Erläuterungen zu den einzelnen Coaching-Methoden

Hier die Übersicht zu den einzelnen Coaching-Methoden. Zu jeder Methode sind viele Bücher geschrieben worden. Hierzu werden auch zahlreiche Ausbildungen angeboten.


Coaching-Methoden:

1. Neurolinguistisches Programmieren

2. Themenzentrierte Interaktion

3. Transaktionsanalyse

4. Rational Emotive Therapy

5. Hypnotherapie

6. Konstruktivismus

7. Logotherapie

8. Systemische Therapie und Beratung

9. Bioenergetik

10. Gordon Training

11. Kognitive Verhaltenstherapie

12. Gesprächspsychotherapie

13. Autogenes Training

14. Progressive Muskelrelaxation

15. Psychodrama

16. Gestalttherapie

17. Provokatives Coaching

18. Mentales Training

19. Focusing

20. Feldenkrais

21. Rolfing

22. Suggestopädie

  • Übersicht Coaching Wissen



  • 1. Neurolinguistisches Programmieren

    NLP umfasst eine Fülle an Interventionsmuster und Techniken zur Veränderung menschlichen Verhaltens und Erlebens. Kurz gesagt ist NLP das, was Du tust, damit es Dir und anderen gut geht. NLP geht davon aus, dass menschliches Verhalten erlernt ist, und deswegen auch wieder umgelernt werden kann. Dies erfolgt dadurch, dass man sich die Wechselwirkungen zwischen Sprechen, Denken und Fühlen zu nutze macht. Hierbei wird wenig am Inhaltlichen gearbeitet. "Neuro" steht als Synonym für unsere Sinnesorgane. "Linguistisch" bezieht sich auf das Phänomen der Sprache: wie wir durch die Sprache verraten, was in unserem Kopf vor sich geht. "Programmieren" heißt in diesem Zusammenhang, dass Muster der sinnlichen Wahrnehmung und Denk- und Verhaltensgewohnheiten genutzt werden um bestimmte Ziele zu erreichen. Einige Beispiele für NLP-Methoden wären: das Reframing (ungünstige Zustände werden in einem anderen Zusammenhang gesetzt, was es dem Klienten ermöglicht sie aus einem anderen, positiveren Blickwinkel zu sehen), Ankern (positive Zustände werden dadurch geankert, dass der Therapeut den Klienten an einer bestimmten Körperstelle berührt), Ressourcen nutzen (der Klient lern seine Kompetenzen zu erkennen und für seine Ziele auszuschöpfen) Durch seine Methodenvielfalt ist NLP auch als eigenständige Therapieform angesehen.


    Namen: Richard Bandler, John Grinder, Robert Dilts, Leslie Cameron-Bandler


    2. Themenzentrierte Interaktion

    Diese Methode bietet Leitern und Gruppenmitgliedern hilfreiche Ansätze und orientierende Werte. Es werden hierbei sehr viele unterschiedliche Aspekte berücksichtigt: sachliche, individuelle, zwischenmenschliche und umfeldbezogene, die in einer dynamischen Balance zueinander stehen sollen. Kommunikation findet immer auf allen vier Ebenen statt. Das Ziel der TZI ist das humanere miteinander Arbeiten in einer humaneren Welt.

    Das Konzept kann als mehrstöckiges Haus dargestellt werden:
    Im 1. Stock sind die grundlegenden praxis- und wertbezogenen Grundsätze: das so genannte existentiell- anthropologische Axiom.
    In der Ebene darüber (2. Stock) sind die Postulate angesiedelt, die das eigene Handeln leiten, das ethisch- soziale Axiom. Dort liegen auch Lernziele und Interventionen der TZI.
    In der 3. Ebene sind die Methoden, die zielgerichtetes Handeln unterstützen (das pragmatisch- politische Axiom).
    Hilfsregeln stehen in der 4. Ebene, dem Dachgeschoß. Diese stellen Kommunikations- und Interventionshilfen dar(zum Beispiel:
    "Störungen haben Vorrang", "Verallgemeinere nicht", "sei authentisch und selektiv in deiner Kommunikation). Die TZI stellt ein nützliches Instrument in der Organisationsentwicklung, Moderation oder auch im Projektmanagement dar. Sie ist einfach und zugleich ein durchaus anspruchsvolles Gruppenarbeits- und Leistungskonzept.

    Namen: Ruth C. Cohn, Barbara Langmaack, Cornelia Löhmer


    3. Transaktionsanalyse

    Nach der International Transactional Analysis Association (ITAA) definiert sich Transaktionsanalyse folgendermaßen: "Die Transaktionsanalyse ist eine Therapie der menschlichen Person und zugleich eine Richtung der Psychoanalyse, die darauf abzielt, sowohl die Entwicklung wie auch die Veränderung der Persönlichkeiten zu fördern." Eric Berne, der Begründer, hatte zum Ziel Menschen möglichst rasch zu helfen statt sie jahrelanger Therapie auszusetzen. Um menschliches Verhalten zu verstehen und Persönlichkeiten zu ergründen, dient das Ich- Zustandsmodell, das sich in drei übereinander liegende Kreise gliedert. Es besteht aus Eltern- Ich, Erwachsenen- Ich und Kindheits- Ich. Außerdem wird eine Entwicklungstheorie angeboten, die aufzeigt, wie die für uns typischen Verhaltensweisen in unsere Kindheit entstanden sind. Nützlich für Organisationen ist vor allem ihre Kommunikationstheorie. Außerdem findet sie Anwendung in der Erwachsenenbildung, in Schulen, im Management, bei Organisationsberatungen aber auch in der nicht- psychotherapeutischen Beratung, beim Coaching, Führungstrainings und Teamentwicklung.

    Namen: Eric Berne, Bernhard Schmid, Ian Stewart, Dr. Sari van Poelje


    4. Rational Emotive Therapy

    RET ist eine Methode, die der Persönlichkeitsentwicklung dient. Die Grundannahme, von der der Begründer Albert Ellis ausgeht, ist die, dass jeder neurotische Mensch selbst an diesem Zustand schuld ist. Bei diesem Konzept wird hauptsächlich an den Einstellungen, Glaubenssätzen (Hot Cognitions) und Erwartungen der Menschen gearbeitet. In Anlehnung an die Stoische Lehre Epiktets sind es nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellung von den Dingen. Eben an diesen Vorstellungen und Glaubenssätzen setzt RET an. Mit Hilfe des so genannten A-B-C- Modells, können Empfindungen geordnet und Denkschemata transformiert werden. In der Folge werden dadurch Empfindungen verändert. Klienten sollen geschult werden sich von negativem Denken und Fühlen zu distanzieren. Hierzu werden auch Methoden, wie der Sokratische Dialog, Selbstanalyse und rationale Vorstellungsübungen eingesetzt. RET ist im psychotherapeutischen Bereich eher umstritten, wird aber von Personalentwicklern und Trainern vor allem in Seminaren der Persönlichkeitsentwicklung und beim Selbstmanagement eingesetzt. Die Methode hilft auch dabei Ansprüche an sich selbst können auf ein sinnvolles Maß zu reduzieren.

    Namen: Albert Ellis


    5. Hypnotherapie

    Hypnose ist ein veränderter Bewusstseinszustand. Auch wenn noch nicht genau eruiert werden konnte, was Hypnose tatsächlich ist, so ist doch erwiesen, dass sie wirkt. Der hypnotische Zustand ermöglicht es dem Klienten auf innere Vorgänge, Gefühle und Erlebnisse zu stoßen, die ihm im Wachzustand nicht zugänglich wären. Der Trancezustand verändert die Struktur des Denkens und konzentriert die Aufmerksamkeit auf die Worte des Hypnotiseurs. Die Wirksamkeit dieser Methode hat sich vor allem im Bereich Entspannung gezeigt. Hypnose findet auch Anwendung in Management- Training, im Coaching oder auch und wird auch für das Selbstmanagement eingesetzt.

    Namen: Milton Erickson, Jay Haley, John Grinder


    6. Konstruktivismus

    Grundannahmen des Konstruktivismus sind entgegen der üblichen, tradierten Sichtweise, dass nichts an sich wirklich ist, sondern, dass wir uns unsere Wirklichkeit selbst aktiv konstruieren. Es wird zwar schon eine objektive Wirklichkeit angenommen, auch wenn diese nicht beweisbar ist. Betont wird aber, dass die Wirklichkeit, die wir wahrnehmen zu hundert Prozent subjektives Erleben ist. Das heißt somit, dass es mehr als eine Wirklichkeit existiert. Wir geben dem Erlebten uns logisch erscheinende Strukturen. Gemäß dieser Strukturen werden alle zukünftigen Erfahrungen interpretiert. Drei entscheidende Ideen prägen den Konstruktivismus: die Assimilation (Verhalten wird an äußere Gegebenheiten angepasst), Akkomodation (äußere Gegebenheiten oder innere Einstellung zu einem Sachverhalt werden geändert), Intersubjektivität (eine subjektive Meinung, die von vielen Menschen auf einmal geteilt wird, erhält dadurch objektive Züge).
    Kommunikation heißt also, sich mit anderen Menschen auf eine Wirklichkeit zu verständigen. Dieses Konzept impliziert aber auch, dass man die Schuld nicht mehr nur bei anderen suchen kann, da man selbst für seine konstruierte Wirklichkeit verantwortlich ist. Die Gründe für ein Verhalten bleiben außen vor. Es wird lediglich nach funktionaler Lösung gesucht, mit Hilfe von Methoden wie zum Beispiel der "direkten Verhaltensverschreibung" (das Verhalten, das gefürchtet wird, muss ausgeführt werden) oder der "paradoxen Kommunikation"(durch Aufforderungen, die nur ein Verhalten erlauben, wird erreicht, dass das gefürchtete Verhalten gezeigt wird.
    Beispiel: Eine Frau die nicht "Nein"- sagen kann soll zu jedem Gruppenmitglied auf eine Bitte "Nein"- sagen. Entweder sie erfüllt die Aufgabe und sagt dadurch "Nein", oder sie sagt zum Therapeuten "Nein") usw. In Kommunikations- und Führungstrainings hat sich diese Methode fest etabliert. Es hilft bei der Bearbeitung, aber auch bei der Vorsorge von Konflikten und ist sehr gut für Coachings geeignet. Der Konstruktivismus steht in engem Zusammenhang zur Systemtheorie und auch in der Logotherapie und beim NLP findet sich verwandtes Gedankengut.

    Namen: Paul Watzlawick, Palo Alto-Gruppe


    7. Logotherapie

    Die Logotherapie ist eine der drei Wiener Richtungen, neben der Psychoanalyse Freuds und der Individualpsychologie Adlers. Sie ist dann indiziert, wenn ein Mensch unter einer so genannten Sinnleere leidet- im Fachjargon nennt man das auch "existentielles Vakuum". Diese Therapieform zeichnet sich durch ihre Haltung zum Leben aus. Sie fragt nicht danach, wie viel ein Mensch vom Leben erwartet, sondern, was er selbst dazu beitragen kann und möchte. Um dem Einzelnen bei ihrer Sinnsuche zu helfen, wird als zentrale Methode die paradoxe Intervention angewendet. Die Klienten sollen hierbei bewusst jene Gedanken und Verhaltensweisen produzieren, von denen sie sich distanzieren möchten. Dieses Vorgehen ist nicht für jeden gleich gut geeignet, bei vielen löst es erst einmal Skepsis aus, die es mit Überzeugungsgeschick und Humor zu überwinden gilt.

    Namen: Viktor E. Frankl


    8. Systemische Therapie und Beratung

    In der Systemischen Therapie werden die Grundgedanken der Kybernetik auf psychosoziale Phänomene übertragen. In einem kybernetischen System gibt es weder einen Anfang noch ein Ende, somit sind Fragen wie: "wer hat angefangen?", irrelevant. Jedes Verhalten ist Ursache und Wirkung zugleich. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Konzentration auf die Kontextabhängigkeit von menschlichem Verhalten und nicht so sehr auf die Suche nach starren, das Verhalten begründenden Persönlichkeitsfaktoren. Eine Organisation oder auch eine einzelne menschliche Person (der Mensch als ganzes Unternehmen) wird als ein Konglomerat aus verschiedenen Anteilen angesehen, die zusammenwirken aber in bestimmten Situationen sich auch widersprechen können, was zu äußeren beziehungsweise inneren Konflikten führen kann. Es wird nicht nach den Ursachen von Verhalten gesucht, sondern danach wie das etablierte System funktioniert. Trainer und Personalentwickler setzen diese Methode bei Teamprozessen und im Konfliktgeschehen ein. Die Methode ermöglicht eine sehr differenzierte Auseinandersetzung mit sozialen Interaktionen, wobei die Gestaltung dieser Prozesse einer gut fundierten Ausbildung und sehr viel Erfahrung bedarf.

    Namen: Carl Withaker, Salvador Minuchin, Virginia Satir, Mara Selvini Palazzoli, Helm Stierlin, Heinz J. Kersting, Paul Watzlawick, Humberto R. Maturana


    9. Bioenergetik

    Mit Hilfe der Bioenergetik ist es laut dem Begründer, Alexander Lowen, möglich seine Persönlichkeit weiter zu entwickeln und zu stärken. Seine These ist, dass auf Grund des engen Zusammenhanges zwischen Gefühlen und ihre verändernde Wirkung auf Menschen auf der einen und der Sprache des Körpers auf der anderen Seite, durch körperliche Aktivität, also gezielter Muskelaufbau in bestimmten Körperbereichen, eine Persönlichkeit dementsprechend verändert und geformt werden kann. Durch die Weckung des Bewusstseins für den eigenen Körper und das emotionale Erleben, wird ein neuer Bezug zu sich selbst ermöglicht und Wohlbefinden und Zufriedenheit erreicht. Durch diese Form der Bewegungstherapie, in Kombination mit psychotherapeutischen Verfahren, werden steife Menschen lockerer, depressive lernen zu genießen usw.

    Namen: Alexander Lowen


    10. Gordon Training

    Das Gordon- Training, das auf der Philosophie von Carl Rogers fußt (Non- Direktive Gesprächsführung, siehe auch Klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie) hat zum Ziel Führungskräfte zu schulen. Als zentral für den Führungsprozess wird die Beeinflussung gesehen, die sich aber davon distanziert von der Macht gebrauch zu machen. Wichtige Elemente hierbei sind die Technik des Aktiven Zuhörens und des Sendens von Ich- Botschaften. Diesen für die Kommunikation günstigen Faktoren, werden von Gordon so genannte "Kommunikationssperren" gegenüber gesetzt, die das Gespräch hemmen oder unterdrücken, wie Predigen, Moralisieren, Befehlen aber auch Analysieren oder Loben. Eine weitere Gordon- Technik ist die "Jeder- Gewinnt- Methode", bei der nach Lösungen gesucht wird, die die Interessen beider Konfliktparteien wahren sollen.

    Namen: Thomas Gordon


    11. Kognitive Verhaltenstherapie

    Die kognitive Verhaltenstherapie basiert auf der psychologischen Lerntheorie. Menschliches Verhalten ist erlernt, somit kann es auch wieder verlernt werden, wenn es inadäquat oder für den einzelnen hinderlich und belastend geworden ist. Dieses Verlernen von irrationalen Gefühlen und Verhaltensweisen, findet durch äußere Anstöße statt. Die Methoden, die hierzu verwendet werden, sind vielfältig. Häufig werden Belohnungssysteme, Rollenspiele und systematische Desensibilisierung eingesetzt. Eine wichtige Annahme der Kognitiven Verhaltenstherapie ist, dass nicht Reize selber, sondern ihre subjektive Interpretation die Qualität der Empfindung bestimmen (siehe auch Annahmen bei RET). Die Konzentration der Therapie liegt hierbei bei eher automatisch also wenig bewusst ablaufenden Denkprozessen.

    Namen: Aaron T. Beck, Hans J. Eysenck, Arnold A. Lazerus


    12. Gesprächspsychotherapie

    Die von Carl Rogers ins Leben gerufene Gesprächstherapie gehört zu den drei großen, in Deutschland etablierten Therapieformen (neben Verhaltenstherapie und Psychoanalyse). Die Grundannahme Rogers ist, dass jeder Mensch von Natur aus gut ist und selbst am besten die Lösung seiner Probleme kennt. Der Therapeut ist dazu da die Kräfte der Patienten zu mobilisieren und dafür zu sorgen, dass sie sich entfalten und entwickeln können. Drei charakteristische Grundhaltungen des Therapeuten seien hier kurz erwähnt:

    • Kongruenz/ Echtheit: Gestik, Mimik, Tonfall und Körpersprache sollen ein einheitliches Bild ergeben.
    • Wertschätzung/Akzeptanz: egal was der Klient denkt, fühlt oder tut, der Therapeut hat die Aufgabe dies wert zu schätzen
    • Empathie/ Einfühlendes Verhalten: der Therapeut soll versuchen den Klienten und seine Probleme zu verstehen.
    Ziel ist es dem Patienten eine Atmosphäre zu geben, in der er sich angstfrei und offen äußern und geben kann. Dadurch erhält er die Möglichkeit, sich mit seinen Gefühlen und Gedanken einmal frei und bewusst auseinanderzusetzen.

    Namen: Carl Rogers, Reinhard und Anne- M. Tausch


    13. Autogenes Training

    Das von Johannes Heinrich Schultz, einem Nervenarzt, entwickelte autogene Training hilft dabei, den Alltag besser zu meistern und Stresssituationen besser gewachsen zu sein. Es geht hierbei um eine "konzentrative Selbstentspannung" durch Selbstsuggestion. AT kann aber noch mehr als nur Stressreduzieren, in seiner von Dr. Hannes Lindemann weiterentwickelten Version, lassen sich positive Vorstellungen zur Selbstmotivation und Leistungssteigerung nutzen. Hierbei kommen floskelhafte Vorsätze wie "ich bin ganz ruhig" zum Einsatz. Am bekanntesten wurden die Schwere- und Wärmeübungen die eine tiefe Entspannung bewirken. Diese Methode ist wissenschaftlich anerkannt und verhältnismäßig leicht zu erlernen.

    Namen: Dr. med. Bernt Hofmann, Dr. Hannes Lindemann


    14. Progressive Muskelrelaxation

    Die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson wurde entwickelt um Menschen, die im Beruf stark gefordert werden und ihre Energien ohne Maß verbrauchen, zu schulen sich zu entspannen um physisch und psychisch gesund zu bleiben. Anders als bei den meisten anderen Entspannungstechniken, werden die bereits kontrahierten Muskeln nicht einfach der Entspannung hingegeben, sondern werden vorher noch einmal stark angespannt um im Anschluss daran vollkommen locker gelassen zu werden. In dieser Phase wird ein gleichmäßiger Puls, eine gleichmäßige Atmung erreicht und Blutdruck und Körpertemperatur fallen ab.
    Diese Methode ist ideal für Anti- Stress- Seminare geeignet.

    Namen: Edmund Jacobson, Siegfried Gröninger


    15. Psychodrama

    Das Psychodrama ist eine Methode der Gruppentherapie, bei der Konflikte in Szene gesetzt werden. Ein Patient der Gruppe ist Protagonist, die anderen sind Helfer bei der Darstellung seiner Bezugspersonen. Der Therapeut ist Psychodrama- Direktor. Er greift Hinweise auf ein Problem auf, leitet das szenische Spiel und arbeitet mit der Gruppe die gewonnen Handlungseinsichten durch. Ziel der Therapie ist die Erreichung einer Katharsis, also eine Lösung von seelischen Konflikten und Spannungen Durch Techniken wie Rollentausch, Doppeln, Spiegeln und Monologe werden Konflikte dargestellt und zwar so, dass den Mitgliedern neue Einsichten und Handlungsalternativen kommen. Die Form des Rollenspiels ermöglicht es den Klienten aber auch effektiveres Verhalten für Rollen zu üben, die sie tag für tag erfüllen.

    Namen: Jakob Levy Moreno, Grete A. Leutz, Lewis Yablonsky


    16. Gestalttherapie

    Gestalttherapie ermöglicht es einem zu sich selbst zu kommen, aber auch zu anderen zu kommen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Aufbau einer tragfähigen länger andauernden Beziehung. Die Theorie die dahinter steckt lautet, dass unser Denken und alle Verhaltensweisen von Kräften (von Gestalttherapeuten auch "unerledigte Geschäfte" genannt) gesteuert werden, die uns nicht bewusst sind. Petzold, nach dessen Schule vor allem im europäischen Raum praktiziert wird, gliedert den Verlauf einer Gestalttherapie in vier Phasen (Initialphase, Aktionsphase, Integrationsphase, Neuorientierung). In der Therapie werden vergangene unerledigte Geschäfte aufgedeckt und verarbeitet und somit ein freies Handeln in der Gegenwart ermöglicht. Ziel ist es, den Menschen zu einer "Gestalt zu machen, die sich bewusst erlebt und ein unverzerrtes Bild ihrer Persönlichkeit hat. Gestalttherapie ist in Einzelsitzungen, aber auch gut in Gruppen einsetzbar und deshalb auch für Coachings bestens geeignet.

    Namen: Fritz und Lore Perls, Paul Goodman, Hilarion Petzold


    17. Provokatives Coaching

    Statt mit Verständnis und Mitgefühl, wird bei dieser Form eher schwarzer Humor eingesetzt, wobei es hierbei wichtig ist, trotz allem den guten Draht zum Klienten nicht zu verlieren. Beide, sowohl Trainer als auch Teilnehmer müssen Spaß an der Sache haben, was nur möglich ist, wenn beide auch über sich selber lachen können. Es wird mit Provokation und Überzeichnung versucht den durch Probleme überlasteten Blick des Klienten zu klären und ihn zu energetisieren, aktiv zu werden. Es sollen eingefahrene Muster unterbrochen werden und der Blick auf zukünftige Möglichkeiten gelenkt.

    Namen: Frank Frarelly (1931 - 2013), Dr. Eleonore Höfner, Dr. Charlotte Cordes

    Überblick provokatives Coaching

    17.1. Definition: Was ist provokatives Coaching?
    17.2. Die Entstehung des Provokativen Coachings
    17.3. Die goldenen Regeln des provokativen Coachings
    17.4. Vorteile des provokativen Coachings
    17.5. Die unterschiedlichen Rollen des Coachs
    17.6. Provokative Standardinterventionen
    17.7. Wie interveniere ich als Coach provokativ?
    17.8. Literatur zum provokativen Ansatz




    17.1. Definition: Was ist provokatives Coaching?

    Coach: "Sie haben also ein Problem mit Männern? Das wundert mich überhaupt nicht bei Ihrem 70-iger Jahre Kleidungsstil."

    Coach: "Danke, dass Sie das Problem schon perfekt erörtert haben, warum geben Sie sich nicht einen Tritt und machen sich an die Umsetzung?"

    Coach: "Sie sind das Problem, nicht Ihre Kollegen!"

    Coach: "Diese Überstunden sind Ihr Schicksal. Keine Chance für Sie, da rauszukommen." …. "Doch, Herzinfarkt, das ist der Ausweg. Vorbilder dafür gibt es in Ihrer Branche ja genug. Und um Ihre Frau und die Kinder brauchen Sie sich, wenn Sie so weitermachen, auch nicht mehr zu sorgen. Denn die sind bald weg.
    Wussten Sie, dass nach neuesten Forschungen Frauen durchschnittlich noch drei Jahre in einer Beziehung bleiben, wenn sie sich vernachlässigt fühlen? Danach en sie sich scheiden, oder sie gehen erst fremd und lassen sich dann scheiden. Welche Variante ist Ihnen lieber - sofortige Scheidung oder vorheriges Fremdgehen?"


    Früher wäre ein solches Vorgehen im Coaching Business undenkbar gewesen, doch warum sollte man nicht offen und direkt aussprechen, was im Hinterkopf vorgeht ohne die Worte erst diplomatisch zu verpacken, denn Diplomatie ist meist eine andere Art der Verpackung, um zu sagen fahr zur Hölle.
    Besonders Führungskräften fehlt es häufig an Kritik und Verbesserungsvorschlägen, die zu optimierten Prozessabläufen führen. Umso höher die Hierarchie desto mehr Schein kommt auf. Nur hinter der vorgehaltenen Hand wird getuschelt.
    Schließlich besuchen die Klienten ein Coaching meist, um beabsichtigt Veränderungen herbeizuführen und falls die Kunden nicht mit dieser Absicht kommen, sollten sie langsam darauf vorbereitet werden oder alternativ rät man ihnen lieber eine entspannender Alternative aufzusuchen. Denn Coaching ist in erster Linie Arbeit an sich selbst. Theoretisch ist die Interaktion zwischen zwei Menschen unendlich. Deshalb gibt es auch die verschiedensten Verhaltensweisen und Interventionstechniken, die man im Coaching anwenden kann. Es sollte aber im vorausgesetzt sein, dass der Coach auf einer professionellen und inhaltsfreien Ebene arbeitet und seinem Klienten den gehörigen Respekt entgegenbringt.

    Deshalb kann das provokative Coaching bei manchen Klienten äußerst effizient sein, da sie nicht in erster Linie jemanden suchen, der ihnen gut zuredet, sondern sie suchen die Wahrheit, um sich gezielt weiterzuentwickeln.




    17.2. Die Entstehung des Provokativen Coachings

    Frank Farrelly In den 60-iger Jahren wurde die provokative Therapie erstmals vom Psychiater Frank Farrelly (1931 - 2013) genutzt.
    Anfangs bezeichnete er seine offenen Gedanken als "verbale Ausrutscher", doch genau diese Offenheit traf häufig punktgenau zu und löste Zustimmung seitens des Klienten/Patienten aus.

    Daraus entwickelte er die provokative Therapie und setzte einige Spielregeln auf, die man als Therapeut oder Coach beachten sollte.
    In der provokativen Therapie wird sozusagen "alles falsch gemacht", was der Coach jemals gelernt hat. Er nimmt buchstäblich die Rolle des Klienten ein, fällt seinem Kunden ins Wort, redet mehr, provoziert ihn geschickt und stößt ihn vor den Kopf.





    17.3. Die goldenen Regeln des provokativen Coachings

    1. Die Person des Coachees und die Beziehung zwischen Coach und Coachee sind stabil.
    2. Der Coach mag und respektiert den Coachee.
    3. Der Coach glaubt an dessen Fähigkeit, sich zu verändern und lässt Veränderungsspielräume.
    4. Der Coachee kennt die wohlmeinende Haltung des Coaches, er sieht im Coach einen Freund, der ihm die Wahrheit sagen kann.
    5. Der Coach ist ausreichend qualifiziert! Provokationen nehmen nur einen geringen Anteil im Coaching ein.
    6. Der Coach hat eine klare Intuition für die Grenzen von Provokationen und verfügt über ausreichende Werkzeuge, um auf direktem Weg die Vertrauensbasis zu stabilisieren.
    7. Der Coach ist qualifiziert und erfahren genug, um auch minimale Veränderungen und Reaktionen des Coachees wahrzunehmen und entsprechend mit ihnen umzugehen.
    8. Der Coach hat Humor und lacht nicht über den Klienten, sondern mit ihm zusammen über verständliche, akzeptierte menschliche Schwächen.
    9. Der Coach will nicht eigenen Emotionen ein Ventil verschaffen.
    10. Der Coach löst unangenehme Gefühle zeitnah auf und kann mit diesen umgehen.

    Quelle: managerSeminare know-how | Heft 112 | Juli 2007, Ruth Hellmich




    17.4. Vorteile des provokativen Coachings

    "Fürchte nicht die, die nicht mir Dir übereinstimmen, sondern die, die nicht mit Dir übereinstimmen und zu feige sind, es Dir zu sagen." (Napoleon Bonaparte)

    • Das provokative Coaching kann mit fast jedem anderem Coaching Stil kombiniert und erweitert werden.
    • Der Coach erfüllt die indirekte Forderung des Klienten seine Wahlmöglichkeiten zu erweitern und an der Ressourcenfülle sowie Authentizität des Coachee zu arbeiten. Erhöhte Flexibilität des Coachs.
    • Offenheit beim Coach erzeugt Offenheit beim Coachee
    • Das Misstrauen gegenüber der professionellen Fassade des Coachs, "Was denkt der wohl wirklich über mich?" reduziert sich. Die Künstlichkeit der Situation nimmt ab, und die Interaktionen sind authentischer.
    • Der Abstand zum Problem kann sich verändern. Humor schafft wohltuenden Abstand und ermöglicht Veränderungen.
    • Im Bereich der sogenannten "ästhetischen Distanz" (ein Begriff aus der deutschen Dramenkritik) ist der Klient emotional bewegt und involviert, versackt aber nicht in unkontrollierbaren Gefühlen. Er hat ein ausreichendes Maß an Selbststeuerung und Integrationsfähigkeit für neue Erkenntnisse und Erlebnisse.
    • Dem Bedürfnis nach menschlichem Feedback und sozialer Rückmeldung wird entsprochen. Die Fähigkeit, Feedback zu geben und zu nehmen, wird ins Bewusstsein gerückt, und der soziale Kontakt mit seinen Anforderungen wird wieder als Realitätsprinzip, und nicht als Rollenspiel in einer Seifenoper erlebbar.
    • Mit dem Coach als Sparringspartner kann der Coachee die eigene Stärke spüren bzw. seine Immunkraft gegen negative soziale Interaktionen wie Ärger, Ablehnung, Neid, Dominanz, Zurückweisung, Konkurrenz stärken. Sich-wehren-können durchbricht das Problemmuster "Hilflosigkeit und Opfersein", es weckt persönliche Stärke und ist näher dran am Leben "draußen" als die übersanfte Schonhaltung der psychotherapeutischen Kommunikation.
    • Die Unvorhersehbarkeit und Unkontrolliertheit des Coachs führt zwangsläufig zum eigenen Weg. Der Klient wird angeregt, das Muster, jemandem gefallen zu müssen oder wollen, beiseite zu schieben. Der Coach will auch nicht gefallen und ist in seinen Reaktionen sowieso nicht kontrollierbar.
    • Es gibt kein richtig oder falsch. Der Coach wechselt sowieso dauernd seine Meinung, bis der Klient entscheidet, was für ihn selbst richtig ist. Es gelten nur die unumstößlichen Prinzipien des Miteinanders, wie z.B. "Wer stinkt und andere ausnützt hat weniger Freunde."
    • Der Coach ist Vorbild für das Schöpfen aus einem breiten emotionalen Repertoire und den spielerischen Umgang damit. Der Coach traut sich, stark, hilflos, beleidigt, traurig, aggressiv, dumm, arrogant, liebevoll zu sein. Die rigide "So-bin-ich-nun-mal-und-kann-nicht-anders" Selbstdefinition des Coachee, die oft genug die emotionale Entwicklung behindert, wird aufgeweicht oder sogar aufgelöst.
    • Für jeden Klienten wird das Coaching neu erfunden (wie in der Hypnotherapie nach M. H. Erickson in der die Therapie jedesmal neu erfunden wird). So wie der Klient sein Problem (er)findet, im Sinne von schöpferischer Konstruktion, (er)findet der Coach die Interventionen im Sinne von unvorhersehbaren, emotionalen Reaktionen auf dieses Weltbild, die erst in der Interaktion entstehen.
    • Die kreative und emotional-lebendige Gestaltung von Beziehungen wird vorgelebt. Provokatives Coaching bietet für Coach und Coachee die Möglichkeit, sich mit Lust und Leidenschaft der Schöpfung kreativer Interaktionen hinzugeben, und sich im lebendigen Kontakt überraschen zu lassen.





    17.5. Die unterschiedlichen Rollen des Coachs

    In der Provokativen Veränderungsarbeit wird sehr häufig das schauspielerische Talent des Coachs gefordert. Die Einnahme verschiedener gefühlvoller Rollen hat sich sehr häufig als sinnvoll und zielführend erwiesen.
    Je weniger berechenbar und unerwartet die Reaktion des Beraters ist, umso besser. Der Coachee lernt hier auf diese verschiedenartigen Muster zu reagieren, und ist in der Folge in ähnlichen Situationen in seinem Alltag nicht mehr unsicher, sondern hierauf vorbereitet, dass Menschen nicht berechenbar und scheinbar ungerecht oder unangemessen reagieren. Die Kommunikationskategorien nach Virginia Satir bieten sich als mögliche Interventionsmuster an:

    Ankläger (Blamer): ärgerlich: "So geben Sie doch endlich zu, dass Sie an der ganzen Misere schuld sind. Mit diesen Genen kann ja nichts aus Ihnen werden."

    Beschwichtiger (Placator): etwas geknickt und mit weinerlicher Stimme: "Tja, jetzt habe ich alles versucht. Ich wollte Ihnen doch nur helfen und jetzt schauen Sie so unzufrieden. Ich habe wirklich alles versucht, was ich in meiner Coachingausbildung gelernt habe in solchen Fällen."

    Rationalisierer (Computer): ernst: "Wussten Sie eigentlich, dass in 20 % der Fälle keine Besserung zu erwarten ist. In Großbritannien hat man übrigens festgestellt, dass jedes 5. Kind nicht von dem Mann ist, zu dem es Papi sagt." "Sie haben also bereits fünf Mal vergeblich versucht etwas zu verändern, das ist eine Versagensrate von 100 %. Ich denke, damit ist hinlänglich bewiesen, dass es nicht geht."

    Ablenker (irrelevant): zerstreut: "Oh, Entschuldigung, was sagten Sie gerade? Ich war wohl mit meinen Gedanken gerade woanders." "Haben Sie vielleicht eine Nagelfeile dabei?" "Fangen Sie doch schon mal an, ich komme gleich."

    Auch die Übernahme von Geschlechterrollen als flirtender Liebhaber/Geliebte oder fürsorglicher Vater/Mutter können eingenommen werden: Liebhaber (verwirrt) "Oh, bei diesen großen Augen kann ich mich gar nicht konzentrieren. Und diese Stimme, Wahnsinn. Ist Ihr Vorgesetzter auch immer so verwirrt?" Mutter (fürsorglich)

    "So sind sie, die da draußen in der großen, bösen Welt. Ungerecht und gemein. So jetzt putzen Sie sich mal die Nase und erzählen mir in Ruhe wer gemein zu Ihnen war. Und als nächstes entwerfen wir einen Schlachtplan. Wen schlachten wir als erstes?" Die Wahl der Rolle

    Kontrastmuster: In der Rolle sollte jeweils das vom Klienten am wenigsten erwartete Muster gewählt werden. Der Klient erhofft sich z.B. mitfühlende Emotionen, und der Coach versachlicht das Problem mit einer Statistik oder der Klient ist kühl und sachlich und der Coach flirtet, ist gefühlsbetont und schwärmerisch.

    Spiegelmuster: Die andere Möglichkeit besteht darin, das vom Coachee gezeigte Muster zu übernehmen und wieder zu spiegeln. Der Klient ist hilflos und sitzt auf einmal einem hilflosen Coach gegenüber. Der Klient, der nicht auf den Punkt kommt, ist konfrontiert mit einem ebenso zerstreuten Coach, der auch nicht weiß, was er tun soll.




    17.6. Beispiele für Provokative Interventionen

    Im Provokativen Coaching dürfen normale Verhaltensmuster nicht funktionieren. Hier einige beispielhafte Interventionen.
    Kl.: Was soll ich dazu nur sagen?
    C.: Ganz einfach nur die Wahrheit.
    Kl.: Oh Gott, was soll ich nur tun?
    C.: Das Richtige.
    Kl.: Was ist das Richtige?
    C.: Oh je, nicht mal das wissen Sie.

    Mit treuherzigem Augenaufschlag zur Rapportvertiefung

    • Ich wünschte, Sie wären mein Vater, meine Kollegin, meine Führungskraft, ..
    • Diese Augen, ich kann mich gar nicht konzentrieren, ...
    • ..., wenn Sie wissen was ich meine.
    • Lass Dir Zeit, das ist wirklich eine schwierige Frage.
    • Das haben Sie schon vor fünf Jahren gehört? Und damals schon nicht zugehört, nicht?

    Das Spiel mit dem Alter

    • Wie alt sind Sie? Dann müssten Sie es doch wissen.
    • Wie alt sind Sie? Jesus starb mit 33. Man sagt, die Guten sterben früh.
    • Wie alt wollen Sie werden? 83? Oh je, noch über 50 Jahre denselben Quatsch denken.

    Antworten auf alle Warum-Fragen des Coachee

    • C.: Naja, manche Geheimnisse werden eben nie gelüftet.
    • Kl.: Warum ist das so?
    • C.: Weil ich es sage.

    Das Ansprechen von Katastrophen und gleichzeitiges Banalisieren

    • Dann sind Sie tot! Tot wie ein Türabtreter!
    • Sie werden krank. Eine blasse Bakterie auf zwei Beinen.
    • Sie werden eben alt. Eine dauergewellte, pinkfarbene Matrone.
    • So Leute wie Du werden vom Leben überrollt. Dann liegst Du da wie ein plattgefahrener Igel auf der Bundesstraße in der Mittagssonne.

    Lebensweisheiten - Zitate - Aphorismen nutzen

    Heiter machen heilt. (Demokrit)

    Was Du auch tust, Du wirst es bereuen. (Sokrates)

    Leben heißt nicht atmen - sondern handeln. (Jean-Jaques Rousseau)

    Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. (klingonisches Sprichwort)

    Betrachte einmal die Dinge von einer anderen Seite als Du sie bisher sahst; denn das heißt ein neues Leben zu beginnen. (Marc Aurel)

    Niemand ist weiter von der Wahrheit entfernt als der, der alle Antworten weiß. (Chuangtse)

    Menschen glauben eher ihren Augen als ihren Ohren. (Seneca)

    Auch das Denken schadet bisweilen der Gesundheit. (Aristoteles)

    Mancher findet sein Herz nicht eher, bis er seinen Kopf verliert. (Friedrich Nietzsche)

    Der einzige Mann, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann, das ist der Frauenarzt. (Arthur Schoppenhauer)

    Die unbequemste Art der Fortbewegung ist das in sich gehen. (Karl Rahner)

    Vorsicht ist in keiner Lage überflüssig. (Karl May)

    Wer keinen Charakter hat, muss sich wohl oder übel eine Methode zulegen. (Albert Camus)

    Ein Mann, der kein Mann ist, ist kein Mann. (Ben Cartwright)

    Fleiß macht hässlich. (Oscar Wild)

    Ich habe viele schlimme Dinge erlebt in meinem Leben. Einige davon sind sogar eingetroffen. (Mark Twain)

    Einige sterben schon zehnmal bevor sie sterben. (William Shakespeare)

    Selbstverständlich darf man sich jederzeit ein eigenes Zitat ausdenken, und es in angemessener Art und Weise als Weisheit des Lebens von sich geben. Gespielt wird hier mit dem Autoritätsmuster oder es wird der Widerspruchsgeist erweckt, die Gedanken des Klienten werden ad absurdum geführt oder das Wirklichkeitsprinzip wird bedient.




    17.7. Wie interveniere ich als Coach provokativ?

    Dein Klient kommt zur Tür herein, was ist dein erster Eindruck, dein erster Gedanke oder dein erstes Gefühl, wenn Du siehst wie er läuft, sich setzt und ihn sprechen hörst? Welches noch so abgedroschene Klischee fällt Dir ad hoc ein?
    Für den Anfang reicht das völlig. Mache noch ein paar Anleihen bei Weisheiten über Männer und Frauen, Tabu-Gedanken über die Themen Aggressivität und Sex und ein bisschen Psycho-Know-How, damit lassen sich hervorragend trancefördernde und provokative Interventionen kreieren.<7p>

    "Ein sprachlich fein zelebrierter Tabubruch ergibt eine Metapher die in V, A, K, O, G-Gegenden führt, die nie zuvor ein Mensch betreten hat." (M. Schmidt-Tanger)

    Erlaube Dir pathetisches Mitleid, Begeisterung für die Symptomatik, Gähne vor Langeweile oder zeige die totale Hilf- und Ausweglosigkeit. Unterschwellig denkt dein Klient vielleicht auch so (gut gepaced) oder er erkennt eine völlig neue Sichtweise (gut reframed).

    Vertraue deinem Unbewussten, und lasse Dich auf die eigene Improvisationskunst und den Dir eigenen Humor ein.
    Nutze Ericksons Idee, an jedem Klienten auch zu wachsen und etwas Neues zu lernen. Trau Dir zu; einmal so richtig "reinzusauen", etwas zu riskieren.

    Wann lasse ich es?
    Grundvoraussetzung für jede inhaltliche, provokative Intervention ist die Beherrschung einer zurückhaltenden Prozessorientierung sowie eine sehr gute Wahrnehmungsfähigkeit. Der Coach darf nicht bestimmte Lösungen bevorzugen, d.h. er darf sich nicht emotional im Inhalt befinden. Alle Entscheidungen, die der Klient trifft, müssen dem Coach gleichgültig sein, im Sinne von, alle sind "gleich"-"gültig".

    Der Coach darf keinen Zwang zur Provokation fühlen. Das bedeutet auch, das Bedürfnis provokativ zu arbeiten selbstkritisch zu hinterfragen. Die provokative Veränderungsarbeit muss getragen sein von einem liebevollen Gefühl für den Coachee. Der Coach ist auf der Seite des Klienten und zusammen betrachten wir uns einmal den Quatsch, den er da so macht.

    Die provokative Gesprächsführung im Coaching

    Das Neurolinguistische Programmieren als ein System der Prozess-Intervention kennt den Umgang mit dem Inhalt nur in Form des Milton-Modells, in der Arbeit mit Metaphern oder im Reframing. Um nicht wertend in den Inhalt einzugreifen, ist es notwendig, den Landkartengedanken vollständig zu akzeptieren, und man braucht die Fähigkeit, eine Position einzunehmen, ohne eine Wertung abzugeben.

    Als Coach darf ich im Inhalt keine eigenen "Karten im Spiel" haben, da ich ansonsten nicht mehr inhaltsfrei arbeiten kann. Eine große Herausforderung an den provokativen Coach ist die kontinuierliche innere Reframingarbeit, kunstvoll: "Inhaltsfrei arbeiten" heißt, frei mit den Inhalten umgehen können. Wichtige Merkmale des inhaltlichen Reframings:

    • Dauer der Trance, Trancehäufigkeit und -tiefe
    • Physiologie der Versöhnung
    • Eine Zunahme der Symmetrie (insbesondere beim Reorientieren)
    • Entspannung und Lachen
    • Veränderungen von Körperhaltung und Muskeltonus, allgemeine Zunahme der Ressourcenhaftigkeit.





    17.8. Literatur zum provokativen Ansatz

    Glauben Sie ja nicht, wer Sie sind!

    Dr. Eleonore Höfner, Carl Auer Verlag, 4 Auflage 2016

    Glauben Sie ja nicht, wer sie sind Dr. Eleonore Höfner beschreibt in ihrem Buch den Einsatz des Provokativen Stils in leicht lesbarer und vergnüglicher Form. Durch die zahlreichen kommentierten Fallbeispiele bekommt der Leser einen anschaulichen Einblick in diese ungewöhnliche Kommunikationsform, die zu schnellen Veränderungen führen kann.
    Ein provokativer Coach hilft dabei, eine verzerrte Selbstwahrnehmung aufzulösen und die eigenen Potentiale und Möglichkeiten besser zu nutzen. Wer glauben oft, die anderen sind Schuld und erkennen nicht, dass wir selbst die Gestalter sind. Doch die Einsicht alleine hilft auch noch nicht viel weiter. Es braucht auch eine Gefühlsveränderung und dabei hilft provokatives Coaching.

    In Partnerschaft mit Amazon.de



    18. Mentales Training

    Mentales Training ist darauf ausgerichtet die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Ansatzpunkt des Mentalen Trainings ist das menschliche Gehirn, das als Aktionszentrum und Ausgangspunkt jeder Handlung darstellt. Es sollen Hindernisse und Begrenzungen überwunden werden, die im Unterbewusstsein verwurzelt sind und der Zielerreichung im Wege stehen. Hierzu werden neben Entspannungsverfahren, Suggestion und Selbstgespräche eingesetzt. Bei Sportlern ist dieses Verfahren sehr verbreitet und anerkannt. Sie verwenden es zur Konzentrationssteigerung und um Bewegungsabläufe durch Visualisierung zu optimieren.

    Namen: Fred Christmann, Thomas Scherz


    19. Focusing

    Focusing hat zum Ziel, dass unklare Empfindungen bemerkt werden, um dadurch eine psychische Veränderung herbeizuführen, die eindeutig zuordenbar und erlebbar ist. Dadurch soll eine körperliche Entspannung und Erleichterung ermöglicht werden. Dies wird als felt- shift bezeichnet. Es geht also darum den Klienten zu schulen, eigene innere Prozesse zu erkennen, Unbehagen zu benennen und positive psychische Veränderungen (`shifts`) herbeizuführen. Focusing wird oft zur Ergänzung einer Psychotherapie verwendet, kommt aber auch bei Themen wie Führung, Persönlichkeitsentwicklung, Team und Konflikt-management zum Einsatz.

    Namen: Eugene Gendlin


    20. Feldenkrais

    Feldenkrais Arbeit will Menschen dabei helfen ihre Möglichkeiten stärker auszuschöpfen. Nach seiner Auffassung hemmen wir uns selber durch Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten, die wir schon automatisch ausführen und so uns selbst hindern, dass unser eigentlich vorhandenes, volles Potential zum Einsatz kommt. Nach seiner Auffassung werden nur 5% der eigentlich vorhandenen Kapazitäten genutzt.
    Zuerst müssen solche Fehler erkannt und Denkblockaden überwunden werden, um in einem zweiten Schritt Bewegungen auf neue, bewusste Art auszuführen. Die Feldenkrais- Übungen basieren auf einer entspannten Haltung, gleichmäßiger Atmung und minimalen Bewegungen, die immer wieder nachgespürt werden um sie sich bewusst zu machen. Dieses Vorgehen kann in Managementtrainings und Persönlichkeitstrainings eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

    Namen: Moshé Feldenkrais, Thomas Kirschner


    21. Rolfing

    Rolfing ist ein körperorientiertes Verfahren und wird häufig ergänzend zu einer Psychotherapie benutzt. Ursache für Beschwerden, sieht die Biochemikerin Ida Rolf darin, dass die Körperstatik aus dem Gleichgewicht geraten ist, wie bei einem schlecht aufeinander gestapeltem Bauklotzturm. Stabiltität kann wieder dadurch erreicht werden, dass unausgewogene Spannungsmuster im Körper wieder ausgeglichen werden. Eine aufrechte, gerade Körperhaltung strahlt zusätzlich Harmonie aus. Die Klienten lernen ihr Körperbewusstsein zu verfeinern und achtsamer mit negativen Einflüssen auf ihren Körper umzugehen. Es werden Körperübungen eingesetzt und deren psychische Auswirkungen erörtert. Rolfing kann im Management- Training eingesetzt werden, vor allem die kleinen Bewegungsübungen und Fragen, aber die Methode ist nicht jedermann sofort zugänglich.

    Namen: Hans- Georg Brecklinghaus, Ida P. Rolf, Manuela


    22. Suggestopädie

    Hierbei handelt es sich um eine Lehr- Methode mit Hilfe von suggestiven Techniken. Man findet auch oft die Bezeichnung "Superlearning". Es soll durch die Verbindung von bewusstem, konzentriertem Lernen und beiläufigem Lernen, eine Lernmethode entstehen, die möglichst stressfrei, anregend und angenehm gestaltet ist. Grundlage bildet das wachsende Verständnis für das menschliche Gehirn, wie das Gedächtnis funktioniert und wie Lernen optimal. Kognitive Ressourcen werden bestmöglich genutzt um einen guten Lernerfolg zu erzielen.

    Namen: Lynn Dhority, Georgi Lozanov, Ruprecht S. Baur, Walter Edelmann



    Kontakt:
    Landsiedel Coaching Akademie
    Friedrich-Ebert Straße 4
    D-97318 Kitzingen
    Tel.: +49 (0)9321 9266140
    info@landsiedel-seminare.de

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