Veganer

Gastbeitrag von Katrin

Als Veganer bezeichnen sich Menschen, wenn sie auf jegliche tierische Nahrung sowie tierische Erzeugnisse verzichten und sich rein pflanzlich ernähren. Im Gegensatz zum Vegetarier ,welche noch Produkte von lebenden Tieren zu sich nehmen, also Eier, Milch und Honig, ist der vegane Lebensstil vom jeglichen Verzicht auf tierisches geprägt. Dazu gehört auch, dass Veganer keine Lederkleidung oder Accessoires tragen, oder Wolle bzw. Federn/Daunen benutzen bzw. tragen. Die Gründe für eine vegane Lebensweise sind unterschiedlich. Die 3 Hauptgründe, die von den meisten Veganern genannt werden sind:

  • Tierschutz / Ethik
  • Klimaschutz / Umwelt
  • Gesundheit

Im folgenden möchte ich auf diese 3 Hauptgründe näher eingehen.

Tierschutz / Ethik

Hühnerleber iStock/Jaromila

250 Millionen Tonnen Fleisch isst die Weltbevölkerung jährlich. Das sind 7900 kg pro Sekunde. Und es werden jährlich mehr, weil auch in den Schwellenländern der Hunger auf Fleisch immer größer wird. Sie möchten unsere westliche Ernährungsweise gerne nachahmen.

Um diesen Fleischhunger zu stillen, werden weltweit ca. 25 Milliarden Nutztiere gehalten und geschlachtet. In Deutschland werden allein etwa 745 Mio. Tiere pro Jahr getötet (Stand 2017, exkl. Fische in Aquakultur) Die Aufzucht von Tieren in Tierfabriken ist grausam und eine ökologische Katastrophe.


Hühnerstall iStock/studiodr

Für alle Tierarten gilt, dass ihre Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt wird, da es viel zu viele Tiere in den Ställen / Käfigen gibt. Schnäbel, Ringelschwänze, Hörner und zum Teil auch die Zähne werden ohne Betäubung gekürzt oder abgetrennt. Angeblich um die Tiere zu schützen, da sie sich in der engen Haltung gegenseitig beißen und verletzen. Damit die Tiere unter den schlechten Bedingungen trotzdem leistungsfähig sind, wird ihnen routinemäßig Antibiotika verabreicht.

Auch durch Züchtung werden den Tieren höhere Erträge erzwungen. Hühner z.B. wachsen extrem schnell um schnell viel Fleisch zu liefern. In der Eierproduktion dagegen wachsen die Hühner zwar normal, legen jedoch unnatürlich viel Eier. Statt 30 -40 Eier pro Jahr legen sie heute 300 pro Jahr. Die Überzüchtungen und schlechten Haltungsbedingungen führen oft zu schweren Krankheiten bei den Tieren. Z.b. Herz-Kreislaufversagen, gestörte Knochenentwicklung, Gehunfähigkeit oder Entzündungen der Organe bei Legehennen und Milchkühen.

Legehennen

Batterie-Hühner iStock/Rowena Naylor

Die meisten Eier die wir kaufen können kommen von Hühnern aus Bodenhaltung. In den Ställen werden die Tiere zu Tausenden in riesigen Gruppen gehalten. Auf 1 qm kommen 9 Tiere. Jede Henne hat also etwas weniger als zwei DIN A 4 Seiten Platz für sich.
Hühner picken gerne auf den Boden und laufen natürlicherweise viel herum. Diese wesentlichen Grundbedürfnisse können sie nicht nachgehen.
Die Hühner weisen oft Verhaltensstörungen auf, wie z.B. Federpicken oder Kannibalismus. Deswegen kürzt man ihnen als Küken direkt die Schnäbel - ohne Betäubung. Akute und chronische Schmerzen sind damit verbunden.
Hühner die in Käfighaltung leben, stehen den ganzen Tag auf engen Käfigmaschen. Direkt darunter sammelt sich der Kot der Tiere. Sei können sich kaum bewegen oder sich bequem hinlegen.

Küken

Geflügel Farm iStock/roibu

Männliche Küken sind für die Industrie uninteressant. Sie legen keine Eier und geben nicht genug Fleisch. Jedes Jahr werden deswegen 44,3 Mio. Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet. Sie werden bei vollem Bewusstsein vergast oder zerschreddert.

Das wird mit dem Kauf von Eiern unterstützt, egal aus welcher Haltung! Auch bei Bio Eiern werden die männlichen Küken getötet.



Mastgeflügel

Geflügel Farm iStock/ligora

Dazu gehören Puten, Enten, Gänse und Masthühner. Sie leben in großen Ställen. Zwar haben sie Einstreu, jedoch keinerlei Möglichkeit sich zurück zu ziehen oder Ruheplätze. Die Ente, als Wasservogel, hat kein Wasser zur Verfügung in dem sie schwimmen kann, obwohl das ihr eigentlicher Lebensraum ist.

Hühner müssen sich mit bis zu 26 Artgenossen einem Quadratmeter Fläche teilen. Das entspricht einem DIN A 5 Blatt plus einen Bierdeckel Platz pro Huhn.





Schweine

Schweinezucht iStock/songqiuju

Mastschweine werden in engen, tristen Ställen gehalten. Sie müssen auf blanken Betonboden liegen, in ihrem eigenen Kot. Ferkel werden wenige Tage nach der Geburt ohne Betäubung kastriert.
Für ein 100kg schweres Schwein stehen 0,75 Quadratmeter Platz zur Verfügung. Das sind ca. 3 aneinandergereihte Bürostühle.
Auslauf im Freien haben sie nie.
Die Zuchtsauen verbringen die Hälfte ihres Lebens in Käfigen die gerade mal so groß wie sie selbst sind. Sie können sich nicht bewegen. Sie sind dann fast ununterbrochen trächtig. Wenn sie ausgelaugt sind werden sie geschlachtet.
In Deutschland werden rund 27,2 Mio Schweine zum Zweck der Fleischproduktion gehalten. Damit sie möglichst viel Fleisch abwerfen haben sie ein extrem beschleunigtes Wachstum und eine hohe Fleischfülle. Diese Überzüchtung führt zu teilweise schwerwiegenden Erkrankungen, die mitunter zum frühzeitigen Tod der Tiere führen.
Innerhalb von 6-7 Monaten werden die Tiere auf ihr Endgewicht von 110-125 kg gemästet. Das ist ein Resultat aus einseitiger Zucht auf Hochleistung und Fütterung mit energiereichen Kraftfutter. Aufgrund der vielen Mängel in der Haltung bekommen Schweine routinemäßig Antibiotika.

Milchkühe

Kühe werden in kleinen Gruppen auf harten Stallboden gehalten. In den Liegebereichen liegen manchmal weichere Gummimatten. Sie haben 4,5 qm zur Verfügung. Das ist etwas mehr als die Ladefläche eines klassischen VW Busses.
Weniger als die Hälfte der gehaltenen Milchkühe dürfen zum Grasen nach draußen. Die meisten bekommen nie eine Wiese zu sehen. Anders als die Milch Werbung uns gerne glauben lassen will. Damit die Kuh überhaupt Milch gibt, muss sie ein Kalb geboren haben. Dafür wird sie mindestens einmal jährlich künstlich befruchtet. Kurz nach der Geburt werden die Kälber von der Mutter getrennt Damit die Muttermilch der Kühe für uns genutzt werden kann. Weibliche Kälber blüht dasselbe Schicksal wie ihren Müttern. Männliche Kühe werden zu Mastrindern.
Wenn die Kühe nicht mehr genug Milch geben, werden sie nach ca. 4-5 Jahren geschlachtet. Das natürlich Lebensalter einer Kuh entspricht ca 25 Jahre.
Aktuell leben in in Deutschland rund 4,2 Mio Milchkühe. 2015 produzierten die Kühe schätzungsweise 33 Mio Tonnen Milch. Das ist 1/4 der EU Gesamtmenge.

Mastrinder

Mastrinder iStock/Vladimir Zapletin

Die meisten Mastrinder sind Bullen. Auch sie werden ohne Auslauf gehalten. Einem 750kg schweren Bullen stehen ca. 2,7 qm Fläche zur Verfügung. Das ist etwas weniger als ein 2 Mann Zelt.
Eine Weiche Unterlage zum Liegen haben sie nicht. Sie liegen auf harten Betonboden über ihren eigenen Exkrementen.
Derzeit leben in Deutschland ca. 1,9 Mio Mastrinder. Hauptsächlich sind es unkastrierte Bullen. Die Intensivmast dauert weniger als 400 Tage. Am Ende wiegen die Rinder 680-750 kg. Die Rinder nehmen im Schnitt 1- 1,5 kg am Tag zu.
Auslauf ins Freie bekommen die Rinder in der Regel nicht. Nur etwa 35% der Rinder haben Weidegang - für durchschnittlich 6,4 Monate im Jahr.
Kälber werden nach ca. 24 Stunden von ihrer Mutter getrennt. Danach werden sie in Einzelboxen mit einer Länge von 160-180 cm gesteckt. Ihre Milch erhalten sie aus Behalten mit Saugvorrichtung. Innerhalb von 13-16 Wochen werden Kälber teilweise auf das dreifache ihres Ausgangsgewicht gemästet. Mit einem Gewicht von 130-200 kg und einem Alter von weniger als 5 Monaten sind sie schlachtreif.

Fische

Fische Pixabay/ulleo

Auch Fische werden in Massentierhaltung gezüchtet. In sogenannten Aquakulturen. Bereits die Hälfte des Fischs weltweit kommt schon aus diesen Farmen. Die Fische sind überzüchtet, hormonell und genetisch manipuliert und üblicherweise bei hohen Besatzdichten in einer reizarmen Umgebung gehalten. Das entspricht nicht ihrem natürlichen Lebensraum.

Über 1.000 Milliarden Fischen werden zusätzlich jährlich mit riesigen Netzen gefangen. Die Fische sterben durch Ersticken oder entbluten bei vollem Bewußtsein.



Bienen

Bienen Pixabay/dmohanna

80% des Honigs im Supermarkt stammt nicht aus Deutschland. Bienen in in Asien, USA und Südamerika werden anders behandelt als in Deutschland.
Bienenstöcke werden oftmals manipuliert. Die Flügel der Bienenkönigin gestutzt. Somit sind die Königinnen samt Schwarm an das vom Mensch bereitgestellte „Zuhause“ gebunden. Gerade im Ausland gibt es riesige Honigfarmen. Hunderte bis Tausende von Magazinen stehen dort nebeneinander. Die Kästen sind mit bis zu 4 Stockwerken ausgestattet. Viele Bienen werden zerquetscht, die Flügel beschädigt oder ihre Beine abgetrennt, weil die Imker unachtsam sind. In der konventionellen Zucht werden die Königinnen künstlich befruchtet. Nach einem Jahr werden sie getötet und durch neue, produktive Königinnen ersetzt.
Honig ist das Nahrungsmittel für Bienen. Sie produzieren ihn nicht für uns. Er hat Nährstoffe die Bienen vor allem im Winter brauchen. Sie schützen sich damit auch vor dem Befall mit bestimmten Milbenarten oder anderen Krankheiten. Als Ersatz für den Honig bekommen sie vom Imker Zuckerwasser, das macht sie jedoch anfälliger für Krankheiten. Das so viele Bienen sterben liegt an Austausch des Honigs gegen Zuckerwasser.
Bienen brauchen ihren Honig für ein gesundes Leben.

Daunen

Jedes Jahr werden in Deutschland 19 Mio Enten und Gänse getötet um sie ihres Federkleides zu berauben und daraus Produkte wie Jacken, Schlafsäcke oder Decken herzustellen. Weltweit werden den Tieren unter dem Begriff „Lebendrupf“ die Federn auch bei lebendigem Leib aus dem Körper gerissen. Die meisten Daunen stammen aus China, wo der Lebendrupf gängige Praxis ist. Die Tiere werden in dunklen, verdreckten Hallen eingesperrt . Sie bekommen Antibiotika um die Mast zu überstehen. Nach etwa 10-25 Wochen werden die Gänsekinder in Transportboxen gestopft. Viele Vögel erleiden dabei Knochenbrüche. Sie werden zum Schlachthof gebracht und nach ihrem Tod werden sämtliche Federn vom Körper gerissen und zu Daunenprodukten verarbeitet.
In anderen Ländern, z.B Ungarn, Rumänien oder Polen, werden die Gänse bis zu 4 mal jährlich lebend gerupft. Dabei werden oft die Flügel gebrochen oder die Haut der Tiere aufgerissen. Die Wunden werden ohne Schmerzmittel schnell zugenäht. Zeitgleich werden sie gemästet um sie doppelt nutzen zu können.

Wolle

Schafwolle Pixabay/franmedia

Ohne genetische Manipulation würden Schafe nur soviel Wolle bekommen, wie sie benötigen, um sich in der Natur vor extremer Witterung zu schützen. Ihr Vlies schützt gegen Hitze und isoliert gegen Kälte.
Australien liefert mit ca. 80 Mio Merino Schafen ca, ein Viertel der globalen Wolle. Wenige Wochen nach der Geburt werden den Lämmern die Ohren durchstochen, die Schwänze gekürzt und sie werden kastriert - alles ohne Betäubung.
Schafscherer werden nach Menge bezahlt. Deswegen arbeiten sie schnellstmöglich und ohne Rücksicht auf das Wohlbefinden der Schafe.
Cashmere stammt von Kaschmirziegen die in China und der Mongolei gezüchtet werden. Haben die Tiere kein schönes Fell, werden sie getötet. Experten schätzen, das 50-80% der Tiere getötet werden. Zur Schur werden die Ziegen gefesselt und auf den Boden geworfen. Mit Drahtbürsten wird das Unterfell rausgerissen.
Angora Kaninchen werden zu Zehntausenden in Drahtkäfigen gehalten. China dominiert den Markt. Über 90% der Wolle ist aus China.
Das leben auf Maschendraht ist eine Qual für die Kaninchen, die sehr empfindliche Fußsohlen haben. Zum Scheren werden die Tiere auf ein Brett gespannt. Aus Angst treten die Kaninchen um sich und werden dabei von den Messern verletzt. Männliche Angoras geben 75-80% weniger Wolle und werden deswegen sofort getötet.
Alpakas werden hauptsächlich in Südamerika gezüchtet. Bei der Schur werden den großen Tiere die Beine gefesselt und sie werden von mehreren Menschen niedergedrückt. Bei nachlassender Wollproduktion werden die Tiere geschlachtet. Viele werden nicht mal 7 Jahre alt, obwohl sie ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen können.

Leder

Krokodilleder Pixabay/NeilMoll

Nach dem Fleisch, ist das wichtigste Produkt die Haut der Tiere. Selbst die Felle von Kühen aus der Milchindustrie werden zu Leder verarbeitet. Die Häute ihrer Kinder werden in teures Kalbsleder verwandelt.
Ein Großteil der verarbeitenden Tierhäute stammt von Kühen, Büffeln und Kälbern. Auch auch aus Pferden, Schafen, Lämmern, Ziegen und Schweinen wird Leder hergestellt. Manche Tiere werden nur wegen ihrer schönen Haut gejagt. Dem grausamen Ledergeschäft fallen Alligatoren, Krokodile, Eidechsen, Schlangen, Strauße, Zebras, Bisons, Wasserbüffel, Wildschweine, Kängerurus, Elefanten, Aale, Haie, Delfine, Seehunde, Walrosse, Frösche und Schildkröten zum Opfer. Über die Hälfte der Tiere wird für Schuhe aus Leder getötet, dicht gefolgt von Möbeln, Bekleidung, und technischen Leder. Auch die Autoindustrie ist ein wichtiger Abnehmer. Die Tiere durchlaufen dieselben Qualen der Massentierhaltung. Schlangen und Eidechsen werden oft lebendig gehäutet.
Weltweit werden jährlich Häute von über 1,4 Milliarden Rindern, Ziegen und Schafen verarbeitet. Ein Großteil davon kommt aus China, Indien, Brasilien oder Bangladesch.
Besonders viele Häute stammen aus Indien. Viele Menschen glauben, dass Kühe in Indien gut behandelt werden, weil sie als heilig gelten. Dies ist aber nicht so.
Die Herstellung von Leder ist auch für die Natur verheerend. Die Häute werden mit Tonnen von salz bedeckt. Dadurch verhindert man die Verwesung. Unter enorm hohen Wasserverbrauch werden die Häute in den Gerbereien verarbeitet. 85% der Lederprodukte werden mit schwer recycelbarem Chrom haltbar gemacht. Zusätze wie Formaldehyd, Schwefelsäure oder Natriumsulfat belasten das örtliche Wasser sehr. Die giftig Schlicken werden nach Gebrauch häufig ungeklärt in der Natur entsorgt.

Pelz

Tierhäute Pixabay/Gaertringen

Pelz ist die abgezogene Haut eines Tieres. Am häufigsten werden Nerze und Füchse ihrer Felle wegen getötet.
2015 wurden über 55 Mio Nerze für die Pelzproduktion gehäutet. Im internationalen Pelzhandel leiden auch Marderhunde, Waschbären, Chinchillas, Wiesel, Eichhörnchen, Schafe, Luchse, Hamster, Hunde, Katzen, Robben, Nutria, Kojoten, Kaninchen, Bieber, Bisamratten und Zobel. Über 50% der weltweit gehandelten Pelze stammen aus Europa. Bei Nerzen sind es sogar 85%. Auch in Nordamerika und China existieren zahlreiche Pelzfarmen.
Finnland gehört in Europa zu den führenden Pelzherstellern. 2001 wurden noch 161 Pelzfarmen kontrolliert, in 2015 nur noch 23 Betriebe. Ingesamt hat Finnland 950 Pelzfarmen.
Somit sagt die Herkunft nichts über die Haltungsbedingungen aus.
85% der Felle stammt von Tieren die auf Farmen gezüchtet werden. Damit billig produziert werden kann, werden Nerze, Füchse oder Marderhunde in winzige, karge und verdreckte Drahtgitterboxen gepfercht. Sie können sich kaum bewegen und immer nur Gitterstäbe unter den empfindlichen Pfoten spüren. Sie verbringen ihr Leben mit dem Geruch ihrer eigenen Exkremente und können nicht ihren natürlichen sozialen Verhaltensweisen nachgehen.
Die Tiere verstümmeln sich selbst und fügen sich Beißwunden an Haut, Schwänzen und Füßen zu. Sie werden zu kannibalen, die ihre Artgenossen und ihren Nachwuchs aufessen. Die Tötungsmethoden sind weltweit barbarisch und nicht immer wirkungsvoll. WIchtig ist, das der Pelz unversehrt bleibt. Nerze werden mit LKW Abgasen vergast. Manchen Tiere leben trotzdem noch wenn sie gehäutet werden.
Auch die Methode Schädel einschlagen kommt oft zur Anwendung.
In Deutschlang gibt es derzeit 3 Pelzfarmen. Trotz gesetzlicher Vorgaben haben die Nerze kein Schwimmbecken, festen Boden oder Klettermöglichkeiten. Diese Farmen werden aber in den nächsten Jahren verschwinden, da durch Verschärfung der Haltebedingungen die Farmen nicht mehr rentabel sind.

Als Veganer möchten man diese Ausbeutung der Tiere nicht unterstützen. Es gibt keine humane Möglichkeit Tiere zu nutzen.



Klimaschutz / Umwelt

Fleisch Pixabay/Zichrini

Die Nutztierindustrie mit ihrer Produktion von Fleisch, Milchprodukten und Eiern ist durch den Ausstoß von Treibhausgasen wie Methan und CO2 noch vor dem gesamten globalen Verkehr (PKW, LKW, Schiffe, Flugzeuge, Bahn) und der gesamten Industrie der Hauptverursacher der globalen Erwärmung und damit des Klimawandels.

Die für das Weltklima wichtigen tropischen Regenwälder werden für Weideflächen der Nutztiere und zum Anbau der Futterpflanzen gerodet. Pro Minute werden weltweit 35 Fussballfelder Waldfläche abgeholzt. Die Grüne Lunge der Erde wird in einem nie dagewesenem Ausmaß vernichtet.Tropische Regenwälder gehören zu den Schätzen der Erde. Nirgendwo sonst gibt es eine derart große Artenvielfalt. Zudem stabilisieren sie als riesengroßer Kohlendioxidspeicher das Weltklima. Das macht sie wertvoller als Fleisch.

80% der weltweiten Ackerflächen werden zum Anbau von Tierfutter genutzt. Gerade Soja wird zu über 90% für Tierfutter verwendet. Nur 3% der weltweiten Sojaernte ist für den menschlichen Verzehr.

Um 1 Kg Fleisch zu erhalten, müssen 16 kg Futter verbraucht werden, die eben auch angebaut werden müssen. Die Wasser brauchen, Land, mit Glyphosat oder anderen Pflanzenschutzmittel behandelt werden.

Das Umweltbundesamt selbst rät zu weniger Fleischkonsum. Auch der Vorsitzende der UNO Organisation „Intergovenmental Panel of Climate Change“, der Friedensnobelpreisträger Rajendra Pachauri, rief dazu auf, weniger Fleisch zu essen, da es eine klimaschädlich Angewohnheit sei. Durch eine vegane Ernährung werden 37% weniger klimaschädliche Emissionen erzeugt als bei einer fleischbetonten Ernährung.

Eine Studie der Oxford University von 2016 zeigt ganz klar die ganz enormen Vorteile einer veganen Ernährung:

  • eine vegane Kost hätte zur Folge, dass insgesamt 8,1 Mio Menschen weltweit vor dem Tod bewahrt werden können
  • 1,067 Billionen Doller Ersparnis Gesundheitskosten und 570 Milliarden Dollar Ersparnis Umweltkosten

Trotzdem das 8,1 Mio Menschen durch vegane Ernährung vor dem Tod bewahrt werden können, rät die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) von einer veganen Ernährung ab!
Ich persönlich halte das mit für die schlimmsten Auswirkungen die Fleischproduktion hat.

Die Tierindustrie ist jedoch so eng mit Behörden, Politikern, Regierungen, Wissenschaftlern und Umweltorganisationen verflochten, dass letztlich alle ein Interesse daran haben, die Profite der Tierindustrie auf Kosten der Umwelt zu schonen bzw. zu fördern.

1 Kg Fleisch produziert 6 Kg Gülle. In Deutschland werden 204,1 Mio Kubikmeter Wirtschaftsdünger (v.a. Gülle) alljährlich ausgebracht. Das enthaltene Ammoniak trägt zur Versauerung von Böden und einer abnehmenden Qualität der Atemluft bei.

Das Grundwasser kann durch die Gülle mit zuviel Nitrat belastet werden. 28% der Grundwassermessstellen weisen eine hohe Belastung auf. Bedenklich ist Nitrat, wenn es zu krebserregenden Nitrit umgewandelt wird.

Die intensive Bewirtschaftung von Böden in der Landwirtschaft beschädigt den Boden. Bereits 1/3 der globalen Ackerfläche ist mittelgradig bis stark beschädigt. 1/3 leicht. Sollte das nicht gestoppt werden, werden durch weitere schlechte Böden die Anbaubedingungen schlechter. Weltweite Hungerkrisen sind zu befürchten.

Die vegane Lebensweise ist in erheblichem Ausmaß ressourcenschonender als die vegetarische Lebensweise und noch viel mehr als eine omnivorische Lebensweise mit Fleischkonsum.



Gesundheit

Salat Pixabay/silviarita

Unsere Ernährung hat einen entscheidenden Einfluss auf unsere Gesundheit.
Schon Hippokrates sagte „Eure Nahrung sei eure Medizin und eure Medizin eure Nahrung.“

In der Presse liest es sich Immer wieder, wir sollten mehr Obst und Gemüse essen und weniger Fleisch. Trotzdem gilt Fleisch immer noch als normaler Bestandteil unserer Ernährung. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen den gesundheitlichen Schaden des Fleischkonsums. 2015 haben die Experten der WHO über 800 wissenschaftliche Studien zum Thema Fleisch ausgewertet - verarbeitetes Fleisch wurde danach als krebserregend eingestuft.

Die Academy of Nutrition and Dietics (AND), ein Zusammenschluss von mehr als 70.000 Ernährungsberaterinnen und -beratern, ForscherInnen sowie medizinischen Fachleuten, hält die vegan -vegetarische Ernährung für gesund und für alle Alters - und Lebensphasen geeignet.

Dieser Postion schließen sich die australische und die kanadische Ernährungsorganisationen an, u.a. geben sie in ihren Leitlinien Tipps für eine gesunde Kost. Auch die staatliche britische Gesundheitsversorgung informiert ohne Vorbehalte darüber und gibt Ratschläge.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält sich mit solchen Äußerungen noch zurück. 2016 hat sie jedoch ein Positionspapier veröffentlicht, u.a. mit hilfreichen Hinweisen zu einer gesunden veganen Ernährung.

Als Veganer hat man häufig ein geringes Risiko an Typ-2-Diabetes, Herzerkrankungen und Übergewicht zu erkranken. Das liegt mit daran, dass Menschen mit einer überwiegend veganen Ernährung häufiger beim BMI im Normbereich liegen als Menschen mit Mischkost. Ursache hierfür ist v.a. die höhere Versorgung mit Ballaststoffen sowie die geringere Fett- und Proteinaufnahme bei veganer Ernährung.

Auch die Cholesterinwerte im Blut sind meist deutlich günstiger als bei fleischverzehrenden. Ursache ist die nicht vorhanden Zufuhr von tierischen Fetten, die gesättigte Fettsäuren und Cholesterin liefern, sowie die höhere Zufuhr von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Dadurch dass diese Werte niedriger sind, sind auch kardiovaskuläre, d.h. das Herz und die Gefäße betreffende Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt seltener. Wer von rheumatoider Arthritis betroffen ist, kann durch die Umstellung auf vegane Ernährung ebenfalls häufig Beschwerden lindern.

Eine französische Studie von 2007 enthüllte, dass gerade Fisch und Milch die bedeutendsten Quellen für die Aufnahme von Giftstoffen (Dioxinen, Furanen, dioxin-like PCBs) sind. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit hat mit Untersuchungen in 2009 und 2013 nachgewiesen, das 92% der giftigen und krebsauslösenden Substanzen in der Nahrung aus Tierprodukten stammen. Milch und Milchprodukten sind mit 54% die größten Lieferanten für diese Gifte.

Das deutsche Umweltbundesamt stellte 2014 fest: Die Aufnahme der krebserregenden Umweltgifte Dioxin und PCB durch den Menschen erfolgt zu über 90% mit der Nahrung über tierische Lebensmittel wie Milch, Fleisch, Fisch und Eier.

Studien zeigen, dass eine ausreichende Nährstoffversorgung durch eine vegane Ernährung gut umsetzbar ist.

Eine richtig durchgeführte, abwechslungsreiche vegane Ernährung ist die gesündeste Kostform und die einzig wirklich gesunde Ernährung. Eine falsch zusammengestellte, nicht abwechslungsreiche vegane Ernährung mit zu viel raffinierten Zucker und zu vielen zugesetzten Ölen/Fetten ist auch ungesund!

GO VEGAN Pixabay/Mittmac



Quellen: