Kommunikationstraining. Schon ein kurzes Brainstorming zu dem Begriff "Coaching", macht die Komplexität und Vielfältigkeit deutlich d.h. man muss sich erst durch ein weites Umfeld kämpfen, um zu verstehen was Coaching alles beinhaltet und was man erwarten sollte, wenn man sich coachen lassen möchte. Coaching entpuppt sich also als Oberbegriff für ein großes Marktsegment. Auf dem Markt gibt es ein großes exotisches Sortiment, das häufig die Sicht auf die seriösen Angebote versperrt. Denn der Begriff und seine Verwendung sind in Deutschland leider nicht geschützt.

So groß wie das Marktangebot ist, ebenso viele Definitionen existieren zum Begriff Coaching.

Die menschliche Psyche ist äußerst komplexes Gebiet und eben deshalb gib es massenhaft Definitionen und Sichtweisen auf das Coaching, denn bei jedem Menschen sind die Wahrnehmungskanäle anders ausgerichtet und jeder Mensch braucht eine andere Vorgehensweise, um etwas im seinem Leben zu verändern.

Hier eine kurze Info, was Coaching alles sein kann:

  • Coaching richtet sich im Gegensatz zur Psychotherapie an gesunde Menschen, die nicht als Patienten, sondern als Klienten(oder Coachee) bezeichnet werden und gleichwertig zum Coach behandelt werden.

  • Es geschieht alles auf freiwilliger Ebene unter vier Augen und ist selbstverantwortlich.

  • Der Coach begleitet und unterstützt seine Klienten mithilfe von bestimmten Fragetechniken bzw. mit verschiedenen Methoden, um Probleme, Ziele, Visionen und Ressourcen aufzudecken und zu klären, seien sie nun beruflicher oder persönlicher Natur.

  • Unterschiedliche Verhaltensebenen, verschiedene Rollenanforderungen, Lebensreiche, Prioritäten, Wahrnehmungs- oder Gedankenverzerrungen werden verdeutlicht und hinterfragt, um die Ziele des Klienten zu konkretisieren und mithilfe des Coachs neue Vorgehensweisen, Verhaltensmuster ausfindig zu machen und zu erproben.

  • Coaching basiert auftragsgebunden auf den verschiedenen Ebenen des Verhaltens, der Fähigkeiten, der Talente, des Wissens, des Glaubens, der Wertvorstellungen, der Persönlichkeit, der soziologischen Rollen und Systemzugehörigkeiten, der Sinnfindung oder der Glaubenszugehörigkeit. Im Folgenden sind einige Definitionen von Coaching-Profis aneinander gereiht und kommentarlos aufgelistet.

Horst Rückle

"Coaching lässt sich also definieren als Hilfe zur Selbsthilfe in Form eines auf Zeit begleiteten Prozesses, in dem umfassende Maßnahmen zur Hilfe bei insbesondere beruflichen Konflikten, Aufgaben und Problemen eingesetzt werden. Oder ausführlich beschrieben als eine Kombination aus individuell unterstützter Problemlösung und Konfliktbearbeitung in einem umfassenden Spektrum von beruflichen und den Beruf tangierenden privaten Problemen. Damit ist es vor allem Hilfe zur Selbsthilfe. Die Aufgabe des Coachs ist nicht, die Probleme des Klienten zu lösen, sondern ihm bei der Lösung seiner Probleme zu helfen. Coaching hat einen interaktiven Verlauf. Beide, der Klient und der Coach arbeiten miteinander an der Lösung von Problemen, wobei der Klient die Lösungsvorschläge sucht, der Coach den Weg der Suche moderiert und die ausgewählten Möglichkeiten zusammen mit dem Klienten bewertet und anschließend bei der Verwirklichung der ausgewählten Möglichkeiten hilft."

Hilarion G. Petzold

"Coaching ist eine optimierungsorientierte Beratungs- und Entwicklungsmaßnahme zur Förderung der Kompetenz, Performanz und Ressourcenlage, d.h. der persönlichen Souveränität/Selbstwirksamkeit sowie der Situationskontrolle und der Produktivität von Führungskräften bzw. anderer professioneller Fachkräfte. Coaching erfolgt durch spezialisierte Experten, die einerseits für eine solche Beratungsaufgabe über besondere Qualifikationen aufgrund eigener organisationaler Erfahrungen in der beruflichen Laufbahn (z.B. Projektleitungen, Führungsaufgaben, etc.) verfügen und andererseits auf dem Boden breiter, interdisziplinär ausgerichteter Schulung in sozialinterventiven Methoden tätig werden."

