Weihnachtsbaum

Gastbeitrag von Petra Garbas - Januar 2019

Der Ursprung der Tradition, zu Weihnachten einen grünen Baum aufzustellen, ist noch nicht eindeutig geklärt. Bereits lange wird darüber diskutiert. Man geht bisher davon aus, dass dieser Brauch heidnischen Ursprungs ist.
Immergrüne Planzen wie Kiefer, Fichte, Tanne, Eibe, Stechapfel, Mistel, Efeu usw. gaben in früheren Zeiten Hoffnung auf den wiederkehrenden Frühling.
Bereits in vorchristlichen Zeiten wurde zur Wintersonnenwende das frische Grün ins Haus geholt.
Die Farbe Grün sollte hierbei Fruchtbarkeit und Lebenskraft versinnbildlichen.
Es ist bekannt, dass bereits die Römer ihre Häuser zum Jahreswechsel mit frischen Lorbeerzweigen schmückten.

Erwähnt wurde der Weihnachtsbaum “vielleicht” zum ersten Mal im Jahre 1419. Die Quellen dazu sind nicht gesichert. Nach dieser Geschichte sollen die Bäcker von Freiburg im Breisgau einen Baum mit Naschwerk, Nüssen und Früchten behängt haben, den die Kinder zu Neujahr dann abhängen durften.

Aus gesicherten Quellen ist bekannt, dass im 16. Jahrhundert in den umliegenden Ortschaften am Oberrhein die Wohnstuben mit grünen Tannenzweigen, den sogenannten “Weihnachtsmeien”, geschmückt wurden.

Zahlreiche Dokumente belegen die ersten Verwendungen von Weihnachtsbäumen ebenfalls im 16. Jahrhundert. Jedoch waren Tannenbäume damals selten und teuer und nur die wohlhabenden Leute konnten sich damals diesen Luxus zugestehen.

1730 erschienen erstmals Kerzen, als Hoffnungsträger, auf dem Weihnachtsbaum.
Amerika setzte noch eins drauf und modernisierte ihn. Es setzte als erstes Land elektrische Beleuchtung ein.

Im 19.Jahrhundert erschien der typische Weihnachtsbaumschmuck, wie wir ihn noch heute kennen.

Im 20. Jahrhundert wurde der Weihnachtsbaum schließlich zum weltweitem Festsymbol von Weihnachten. In fast jeder Wohnung ist er nun zur Weihnachtszeit anzutreffen. Heutzutage kann sich jeder den Luxus, einen Weihnachtsbaum bei sich zu Hause aufzustellen, leisten. So stellt sich heute die wohl berechtigte Frage: “Woher stammen die vielen Weihnachtsbäume und was geschieht mit ihnen nach dem Fest?”

“Gegen das "Überhandnehmen der alljährlich wiederkehrenden nachhaltigen Waldverwüstungen durch Aushauen der Christbäume" findet man in alten Forstverordnungen einschränkende Vorschriften oder Verbote mit Strafandrohung. Aus dem Jahre 1554.” (Zitat aus www.waldwissen.net)

Um wieviel schlimmer mag es heute aussehen?

27 Millionen Weihnachtsbäume stehen jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern. Immerhin stammen 90% der verkauften Bäume aus Deutschland. Frisch geschlagen überdauern diese Bäume die Weihnachtszeit in ihrem vollen Nadelkleid. Danach wandern sie in den Müll.
Diese Massenhafte Nachfrage an Nadelbäumen, jedes Jahr zur Weihnachtszeit, zieht natürlich Auswirkungen nach sich. So stammen die meisten Nadelbäume heutzutage von Plantagen und wachen dort in Monokulturen. Das ist wiederum nur mit einem hohen Einsatz von Pestiziden möglich. Diese gibt der Baum an die Raumluft wieder ab. Es gibt bereits Weihnachtsbäume mit speziellem Zertifikat, die ohne Pestizide gewachsen sind.

Nur in 12% der deutschen Haushalte ist ein Plastikbaum anzutreffen. Diese Bäume haben den Vorteil, dass sie nicht nadeln und jedes Jahr wieder verwendbar sind. Die Kosten sind vergleichsweise gering gegenüber frischen Bäumen, da man sie nur einmal kauft und dann immer wieder verwenden kann. Jedoch ist die Herstellung mit einem hohen chemischen Aufwand verbunden. Auch diese Bäume geben unaufhörlich einen Chemiecocktail an sie umgebende Raumluft ab.

Zusammenfassung:

  • Ein gesunder Nadelbaum wächst in einem gesunden, nicht forstwirtschaftlich genutzten Mischwald. Er ist eingebunden in Symbiosen mit unzähligen Tieren und Pflanzen. Er wächst solange, bis er abstirbt und damit Platz für einen jüngeren Baum schafft.
  • Die meisten Weihnachtsbäume stammen heute aus Plantagen in Monokultur. Der Hunger nach akkurat gewachsenen Weihnachtsbäumen erfordert einen hohen Verbrauch von künstlichen Düngern und Pestiziden.
  • Der Hauptpunkt und der allerwichtigste Grund: Der Weihnachtsbaum wächst ca. 8 Jahre, steht für 4 Wochen in einem Wohnzimmer und kommt dann einfach auf den Müll !

Das ist doch einfach unfassbar ! Der Baum ist ein Lebewesen wie wir.
Nur weil der Baum einen harten Stamm hat, sich nicht bewegt und nicht sprechen kann ist er doch nicht unwichtiger als wir Menschen. Bäume sind die Lunge der Erde. Sie geben uns den Sauerstoff, ohne dem wir nicht leben können. Wir sollten ihnen danken. Übrigens können Bäume kommunizieren, sie haben keine Sprache in dem Sinne, aber sie machen sich verständig und können sich auch untereinander austauschen. Jeder sollte es einmal ausprobieren.

Übung: Setze dich in einen ungestörten Wald an einen Baumstamm und erlaube dir zuzulassen was geschehen möchte. Der Baum wird mit dir reden, vielleicht in Form von Bildern, Gefühlen oder auch Worten die plötzlich aus dem Nichts zu kommen scheinen.

Hier ein Paar Alternativen zu einem herkömmlichen Weihnachtsbaum. Welche nach Lust und Laune geschmückt werden können.

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Verwendete Quellen: