10-Punkte-Plan der Weltretter: 07 Die Macht des Verbrauchers

7. Die Macht des Verbrauchers

Kaufe nicht bei unökologischen Unternehmen

DU hast die Macht etwas zu verändern. Deine Kaufentscheidung als Konsument hat entscheidenden Einfluss auf das Weltgeschehen.
Du kannst entscheiden, ob Dein Geld zugunsten von Unternehmen fließt, welche Ressourcen rücksichtslos aufbrauchen oder zugunsten von Unternehmen, die nachhaltig und innovativ wirtschaften, sodass die Ressourcen dieser Welt für viele Tiere und Menschen noch lange erhalten bleiben.

Unternehmen passen sich Deinen Bedürfnissen an und wenn Du etwas nicht kaufst, wird damit auch kein Profit gemacht und das Unternehmen kann sich dementsprechend über die Zeit nicht halten. Je mehr Menschen also die richtigen Kaufentscheidungen treffen, desto mehr werden Firmen ermutigt, ihre Produktion nachhaltiger zu gestalten und mehr umweltfreundliche Produkte anzubieten. Von Möbel bis Papier – achte auf das FSC-Label (Forest Stewardship Council). Wenn Du eine neue Waschmaschine, einen Computer oder einen Kühlschrank benötigst, entscheide Dich für das energieeffizienteste Modell! Beim Einkaufen oder im Restaurant, frage nach regionalen, saisonalen und Bio-Produkten. Und bei Fisch: Bitte nur MSC-zertifiziert (Marine Stewardship Council)1.

Unternehmer sind natürlich darauf bedacht, keine schlechten Schlagzeilen zu machen und so kommen viele Skandale oft nicht ans Licht bzw. an den Konsumenten. Hier nun ein paar Beispiele von Dingen, die Du vielleicht bisher noch nicht wusstest:

Fifa

Die Deutschen lieben Fußball und auch weltweit gehört er zu den beliebtesten Sportarten. Aber wusstest Du, dass der Fifa vermehrt illegale Tricks, Korruption und unmenschliche Arbeitsbedingungen vorgeworfen werden? Zurecht, denn beim Bau des Stadions für die Weltmeisterschaft 2014 mussten unzählige Brasilianer unter sklavenartigen Arbeitsbedingungen so hart arbeiten, dass es zum Tod von drei Menschen kam. Damit nicht genug, für den Bau des Stadions in Katar für die WM 2022 kamen bisher sogar 1200 Menschen bei den Arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen bei 50 Grad Celsius um. Bis 2022 wird die Zahl auf 4000 Menschen geschätzt. 4000 Tote für ein Fußballstadion2, dass die Fans begeistert – für die Fifa kein Problem!

Coca Cola

Coca Cola ist eines der größten und reichsten Unternehmen weltweit und in 200 verschiedenen Ländern aktiv. Was die Wenigsten wissen ist, dass Coca Cola auch schon im dritten Reich sehr beliebt war und laut der britischen Zeitung Independent sogar Zwangsarbeiter in Deutschland beschäftigt hat. Die dunkle Geschichte von Coca Cola3 liegt aber leider nicht in der Vergangenheit4. Wie die Webseite killercoke.org5 oder auch der Film „The Coca Cola Case“ dokumentieren, missachtet Coca Cola weltweit die Menschenrechte seiner Mitarbeiter und sollten diese protestieren, wendet das Unternehmen Gewalt an. Zwölf Stunden Arbeit jeden Tag, ohne Pause für einen Hungerlohn sind keine Seltenheit. Das dies gegen Landes- und Menschenrechte verstößt, scheint das Unternehmen wenig zu kümmern und jeder der es wagt, einer Gewerkschaft beizutreten, oder an diesen Bedingungen etwas ändern zu wollen, wird zum Schweigen gebracht. Egal ob China, Indien, Mexico, El Salvador oder die Türkei - die Geschichten sind dieselben. Die Menschen die für Ihre Rechte kämpfen begegnen Drohungen, Gewalt und sogar Mord.
Damit nicht genug, die Coca Cola Abfüllanlagen6 zum Beispiel in Indien pumpen tausende Liter Grundwasser ab und trocken dadurch ganze Landstriche aus. Die dort lebenden Menschen, die auf dieses Grundwasser für ihr Überleben angewiesen sind, haben das Nachsehen. Gleiche Vorwürfe gibt es auch in Afrika. Coca Cola ist kein Unschuldslamm und wir sollten uns nicht von den tollen Werbekampagnen täuschen lassen, denn die Liste der Anschuldigungen gegen Coca Cola ist lang… Misshandlungen von Arbeitern in China, Förderung von Kinderarbeit in El Salvador oder der Mord an Arbeitnehmervertretern in Guatemala... Nur wir als Verbraucher können an diesen Bedingungen etwas ändern.

Nestlé

486 Fabriken in 194 Ländern, auch Nestlé gehört zu den Weltmonopolen und besitzt weltweit über 6000 Produktmarken wie zB. Vittel, Mövenpick, Nescafé, Nesquick, oder Maggi. Jeden Monat kaufen mehr als eine Milliarde Menschen Produkte von Nestlé. Aber schon 1974 gab es Schlagzeilen wie „Nestlé tötet Babys“, als Nestlé in Dritte-Welt-Ländern begann, Milchpulver zur Säuglingsernährung zu vermarkten, welches die Säuglinge dort süchtig machte und da die Mütter sich das Pulver nicht über Jahre hinweg leisten konnten oder das Pulver mit verseuchtem Wasser vermischt wurde, starben 10000 Babys aufgrund dieser Werbeaktion und Verbreitung von Nestle7. Damit nicht genug, Filme wie „Abgefüllt“ und „Bottled Life“ zeigen auf, wie Nestlé in Ländern wie Pakistan oder Südafrika Wasserlizenzen kauft, das Wasser abpumpt und teuer widerverkauft. Auch hier vertrocknen ganze Landstriche, weil die Menschen keinen Zugang zu Grundwasser mehr haben und der gesamte Grundwasserspiegel so weit sinkt, dass sich dieses Problem weit über die verkauften Lizenzen hinweg zieht. Den ansässigen Menschen bleibt oft nichts anderes übrig, als dann aus verseuchten Flüssen zu trinken. Dies hat die Verbreitung von Typus und andere Infektionskrankheiten zur Folge8 und sehr viele Menschen sterben.
2010 geriet Nestlé zudem in die Kritik, Daten zu Marktforschungszwecken von Kindern9 gesammelt zu haben, um den Konsumenten schon von klein auf direkt an das Unternehmen zu binden. Doch auch hier #hört die Liste nicht auf, auch heute noch betreibt Nestle Tierversuche in den USA, Kinderarbeit an der Elfenbeinküste10 und auch dieses Unternehmen wird mit mysteriösen Morde von Gewerkschaftsmitgliedern in Kolumbien11 in Verbindung gebracht. Auf seiner Webseite wirbt Nestle mit Umweltschutz- und Menschenrechtsprojekten, doch die Autoren von „Bottled Life“ die diesen Projekten auf den Zahn gefühlt haben, haben feststellt, dass es viele dieser Projekte nicht oder nicht mehr gibt.

Dogguan Shinyang Electronics (Samsung)

Dieses chinesische Unternehmen produziert Smartphone Teile für Samsung und auch hier sind Kinderarbeiter zwischen 14 und 15 Jahren eher die Regel als die Ausnahme. Diese Kinderarbeiter arbeiten unter anderem 11 Stunden in der Nachtschicht und bekommen dafür nur rund ein Drittel des herkömmlichen Lohns. Das Unternehmen untersagt regulären Arbeitern auch Sicherheitstrainings und Sicherheitskleidung, trotz der Arbeit mit gefährlichen Chemikalien. Zudem arbeiten die Angestellten dort rund 120 Überstunden im Monat (36 sind legal erlaubt in China)12. Verglichen mit Nestle und Coca Cola scheint das noch fast harmlos doch mit jedem Samsung Smartphone, das Du kaufst unterstützt Du dieses Unternehmen.

Keine Gesetze, keine Menschenrechte und kein Leid scheint die unökologischen Unternehmen dieser Welt stoppen zu können. Es gibt nur eine Sache, dass all diese Unternehmen wirklich gar nicht abkönnen: Gewinneinbrüche. Es liegt an uns, dem Konsumenten, Verantwortungen zu übernehmen und Veränderung herbeizuführen.

Deine Aufgabe:

  • Informiere dich über die Schattenseiten der Unternehmen dieser Welt und sieh dir Filme wie „The Coca Cola Case“ oder auch „Bottled Life“ an
  • Kaufe Produkte von regionalen Unternehmen und zertifizierten Marken die auf Fairen Handel und Faire Bedingungen bedacht sind
  • Engagiere dich, um Unternehmen wie Fifa den Kampf anzusagen
  • Lass dich nicht von „Greenwashing“ - PR-Methoden, die einem Unternehmen ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image verleihen sollen, täuschen! (siehe Nestle Webseite)



Quellen:

  1. https://www.wwf.de/themen-projekte/biologische-vielfalt/welterschoepfungstag-die-welt-ist-nicht-genug/
  2. https://www.n-tv.de/sport/fussball/4000-tote-Gastarbeiter-fuer-die-WM-in-Katar-article11449966.html
  3. https://www.youtube.com/watch?v=bbgtc0f7G8M
  4. https://books.google.de/books?id=mmETYChQpyIC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_vpt_buy#v=onepage&q&f=false)
  5. http://killercoke.org/
  6. http://www.welt.de/reportage/wasser/wassermangel/article158160630/das-raetsel-um-indiens-wassermangel.html
  7. https://www.youtube.com/watch?v=t7SoWmiFk7k
  8. https://www.focus.de/digital/games/nutrikid-kinder-game-sammelt-daten-fuer-nestle_aid_490968.html
  9. https://www.suedkurier.de/ueberregional/wirtschaft/Kinderarbeit-auf-Kakaoplantagen-Die-bittere-Seite-der-Schokolade;art416,9594561
  10. https://www.youtube.com/watch?v=t7SoWmiFk7k
  11. https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/reprisk-index-die-zehn-umstrittensten-unternehmen-der-welt/11326198.html



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