Wolfgang Looss

"Coaching ist - verkürzt formuliert - personenbezogene Einzelberatung von Menschen in der Arbeitswelt." "Ein Coach ist ein (externer) Einzelberater für die personenzentrierte Arbeit mit Führungskräften entlang der Frage, wie die Managerrolle von der Person bewältigt wird."

Christopher Rauen

"Coaching ist ein interaktiver, personenzentrierter Beratungs- und Betreuungsprozess, der berufliche und private Inhalte umfassen kann. Coaching ist individuelle Beratung auf der Prozessebene, d.h. der Coach liefert keine direkten Lösungsvorschläge, sondern begleitet den Klienten und regt dabei an, wie eigene Lösungen entwickelt werden können. Coaching findet auf der Basis einer tragfähigen und durch gegenseitige Akzeptanz und Vertrauen gekennzeichneten, freiwillig gewünschten Beratungsbeziehung statt, d.h. der Klient geht das Coaching freiwillig ein und der Coach sichert Diskretion zu. Coaching zielt immer auf eine (auch präventive) Förderung von Selbstreflexion und -Wahrnehmung, Bewusstsein und Verantwortung, um so Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Coaching arbeitet mit transparenten Interventionen und erlaubt keine manipulativen Techniken, da ein derartiges Vorgehen der Förderung von Bewusstsein prinzipiell entgegenstehen würde. Coaching richtet sich an eine bestimmte Person oder Gruppe von Personen mit Führungsverantwortung und/oder Managementaufgaben."

Uwe Böning

"Coaching ist eine personen- und persönlichkeitsnahe Beratung, die im Umfeld arbeits- und leistungsbezogener Anforderungen stattfindet, die sich auf Einzelpersonen, auf Gruppen, auf Projektteams oder auch auf Organisationseinheiten in einem gemeinsamen Prozess beziehen kann, die relativ kurzfristig und zielfokussiert oder auch längerfristig und themenweit (Arbeitssituation, persönliche Umstände, ) angelegt werden kann, die das Verhalten, die Einstellung, das Know-how und die soziale Wirkung der Beteiligten im sozialen Umfeld optimiert, die sich primär auf psychologische (persönlichkeits-, sozial-, organisations-/ arbeits- und wirtschaftspsychologische) Aspekte konzentriert, dabei aber im Rahmen der Möglichkeiten und Notwendigkeiten strategische, organisationsbezogene, technische und fachliche Aspekte mitberücksichtigt."



2. Wie ist Coaching entstanden? Was sind die ersten vier Entwicklungsstufen?

Die Entwicklung des Coachings zeichnet sich durch vier Entwicklungsstufen aus. Ursprünglich kam der Begriff Mitte der 70er-Jahre erstmals auf und zu Ende war der Prozess ca. Ende der 80er-Jahre, bis heute.

a) Der Ursprung

Erstmals wurde Coaching in Amerika für eine zielgerichtete und motivationsorientierte Mitarbeiterführung verwendet. Die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter eines Unternehmens sollten durch weitere Aspekte ergänzt werden wie zum Beispiel durch persönlichkeitsbezogene und motivationsbezogene Komponente. Diese Werteausrichtung deckte sich somit mit dem damalige Zeitgeist und der Expansion der amerikanischen Wirtschaft.

b) Die Erweiterung

Mitte der 80er-Jahre wurde Coaching vor allem zur Karrieresteigerung eingesetzt und zur Betreuung von Nachwuchsführungskräften. Vielversprechenden Nachwuchs sollte also von hochpositionierten Managern unter die Arme gegriffen werden, um sie auf ihrem Karriereweg zu begleiten und um sie in die gewünschte Richtung zu lenken. Die Coachs stellten also eine Mentoren Funktion dar, deshalb kam der Begriff Systemische Führungskräfte- und Personalentwicklung auf.

c) Der Kick

In Deutschland wurde diese Art von Hilfestellung vor allem für das Topmanagement genutzt, nicht aber für den mittleren Führungsbereich wie es in den USA genutzt wurde. Zudem wurden nun speziell ausgerichtete Coachs aus dem externen Bereich genutzt und nicht mehr Vorgesetzte aus dem eigenem Unternehmen. Behandelt wurden besonders thematische Schwerpunkte wie Probleme und Konflikte auf dem Topmanager-Ebene, eigene berufliche Probleme und auch persönliche Belange. Es war damals eine der wenigen Möglichkeiten den Menschen Verhaltens-, Wahrnehmungs- und Kommunikationsmuster klar zu machen.

d) Die systematische Entwicklung

Bald wurden auch unternehmensinterne Führungskräfte- und Personalentwickler eingesetzt, da der Bedarf alleinig nicht durch die externen Coachs gedeckt werden konnte. Personalentwickler führten anfangs Coachings in der mittleren und unteren Hierarchiestufe selbst durch und entwickelten später Ansätze, damit Führungskräfte selbst systematisch entwicklungsorientiertes Coaching im Rahmen einer allgemeinen systematischen Personalentwicklung durchführen konnten. Eine Koexistenz zwischen internen und externen Coachs pendelte sich später ein.

Während der 90er-Jahre hat sich die Methodik des Coaching dann auch in Deutschland als ein Instrument der Entwicklung von Führungskräften aller Ebenen etabliert. In dieser Zeit wurden auch viele der heute noch angewandten Modelle, Konzepte und Methoden entwickelt. Coaching wurde damit zu einem allgemeinen Begriff für psychologisch ausgerichtete Beratungsmethoden, sei es auf der individuellen Ebene, in Gruppen oder Teams.


3. Wer kann alles an einem Coaching teilnehmen?

Die Zielgruppe für Coaching ist ebenso facettenreich, wie dessen thematischen Schwerpunkte.

Es können alle Menschen, egal welchen Alters beanspruchen, falls diese die ernsthafte Absicht haben etwas in ihrem Leben zu verändern. Denn fehlt der Wille, so kann sich auch kein Erfolg einstellen bzw. auch kein Anreiz zu Veränderung. Coachings erweisen sich auch hilfreich, um Probleme nicht zu einer ernsthaften Lebenskrise ausarten zu lassen.

Psychischen Problemen kann so aus dem Weg gegangen werden, in dem man sein Verhalten, seine Denkmuster, seine Ziele und Glaubenssätze hinterfragt.


4. Was für andere Beratungsformen gibt es neben dem Coaching?

Was ist Coaching alles nicht?

  • Coaching ist nicht gleich Mediation (eine Win-Win-Situation soll zwischen zwei Konfliktparteien hergestellt werden)

  • Coaching ist nicht gleich Training (Schwerpunkt liegt auf dem Vermitteln von Fertigkeiten)

  • Coaching ist nicht gleich Fortbildung (Vermittlung von Wissen steht im Vordergrund)

  • Coaching ist nicht gleich Supervision (berufliche Beratung von Professionals)

  • Coaching ist nicht gleich Philosophische Lebensberatung (Wertvorstellungen, Werte stehen im Mittelpunkt)

  • Coaching ist nicht gleich Pastorale Lebensberatung (eine Art von Seelsorge)

  • Coaching ist nicht gleich Mentoring (eine Begleithilfe in den ersten Berufsjahren)

  • Coaching ist nicht gleich Freundschaft (basiert auf der Nächstenliebe)

  • Coaching ist nicht gleich Psychotherapie (Therapieform von psychischen Krankheiten)


5. Welche thematischen Schwerpunkte können mit dem Coaching behandelt werden?

Die Themen im Coaching Bereich können die unterschiedlichsten Lebensbereiche betreffen. Seien diese nun für das berufliche, familiäre, physische Umfeld oder die materielle Sicherheit, die Selbstverwirklichung und die Glaubensfragen.

Themen können zum Beispiel sein:

  • Kommunikationsstörungen
  • Gesprächsvorbereitung
  • Partnerschaftskonflikte
  • Kreativitätskonflikte
  • Neue Herausforderungen
  • Teamkonflikte
  • Mobbing
  • Beziehungsprobleme, Partnersuche
  • Mängel in Lebensbereichen
  • Verbesserung der Führungsqualitäten
  • Burn-out
  • Sinnkrisen
  • Selbstmanagementprobleme
  • Leistungssteigerung
  • Lust auf Veränderung
  • Widersprüchliche Ziele
  • Suche nach neuen Zielen und Visionen
  • Persönliche Probleme
  • Neuorientierung


6. Die Rolle des Coaches - und welche Kompetenzen sollte ein Coach vorweisen?

Das Coaching als Bezeichnung für Tätigkeitsfelder so umfassend genutzt wird, liegt nicht zuletzt auch daran, dass Coaching-Interventionen auf verschiedenen Ebenen der Persönlichkeit ansetzen.

Nach Robert Dilts, dem Entwickler des Modells der sechs Neurologischen Ebenen, kann ein Coach mit einem entsprechenden Ansatz und den dazugehörigen Techniken an jeder der neurologischen Ebenen ansetzen, um den Coachee bei der Beantwortung der aufkommenden Fragen zu unterstützen. Dementsprechend nimmt er für jede dieser Ebenen eine andere Rolle an, die an sie angepasst ist.

Die Umgebungs-Ebene: Der Coach als Guide/Caretaker
Auf der grundlegendsten Ebene ist ein Coach ein Helfer, der den Coachee dabei unterstützt, sich und seinen Platz in seiner sich verändernden Umwelt zu finden. Dabei wird der Coachee vom Ist- zum Soll-Zustand geführt. Voraussetzung dafür ist, dass der Guide vorher dort war und den besten Weg zu dem Ziel kennt, das der Coachee sucht.

Die Verhaltens-Ebene: Der Coach als Coach/Performance-Coach
Auf dieser Ebene finden die Interventionen statt, die an den Verhaltensleistungen des Coachees ansetzen - das traditionelle Coaching. Ziel des Coaching-Prozesses ist es, bestimmte Ressourcen und Fähigkeiten bewusst zu machen und sie zur bewussten Kompetenz weiterzuentwickeln.

Die Ebene der Fähigkeiten: Der Coach als Teacher
Auf der Ebene der Fähigkeiten und Kompetenzen geht es darum, den Coachee dabei zu unterstützen, dass er sich weitere kognitive Fähigkeiten und Strategien aneignet oder solche entwickelt. Ziel ist es, dass er nach der Intervention neue Kenntnisse erworben hat, die ihm auf seinen Weg helfen.

Die Ebene der Werte und Glaubenssätze: Der Coach als Mentor
Auf der vierten Ebene übernimmt der Coach die Funktion des Mentoren, der dem Mentee den Zugang zu seinen unbewussten Kompetenzen eröffnet. Ziel ist es, dessen eigene Widersprüche und Ambivalenzen aufzulösen, ihn zum Ablegen seiner einschränkenden Glaubenssätze zu bewegen und seine Werte und Einstellungen positiv zu beeinflussen.

Die Ebene der Identität: Der Coach als Sponsor
Auf der Ebene der Identität wird das Selbst des Coachee einbezogen. Als Sponsor übernimmt der Coach die Aufgabe, seinen Klienten bei der Entdeckung und Förderung seiner Potenziale und Gaben zu unterstützen. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Entwicklung der Identität des Coachee und auf dessen Wachstum, und ihn in die Lage zu versetzen, dass er die Möglichkeiten wahrzunehmen lernt, die ihm offenstehen.

Die Ebene der Spiritualität: Der Coach als Awakener
Neben den bisherigen Ebenen erstreckt sich die Intervention auch auf die Ebene der Mission und der Vision. Der Awakener ist ein Vermittler, der den Klienten unter Berücksichtigung seiner Integrität und Kongruenz in Kontakt mit seiner Mission bringt. Ausschlaggebend dafür, welche Rolle der Coach einnimmt, sind Thema, Ziel und Anforderungen des Coachee oder des Coachings.

Dementsprechend sollte das Repertoire eines professionellen Coaches auch möglichst alle Rollen umfassen. Wenn er in die Situation kommt, dass während eines Coachings ein Wechsel der Interventionsebene auftritt und er eine andere Rolle einnehmen muss, so sollte der Coach diese Überleitung dem Coachee auch deutlich machen, um so die Transparenz zu gewährleisten. Wenn das Coaching darauf angelegt ist, auf den oberen Ebenen zu intervenieren, so hat dies oft auch positive Auswirkungen auf die anderen, darunter gelegenen Ebenen.


7. Voraussetzungen - Welche Kompetenzen sollte ein Coach mitbringen?

Eines der wichtigsten Kompetenzen ist die Fähigkeit der Selbststeuerung und der Selbstreflexion, dies ist einer der Komponenten, die der Coach im Coaching besonders brauch. Er muss sich immer wieder selbst hinterfragen, um sich gezielt seinen Klienten anpassen zu können. Neugierde, geistige Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind Anhaltspunkte, die ausgebaut werden müssen, um so Denkmuster zu hinterfragen und neue Anreize den Klienten zu vermitteln. Auf diese Weise versetzen sie sich nach Bedarf in eine der fünf Wahrnehmungspositionen (nach Schmidt-Tanger), von der aus sie eine bestimmte Situation erfassen können.

In der 1. Wahrnehmungsposition nimmt der Coach die Situation, den Klienten und die Themen aus seiner eigenen Perspektive wahr, indem er den gesamten Komplex auf sich wirken lässt und seine Gedanken, Gefühle und Assoziationen beobachtet.

  • "Wie fühle ich mich als Coach bei diesem Thema?"
  • "Welche Resonanz löst das Verhalten des Coachee bei mir aus?"
  • "Welche Glaubenssätze habe ich als Coach zu diesem Thema?"

Bei der 2. Wahrnehmungsposition wechselt der Coach in die Position des Coachee; Bedingung dafür sind empathische Fähigkeiten und die Bereitschaft, sich auf die Landkarte des Coachee einzulassen.

  • "Wie geht es dem Coachee bei diesem Thema?"
  • "Wie würde ich an seiner Stelle empfinden?"
  • "Wie wirkt mein Verhalten auf den Coachee?"

In der 3. Wahrnehmungsposition nimmt der Coach sich und den Coachee aus der Perspektive des neutralen Beobachters wahr, wodurch er andere Aspekte des Themas erkennt, die ihm ansonsten verborgen bleiben könnten.

  • "Was geschieht jetzt zwischen diesen Beteiligten?"
  • "Lassen sich Muster erkennen, die sich wiederholen?"
  • "Welche Metapher würde zu dieser Situation passen?"

In der 4. Wahrnehmungsposition oder Meta-Position betrachtet man sich selbst in seiner Rolle als Coach aus einem gewissen Abstand, der das Spektrum über das unmittelbare Empfinden erweitern (eine sogenannte reflexive Schleife).

  • "Wie gehe ich als Coach in dieser Situation mit mir selbst um?"
  • "Welche Erwartungen habe ich an mich selbst in dieser Situation?"

Die 5. Wahrnehmungsposition als systemische Perspektive stellt abschließend den Zusammenhang zum sozialen Umfeld des Coachee her, d.h. der Konfliktpartner und anderen Personen, die an der Situation beteiligt sind.

  • "Wie sieht diese Person die Situation?"
  • "Welche Auswirkung hat das Verhalten des Coachee auf diese Person?"
  • "Welche Ziele verfolgt diese Person?"

Das Analysieren einer Situation aus verschiedenen Perspektiven kann entscheidende zusätzliche Informationen offenlegen und die Palette der Lösungsalternativen erweitern (bzw. erst zugänglich machen) und beinhaltet darüber hinaus auch, eine Vorstellung von der eigenen Mission und Vision zu haben. Emotionales Selbstmanagement ist für den Coach eine wichtige Ressource zur Einflussnahme auf den eigenen Zustand im Sinne des State-Management; Ziel ist es, als Coach mittels einer professionellen Coaching-Physiologie zur Verfügung zu haben, die eigene Themen zurückstellt und Raum für die Themen des Coachee lässt.

Methodische, soziale und systemische Kompetenz:

Zudem sollte der Coach methodensicher sein und soziale sowie systemische Kompetenz vorweisen können, um erfolgreich mit dem Coachee zu arbeiten. Methodische Kompetenz bedeutet, dass der Coach ein großes Repertoire von Schlüsselfertigkeiten innehat und diese Tools dementsprechend bei seinen Klienten einzusetzen weiß.

Soziale Kompetenz bedeutet, dass der Coach in der Lage ist, Menschen zu verstehen und mit ihnen entsprechend kommunizieren zu können.

Zudem sollte ein gewisses Maß an Empathie gegeben sein, um als Coach tätig zu sein. Bei der systemischen Vorgehensweise wird das Umfeld des Klienten näher betrachtet und unter die Lupe genommen. Denn Coaching kann nie frei von Organisations- und Beziehungsdynamiken ablaufen, häufig nimmt es mehr auf Einfluss auf den Coachee als er selbst annimmt. Außerdem besteht vor allem im Business Coaching oder Management Coaching häufig die Schwierigkeit, dass unter großem Zeitdruck gecoacht werden soll und es schwierig ist einen guten Rapport aufzubauen, bei dem der Klient sich dem Coach öffnen möchte.


8. Welche Hürden hat der Coach während des Coachings zu meistern?

Eine weitere Aufgabe für den Coach ist zwischen den Coaching Tools das richtige "Handwerkszeug" ausfindig zu machen. Es ist sehr wichtig, dass man sich selbst als Coach mit der entsprechenden Coaching Methodik identifiziert und so Sicherheit und Authentizität gegenüber seinen Kunden vermittelt, das führt meist auch zu einer guten und stabilen Vertrauensbasis, auf der aufgebaut wird.

Bei dem Prozess vom IST - Zustand zum angestrebten SOLL - Zustand des Coachee müssen einige Hürden überwunden werden. Meistens handelt es sich um sechs Hürden, die in unterschiedlicher Form oder Reihenfolge auftreten können.

Im Folgenden werden die möglichen Problematiken kurz erläutert:

  • Ein anfängliches Hindernis seitens des Coachee ist in der Regel die Unklarheit gegenüber der Themenschwerpunktsetzung und der Zielsetzung. Um die Unsicherheit des Klienten aufzulösen, kann der Coach die Fragetechnik des Meta-Modells zur Unterstützung heranziehen.

  • Eine zweite Schwierigkeit entsteht durch falsche Erwartungen und eine übersteigerte Herangehensweise. Der Klient mindert sich als Person herab und verschlimmert somit die bestehende Problematik. Es besteht ein Perfektionsanspruch von Seiten des Kunden. Der Coach muss den Coachee erst auf eine vernünftige Ebene bekommen, um mit ihm effizient arbeiten zu können.

  • Als dritte Hürde werden die negativen oder traumatischen Erfahrungen ausfindig gemacht, die den Klienten davon abhalten seine Ziele erfolgreich zu erreichen.

  • Ein weiterer Punkt ist das Unterschiede aufeinander prallen. Das Thema des Klienten ist mit inneren Konflikten oder auch mit intrapersonellen Konflikten verbunden. Bestimmte Ängste kommen zum Vorschein, mit denen der Coach richtig umzugehen hat.

  • Zweifel bremsen die Motivation, so können eben auch eingefahrene Glaubenssätze einen Menschen ausbremsen und vom angestrebten Weg abbringen. Übungen helfen, um neue positive Glaubenssätze zu verinnerlichen und nach ihnen zu leben.

  • Ebenso wichtig ist das alltägliche Leben des Klienten und darf nicht außer Acht gelassen werden!


9. Was ist das NLP-Coaching-Struktur-Modell?

Coaching findet in erster Liene über die Sprache statt, denn Sprache formt unser Gehirn. Somit kann Kommunikation also Hilfsmittel gesehen werden, um das neuronale Netzwerke positiv zu verändern bzw. den Willen zu Veränderung zu wecken.

Auch die NLP-Methodik spielt hier eine ganz besondere Rolle. Im ersten Schritt wird "Rapport" zum Klienten hergestellt. Dabei wird eine positive Atmosphäre erzeugt, in der der andere immer wertgeschätzt und respektiert werden soll. Nur so kann sich eine stabile und gute Beziehungsebene bilden.

Grundlegende Fragen wie zum Beispiel

  • Wo befindet sich der Andere jetzt?
  • Wie ist sein Modell der Welt?
  • Was sind seine Bedürfnisse?

verhelfen dazu.


Im 2. Schritt wird die "konsequente Zielorientierung" erarbeitet. Es wird geforscht welche Ziele im Vordergrund stehen, wie sich der Coachee am Ende seines Weges sehen möchte.Leitfragen sind unter anderen:

  • Was ist Dein Ziel?
  • Woran wirst Du merken, wenn Du es erreicht hast?
  • Bei Negationen: "Was stattdessen?"
  • Wie wird es sein, wenn Du Dein Problem gelöst hast?


Im 3.Schritt werden "Ressourcen organisiert und aktiviert"

  • Was brauchst Du, um Dein Ziel zu erreichen?
  • Wie kannst Du bekommen was Du brauchst?
  • Wer oder was kann Dir dabei helfen?


Im 4.Schritt "Öko-Check" Der Öko-Check dient dazu das entworfene neue Denkmuster zu hinterfragen, ob es den auch in Zukunft beim Klienten mit eingebettet werden kann.

  • Gibt es noch irgendwelche Einwände?
  • Welche Risiken sind im Spiel?
  • Was ist der Preis für Ihr Vorhaben?


Im 5.Schritt "Future Pace" wird das Handeln in der Zukunft näher geprüft und die Handlungsschritte werden terminiert.

  • Was genau tust Du wann und wo?
  • In welcher Reihenfolge?
  • Was tust Du als Erstes?

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